Ar. 102. Konnerstag dm 22. Aecember 1892. XXXI. Jahrgang.' MmbllMtrItitum Der Preis deS Blattes beträgt für Marburg: ganzjährig 6 fl., halbjährig 3 fl , vierteljährig 1 fl. 50 kr., monatlich 50 kr. Bei Zustellung inS HauS monatlich 10 kr. mehr. Mit Postversendung : ganzjährig 7fl., halbjährig fl. .'i0 kr. und vierteljährig 1 fl 75 kr. Die Einzelnummer kostet 7 kr. Die nächste Nummer unseres Blattes gelangt wegen der Weihnachtsfeiertage Samstag nachmittags zur Ausgabe, woraus wir besonders unsere abholenden Abonnenten ansmerksam mache«. lWU" I>»sor»to "W? werden bis Freitag abends erbeten. Gin tschechischer Erfolg? Der erste Abschnitt unserer Reichsraths-Scssion ist nun vorüber, der greise Präsident Dr. Smolke hat seinen unge-derdigen Schützlingen vor etlichen Tagen angenehme Weihnachtsferien gewünscht und tie Herren Abgeordneten sind je^t in der Lage, gleich den anderen Menschenkindern ihre Weihnachts-frier im Kreise der Familie friedlich und vergnügt zn deg-hen. Sit haben während der vcrhältniSmäjzig kurzen Zeit dieses ersten Abschnittes viele Sitzlmgen, darunter oft sehr lange währende abgchaltcn, in diesen noch mehr geredet, als jemals vorher erlebt »vorden war und sie haben dennoch nicht Dasjenige zustande gebracht, was die Völker Oesterreichs seit langer Zeit vergeblich ersehnen, nämlich eine Klärung der nationalen und Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Nicht blos wir Deutsche, sondern auch alle anderen Völker der Monarchie wünschen dies und dennoch können sie ihre Wünsche nicht erreichen, weil die Regierung keine Klärung will nnd an dem Systeme der Majorität von Fall zu Fall unweigerlich festhält. Wir wollen hente nicht über diese längst bekannte Praxis der Regierung und ihre entschiedene Adneigung gegen eine deutsche Oderhoheit, auch nicht über die Ungeheuerlichkeiten sprechen, welche infolge der beliebten Gruppierungen und Allianzen unter den sich natüilicherweise abstos?enden Nationen schon oft zu Tage getreten sind, sondern blos einige bemerkenswerte Vorfälle und Erscheinungen aus dem verflossenen Ab» schnitte, sowie deren mögliche Folgen näher ins Auge fassen. Vor allem sind eS diegnstände im Lager ter Tsehechen, welche unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Auch sie müssen als eine Folge der Vorfälle bezeichnet werden, welche sowohl Parlament als Volk in den letzten Wochen beschäftigten. Die Bereinigte Linke entzweite sich mit der Regierung, es kam zur Abstimmung über den Dispositionsfond und letzterer wurde von den Liberalen mit Zuhilfenahme der Jnngtschechen und einer Anzahl von anderen Parteien angehörigen Abgeordneten dem Ministeriuln nicht bewilligt. Zwar hatte Graf Taaffe erklärt, dasS er sich aus dieser Entscheidung nichts mache; allein die Linke und die mit ihr verbündeten Parteien erachteten diese Ablehnung dennoch als einen bedeutenden Sieg üt'er die Regierung und versprachen sich davon nützliche lSrgebnisse. Diese El wartnng ist nun, wie so vieles, waS in diesen Iahren unter der Aegide der Bereinigten Linken, oder gar durch sie allein ohne kräftige Unterstützung anderer Fractionen ins Werk ge- Erscheint jeden Sonntag und Donnerstag früh Schriftleitung und Verwaltung befinden sich: Postgasse Nr. 4. Sprechstunden des Schriftleiters an allen Wochentagen von 11 bis 12 Uhr vormittags. setzt wurde, bisher zwar nicht in Erfüllung gegangen und es kann auch, weim sieh die Lage auf eine andere, l)iUigere Weise zu Gunstm der Regierung ändern ließe, leicht geschehen, dass kein Ersatz für den Grafen Kuenbnrg gebotet» wird; allein Ncse Abstimmung hat den alten Zwiespalt im tschechischen Lager, den grimmen Streit zwischen All- und Jungtsehechen aufs Neue hervorgerufen. Und warum? Ganz einfach deshalb, weil die letzteren mit der Linken gegen den Dispositionsfond stimmten, wohlbemerkt init dieser größten Feindin der streng-nationalen Tschechen, deren Vorgehen die Linke durch eines ihrer Mitglieder in öffentlicher Sitzimg als Hochverralh brandmarken ließ. Dass diese selben Jungtschechen nun trotzdem, weil es einen Angriff gegen die Regierung galt, mit dieser, ihnen verhassten Partei stimmten, das wollte ihren Stainmes-genossen, den Alttschcchen, durchaus nicht in die Köpfe und sie werden nicht ermangeln, diese Preisgebung der Nation bei den Wählern genügend auszunützen. Zwischen ihnen und den radicalen Vertretern des tschechischen Volkes bestand ja seit Langem eine arge Fehde, — nun aber ist sie von Neuem in h ftiger Weise entbrannt. Auf die Borwürfe der Alttschcchen antworteten die Angegriffenen init der Hindeutnng, dass nur durch ihr Hinzuthun Graf Kuenburg sein Portefeuille verloren hat. Das ist nun allerdings nicht ganz richtig; wohl aber haben sie darin Recht, wenn sie behaupten, dass durch ihre Mitwirkung die Versöhnung zwischen dem Ministerpräsidenten und der deutsch-liberalen Partei schwieriger geworden sei und diese sich noch gefügiger als vordem erweisen müsse, rvenn sie je wieder einen Schein von Einfluss erlangen wolle. Insofern hätten nun freilich die Jungtschechen, ilrdem sie Schulter an Schulter mit der Vereinigten Liirken gegen die Regierung stimmten, der ersteren für den augenblicklichen Nutzen einen später sich er» weisenden Schaden gebracht; sicher ist aber auch, dass Gras Taaffe, wenn er jemals vor einer Majoritätenfrage gestallt, zwischen den Deutsch-Liberalen und den Jungtschechen zu entscheiden hätte, abermals bereitwilliger wäre, die ersteren, als die letzteren heranzuziehen, da nach seinem wiederholt betonten Programm die Unterdrückung aller radikalen Parteien eine wichtige Anfgabe der Regierung «äre. Wollten die Jungtschechen etwas erreichen, dann müssten eben sie einen Haupt» bestandtheil ihrer Forderungen bestiligcn. Da sie also sür sich keinerlei Nützen erhoffen durften, so gewinnt der oberwähnte Vorwnrf ihrer gemäßigteren Landsleute an Bedeutung. Ur habt jetzt, so rufen sie, das Tischtuch zwischen uns, serner auch zwischen dem Hohcirwart-Club und den Polen endgiltig zerschnitten und der Großgrundbesitz wird es euch nie vergessen, dass ihr ihn, der doch das Staatsrecht anerkannte, nnn in die Minderheit gebracht habt. Anstatt fest zu diesen zu halten, seid ihr mit denjenigen gegangen, welche das böhmische Staatsrecht niemals anerkennen werden und ihr seid allein die Aufgesessenen! Jndess können die Jungtschechen noch immer einen Erfolg erringen; gelingt es ihnen die Ernennung eines Einschaltungen werden von der Berlagshandlung des BlatteS und allen gröberen Annoncen^Expeditionen entgegengenommen. Schluis ^ für Einscbaltungen Mittwoch und Samstag Mittag. — Offene Reclaniationen sind portofrei. Manuscripte werden nicht zurück- gesendet. neuen tschechischen Landsmann-Ministers durchzusei;cii, dann l)at ihr Plan, durch ein vorübergehendes Paktieren mit der Bereinigten ^^inken der Regierung ihre Macht firhlen zu lassen, weni^istens diesen einen Erfolg aufzuweisen und alle ^.lliachenschaften der Älttschechen werden ihnen bei den Wählern nicht schaden können; keineswegs aber ir?ürden sie fernerhin eine untergeordnete Rolle spielen. Das Alles lnnss zrrr Entscheidung kommen und erst dann wird man sagen können, od das Ver-haltcn der Alt- oder Jungtschechen von ihrem Standpunkte das richtigere war. Wir haben den Tschechen den Vorrang gclassm und konrinen nun zu den Deutschen. Es geschah dies keineswegs ans althergebrachter deutscher Bescheidenheit, denn endlich haben doch arich wir Deutsche einsehen gelerrrt, dass nnsere Bitten dort, wo rvir fordern sollten, übel angebracht waren und die Vercirrigte Linke, welche sich eine deutsche Partei nennt, hat uns ein treffliches Beispiel dessen gegeben, was rvir nicht thun sollen. Also nicht mehr die Bescheidenheit, rvir haben der Besprechung der lschechtschen Verhältnisse nur deshalb den Voriang gelassen, weil deren zukünftige Stellung, vorausgesetzt, dass das oderwähnte Verhalten der Jungtschechen silr sie einen Erfolg bedeuten sollte, von rvesentlicherer Bedentung für die künftigen Gruppierungen im Parlamente, soivie auch fiir die politiscken Berl)ältn!sse des Reiches überhanpt sein dürfte, als alle Unternehinungetl der größten, irämlich der deutsch-liberalen Partei. Diese letztere nennt sich, rvie bekannt, mit Unrecht eine deutsche, da sie zu sehr mit frcnrden Elementen verrnischt ist, rvelche ein energisches Vorgehen nach irgend einer ^lrt rwu Vorneherein ansschließen. Sie hat soviel Unheil und Ber-wirrnng eben in Folge ihrer Zusalnnrenset;ung und der dadurch bedingten Unentschiedenheit in allen ihren Massnahrneti gebracht, dass es einer starken Entschloffenheit der echten Deutschen, nämlich der dentsch-nationalen Partei bedarf, um nur einigermaßen noch die Bedeutung des deutschen ElernentS gegenüber der Regierung und der fremden Nationen zur Geltung zu bringen. Wir tnüffen deshalb insbesondere unseren Vertretern im Unterlande dafür danken, dass sie trotz aller Anfechtungen bisher nicht erlahmten und dort, wo es die Vertheidi-gung unserer nationalen Rechte galt, bisher niemals zurück-gervichen sind. Wie schrvierig ihnen aber dieser Kampf wrirde, das rverden wir in einein nächsten, unsere engeren Berhältniffe berührenden Aufsatze zeigen, der die Sprachenverordnungen behandeln wird. -K Aus dem Abgeordnetenhause. In der Sitzung arn 16. d. wurde das Abgeordnetenhaus bis zum Januar vertagt. Abg.Formantk interpellierte wegen der Consiscation der Placate der böhmischen Müllerschaft, ivorin zürn Kaufe heimischen Mehles aufgefordert wurde. (Nachdruck verboten.) Die Warschkameraden. Eine Weihnachtögeschichte von Waldemar Urban. l. Es war ein heißer Äugusttag. Durch die alte schattige Buchenallee, die zum Schloss Hoheneck hinführte, schritt ein junges Mädchen, das allem Anschein nach schon einen für seine etwas schwächliche Constitution besehrverlichen Marsch hinter sich hatte und nun froh rvar, endlich das epheuum-wncherte, in mittelalterlicher, stark verwitterter Gothik aufgeführte Schloss vor sich zu sehen. Das kleine zierliche, ciber etwas verschüchterte Gesichtchen war übermüdet, die Schuhe und der Saum des Kleides bestaubt, der sehr einfache Crepe-Hut saß etwas schief. Weit mrd breit rvar kein Mensch zu sehen. Schloss und Park schienen in eine sommerliche Träumerei, in eine ländliche Rnhe und Eintönigkeit versunken zu seilt, die der jungen Daine um so mehr auffiel, als sie an das tosende Treiben der benachbarten Großstadt gewohnt war. Sie atl)incte unrvillkürlich tief auf, als ob die leichtere, von Heuduft geschwängerte Luft und die tiefe Stille, die sie ningab, ihren Nerven wohlgethan hätte. Endlich trat sie dnrch das Haript-portal in den geräumigen, angenehm kühlen Burghof ein. Auch hier war niemand zu sehen. Einige Hühner liefen suchend und pickend herum, die gegenüberliegende Thür, die in das Innere des Schloffes führte, stand sperrangelrveit offen. Ucber derselben rvar ein Ritterwappen in Sandstein angebracht, das kauln noch erkennbar einen Helm zeigte, arrs dem ein Kornhaltn hervorwuchs. Darunter stand tief eingegraben, aber ebenfalls sehe verwaschen nnd verwittert: Dum Spiro, gpero. Schüchtern blieb die junge Daine stehen. Sie sürchtete, den tiefen Frieden, in dem offenbar das Schloss und seine Bewohner ruhten, ^u stören. Die Sorge um das tägliche Brot, der Kuiumer »rrn Vergangenheit und Zukunft, rvie sie ihn im Herzen trng, die Unruhe und Aufregung eines täglich um seine Existenz ringenden Geschöpfes schienen ihr nicht hieher zu passen. „Was wünschen Sie denn, tnein Fräulein?" hörte sie plötzlich eine Stirnme hinter sich sprechen. Sie drehte sich hastig NM Mld sah, rvic eine Frau von etwa sechzig Jahren eben ans einer Thür trat, die in den Parterreraum der Borhalle sührte. „Ich wünsche Frau Christine, Gräfin von Hoheneck zu sprechen". „So so, die alte Gräfin wollen Sie sprechen. Ver-mnthlich sind Sie die neue Gesellschafterin, rnein Fränlcin?" „Ich bin es noch nicht, aber ich hoffe es zu rverden. Ich koinme, urn mich der Frau Gräfin vorzustellen". „So so! Nun, das ist schön von Ihnen. Aber so rc:sch gebt das nicht, inein Kind. Treten Sie doch ein wenig hier ein. Wenn ich inich nlcht täusche, sind Sic den langen Weg aus der Statt bis hieher zu Fuss gegangen". „Ja", klaitg es bescheiden. Die junge Dame rnochte recht gut wissen, rvarrtln sie zu Fuss gieng. „Bei der Hitze! Nun, Sie müssen sich erst ein rvenig abkühlen und ausruherr. So lasse ich Sie nicht zu unserer Gnädigen. Sie müssen närnlich rvissen, dass unsere Gnädige sehr auf Etikette hält, und »venu sie etwas ansrichten wollen, so müssen Sic mir schon erlauben, Sie erst ein rvenig her-zurichterr. Gott wie Sie heiß sind, tnein gutes Kiird! Legen Sie nur ein rvenig al?. Haben Sie Trauer?" Die junge Dame rvollte auf diese Frage etwas antworten, aber der Schmerz, die Erinnerung an einen schweren Verlust überinannte sie derart, dass sie nichts erwidern konnte. Sie znckte nrtr schmerzlich mit den Lippen und fuhr dann bastig mit dein Taschentuch nach den Augen. „Der Vater — — klang es dann leise von ihren Lippen. „Ach dass Gott sich erbarme, weinen Sie nicht, schönes Kind; es ist schade um Ihre schönen Augen". Dann sah die Frau, die rvohl das A»nt einer Pförtnerin versah, die junge Dame anfmerlfarn an, als ob sie über ihr Aussehen zu erstaunen habe, und indem sie sieb, wie eine Kainmerfran, behend rnit Bürste und Katnm über sie hermachte, konnte sie doch nicht umhin, ihr gutmüthiges bedauern init der Frage zu nnterbrechen: „Wie heißen Sic denn, inein liebes Kind?" „Cäc^ilie Dorner". „Dorner?'' fragte die alte Frau wie erschreckt, „wirklich Dorner, mein liebes Kind? Nicht etwa Dornau?" „Nein, Dorner." „Das ist aber doch sehr merkwürdig, nein so merk- rvürdig--nnd ich rvollte duranf scbtvören, dass Sie ihr ät)rllich sehen, nnd — — rvie alt sind Sic denn, Fräulein Dorner?" „Ich werde im Decetnber achtzehn". „Achtzehn! Hm, Hm, das ist aber doch sehr merkwürdig. Und Ihr Vater rvar Schanspieler, nicht?" „Nein. Mein Bater rvar Notenadschreiber. Aber er ist schon lange vor seinem Tode krank gewesen nnd konnte nichts verdienen". „Ach, dass Gott sich — — das ist ja ein wahres Golgatha. Und doch lni.>chte ich darauf schrvören, dass ich solche Augen schon — — Nun 's ist gut. Jetzt sehen Sie ja rvieder schinuck nnd siott aus, und nun vorrvärts mit srischern Muth. Nur nicht rnehr rveinen, mein Fräulein! Sie rvlsselt, init Thrräncn iln Auge ist man keine gute Ge- Hierauf wurde daS Gesetz betreffend die provisorische Rtgelung der HandelSbeziehunzcn mit Spanien in zweiter und dritter Lesung angenommen. Sodann wurde die Nothstandsvorlage, womit ein Credit von lüO.OOO fl. zur Untcrstiitzunji aus Staatsmitteln angesprochen wird, in Verhandlung gezogen. Die Vorlag;« wurde in zweiter und dritter Lesung unverändert angenommen. Bei der Berathung der Vorlage betreffend die Verstaatlichung mehrerer Localtelephonnetze, darunter auch jenes von Reichenberg, wünschte Abgeordneter Kulp, dass bei Ausgestaltung der Telephonnetze auch auf kleinere Orte Bedacht genommen werde. Abg. Richter verwies auf die Sünden der früheren Handelsminifter, welche den Telephonbetrieb der Prioat-speculation preisgaben. Redner bedauerte, dass die Verhandlungen wegen Verstaatlichung des Wiener Telephons gescheitert seien und hofft, eass im Januar 1899 die Gesellschaft doch ein Anbot machen werde, das man mit Ach und Krach ac-ceptieren müsse. Uebrigens sei die Anlage des Wiener Telephon-netzeS nach Aussage von Sachverständigen eine vollständig verfehlte und die Unzufriedenheit der Abonnenten eine allgemeine. Referent Abg. Ruß erklärte es für unbillig, dass alle Theilnehmer die gleiche Taxe bezahlen sollen, während es Abonnenten gibt, die daS Telephon weniger, andere, die eS mehr benützen. Diese Unbilligkeit sollte durch Festsetzung eines Minimums von Freigesprächen ausgeglichen werden. Er empfahl schließlich die Aufbesserung der Gehalte für die Telegraphistinnen. Die Vorlage wurde in zweiter und dritter Lesung an-nommen, desgleichen das Gesetz über die Convertierung der galizischen Grundentlastungsschuld und die Aufhebung der ärarijchen Wassermauthen. Die Wahl des Abg. Dr. Zucker wurde debattelos anerkannt. Die Vorlage wegen Befreiung der Neu- und Umbauten im Assanierungsrayon von Prag wurde mit einer Amderung des Abg. Kaftan angenommen. Das Haus stimmte hierauf der Abänderung einiger Bestimmungen der Maß- und Gewichtsordnung zu. Bei Berathung der fürstlich Aechtenstein'schen Fidei-commissvorlage bedauerte Abg. Dr. Kronawetter, dass derlei Vorlagen in zwi?lfter Stunde vorS HauS kommen, wo die Abgeordneten schon die Reisetasche in der Hand haben und fortgehen wollen. Das Haus solle sich mit dieser Angelegen^ hcit nicht befassen, sonst hätte Oesterreich für die Souveränität der Fürstenthümer Vaduz und Schellenbcrg zu haften. Man missbrauche die letzte Sitzung, um solche Vorlagen einzubringen. Ret'ner werde gegen dieselbe stimmen. Abg. Vaschaty beantragte den Schluss der Debatte. Der Antrag wurde abgelehnt. Abg. Vaschaty nahm nunmehr das Wort und erklärte, wenn das Haus schon zurückgehalten werde, hätte man das Leben?mittelgcsetz verhandeln sollen, nicht aber ein Gesetz, welches das Interesse einer einzelnen Familie betreffe. Als im Mai der Blumencorso im Prater stattfand, wurde die Sitzung um 1 Uhr geschlossen, obgleich die Valutaresorn auf der Tagesordnung stand (Heiterkeit). Damals musSte man sich „im Prater zeigen!" Wie heute das Haus Liechtenstein, könne morgen Schwarzenberg oder jeder Beliebige mit demselben Rechte, Unrechte oder Unsinne kommen. Dieser SessionSschlusS sei recht lächerlich. Der Antrag verstoße gegen die StaatS-grundzesetze und gehöre nicht ins Parlament, daS sich um Volks- und Reichsinteresien kümmern solle. Nachdem der Justizministcr die Vorlage vertheidigt hatte, gelangte sie mit Z 30 gegen 25 Stimmen zur Annahme. Abg. Eim interpellierte wegen der Reform der Militärstrafgesetzgebung und fragte an, in welchem Stadium sich die diesfälligen codisicatorischen Arbeiten befinden. Ab.i. Herold interpellierte wegen deS Verbots des ArbeiterbildungSvereines „Zukunft" seitens der Wiener Statt-halttrei, die angeblich deshalb erfolgt sei, weil die Discussion auch böhmisch geführt werden soll. Abg. Kaiser interpellierte wegen der Wiener Fleisch- sellschafterin, wenigstens nicht für jeden. Und ich wünsche Ihnen alles Gute, wahrhaftig blos Ihrer Augen wegen. Sie ist wohl streng und hart ui.d hält auf Etikette, unsere alte Gnädige, aber sie ist gerecht. Sie dürfen sich auf sie verlassen. Dort hinein, mein Fräulein, gerade durchs Thor hinein ins Schloss und die oroßt Treppe hinauf! Dort werden Sie schon den Diener finden, der Sie zurechtweist. Fräulein Dorner gieng und hinter sich hörte sie die alte gutmüthige Frau noch mehrere Male: „Nein, sowas — nein, so was!" rufen. Was hatte sie denn? Sah sie wirklich jemandem ähnlich, der hier bekannt war? Sie stieg die breiten, ciufzerordcntlich bequemen Steinstufen der im Mittelgebäude defindlicken und wohl schon mehrere Jahrhunderte alten Treppe hinauf. Mächtige Sand-steinverzierungen. in welche die Treppengeländer ausluden und die ebenfalls das am Hauptthor befindliche Wappen mit der sonderbaren Inschrift trugen, gabcn dun Treppenbau etwas Altchrwürdigcs. Die Corridore, die von der Treppe aus in die verschiedenen Theile des Schlosses führten, waren so breit und altvaterisch, dass man eine gan^e, moderne Wohnung mit all den mehr gezierten als zierlichen Fabrik-möbeln der Neuzeit hätte hineinsct^en können. Verlegen blieb Fräulein Dorner stckicn. Sie wusste nicht, wohin sie sich zu wenden hatte. Es gefiel ihr hier so ausnehmend gut; es war alles so solid, so vertrauenerweckend, so traulich ruhig, so anheimelnd — aber es war alles einsam. Auch bier war niemand zu sehen. Sie hustete ein wenig, um sich bemerklich zu machen und endlich kam ein Diener, ein noch junger Mann, aber mit einer schrecklich altmodischen, überreich mit Silbertressen bestickten Livree. „Könnte ich die Ehre haben, m't der Frau Gräfin zu sprechen?" fragte sii schi'lchtern. Marvurger Geltung preise und der Verhältnisse des Centralviehmarktes, und fragt, ob es richtig sei, dass die Regierung die Eröffnung der rumänischen Grenze für die Vieheinfuhr plane. Abg. Cestmir Lang interpellierte wegen Ergreifung von Massnahmen gegen die im deutschen Reiche geplante Erhöhung der Biersteuer. Eine deutschnationale Oppositionspartei im deutschen ReichSrath. Im deutschen Reiche geht die Bildung einer neuen politischen Partei vor sich — einer deutsch nationalen Oppositionspartei. Die Entlassung Bismarcks und die Wege der deutschen Politik seit diesem Zeitpunkt haben eine gewaltige Gährung der Gemüther hervorgerufen, die nunmehr dazu zu führen scheint, dem „neuen Curse" entschiedenen Widerstand leisten zu wollen. Die Tendenz der deutschnationalen Oppositionspartei soll sich gegen die Person des deutschen Kaisers richten. Die neue Mehrheit im Abgeordnetenhause. Mehreren officiosen Stimmen zufolge ist der Minister« Präsident damit beschäftigt, ein Programm für seine künftige Mehrheit im Parlamente zu entwerfen, eiu Programm, das die Möglichkeit gewähren soll, die Vereinigte Linke, den Hohenwart-, den Coronini-Club und die Polen unter einen Hut zu bringen. Wie schwierig dieser Versuch der Majoritäts» bildung ist, erhellt au» dem Umstände, dass die Absicht besteht, nicht alle Mitglieder der Bereinigten Linken in die neue Mehrheit aufzunehmen. „Verschiedene intransigente Mitglieder, namentlich unter den deutschböhmischen Abgeordneten", sollen nach der einen Vcrsion in das „Eden" der herrschenden Mehrheit keinen Einlass sinden, nach einer anderen Lesart werden nur jene Mitglieder der Linken zur Majorität zuge» lassen, „die sich mit dem Programm einverstanden erklären, das für die zu bildende Mehrheit aufgestellt werden soll." Auch nicht allen Mitgliedern des HohemvartclubS soll die Gnade zutheil werden, an der Futterkrippe der Regierung ein bescheidenes Plätzchen zu finden. — Man sieht, der Ministerpräsident ist wählerisch geworden, er will „fürchterlich Musterung halten." — Ein OffiziosuS weiß zu vermelden, dass die deutschen Mitglieder des Hohenwartclubs beider neuesten Majorität nicht fehlen werden. Willige die Linke in ein Compromiß nicht ein, dann werde Graf Taaffe gezwungen sein, eine Mehrheit dort zu suchen, wo er sie eben finde. — Diese unzweideutige Drohung wird voraussichtlich i!;re Wirkung thun und die Führer der Vereinigten Linken noch zahmer und gefügiger machen, als sie ohnehin schon sind, wenn sie sich auch nach der letzten Abfertigung vonseite des Grafen Taaffe eine kurze Weile recht wild geberdeten. Der Ministerpräsident kennt aber seine Pappenheimer und lässt sich nicht ins Bockshorn jagen, wenn auch Zettel-Soundso den Löwen spielt, dass die Zuschauer auf der Minifterbank mit Thränen in den Augen Beifall klatschen und ausrufen: lasSt ihn noch einmal brüllen! lasSt ihn noch einmal britllen! Die Jungtschechen sollen bei einer Majoritätsbildung gar nicht in Betracht kommen, ihre Gegnerschaft wird aber dem Grafen Taaffe zweifellos daS politische Leben noch mehr verleiden, als es bisher der Fall gewesen ist. Nach diesem neuesten Versuch des Ministerpräsidenten, mit den gemäßigten, centralistischen Parteien zu regieren, wird, daS kann sich auch der Laie unschwer zusammenreimen, der föderalistische Gedanke mit unwiderstehlicher Gewalt zum Durchbruch kommen. Und dann sind die Tage des Grafen Taaffe gezählt. Der Panama-Seandal. Dem mit Ach und Weh zusammengetrommelten fran' zösischen Cabinet Ribot ist es bereits hart an den Kragen gegangen, als es sich entschlosS, einige in dem Panamagelder» schwindet arg belastete Persönlichkeiten von gutem Namen hinter Schloss und Riegel zu setzen. Die Verhafteten, unter denen sich, wie wir bereits meldeten, auch Lesseps (der Sohn deS Erbauers des Suezcanals, nicht der greise Pionnier der Cultur, Anm. der Red.) befindet, wurden wie gemeine Sträflinge behandelt und sind in Einzelhaft. Die hochgehenden Wogen der „Ur Name, mein Fräul.in?" Sie sagte ihn; der Diener gieng, um sie anzumelden. Als er wieder zurückkam, winkte er ihr zu folgen. lSr führte sie durch mehrere kühle, hohe, mit vergoldeten Rococomöbeln ausgestattete Zimmer. Dann öffnete er noch eine Thüre und ließ sie allein eintraten — sie stand vor der Herrin Hoheneck. „Treten Sie näher, mein Kind, meine Augen sind nicht die besten", hörte sie eine harte, energische Stimme sagen und sie gieng auf die Dame zu, die in einem Sessel saß, vor sich einen Stoß Zeitungen, in denen sie gel8, L. G.-Bl. Nr. 6, dahin abgeändtrt werde, dass in den weinbautreibenden Ge-rncinden der Star von dem gts^tzliclzen Schutze arts^^eschlossen werde und derselbe rrrit Rücksicht auf die Beschädigungen, die den WeinBrten durch deu Bvgel zUi^eführt werden, vertilgt werden dürfe", ein Antrag, der vom Gutsveriralter der Herrschaft Spielfeld, Herrn Rudolf Greipel auf das Wärmste unterstützt und sodann einstiinmig angenornrnen wurde. Der Geineindevorstehcr von Seggaubcrg, .Herr Alois Haring, stellte den Antrag, es möge bei der Ceirtral-Veisammlung in Graz eine Resolution an den hohen steierrn. Larrdtag deS Inhaltes gesasst werden, „dass vonseiten desselben ein Tarif ausgearbeitet und im gesetzlichen Wege e,lassen werde, wie viele Procente der Mautrniiller von dem ihrn zum Mahlen über-gebenen Getreide^ für seilte Arbeit abnehmeu dürfe und habe dieser Tarif iu jeder Mautmühle ersichtlich gemacht zu werden", ein Antrag, der angenommen wurde. Der Vorsitzende theilte den Versammelten mit, dass den Mitgliedern der k. k. steierm. Landwirtschafts'Gcsellschaft vonseiten des hohen Aerars die Begünstigung znm Bezüge von Vieh- und Dun. salz aus der Saline Aussee iu der Weise cin^^eräumt worden ist, dass dieselben den Meter-Centner oder IlX) Kilogramm Vieh- und Duugsal^ loco Saline Anssee rnit 1 fl. 98 kr. beziehen können. Diese Preisermäßigung sei aber durch den gee^enrr?ärtig bestehenden Vorgang seitens der Finanz Behörden ittnsorisch gemacht, da der Besteller verpflichtet ist, sich bei dem nächst-bkfindlichenFinanz-Comrrrissäre zu rnelden rrnd nur dieser das Recht hat, daS amtliche Siegel von der Sendung abzunehmen. Hiednrch erwachsen dern Besteller ganz irnverk^ältnismäßige Kosten, da nicht an jedem Orte, wo ein Besteller wohnt, ein Finanz-Commissär sich befindet, und infolge dessen dieser den Ersatz der Reisekosten zur Eröffnung des Siegels bearrspruchvn kann. Herr von Jenisch stellte sodann den Antrag, die General-Versammlung wolle beschließen, „eS sei der Central-Ausschuss der Gesellschaft zu veranlassen, im Wege der Vorstellung an das hohe k. k. Finanz-Ministerium dahin zu wirken, dass diese Controle aufgelassen werde, da die einzelnen Bestellungen seitens der Mitglieder ohnehin durch den Filial-vorsteher oder dessen Stellvertreter und durch die Centrale bestätigt erscheinen. Die hiedurch geübte Controle durste für das hohe Aerar genügend sein, dass die von den einzelnen Mitgliedern abgenommenen Salz Oriantitätcn zu dein gestatteten Zwecke verwendet und nicht irgendwie in Verschleiß gebracht rverden." Dieser Antrng rvurde einstimmig angenommen. Das Mitgtied der Filiale, Herr Mathias Galt er, Gemeindevorsteher in Steinriegl, (Kitzeck), f^eantragte, „es rnöge durch die Delegierten-Versammlung dahin gewirkt werden, dass den von der Peronospora betroffenen Weingartenbesitzern ein Steuer-nachlass gewährt und eine Regnlierung der Grundsteuer bei den Weingärten und des Catastral Reinertrages erfolge." — Herr Baron Eugen Pistor weist darauf hin, dass bereits ein Gesetz existiere, welches die Schädigung der Weingärten durch die Peronospora als einen Elementarschaden auffasSt, der den Grundbesitzer zu dem Begehren um Abschreibung der Grundsteuer berechtige. Bei der über diesen Arrtrag sich entwickelrrden Debatte stellte nun Dr. von Wurzbach den Äutrag. es sei der Central-Ausschuss zu ersuchen, durch Uebermitllrmg von Scp.?ratabdrücken des Gesetzes vorn 6. Juni 1888 Nr. 81 R. G. Bl., rvelches die Bestimmnngen über die Abschreibung an der Grundsteuer wegen Elementarschaden enthält uud in der alinea 4 des K 1 unter die Elementarschaden auch die Perouospora rechnet, an die Mitglieder der Gesellschaft in den rveinbantreibenden Bezirken, ferner durch Abdruck dieses Gesetzes in dem Organe der Gesellschaft „Landrvirtschaftliche Mittheilnngeir" diesem Gesetze die möglichste Vcrbreiturrg zu geben, ein Antra^i, der einstimmig angenomrnen »vnrde. Es rvurde hierauf zur Wahl der Delegierten für die im Jabre 189!^ stattfindende all^erncine Delegiertenversammlung in Gra^ gesetirilten. Als Delegierte erscheinen gewählt: Die Herren Rrrdolf Greipel, Gulsvcriralter in Spielfeld; Joba^in .^olzer, Grrindbesitzer in Gralla; Johann Kappel. Grundbesitzer in Mrrggeiran, Anton Theodor Kovae^iö, Realitäten-besrtzer in Leibnitz und Dr. Fritz Ritter v. Wurzbach, Advocat in Leibnitz. Als Ersatzmänner wnrden gervahlt: Herr Adolf Ritter v. Jenisch, Hausbesitzer in Leibnitz ; .Herr Alois Haring, Grundbesitzer in Seggauberg ; Herr Karl Schweigler, Landes-prodrrctenhäirdler in Untervogau. — Als letzten Prrnkt der TagcSordnrrng werden zur ?luSzeichnung durch die Gencral-vcrsaininlung vorgeschlagen: Herr Johann Probst, Oberlehrer in Frauenberg rnit der silbernen Medaille wegen seiner besonderen Verdienste run die Angelegenheiten der Filiale Leibnitz; die Herren Johann Götsch und Marian Wrllbacher mit der bronzenen Medaille wegen ihrer hervorragenden Verdienste '^eite 4 Wtardurger Zeitung Rr. 102, 22. December 198L. auf dem Gebiete der Viehzucht; die Herren Matthias Haller und Johann Kappcl fiir das Ehrendiplom, erstcren fiir seine Verdienste um den Weinbau und letzteren fiir seine Verdienste auf dem Gebiete der Vichzucht. — Nachdem die Tagesordnung erschöpft war, schloß der Vorsitzende mit einigen Worten des Dankes fiir die zahlreiche Betheiligung, die Versammlung. Wien, Iii. Deccmbcr. (Sel bst Hilfe Genossenschaft „Oftmark", Wien IV. Marq arethcnstraße 24.) Montag den 28. v. M. fand in Hambergers Saal die .Hauptversammlung dieser Genossenschaft statt. Nachdem der Obmann, Hr. Himnulbauer, die zahlreich erschienenen Mit-glicdcr begrüßt hatte, erstattete Vorstands-Mitglied Hr. Plaß den Rcchcnschaft-Bcricht. Aus demselben wollen wir hervorheben, dass dieses nationale Unternehmen sicb stetig entwickelt, nunmehr aus 2 Abthcilungen besteht und in der Zeit seines anderthalbjährigen Bestandes schon 40000 fl. an Darlehen gegen entsprechende Sicherstellung und ohne die geringsten Verluste hinausMgcben in der Lage war. Die seitens des Aufsichtsrathes beantragte und begründete Genehmigung des Rechenschaftsberichtes fand einstimmige Unterstützung. Herr Dr. Ritter von Mühlwerth, Obmann deS Aufsichtsrathes würdigte noch in herzlichen Worten die großen Verdienste, welche sich der Tags vorher verstorbene Obmann-Stclloertreter Hr. Witold Ritter v. gurokovski um die Genossenschaft erworben hatte; die Versammlung ehrte das Andenken durch Erheben von den Sitzen. Hclr Wagner forderte die Genosscn-schaster noch auf, nach Möglichkeit die Ziele und Zwecke der Genossenschaft in den weitesten Kreisen bekannt ju machen, zum zahlreichen Beitritt zu dcr am !. Jänner 1893 zu er« richtenden 3. Abtkieilung hinzuwirken, um dadurch diese Sache immer mehr zu einer deutschen VolkSbank auszugestalten zum Wohle des arbeitenden Volkes. Die Stimmenzahlung ergab die nahezu einstimmige Wiederwahl des Vorstandes und Aufsichtsrathes. Kein Gesinnungsgenosse sollte es versäumen, dieser Genossenschaft als Sparer beizutreten. Satzungen sind jederzeit durch die Kanzlei erhältlich. Frauheim, 21. December. (Pri estermangel und Erfindung.) Unserer Ortspfarre unterstehen vier Gemeinden und ein einziger Geistlicher b« sorgt die Seelsorge; dass derselbe nicht allen Anforderungen nachkommen kann, ist selbstverständlich; an unserer Ortsschule wird demnächst auch die 4. l^lafse eröffnet werden, aus alledem geht hervor, dass mehr als ein Seelsorger in unserer Pfarre nothwendig ist. — Vieles in der Notiz des deutsch geschriebenen SlavenblatteS ist grundfalsch, z. B. die Aufschrift „Der hiesige VerschönerungSverein hat bereits seine Thätigkeit begonnen." Uns Krauheimern ist noch nichts davon bekannt; denn wir sind erst im Begriffe, denselben ins Leben zu rufen. Ferner wurde nicht nur durch die Energie des Bürgermeisters für unseren Ort viel geleistet, sondern wir Frauheiiner haben schon lange selbst durch materielle und finanzielle Opfer daran mitgearbeitet. Marvnrger Nezirksvertretung. (Sitzung vom 19. December.) Nachdem die Sitzuug vom Obmanne, Herrn Dr. Joh. Schmi derer eri)ffnet worden w^r, wurde Herr Alois Quandest einstimmig zum Schristfithrer gewählt und von demselben daS Protokoll der letzten Sitzung vom 3. August l. I. verlesen, welches einstimmig genehmigt wird. Der Obmann theilte dann mit, dass nach Versendung der Einladungen noch drei Stücke dazu gekommen seien, die in der Tagesordnung nicht enthalten sind. Dieselben werden am Schlüsse dcr Sitzung in Behandlung kommen. Punkt 1. Referent Herr Rornan Pachner verliest eine Zuschrift dcr k. k. Bezirkshanptmannschafl Marburg, welche den Antrag stellt, es möge der Draudurebstichkosten-Rückstand per 21 fl. 53 kr. der A. F. in St. Nikolai aus dem Titel dcr Uneinbringlichkeit in Abschreibung gebracht werden. Auf Autrag des Refcreuten wird die Abschreidung bewilligt. Punkt 2. Auf Antrag des Referenten, Herrn Josef Bancalari, wird dcr neuerrichteten freiwilligen Feuerwehr in Rothwein zur Anschaffung von Vi)>chgcräthkn eine Subvention im Betrage vou 100 fl. bewilligt. Punkt 3. Dem Ansuchen dcr Gemeinde Frauheim um einen Beitrag zur Deckung der großen Kosten, die dcr Ge-uieinde durch die Uebcrwi.'lt)ung des Schibokabachcs im Orte Frauheiln entstanden sind, wird, da diese Ueberbrückung nicht nur zur Gewinnung eines größeren Ortsranmes, sondern auch aus sicherbeitspol'zcilicheu Rücksichten nothwendig war, auf Antrag des Referenten Herrn Josef Bancalari Folge gegeben und der Gemeinde Franheim eine Subvention im Betrage von 100 fl. bewilligt. Punkt 4. Der landwirtschaftliche Verein in Rothwein bittet um eine Subvention. Referent He,r R. Pachner be-fürwonet im Namen des Bezirksausschusses dieses Gesnck, da der Verein wirklich eine rege Thätigkeit entfaltet und der Obmann desselben, Herr Alfred Ritter von Roßmanit, Besitzer dcr Herrschaft Rothwein, sich sehr bemiiht. den Verein zn heben. Von diesem Vereine, dcr in: März l. I. gegründet worden, wurde folgendes angeschafft und verthcilt: rine Getreideputz' Maschine, Ltaudvrt Kölsch; eine Kleepnlzmaschine, Standort Rotbwein. Feiner je ein Eber (Berkshire) mit dem St.indorte in Rothwein, Kötjch und ^^embach; ein Eber (?)orkshirc), Standort Pickern; je eine S»n (Horkshire) mit dem Standorte in Pickern und Pobersch; je ein Stierkash (Pusterthaler) mit dem Standorte in Lembach und Kölsch. Demnächst kommt noch ein Stierkald nach Podcrsch. Vermittelt hat der Verein im Wege des Beziiksausschusses Marburg Subventionen für drei Sprnngsticre, Pnstcrthaler u. zw. je einen für Lembach, Rolhn'eiu und Pobersch. W.'iterS bat der Verein die Arbeiten zur Anlage einer amerikanischen Rebschule begonnen, 8000 Schnitlreben fiir Ue Mitglieder angekanft und ebenso 100 Obstbäume, die unentgeltlich abgegeben werden. Außerdem stehen in Rothwein eine Wiesenmoosegge und eine Getreide-Vntzmaschine zur freien Verfügung der A!itglicder. Referent l)eanlragt, die Bezirksvertrctnng möge deni Vereine eine Subvention von 5^0 fl. bewilligen. Herr Pfrimcr frägt, ob für diese Aushilfen auch im Voranschlage vorgesorgt ist. Der Obmann erwidert, dass für verschiedene Ausgaben und Sub- l ventionen 1200 fl. eingestellt find. Hierauf wurde dem Vereine eine Subveution im Betrage von 50 fl. bewilligt. Punkt 5. Referent Herr Pachner theilt mit, dafs von den 78 Gemeinden des Sprengels der Bezirksvertretung Marburg von 73 Gemeinden die Voranschläge sür das Jahr 1893 einaelangt sind. Von diesen haben nachbenannte Gemeinden angesucht, i»n Jahre 1893 höhere als 20procentige Gemeindeumlageu einhebeu zu dürfeu: Brunndorf 40 Proc., Dobreng 24, Feistritz b. Faal 25, Feistritz b. Lembach vß0, Gams 28, St. Georgen a. d. P. 44, Jellovetz b. Gams 35, Kranichsfeld 40, Kretzenbach 3lZ, Kumen 35, Leitersberg 25, Lobnitz 40, St. Lorenzen a. d. K.-B. 50, Maria-Rast 25, Mauerbach 35, Rantsche 35, Roßbach 35, Rothwein 40, Skoggen 35, Speisenegg 30, Tresternitz 30, Walz 35, Wörtitschberg 29, Zellnitz a. M. 30, Zierberg 30, Zmollnig 40 und Zwettendorf 40 Procent. Auf Antrag des Referenten wird diesen Gemeinden die angesuchte Bewilligung ertheilt. Pnnkt 6. Bezirks - Voranschlag für da» Jahr 1893. Referent der Obmann. Obmannstellvertreter, Herr Bancalari übernilnmt den Vorsitz. Es werden die Empfänge und zwar: Subvention aus dem Landesfonde für die Bezirksstraßen erster Claffe mit 2900 fl.' von den Activforderunqen 300 fl., 7procentige Umlage für den LandeSschulfond per 20.691 fl., 4proc. Zinsen vom Stammcapitale 200 fl., verschiedene Em-pfänge 300 fl., daher die Gesammtsumme mit 24.391 fl. ohne Debatte zur Kenntnis genommen. Die Ausgaben und zwar : Muthmaßlicher Cassaabgang 1892 3300 fl., Gehälter 1240 fl., Reisekosten 200 fl., Mieth-?inse 448 fl., Kanzleierfordernisse sammt Beheizung 170 fl., 7procentige Schulkosten 20691 fl., ein Stipendium für einen Candidaten dcr Lehrerbildungsanstalt 80 fl. Für LandeS-culturzwecke: Zwei Stipendiem für Weindauschulzöglinge 240 fl., für Stielprämien 120 fl., Kosten der Prämiierung 80 fl., Pferdeprämien 50 fl., Murregulieruugskosteu 39 fl., Uferschutz in Lendorf 570 fl, Bezirksarmenkosten 400 fl., Subvention für Distriktsärzte 150 fl., Erfordernisse für Bezirksstraßen erster Elasse: St. Georgner 3020 fl.. Langenthaler 2271 fl. 50 kr., St. Lconharder 3808 fl. 50 kr. Herr Badl frägt bezüglich der Schlichtung des Schotters auf der St. Leonharder Straße, sowie bezüglich des Gras' Wuchses auf derselben an. Der Obmann gibt dem Fragesteller darüber Aufklärung und theilt auch mit, dass der BezirkS-ausschuss Heuer bereits beschlosS, den Schotter in den Strecken 1 und 2 dieser Straße erst nach beendeter Grummetfechsung ausführen zu lassen; im Frühjahre soll allenfalls nur so viel Schotter ausgeführt werden, als zur sofortigen Einbettung nothwendig ist. Bezüglich der Georgner Straße theilt der Obmann mit, dass auf derselben im kommenden Jahre Schotter aus dem Raditschbruche oder aus den Marburger Schottergruben beigestellt und demnächst darüber definitiv beschlossen wird. Es wurde demnach die Gesammtsumme für die Straßen erster Classe mit 9100 fl. angenommen. Die Erfordernisse für die Bezirksstraßen zweiter Classe: Platscher 600 fl., Witscheiner 850 fl., Pößnitz'Bahnhof-Zufahrtsstraße 20 fl., Jaringer 950 fl., St. Jakober 730 fl., Wnrmberger-, Ziglenzer- und Hohenburger - Straßen 920 fl., Pcttauer 452 fl., Frauheim-Schleinitz-KranichSfelder 770 fl., Maria-Raster sammt Nebenstraßen 1340 fl., Zellnitz-Maria-Raster Ueberfuhr 45 fl., Gerftorfer 42 fl., Jodlberger 245 fl., St. Lorenzer 1600 fl., Welka 1050 fl. und Schlapfen 480 fl. werden ohne Debatte, daher auch das Gefammterfordernis mit 9494 fl. angenommen. Nachdem der Obmann bezüglich der einzelnen Straßen« züge desondere Aufklämngen gegeben hatte, wird die Gesammtsumme des Erfordernisses der Bezirksstraßen erster und zweiter Classe mit 18594 fl. angenommen. Die Posten: Subvention für die freiwilliae Fcnerwehr in Marburg 200 fl., Umlagen-Rückersätze für Neubauten in Marburg 200 fl., Subventionen und verschiedene Auslagen 1^00 fl. werden ohne Debatte angenommen, ebenso die Gesammtsumme der Ausgaben mit 47.972 fl., und es wird der Antrag des Vezirksauschusses, zur Deckung des Abganges ittl Betrage von 13581 fl. im Jahre 1893 eine 8procentige Bemksumlage außer den 7proc. stesetzlichen Schulumlagen einzuheben, zuin Beschluss erhoben. Der Obmann übernimmt wieder den Vorsitz. Es wird nun zur Behandlung der nicht auf der Tagesordnung stehenden drei Stücke geschritten: 1. Wahl eines Ausschusses für die Bezirksrechuung für 1892: Es werden die Herren Anton Badl, Jgnaz Halbärth und Alois Quandest gewählt. 2. Wahl der Mitglieder in die Stellungscommission für 1893. Es werden die Herren Felix Schmidl, Wiesthaler, Josef Roth und Karl Sch erbaum gewählt. 3. Dcr Pickerndorfer Feuerwehr wird auf Autrag des Referenten Herrn I. Bancalari die Bewilliqnng ertheilt, behufs Herstellung einer Telephonleitung von Pikerndorf bis zum Hause des Feuerwehrhauptmaunes, Vinzen; Rottner in Marburg, wo sich auch die Feuermeldstation befindet, längs dcr Bezirksstras?e am Niande derselben die Haltestangen zur Befestigung des Leitungsdralites aufstellen zu dürfen. ZiiM Schlüsse stellt Herr me<1. Dr. A. Rak nach längerer Begründung folgenden für die Weinbautreibenden der Mittel- und Untersteiermark höchst wichtigen Antrag: Bei dem Umstände, als der Weinbau in Steiermark seit eiuer Reihe von Jahren infolge schädlicher Elementarereignisse, so:vie das Auftreten der Reblaus, der Peronospora und andern Rebschädlinge wegen in erschreckender Weise im Rückgang begriffen ist, die Kosten der Bearbeitung der Weingärten durch das Erträgnis derselben nicht mehr ausgebracht werden können, die hohe Regierung aber trot^ dieser traurigen Verhältnisse durch die italienische Weinzollclausel die Weinbautreibenden arg geschädigt hat; und da ferner die Weingärten mit der höchsten Stencr belastet sind, bei den Schadenerhebnugen infolge von Elementarereignissen nicht immer zu Gunsten der Beschädigten vorgegangen wird, möge die Regierung sich im Interesse des Weinbaues doch verpflichtet erachten, den Steuerträgern unter die Arme zu greifen. Es möge deinnach 1. die Bezirksvertretung Marburg der Regierung eine Petition um vollen Steuernachl.zss für die Weingärten überreichen; 2. alle B-^zirksvertretungen, in deren Gebieten Weinbau betrieben wird, zum Anschlüsse an diese Petition eingeladen und 3. dcr anwesende Regierungs-Vertreter ersucht werden, der hohen Statthaltcrei den Rückgang und die Missstände des Weinbaues in unserem Bezirke zu schildern, sowie die Klagen und Wünsche der W.inbauern bekanntzugeben. Dieser Antrag wird einstimmig zum Beschluss erhoben und da sich Niemand mehr zum Worte meldet, die Sitzung geschlossen. Marburger Aachrichtm. (Vermählung.) Am 28. d. um N Uhr vormittags findet in der Domkirche die Vermählung des Fräuleins Antonie Edlen von Nemethy mit Herrn Robert Reichsfreiherrn von Pach zu Hansenheim, edlem Herrn zu Hohen-Eppan, k. u. k. LinienschiffS-Lieutenant, statt. (Aus dem Gem einderathe.) In dcr gestrigen Sitzung des GemeinderatheS stellte G.-R. Kralik folgenden Antrag: „Die löbliche Gemeindevertretung theile der jetzigen Feuerwehrleitung mit, dass sie den am 30. November l. I. gefasSten GeineinderathSbeschlusS vollinhaltlich aufrecht erhält. Sollte sich darob die Vereinsleitung gezwungen sehen, abzu-^ danken und den Verein aufzulösen, so wird der Herr Bürgermeister ersucht, die auf dem ihm überreichten Schreiben verzeichneten 29 Gewerbetreibenden, lauter erprobte Feuerwehrmänner zu verständigen, damit sie unverzüglich die Gründung eines neum Vereines vornehmen. Gleichzeitig sott ein Appell an die Bewohner Marburgs zu recht zahlreicher Betheiligung amtlich hinauSgegeben werden." In der Begriindung dieses Antrages wies Herr Kralik auf die Tbatsache bin, dasS Herr Martini vor Kurzem dem Herrn Bürgermeister ein Schriftstück überreichte, daS 29 Unterschriften von lauter Gewerbetreibenden und ehemaligen Feuerwehrmännern trug, die sich durch die fortwährenden Zerwürfniffe im Verein im Laufe der Zeit veranlasst sahen, auS dcmseltei auszutreten. Di^se Schar wackerer Männer, von denen manche schon unter Hauptmann Janschitz gedient hatten, sind alterprobte Feuerwehrleute. Tüchtige Schulung und wohl auch berechtigtes SelbstbewusSt-sein ließen dieselben unter einer solchen Leitung, wie sie die gegenwärtige ist, nicht weiterdienen. Erst jetzt, als die Forderungen des Vereines allgemeinen Unwillen erregten, fanden sie sich wieder zusammen und ihnen schloss sich sofort eine stattliche Anzahl neuer Mitglieder an, so dass im Falle, als die gegenwärtige Leitung abdankte und sich ein neuer Verein gründete, derselbe an hundert ausübende Mitglieder umfassen würde. Für die rasche Hilfe bei Bränden wäre mithin auch dann gesorgt, wenn sich der bestehende Verein atiflöste. denn diese rührigen 29 Geschäftsleute würden ohne Verzug ein« greifen. Es würde sofort ein neuer Verein entstehen, der auch als deutscher Feuerwehrverein sich dem Charakter der Stadt anpasSte. Eine tüchtige Leitung, mit einem an-gesehenen Bürger an der Spitze, würde den Verein wieder auf jenen Standpnnkt emporheben, den er in der Zeitperiode seiner Gründung bis zum Jal,te 1885 einnabm. — Dem uns wohlbekannten Verfasser des Briefes an die Gemeindevertretung diene das Mitgetheilte zum Beweise dessen, dasS man auch, ohne in einnn Vereine eine zweideutige Rolle zu spielen, fiir das Wohl der Stadt und seines Nächsten Eigenthum Sorge tragen kann, zumal in Marburg noch genug gesunder Bürgerstnn und unerschrockener ManneSmuth zu finden ist. (Neues Postamt.) Mit 1. Jänner 1893 tritt in der Ortschaft Maria Pletrow'tsch ein k. k. Postamt in Wirksamkeit, welches sich mit dem Brief- und Fahrpostdienste. dann mit dem Postsparcassendienste zu befassen hat und mit der Eisenbahnhaltestelle in Pletrowitsch der Localbahn Cilli-Wöllan durch eine täglich viermalige Fußbotenpost in Verbindung gesetzt wird. (Nachtrag zur Ernennung im Postdienste.) Außer den Herren Arnold Kreißler, August Edler v. Lehmann und Ferdinand Stolla wurden zu k. k. Postofficialcn noch die Herren Franz Heller und Mathias Karpf ernannt. (Verstaatlichung deS Telephons.) Die Verstaatlichung sämmtlicher localer Telephon-Unternehmungen ist gewiss und wird in kürzester Frist Thatsache geworden sein. Die Regierung traf am 10. October v.J. mit der'I'e1splil>ns (?0mpsnx o5 ^ustri» limitvä das erforderliche Ueberein» kommen. — Der Wert der Leitungsanlagen wurde von den Sachverständigen mlt 691.607 Gulden beziffert. Durch die Verstaatlichung deS Telephonwesens soll der Fernsprechverkehr verbilligt werden. (Rothes Kreuz.) Der am 27. Jänner 1881 vom damaligen Bezirkshauptmanne, Herrn Statthaltereirath Julius Seeder. im Vereine mit dem damaligen Bürgermeister, Herrn kais. Rath und Notar Dr. Matthäus Reiser gegründete Zweigverein Marburg und Umgebung deS patriotischen Landes- und Frauen-HilfS-Vereines vom rotheu Kreuze für Steiermark hielt am 16. December unter dem Vorsitze seines Präsideuten .Herrn k. u. k. Obersten i. R. Eduard Edlen v. Rziha seine diesjährige Generalversammlung ab. Dcr Gcschäftsfük)rer, Hauptmann Leopold von Beckh-Widmanste tter, trug den Geschäfts-, der Säckelmeister Herr Dr. Joh. Schmiderer den Finanzbericht vor. Nach dem Geschäftsberichte hat der Verein im letzten Jahre seine Bereitstellung sür ein allenfalls eintretendes kriegerisches Aufgebot nur dadurch ausgestaltet, dass er jene dem Heil^w.cke dienenden Geräthe anschaffte, welche für die im Kriegsfalle am Südbahnhofe zu Marburg aufmstellcnde Kranken-Haltestation nöthig sind, deren Beschaffung in den wenigen für die Moliilmachung freien Tagen nicht leicht bewerkstelligt werden könnte. Dank dem Entgegen-kominen dcr Gemeinde nahm die städtische Gebäude-Verwaltung dieses Inventar in sorgsame Hut und mit gutem Grunde konnte der Zweigverciu gelegentlich der Jnspicicrung durch Se. k. u. k. Hoheit den Herrn Erzherzog Karl Ludwig am 14. September d. I. sich als völlig vorbereitet vorstellen. Nr. 102, 22. Dccembcr 1^92 'Die lvescntlichc Thätigk^it des Veinnes in dein nun adlaufenden Jahre f,alt dcr B.'Nvi'klichung jener wichtigen Anregung, welche durch die bekannte Schrift Sr. Excellen^^ des H^rrn Ministers a. D. Juliu^) Freiheirn v. Horst über daS Kranken-^erstreuungs System während eine5 Krieges gegebcn wurde. Vorher hatten sich im hiesii^en Bezirke zur Üedernahme von verwundeten oder kranken Kriegern Herr Dr. Jgnaz Graf von Attems, k. n. k. Kämmerer, siir Schloss Wind.«Feistritz, Frau Hedwig und Herr Max Pauer filr Schloss Gutenhaag, Herr Gustav Conrad» in Schloss Stattenberg, Herr Edmrd Steinherz in Gut Mellinghof, Frau Karoline Weiß von Ostborn in Gut Mcrlhof bei GamS und Herr Johann Graf Zabeo auf Schloss Faal angeboten. Diese Anerbietungen wurden im laufenden Jahre stattlich vermehrt u zw. gaben bezügliche Erklärungen der Herr Fürstbischof von Lavant Dr. Michael Napotnik fitr 3 Officiere und 3l Mann, vertheilt auf die dem Bisthum gehörigen Besitzungen ; die Herren Benedictinerordens - Aebte Cajetan Hoffmann von Admont (Güter Ratzerhof und Jaringhof) für 15 Mann, Augustin Duda von St. Paul im Lavantthal (Güter ^'embach und Pößnitzhofen) für 3 Officiere und 10 Mann, die Gemeinden Gams, Roßbach und Tresternitz für zusammen 8 Mann. In der Stadt Marburg eröffneten bisher soläze Pflegestätten Herr k. ?. Hofrath Hermann Freiherr von Gödel L^nnoy für 2 Officiere und 2 Mann und übernahmen nach dem Ableben des Antragstellers dessen Witwe Freifrau Clementine von Gödel'Lannoy und der Sohn Freiherr Richard Basso von Gödtl-Lannov diese Verpflichtung in daS eigene Versprechen. In der Stadt meldeten sich noch die Herren Dom- und Stadtvfarrer Philipp Jakob Bohinc und Bice-Bürgermeister Dr. Johann Schmiderer zur Uebernahme von Verwundeten. In dcr Umgebung jedoch Frau SternkreuzordenS-Dame Maria Gräfin vo« Nugent Pallavicini auf Schloss HauSambachcr, dann die Herren Hauptmann Arthur Ritter Bitterl von Tessenberg in GamS, Großgrundbesitzer Franz Purgay in Leitersberg, Gutsbesitzer Alfred Ritter v. Roßmanit in Schloss Rothwein, Consul Oscar von Sitzlrr in Schloss Langenthal und Stadtpfarrer Anton HajSlk in Windisch-Feistritz. Durch diese Anerbietungen sind Privatpflegestätten für 18 Officiere sammt ihren Dienern und 105 Soldaten des Mannschafts' standes im Bezirke Marburg und Umgebung sichergcstellt. Es wäre zu wünschen, dass dieser erfreulichen Vermehrung nun ouch ein verhältnismäßiges Anwachsen der Mitgliederzahl folgte. Tiese weiset einen Stand von 56 auf. In der zweiten Stadt des Landes licße sich dicse Zahl im Frieden leicht verdoppeln, im Kriege aber noch weiter vermchrfachen. Der BermögenSftand des Zweigvereines ist bescheiden, er besteht aus einem Sparcassabuche, derzeit laufend auf 1233 fl. 32 kr. Der Wächter und Verw.ihrer dieses Schatzes, Herr Dr. Joh. Schmiderer, in dieser Gemeino»' männiglich bekannt, ist gerne bereit, darauf weitere Einlagen zu machen, soferne recht zahlreiche Beitritts-Erklärungen vom nächst zu eröffnenden Conto 1893 dies ermöglichen. (Concert im Kreuzhos.) Herr Bernreiter veranstaltet für den Ncujahrstag in seinen Localitäten ein großes Concert dcr Werkstätten-Musikkapelle. Dasselbe wird um 4 Uhr nachmittags beginnen und werden die Besucher durch ein hübsches, rauchloses Salon-Feuerwerk überrascht werden. (Concert im Ca sino.) Am Stefanitage wird die SüdbahN'Werkstättenkapelle in der Casino-Rcstauration unter der persönlichen Leitung ihres Kapellmeisters Herrn E. Füllekruß concertieren. (Evangelischer Gottesdienst.) Am Christtage ivird hier in der evangelischen Kirche ein Gottesdienst mit Beichte und heil. Abendmahl stattfinden. (Kirchenmusik zu denFeiertagen.) Der hiesige Cäcilienverein bringt bei dem Mitternachtsgottesdienste die Preismesse „Salve Regina" von Stelle zum Vortrage. JntroituS u. s. w. Choral. Einlagen: „.kssu äsou» anzeUeum" von Dr. Witt. „0 susvjg v8t!" von Mitterer. Vor dem Amte wird daS Lied „Stille Nacht, herrliche Nacht" von Franz Gruber, nach dem Hochamte der „Psalm 100" von Mendelssohn gesungen. — Am Sonntag gelangt die Ambrosius-Messe von Dr. Witt zum Vortrage. JntroituS u. s. w. Choral : „^udilats veo", fünfstimmiger Chor von Aiblinger, „Laceräotvs" von Haller. Nach der Messe: 'Psalm 1<^ von Mendelssohn. — Am Montag wird die „Missa VII, zu Ehren der hliligen Kaiserin Kunigund", vier- beziehungsweise fünfstimmig ohne Orgelbegleitung ge» sungeu. „0 6öus" von Mitterer, „0 cZeug amv ts" von Wesselak. Nach dem Hochamte: „Psalm 100" von Mendelssohn. (Weihnachtsfeier des Turnvereins.) Die ivarme Antheilnahme, deren sich der stramme Turnverein unserer Stadt in den besten Kreisen dcr hiesi.^en Gesellschaft mit Stolz rühmen darf, kam jüngst bei dcr Weihnachtsfeier des Vereines wiederum deutlich zum Ausdruck. Um die achte Abendstunde bereits wäre« am verwichenen Samstag die Kaffeel)ausräume des Casinos, in welchen die Feier begangen wurde, von einem gewählten Publicum — reizende Frauen-und Mädchenc^estalten konnte man an jedem Tische bewundern — gefüllt, so dasz rs den später Kommenden nicht leicht wurde, ein Plätzchen crobcrii. Der wackere Männergesang-Verein llnd der treffliche Philharmoniscbe Verein trugen zum Gelingen dcö Feste? in liebenswürdiger und vorzüglicher ^ Weise bei. Dcr letztgenannte Verein brachte zu Beginn der Feier unter dcr sicheren Leitung des Herrn Musikdircctors Binder das Mozcirt'sche Tonstück „Nachtmusik" in tadel' loser Weise zu Gehör, worauf dcr Sprechwart des Turnvereines, Herr Ferdinand Kit st er, die Erschienenen mit hcrzlicheu Worten willkommen hieß. Herr Küster begrüßte namentlich den Männergesangvercin, die Vertreter des Deutschen Turnvereines beider Hochschulen in Graz, sowie die eigenen Tnrngenossen. Der Männergcsang-Vcrein trug sodann I. E. Schmölzers Chor „O Styria" und F. Orendt'S „Und wieder 'S Diandl" außerordentlich wirkungsvoll vor und erntete den reichsten Beifall der Zuhörer. — Die von acht Angehörigen dcS Turnvereines unter der Leitung dcS Turn-.warte«, Herrn Abt, zur Schau gebrachten Ningerstellungen Marvurger Zeitung erweckten schon wegen der Neuheit ter turnerischen Leistung das allgemeine Interesse, das sich infolge der mustergiltigen Strammheit der Turner noch steigerte. — Besondere Anerkennung erward sich an diesem Abuidc die Damenriege des Vereines, die in Gemeinschaft mehrerer Turugenossen lebende Bilder srei nach Desregger Ankunft auf dem Tanzplatze, Salontiroler — und eine eigene Composition — Gigerl auf der Alm — in gelungener Weise zur Darstellung brachte. Als hierauf derprächtige, in goldi^^emFlitter schimmernde Weihnachs« bäum im Lichte seiner ungezählten Kerzen straNte und die Ver. theilung der Gaden vorgenommen wurde, da niag wohl manchen dcr Anwesenden eine feierliche WrihnachtSstimmung ergriffen haben, wennschon die mitunter sehr heiter wirkenden Scherzwidmungen zu srohem Gelächter ?lnlass boten. — Der Philharmonische Verein erfreute die Hörer nochmals durch die Wiedergabe eines von Herrn Dir. Binder für Streich» mnsik eingerichteten Auszuges ans Wagners ..Lohengrin", worauf Herr Hans Gr über sich alle Freunde des Gesanges durch den wunderbaren Vortrag der C. Löwe'schen Ballade „Prinz Eugen" nnd M. v. WeinzierlS „Lieder aus I. Wolffs Rattenfänger" zu Dank und Anerkennung v-rpflichtete. Der Männergesang-Verein sang noch mit scl)öncm Erfolge Th. KoschatS Vollgesang „Beim Fensterln" und Herrn Director Binders melodiöser Walzer „Im Seethale", vorgetragen vom Streichorchester des Philharmonischen Vereines, bildete den SchlnsS des officiellen TheileS der in allen Theilen gelungenen Feier, die tnit einem flotten Tanzkränzchen erst in den Morgenstunden des Sonntags ihr Ende fand und zweifellos allen Theilnehmern in angenehmster Erinnerung bleiben wird. (Radfahrer-Weihnachtsfest.) Am Abende des vergangenen Montags begieng der „M arblirger Bicycle -C l u b" in seinen Clubräumen im Hotel „St Wochen, Triesterstraße, LebenSschwäche. — Klun Anton, StaatSbabnbeamter i. P., 48 Jahre. Kaiserstraße. Herzlähmung — Juritsch Michael, JnwohnerSsohn, 2 Jahre 3 Monate, Kärntnerstraße, Darmeatarrh. vrieskafttn der Schriftlettung. Herr S. in Marburg. Die Anregung betreffs eines künstlichen Eislaufplatzes auf den neuen Stadtparkanlagen ist nicht neu, nachdem dieselbe Angelegenheit bereits in der letzten Generalversammlung deS Marburger Stadtverschonernngsvereines zur Sprache gebracht wurde. Es sind jedoch soviel wichtige Gründe dagegen, dass man davon leider absehen musSte. Kunst und Schristthum. Eine reize de Weih«achtS«»mmer hat die „Gartenlaube" ausgegeben. Schon der Umschlag schimmerte in freudigem Goldglanz, und reich ist der Schmuck an farbigen und anderen Weihnachtsbildern, die diese Nummer zu einer besonders festlichen gestalten. Mit NuS-nähme des fortlaufenden großen Romans „Mamsell Unniitz" von W. Heimburg trägt fast der gesammte Text weihnachtliches Gepräge so die anmuthige Erzählung von Julie Ludwig „Nach Jahren", die Plaudereien von Paul von Schönthan „Einsame Weihnachten'^, die interessanten Aufschlüsse über den Wunderglauben der Weihnacht, welche Alex. Zille beigesteuert hat. Die Palme echter schöner Weih. nachlSstimmung aber möchten wir dem prachtvollen Gedichte von L. Ganghofer zuerkennen. „Die Weltweihnacht" sehnt er herab auf unsere Erde: ..Weltweihnacht, komme! Komm', um zu vereinen, Was blutend sich im Kampf deS Lebens trennt! Laß deinen Engel bald dem Kind erscheinen. Dem großen Kinds, das sich .Menschheit' nennt! Deck' deinen Tisch, zünd' abertausend Kerzen. Mit Licht nnd Glanz erfüll' den dunklen Raum, Berühr' mit heil'gem Zweig der Menschen Herzen Und führe sie zum reichbehängten Banm!" MeinöaU'^atender für das Jahr 1893. herausgegeben und redigiert von R. W. Freiherrn v. Bado, ist im Verlag der Administration der „Weinlaube" in Klosterneuburg erschienen und um 40 Kreuzer zu beziehen. Lb seines reichhaltigen praktischen Inhaltes sei er allen Weinbautreibenden bestens empfohlen. Mr Ttädtebewohner, Beamte ic. Gegen VerdauungS-beschwerden und alle die Folgen einer sitzenden Lebensweise und angestrengter geistiger Arbeit sind die echten ..M o l l'S Seidlitz-Pulver" vermöge ihrer, die Nerdauung nachhaltig regelnden und milde auf. lösenden Wirknng ein geradezu unentbehrliches Hausmittel. Eine Schachtel 1 st. Täglicher Postversandt gegen Nachnahme durch Apo-theker A. Moll, k u. k. Hoflieferant. Wien, Tuchlauben 9. In den Apotheken der Provinz verlange man ausdrücklich Vtoll'S Präparat mit dessen Schutzmarke und Unterschrift. z Eingesendet. kIvU8teiN8'8 vssiuoksi'is Lli8advtii kluti'einigungZpillvn bttrährtes, von hervorragenden Aerzten als leicht abführendes, lösendes Mittel empfohlen. — Eine Schachtel mit 15 Pillen kostet 15 kr., eine Rolle mit 120 Pillen 1 fl. ö. W. — Bor Nachahmungen wird dringend gewarnt. Man verlange ausdrücklich Nenstein S Elisabethpillen. — Nur echt, wenn jede Schachtel mit nnferer gesetzlich protokollierten Schutzmarke in rothcm Druck „Heil, ^.^copold" und mit uuscrer Firina: Apotheke „Zum heil. Leopold^, Wien, Stadt, Ecke der Spiegel- und Plankengassc, versehen ist. Zu bal.'cn iu Marburg a. D. bci dcu Herren Apothekern ?. Lancalari und U1. König. ^ Z Voi'it»uungS8törungon, ^ » ^agenkstaert', Dyspepsie, Appetitlosigkeit, Zoö-^ brennen vte., sovio äiv s .s ^ ^ » sZ o VersobleimunA, ttusten, «eiserkeit sinä äi«.jöliixev ^ I^rsukkeiten, in 3 ^ Z Nttck (Iskl ^uss^irüclien Mötiifiiruselivr niit lissonljvl't'm Lotto'Dieknn ^ eir am 17. ^'cccmber Graz: 48, !>'.>, (^1, 66, 7.'!. Wien: 67, 40, ^8, 78, Seite 6 Marburger Zeitung. Nr. 102, 22. Dccembtr 1892. Als Wtihillchtsgtschtnkt empfiehlt fkAK? 8VAIV, Domgasse 3, l.audsägSR'ei'IlZeug esssvtten, R,ei-llivug l:as8otten, in Cassetten und auf Karten. 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Februar 1882 R. G. Bl. 17 wurden die Ltcu'rgcmeilidcli '-»^urqmc'ieldof, Buigthor, Welling, Kärtnerlhor. St. Magdal ua ui d Etadl Maiduig ganz zur HauSzinsstcuer pro 1893 l)^r.nl.qc;o^^cn. iiachdun n'.chr ülv tic Hälste der daselbst bestehenden (Äcbäudc und Wohnbestandlhcilc einen Ziu^^eitrag durch Vcrmiethung abwcrful Gegen tiefen Autsprucb steht sed^ul einzelnen Hausbesitzer der Rekurs an die k. k. Fittanz-^^andes-Diiecliliil in tÄra.', in (Aemäßheit des Gesetzes vom 1^.^. Mai 1876 N. G. B. N'. 2-< binnen 30 Tagen zu Stadtrath Marburg, am 15. D»cl'mber 1892. Der Bürgermeister : Nagh. l)omga88e 3 ladct zum Besuche seiner 2039 HU^eiknsclits-^usstellung bizflichst ein. Die Äusstellung ist täglich geöffnet V0N 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends. ?. V. VVegen vorgsi'lielctoi' 8ai8on verkaufe ich sämmtliche 1913 /» rpliueit-stp« pfvisen. Hauptsächlich aber mein reich sortiertes luelils.xör dvAvutvQÜ UQtvr Svm ?rviso. Kv8te 8taun6nll billig! Wer sich gut und billig bedieneu lasseu will, sännic nicht, sich hiervon überzeugen. Kuts V/sre! öilligk l^eoisv! Um geneigten Zuspruch bittet hochachtuugsvoll /^lex-LtsslisIFssbusZ ?ostxa,sss S. I'eiQsts Ill66-kutt6I' I'vKQStvr k!um6iikl)niK bei lian8 l.ort)6r libere Kerrl?llgasse o»o o-nksaxunx. Fiir die innige Thcilnahme anlässlich des Hinschcidens unseres geliebten Bruders und Schwagers, des Herrn 2125 und für die zahlreiche Begleitnng der Leiche znr letzten RnhcstStte, solvie auch den Spendern der Kränze, sagen wir hieinit unseren anfrichtigsten Dank. Marburg, am 20 December 1892. Iie trauernd Äintkrökieöt'nen. Erlaube mir die höfliche Anzeige zu machen, dass ich den Baron Lazarini'schen 2081 bei den drei Teichen ük?ernommen und gute Natur>reiue im Ausschänke l)abe. Ich weide bestrebt sein, durch aufmerksame Bedienung die Zusriedeu-heit der vercl)i t n Gäs^te zu erwerben. Hochachtnngsvoll A. Kramer. VodllUlls mit 4 Umworil sammt Zugehi.'r und Garten. -- Anäi sind zwei ciserne Füllöfen zu verkanfeu. Anzufragen Domgasse Z, 1. Stock. 1907 Der Unterzeichnete beehrt sich dem geschätzte« P. T. Publikum bekanntzugeben, dass er am Donnerstag den 22. Deeember l8SS im Saate des Kotel „Grzyerzog Johann" __einen 2099 Va»2i C?U»r» ell^ffnct. — Näheres sageu die Anschlagzettel. Hochachtungsvoll VilviKiii, lanzmeiZter. ?u Vsin-8! ^u Weihnaälten Lind neuen Jal)re unpfet)lc ich Veinbeeren, Mueben, Rosinen uud Mandeln, Lchten Jamaica Runl garantiert, In Thee die l'esten Sorten, Menne Pcccoblüth.'n, Souchong, ^nch Kaisermekan.^en uud Comw, Chinesische echte Thees auch iu Blechdosen. lleurige Zuaim'er tAewürzgurken, Vans'nde Russcu, frisch, Lchte ungalische Dampfmchl', Mun auch feiUsteS Rindschmalz und andere Speeerci-Artikel zn den billigsten Preisen. _ Hochachtungsvoll Ms.QS Ttsrivsr» Epeeerciwarenhandlung, obere Herrengasse Iv. 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Es wird zur allgemeinen Keuutuis gebracht, dass 1. der Bergmann Johannes Rozman, in Altfenhalt zu Oberhausen, Kuappenstraße Nr. 78, wohnhaft zu St. Jakob, Gemeinde Kalobje in Oesterreich. Sobn der Eheleute Ackerer Stephau Nozmau und Ursula geb. Alotschnik, wohnhaft zu St. Jabob. Bezirk Cilli in Oesterreich; 2. und die Dicnftmagd Elise Helena Weber, wohnhaft ul Oberhausen, Knappenstraße Nr. 78, Tochter der Eheleute Bergmann Wilhelm Weber verstorben zu Zinhain und Pauline geb. Schln-dt, wohnhaft zu Oberhausen, die Ehe mit einander eingehen wollen. Die Bekanntmachung dcs Aufgebots liat iu deu Gemeinden Oberhausen und St. Jakob, Bezirk Ellli in Oesterreich zu geschchen. Oberhauftn, 13. December 1892. Der Standesbeamte: Mersmann. 2116 2037 ZU verschenken: Raceechtcr einjähriger Ori^linal Dachshund nur in gute Hände. Barou Buol, Josefigasse 25. 2123 k'ran^ösin ertheilt Unterricht au Erwachsene. Anfrage in der Verw. d. Bl. 2124 Ich mache die cr.^cbenste Anzeige^ dass ich einen KleinWerschteiß in Holz uud Trisailer Kohlen in meinem Hanse Kiirbergasse eröffnet h^.'e nlN> bite um gefälligem Zl'spruch. Jakob Högenwarth. Groker 209b^ Vowirollor sofort zu vermieten. Mühlgasse 23^ ? A U ^ ^ IU SuPP^ ! » ». V ^ ^ die Beachtung der Hausfrauen. Zu haben bei A. Wolfram vorm. Mauscher. Gebe dem geehrten P. T. Publikum bekannt, dass in meinem Hause, Tegett-hoffftrafje 4<», hartes und weiches sowie auch Wleser > «d Trifailer Steinkohle in jedenl Quantum billigst zu haben ist und auch ins Haus zugestellt wird. Daselbst sind auch zu- haben. — Um zahlreichen Zuspruch bittet Johann Nekrepp. >OOOOO^ seinck I)iqukm »VMl sowie alle Torten eodtor Brantweme enipsehlen 2(188 /^lbreokt 8troltlisol^ »l»rdurx, Lsrrvnxa»«. OOOOOOOOOOOOOOOOOOOOö Lerantworllichcr Schrislleitcr: Hans Kordon. Herausgabe, Druck und Verlag von Ed. Janschitz ?«fg. (L. Kealik) in Marburg.