^U 104. Montag am 9. 3Uai ^864. Die „Laibach» Zeitmlg" erscheint, mil Ausnahme der Vonn- mid Feiertage, täglich, und lostet sammt dm Veilagen im Comptoir ganzjährig 11 fi., haw> jlhrlg 0 si. 50 lr., mit Hreuzband im Eomptoir ganzj. 12 si., halbj. 6 fl. Für bic Zustellung in's Hauö sind halllj. 5,0 fr. mehr zu entrichten. Mit der Post portofrei ganzj., untn Kreuzband und gedruckter Adresse 15 fl., halbj. 7 fl. bv tr. Insertionsgebillir silr clüe Garmond - BpaltenM oder bm Raum derselben, ist silr 1 malice Einschaltung 6 tr., fllr 2m»lige8tr., filr 3n,alige 10 lr. u. s. lv. Zu diesm Gebühren ist noch der Insertions - Stempel per 30 tr. für eine jedesmalige Einschaltung hinzu zu rechnen. Inserate bi« 10 Zeilen losten l si. 90 lr. fllr 3 Mal, 1 fi. 40 lr. fllr 2 Mal und 90 tr. fllr l Vtal (mit Inbegriff dee InsertionSftempels). ^aibacher Zeitung. MchwMchel Theil. «aibach, 8. Mai. Es scheint, der Waffenstillstandsuorschlag Eng« lands und Frankreichs wir? in der Dinstag stattfinden sollenden Konfercnzsitznng angenommen werden ' die eingelaufenen Nachrichten lassen daS wenigstens schließen. Jutland wird von reu deutschen Truppen geräumt und Men von den Dänen; die Blockade der Nord« und Ostseehäfen wird aufgchobeu. die gekaperten Schiffe werden jedoch nicht zurückgegeben. Äckannt. llch war es der letMe Punkt, gegen welchen Preußen und Oesterreich sich sträubten, da es mit ihrer Ehre unverträglich war. die geraubten deutschen Kauffahrer in den Händen des Feindes und die deutsche Handels, welt in Schaden zu lassen, damit die beiden Groß« mächte Deutschlands eine» Waffenstillstand schließen lönncn. Nachdem jedoch in Iütlaud eine Kontribution von circa slcbenmalhunderltauscnd Thaler» ausgc. schrieben und auch bereits eingehobcn wurde. ,.' können damit die beschädigten deutschen Mcder und Handels» Häuser entschädigt werden und es ist nicht mehr noth. wendig, auf der Rückgabe der gekaperten Fal'rzeuge zu bestehen. Wir sind zwar überzeugt, daß jene Summe nicht ansreicht. um den Veschädigteu voll» tommcn Ersaß zu leisten; indessen ist ourch diesen ÄnSniea. r>l)ch der Anstand gewahrt und die deutschen Mächte lönnell sich dadnrch aus der Verlegenheit ziehen, m die sie aelteche», wen» sie die Vermitt» lungövorschlägc der Neutralen ablehnen müßten. Die Projekte von Kaiscrreiscu und Fürstenzusam' menkünftcu. die sich seil einiger Zeit sceschlangenarlig durch die Journale wälzen. haben die mannigfachsten Variationen erfahren. Vor AUem heißt es. die Idee der heiligen Allianz sei wieder aufgetaucht, deren Zweck es zuerst wäre. die polnische Frage zn regeln. Dieser Nachricht gegenüber schreibt man anscheinend aus gut unterrichteter Qnellc dem «P. L." aus Wien: »Nach verläßlichen Mittheilungen denkt keine der Machte, auch Frankreich nicht, daran, dem ersterbenden polnischen Aufstande irgenrwie mehr eine dip» malische ober etwa gar militärische Stütze zn geben. Ja es wird versichert, die drei Oslmächtc. Oesterreich. Nußland u n 0 P r e n ß e n se i e n unter sich vollkommen einig geworden, daß die polnische Frage nicht mehr auf die europäische Tagesordnung gesetzt werben dürfe. Die Anfangs schroffe Stellung, welche Oester reich und Nußland in dieser Hrage zu einander ein-genommen haben, ist cincr ganz veränderten unt' zwar völlig einigen Haltung gewichen. Frankreich kennt diesen Sachvcrhalt. und es fällt ihm nicht ein. Unter so veränderten Perbältnissen die polnische Fraa/ Wieder zu erwecken; es würde augenblicklich eine Koa lltion gegen sich schaffen. Für England gibt es eben falls leine polnische Frage mehr; die Bestrebungen Hencssey's im Parlamente sind ohnmächtig " Die «Presse« tritt den englischen Vlättern cnt-gegen, welche dte «gemeinsten Invekliuen und die schamlosesten Verdächtigungen«, sowohl auf die deut« schen Regierungen, als auf Deutschland sclbst häufen Sie sagt: «Die Presse eines auf seme Freiheit stol zen Volkes, die noch jüngst im Garibaldi.Knltns sich förmlich berauschte, die mit der Unabhängigkeit aller Völker zu sympathisiren vorgibt, scheut sich nicht, gegen das stammverwandte Deutschland die Sprache deö blindesten Hasses zu führen. DaS Nellblatt. die «Times", erklärt Deutschland förmlich den Krieg, leg, es in den Bann. als ob es um E'^landS Freund» shaft bettelte. Die „Times" hat keine Ahnung von ^tr nrcuzenloseil Verachtung, mit der jeder ehrliche deutsche Mann gegen den schamlosen Cynismus er» N,- ^' b" sich jetzt in den Spalten der englischen «vlatter ohne Unterschied der Farbe, breit macht, Für- wahr, das Eityblatt braucht mis nicht erst zu versichern, daß England mit Vergnügen, und ohne einen Finger zu bewegen, Köln. Vrüssel und den Haag in Residenzen französischer Prafekteu verwandelt sehen würde. Das Alles ist nur mehr eine Frage des Prei» scs für Iol)n Bull. Wie virl bezahlt Vonaparte dafür, daß wir ihm Deutschland. Belgien. Holland und dir Schireiz noch dazu ins Haus schlachten litlfcn? Das ist das moderne polilische Programm der Engländer geworden. Und die Politik eines WhigministerinmS. eines im Grunde braven, wohlmeinenden Mannes, wie Lord Russell, ist es, die Euglaud zum Gegen« stände des Abscheues aller sich achtendeu Nationen macht! Wir gönnen es dcu Engländern, sich mit den Schmeicheleien, die ihnen Garibaldi sagt, mit der Dankbarkeit der Italiener und der Liebe der Griechen uud Dänen für das unnennbare Gefühl zu entschäoi. gen, das die Politik chrcr Regierung und die Art, wie sie selber dafür Partei ergreifen, in Deutschland und bei dem Volke der Vereinigten Staaten erregt hat. Solcher Verrath kann nicht ungestraft, solche Schmach nicht ungcsühnt bleiben. wenn es wahr ist. daß die Geschichte das Weltgericht ist. Weßhalb ist England der erbitterte Feind Deutschlands? Weil Deutschland, wcuu es Schleswig » Holstein besäße, eine Seemacht würde, eine Flotte hätte. Glauben die Pygmäen, welche jetzt in England gegcu Deulsch. land wüthen, das Vcrhäugniß aufzuhallen, indem sie oie Suche Dänemarks gegen Deutschland schütze», glauben sie ric Äclvegnna brechen zu können. die Deutschland ergriffen hat? Was sie auch schreiben, intrigniren, schimpfen und verlästern, aufhalten wer» den sie den Drang Deutschlands nach Eiuheit und Macht nimmermehr, und die traurigen Erfahrungen, die das deutsche Volk seit Vegiun des Krieges in Schleswig gemacht, werden diesen Drang nur noch unwiderstehlicher machen . . . England konnte den Krieg verhindern — heißt eS am Schlüsse des Arti» kels — indem es Dänemark zur Nachgiebigkeit gegeu die gerechte» Forderungen Deutschlands im Nothfälle zwang. England aber wagte es nicht, diesen sehr vernünftigen Druck auszuüben, und soweit ist es trotz seiner dreitausend Armstrongs seiner Kanalfiotle mit seinem Stolze herunter, daß wir es neulich vor Schrecken erbleichen sahen, als ein Paar österreichische Fregatten durch den Kanal nach der Nordsee dampften. Gewiß. Englands Marine ist, wie die „TimeS" droht, mächtig genug, einer zehnmal stärkern österreichische!! Flotte den Rückweg aus der Ostsee uach den» adria lischen Meere zu verlegen, aber das ist es ja eben. — 0 stolzes England! ^- daß Niemand in der weilen Welt mehr die Blsorgniß degt. du könnlest die Dro» hungen deiner „TimeS" zur Wahrheit machen!" Die «Konst öst. Ztg." Ncllt untcr der Ueber« schrift: «Papst König u»d Kaiser Papst« Bctrachlun. >lcn über die bereits auszugsweise Mltgslhcille Mo kuliou Sr. Heiligkeit, Polcn betreffend, mi und sagt: «Solche Worte, an einem solchen Orte. au« uno in solcher, die ganze Welt zum Mitwisser und zum Zeu gen aufrufenden Form gesprochen, können unmöglich ohne Echo rerhaUen, werden aber auch nicht ohnc Entgegnung au einer anderen gleich mächtigen und vielleicht noch mächtigeren Stelle blechen. Vci dem unausbleiblichen Streite sind. das kan:, mau jetzt schon beurtheilen, die AuSschlag gebtnden Kräfte nicht m überwiegendem Maße bei dem angreifenden Rom Mit dieser Allokutio» si»d die Fahnen der polnischen Insurgenten, wcuigslcnö auf jener Seite, welche das Bild der Mutter GollcS scheu läßt. von Nom aus geweiht. Der weltliche und geistliche Fürst der Mos< koviter wird und muß nun seine Waffen gegen einen lolchcn Angriff richten, Ganz Rußland, mit alleim. »icr Ausnahme der katholischen Polcu, wird in diesem Streite seil, Gut und Wut dem Czaren zur Verfü gllng stellen; aber wir wissen nicht, über welche Mittel der Papst in Nom dabei verfügen kaun. Das Gefährlichste bei diesem Ereignisse dünkt uns nicht etwa der Sporu für die verblutenden Polen, sondern die Rückwirkung auf Italien selbst, desseu Bevölkerung durchwegs uicht so kullivirt erscheint, die Distink« lion zwischen einer «sozialen Revolution" und einer »Revolution zur Erlangung vernünftiger Freiheit" genau ziehen zu löunen. Die Rede deS Papstes wird dem Könige iu Rom nicht zu Gute kommen und in Nußland wird sie ihr Ziel nicht erreichen; der Ez«r aber. persönlich angegriffen und beleidigt, wird kaum geneigt sein. deu Bedrängnissen in Nom irgend eine Abhilfe zu gewähren." Vom Kriegsschauplätze. Als der jetzige Krieg zwischen Deutschland und Dänemark begann, standen der Kopcndagener Regie« rung die Kräfte eines Gebietes von 1037 Quadrat» meilcn und einer Bevölkerung von 2 405.000 Menschen zn Gebote. Davm» verlor jene Regierung eist Holstein uud Laucnburg. dann Schleswig mit Aus» nähme der kleinen Insel Alsen. und nun ganz Ist« l^nd mit AuSuahmc des unbedeutenden Landstrichs im höchsten Norden. Diese beiden, von den Verbün« dctm noch nicht okkupirten Gegenden vermögen in kürzester Frist unsckwcr ebenfalls weagenommen zn werden. Das gcsammte Gcblct, aus welchem das Kopcnbagener Kabinet jetzt noch Mittel ziehen kann, beschränkt sich sonach auf folgende Inseln: Quadratmeilen. Bevölkerung. Seeland und Möen . . 134 574.800 Fühneu und Langeland . 61 205.800 Lollanb. Falstcr ?c. . . 30 86,800 Bornholm . . . . . 11 29300 Zusammen . . 236 896.700"" Verloren sind also über 800 Quadratmeilen mit 1.5)08.000 Einwohnern. Die «Beiländer' (Island, Grönland. Faröer und die drei kleinen westindischen Inseln) liefern keine Mittel zu einem Kriege. Nun darf man nur die vorstehenden Zahlen überblicken, um sich zu überzeugen, daß es für das Kopcnbagener Kabinct eine Sache der Unmöglichkeit ist, den Krieg noch lange fortzusetzen. Es lrtlt dieß umsomcbr her-vor. als nach der Räumung Friocricia's sclbst cm Uebcrgaug der Verbündeien nach der Insel Fübnen keineswegs unausführbar erscheint, und als überdieß die dänische Flotte eine Ueberlcgenheit über die vereinigte österreichisch, preußische Seemacht ulcht besitzt. Aus Kolding. 3. b., wlrd der «G., verwundeten aber nur ein Pferd, und schössen einem Artilleristen die Muße vom Kopfe. ES lvar übrigens von dcn Preußen gewagt, nach Demo« liruug ihrer Strandbalteric am hellen Tage in Schuß» wcite vom Feind mit jenen Pontonwagen abzufahren. Oesterreich. Ans Trieft, 3. Mai, schreibt man der „O.-D. Post": An unseren Küsten werden Maßregeln getroffen, welch? für dcn Fall hirnverbrannter Unter» nchmuna.cn. wie sic etwa nach der Rückkehr Garibaldi's ans Tageslicht treten könnten, berechnet sind. Auf Pola, welches jetzt des Schuhes eines Theiles der Flotte bcranbt ist, scheint der Armcekommandant Ritter u. Bcncdck ein besonderes Angcnmerk zn werfen. Er kam am 2, Abends hicr an. hatlc mit unseren militärischen und Marine» Spitzen eine Besprechung und reiste heute Früh, ohne dic hiesige Gar» nlson inspizirt zu haben, zn Lande nach Pola ab. Eben dahin begaben sich mit dem Lloyddampfer sein Generalstab, nnser Truppcnkommandant FML. Har-tnng mit seinem GcncralstabSchef und der Hafcnad» miral v. Vrcisach. Allen unseren Knstcnämtcrn ist eine verschärfte Wachsamkeit aufgetragen. Vor cini« gen Tagen geschah es nun. daß in einer kleinen Bncht in dcr Nähe von Schloß Dnino ein verdächtiges Schiffsboot mit drei fremdländischen Individuen landete, die sich offenbar jeder Aufmerksamkeit zu ent-ziebcn suchten. Der dortige Hafenagcnt begab sich soglcich an Ort und Slclle und stellte lie Leute znr Rede. Sie sagten nun auS, sie wären Matrosen eines hanuovcraniscbeu KauffahrcrS. der im Hafen von Trieft liege; ihr Kapitän habe sie mißhandelt, und so hätten sie sich mit dem Schiffsbootc hicrlicl geflüchtet, um dann nach Tricst zurückzukehren, fobald das Schiff die Rhcde verlassen habe» würde. Sie wurden unter Bedecknng nach Tritst abgeführt. Sie wcrden sich zu erinnern wissen, daL vor circa zwei Jahren dcr Rcchnnngsbeamtc dcr Dampf» Nacht „Phantasie", welcher einige Tausend Gulden vernnlrcut hatlc, flüchtig geworden war. Derselbe stellte sich zwar später freiwillig dem kaiscrliäicn Kon> slilalc in Konstantinopcl und wurde dem hiesigen Gerichte überliefert; allein, da er, ohne Vermögen, kcme Entschädigung zu Icislcn vermochte. so wurden die beiden Offiziere, welche dazumal auf der „Pbanlasic" Dienst leisteten, zur Zahlung des Defies ucrnrthcilt. Wie ich nnn vcrnclnne, hat Kaiser Maximilian vor seiner Abreise die Tilgung dieses namhaften Betrages ans seiner Privalkassa anbefohlen. Venedig, 2. Mai. Nie wir hören, wird im Laufc dicscs Monates eine Versammlung von Vene« tiancr, Tricstincr und Fiumanrr Industriellen statt« finden, nm übcr die Modalitäten dcr Gründnng einer Dampfschifffahrtsgescllschaft zwischen dcn erwähnten Städten nnd Mcx,lo zn berathen. Das Projekt, die Linic zwischen Tricst und Mexiko durch Toncllo'sche Dampfer befahren zn lassen, scheint gänzlich anfgc. geben und die Absicht vorhanden zn sein, eigene Dampfer für diese Fahrten anzukaufen, welche zu diesem Behufe llassifizirt werden sollten. Man will. wie wir hören, eS vorlänfig bloß mit drei Dampfern, von denen jedoch jcdcr mindestens 800 Tonnen Gehalt fassen müßlc, ucrsuchcu, und zwar in dcr Art, daß immer ein Dampfer auf dcr Hin-, dcr andere auf dcr Rückfahrt begriffen wäre. Natürlich müßten alle drei Häfen der österreichischen Küste, nämlich Tricst, Venedig nnd Finme, berührt werden, und eben um die Details hierüber festzustellen, soll die Zlisam» mcnkunst der erwähnten Industriellen stattfinden. Wenn das Unternehmen einmal im Gange und dessen Ncniabilität erwiesen, so würde natürlich die Zahl der Dampfschiffe vcrmclirt l:nd die Gesellschaft vcr. größert wcrdon, Kapitalien wärcn hicfür hinlänglich vorhanden. Man gcdcickl übrigens, bloß eiserne Dampfer für diese Falirten zn verwenden, da die» selben für längere Fnh.'tcn jedenfalls eine größere Garantie biclen als oic hölzernen. Feldkirch, 28 April. Ueber die heimlichen Naffcnscndungen nach Ungarn schreibt man dem „Tiroler Voten" : In den letzlucrftosscnen Monaten wurde eine große Menge von gezogenen Schießge-wehren in der hiesigen Umgegend ans der Schweiz übcr dcn Rhein geschmuggelt, hier in Kisten verpackt und untcr dcr Bezcichnnng «Käse" und dergleichen nach Ungarn spcdin. Die Sache ward entdeckt, die Sendungen wnrdcn in Ungarn, Klagenfurt und Bo-zen aufgcgriff>'N und mehrere Personen in Fcldkirch und dcn llmlicgrnden Ortschaften verhaftet; Anderen gelang es, durch die Flucht i» die nur zwei Wegstunden entfcrnlc Schweiz sich dcr Verhaftung zu cut-ziehen. Nachdem hicdurch den weiteren Versendungen Einhalt gethan war, wurde noch ein Nest von 113 Gewchrschäflen, ebenso vielen Bajonnctcn und 16 Gewebrläufcn am 25. April in dem Hanse eines der Verhafteten unter dem Boden versteckt anfgefnnden und zu Handen des Gerichtes genommen. Die Untersuchung hängt bei dem k. k. Landesgcrichtc in Innsbruck, und mehrere Inqnisilen wurden in den letzten Tagen in die dortige Frohnfcste abgeliefert. Ausland. München, 6. Mai. Dcr k. baicrische Mini-sttrresidcnt zn Kassel, Freiherr v. Thüngen, wurde zum Stellvertreter des Freiherr»« u. d. Pfordten beim Bnndcstage während des Urlaubes des letzteren ernannt. Aus Kissingen, 5. Mai. schreibt man dcr »Ocst. Ztg.": Die von mir gemachte Meldung von der bevorstehenden Anknnft dcS russischen Kaiserpaarcs in unserem Knrorte hat, wie ich sehe, nicht geringes Aufsehen erregt, und wird in zahllosen Wiener und Berliner Korrespondenzen auf alle mögliche Weise variirt. Wenn man jedoch diesen Besnch mit der Wiceeraufrlchtung dcr h. Allianz nnd Aehnlichcm in Verbindung bringt, so ist man nm so mehr auf einer falschen Fährte, als die cvenlnellc Zusammcnknnfl des Kaisers Alexander mit Sr. Majestät dem Kaiser Franz Joseph immer nur cincn zufälligen Charakter haben kann. Die Reise des rnssischen Herrschcrpaarcs war schon im Laufe des uerftossencn Winters festgesetzt. Die Czarin, welche bekanntlich schon seit längerer Zeit leidend ist, konsullirle damals den be» rühmten Gynäkologen, geheimen Rath Dr. Scanzoni, welcher zu diesem Ende von Würzbnrg nach St. Petersbnrg bcrnfcn wurde. Derselbe erklärte sich schon damals für den Gebrauch des Kissinger Brnnnens und wurde der Monat Mai als Anfang der Knr festgesetzt. Andererseits aber ist es bekannt, daß Ihre Majestät die Kaiserin Elisabeth schon im verflossenen Jahre sich entschlossen halte, Kissingcn heuer wieder zi» bcsnchcn. Eine Znsammenklinft der beiden Mon» archcn ist aber untcr solchen Umständen nicht zu vermeiden, kann jedoch keineswegs diejenige Bedcntung beanspruchen, welche ihr von vcrschicdcncn Seiten zugeschrieben wird. Ein Wiener Korrespondent dcr «Allg. Ztg." meldet, daß das russische Herrschcrpaar erst im Lanfe des Monats Inni in Kissingen ein-treffen wird. Daranf ist aber zu erwidern, daß Gc» hcimralh Dr, Scanzrni am 27. April eine direkt ans dem russischen Hofiagcr kommende telegraphische Depesche erhallen hat. in welcher dcr 15. Mai als cer Tag drr Ankunft bezeichnet wurde. Davon, daß auch dcr König von Preußcn hier erwartet wiro, ist nicht das Geringste bekannt. Was die Kaiserin Eugenie betrifft, so hieß cs Anfangs dicscs Jahres allerdings, daß sie die Absicht haben soll, dcn hiesigen Knrort zn besuchen. Hat dicse Absicht wirklich bestanden, so mnß sie seitycr wieder anfgcgcbcn worden scin, da hier bis znr Stnnde, wie ich genau angeben kann, von einem solchen Vesnche durchaus nichts verlautet. Berlin, 3. Mai. Vor einiger Zeit machte die Nachricht von einem Vorfalle an der russisch-polni. schen Grenze die Runde durch die Blätter, der zufolge ein preußischer Hauptmann mit einem Theil scincr Mannschaft bci Gelegenheit einer StreifrckognoSzirung gcgcn die Insnrgenlcn aus Unkcunlniß dcr Oertlichtcit übcr die Grenze geticlen. von einer überlegenen russischen Militärmacht überrumpelt und sammt srincn Soldaten entwaffnet, gebnnden und ausgepeitscht, dann übcr die Grenze hinausgeschickt wurde. Die preußische Rcgicrung wandte sich sofort nach Peters, bürg, um Genugthuung für diesen viehischen Frevel zn verlangen. Noch ehe dcr desfallsigc Antrag aber an dcn Kaiser gelangte, hatte derselbe bereits anf andcrcm Wcgc von dem Vorfalle Kenntniß erhalten, und war gegen dcn Frevler, einen russischen Oberst, eingeschritten. Derselbe ist scincS Kommando's cut« hobcn. scin Name aus der Liste der polnischen Armce gestrichen, und er selbst, nachdem er in der Garni« sonsstadt des preußischen Hauplmannes erschienen und vor dcm versammcltcn Offizierskorps Abbille geleistet, nach Warschau dirigirt worden, wo er dcn weiteren Dispositionen dcö Kaisers entgegensieht. Dcr Mann wollte sich damit entschuldigen, daß er die Preußen für Insurgenten angesehen, cine offenbar lcere Ans-rede. da ein höher graduirtcr russischer Offlzler noth-wendig die militärischen Abzeichen benachbarter Ländcr kennen muß. Gcgen dicse Ausrede spricht auch schon dcr Umstand, daß die preußischen Truppen weder niedergemacht, noch gefangen genommen, sondern einfach nach Hanse geschickt sind. Hamburg, 5. Mai. Hier eingctroffcncn Londoner Berichten übcr die Konfcrcnzsitzuna. vom 4. d. zufolge hat der däuische Bevollmächtigte, Staatsrath Krieger, in der Konferenz die angekündigte Schlei-fnug der Festungswerke von Fiidcricia znm Gegenstände sehr lebhafter Voistcllnngcn gemacht. Herr Krieger soll unter anderem von dcn »böswilligsten Absichten dcr dcntschen Großmächte gegen das versöhnlichst (5ic!) gestimmte Dänemark" gesprochen haben. (Pr.) Turin, 1. Mai. Die Maßregeln unserer Re-gierung gcgen dcn Klerus werden immer strenger und mit ihnen die Opferbercitwilligkeit und die Hingebung der Geistlichen für die Befehle des römischen Stuhles täglich rührender. Nach einer Aufstellung des «Di-rilto" sind im Moment gegen nicht weniger denn 55 Mitglieder des Klerus staatsanwaltlichc Prozesse im Laufe, uud zwar gegcu 4 Bischöfe, 7 Mönche, 25 Pfarrer, 1 Generalvlkar, 3 Domherren. 4 Prediger und 11 niedere Geistliche. Um diese Liste zn krönen, ist am 23, April. Nachts 11'/. Uhr, der Kardinal Mori« chini, Bischof von Iesi, verhaftet und in die Gefängnisse von Ancona abgeführt worden. Ein Gleiche« war dcm Domherrn Planetta von Ancona widerfahren. Nach dcr „Unilü o.Ullilic^ hätte die Vcrhaf-tnng ihren Grund in der Weigerung. einem Vezirks-richtcr daS Sakrament dcr Beichte nnd des Abendmahls zu geben. Die ..Opinionc« dingegen behanplet. die Verhafteten hätten dcn Vcichlstnhl bcnuht. um die Nationalgarden, Beamten und sonstige Einwohner deS Eides dcr Trcue gegen den König zu entbinden, ihnen hingegen dcn dcr Trene für dcn angestammten Fürsten, den Papst, abznnehmen. Pie Verhaftung sei anf Veranlassung der Anklagekammer des königlichen Appcllhofcs geschehen. Wie dcm „Fdbl." auS Paris geschrieben wird. wird dort in eingeweihten Kreisen die Mittheilung deS «Constitutionnel«. daß Garibaldi in der Nähe Roms eine Landung vorbereite, als im Ministerium des Answärtigcn erfunden betrachtet, nm England gleichsam als Mitschuldigen und Aneifercr bei neuen revolutionären Streichen Garibal»i'S vor Europa zn denuncircn. — Der .France« zufolge sollen sehr ernsthafte persönliche Zwistigkeiten zwischen dcn Vertretern Dänemarks in London, Herrn v. Billc, dem dänisclien Gesandten, und Herrn v. Qnaadc, dem ersten Bevollmächtigten Dänemarks bci der Konferenz, ausgc-brochcu scin. — »La France" will aus Wien erfahren, daß die Garibaldi in England zn Theil gewordenen Ooa-tionen cincn lebhaften Eindrnck auf die österreichische Regierung gemacht hätten, welche in diesen Ovationen eine Drohung Englands gegen Oesterreich sehen soll. Auch sollen Bemerkungen in diesem Sinne von dcr österreichischen Regierung an daS rnglische Kabi-net gerichlet worden scin. Aus Kopenhagen, 3. d.. wird Folgendes geschrieben : «Es ist hier in uertraulichrr Form sosl'cn. das heißt an höhrrem Orlc, cine Nachlicht eingelaufen, welche von hobcr polilischcr Bedeutung; Rußland wird anf der Londoner Konferenz für cin'c Tftei, lung Schleswigs nach den Nationalitäten das Wort nehmen, und zwar würde das russische Thcilungs-projckt so zn verstehen scin. daß dcr südlichste Theil des Hcrzogthnms mit Holstein zn vereinigen wäre. um in Personal. Union mit dcm cigcnllichcn Königreich Dänemark einen selbstständigen Thcil bcr dänischen Gesammt - Monarchie (!) zu bilden. Nord-Schleswig würde dann vollständig in Dänemark aufgeben. Anf diese Weise bofft das Petersburger Kabinet znm mindesten den Waffenstillstand zu Stande zu bringen." Wie ans London gemeldet wird, ist Lord I. Rnssell von Mitgliedern dcr Ritterschaft dcr Herzog-thnmer eine Denkschrift übergeben worden, worin sie «die Voraussetzungen, von denen die Signalurmä'chte deS Londoner Vertrages vom 8. Mai 1852 ausgingen, vollständig anerkennen." Sie schlagen vor nnd verlangen: En^c Vcrbindnng Schleswigs mit Holstein, die Sclbststänliigkeit Beider Dänemark gegenüber unter demselben Landesherr,, Christian IX.; Wegfall dcS „Gcsammtslaatcs" Dänemark. Sie yelicn endlich hervor, daß die Abmachungen von 1851/52 keine sichere Basis für die Rckonstituirung gewähren. Diese Denkschrift, so versichert «Vaterland", werde auf dcr Konferenz eine große Rolle spielen. Nach Berichten dcr »G.-C.« aus Petersburg hat Se. Majestät der Kaiser von Nußland dcm Fürste« Gortschakoff sein Porträt in Brillanten verliehen, welches an dem Großkrenzc dcs St. Andreas.OrdenS z» , tragen ist, das Fürst Gorlschakoff bereits besitzt. Auch erwartet man die baldige Befördernng dcS genannten Staatsmannes zum wirklichen Kanzler (Fürst Gor-tschakoff ist derzeit Vizekanzler), eine Würde, welche seit Graf Ncssclrode nicht wicdcr verliehen wnrde. Suez, 3. Mai. Nachrichten aus Melbourne biS 24. März melden: Dcr Golderport beträgt 46.625 Unzen. Die Maories auf Neuseeland haben Plko und Pateranpi verlassen. General Cameron hat a,m 22. Februar die Vcrschanzungcn angegriffen unv dic Eingcborncn in die Flucht geschlagen. Lokal- und ProvinM-Nachrichlcn. Laibach, 9. Mai. Die älteren Brief- und Zeitnngsmarkcn werden in Folge HandelsministerialerlasseS mit Ende Mal außer Wirksamkeit treten. 4RS — Vei Aushebung des Fundamcutcs für die neu zu erbauende Kirche in Dobova bei Raun ist man auf eine ausgemauerte Grube gekommen, welche cinc große Menge Meuschenknochen enthält. Man vermuthet. raü darin ein Theil jcner PrcuLen ans dem Fink'schcn Korps, welche im Jahre 1758 bei idrem Dlirchiuarschc in die Gefangenschaft nach Karl. stadt bei 3ianu von der 5iuhrcpidcmic dahin gerafft wurden, begraben liege. — Ans Triesl wird der „Oslo. Post' gcschric» ben: Der Schloßvogt von Miramar (früher Frcgat' tcnkapitän) Herr Nadoneh hat dem Vernehmen uach dru Titel eines „mexikanischen Legationösekrttars und Präfektcu von Miramar und Lacroma unt' Verwalters der beweglichen und unbeweglichen Güter dcs Kaisers Maximilian" erdalten. — Dem Rechenschaftsbericht. wel lvaltuugsrath der Südbabn in dcr lebten Otüeral' Versammlung iu Paris rrslaitet Hal. cuiiiehincn wir die wichligstrn Daten. Das gesaminte Bahnuetz der Gesellschaft hat eine Länge vou 406^ Meilen. Da> von sind bis jetzt 340,, Meilen hergestellt, in, uorigcn Jahre waren 313.^ Mrilen in» Bclrieb. nnd es lilcl» den noch zu bauen 66 Meilen. Diese Strecken müssen bekanntlich in den nächsten Jahren schon dem Vc< triebe übergeben werden, und es unterliegt hoffentlich keinem Zweifel, daß die Gesellschaft dieser Bcrpflich-tung nachzukommen in der Lage sein wird. Wie alle Vahncn, hat auch die südliche Staatsbahn in dem abgelaufenen Jahre bei einer Einnahme von 24.126.668 Gulden 82 kr. ciucn Ausfall von 2,083.568 fi. er. litten. Dicscr tritt bei jenen Gruppen des Bahn« nctzes. wo der Getrcidclransport einen wichtigen Faktor der Einnahme bildet, viel stärker ein. als bei den italienischen, und erweist sich darum auch die Vorsicht des VcrwaltungSrathes, der im vorigen Jahre eine außerordentliche Reserve von 2,731.171 st. zurückbo halten, als eine sehr löbliche; denn mit Hilfe dicscr Neservcn belrng der zur Vcrthciluug bereite Ueber» schuß 7,231.171 st. Dauou sind jedoch nur 4,500 000 Gulden zur Verthellung gelangt. Der Rest von 2.731 171 fl. ist im Hinblick auf die neuen, voraus« sichtlich uicht so rentablen Linien abermals in den Reservefonds gelegt worden. Um die zum Ausbau der betreffenden Linien nöthigen Fonds aufzubringen, hat der Verwallungsratl) auch uoch die Ermächtiguug verlangt und erbalten, ein weiteres Anlchcn bis zum Belauf von 500,000 Ol'Iigalioncu zu kontrahiren. Ursprünglich waren dafür uur 250 Mill. Franks prä« Uminirt worden. Diese sind jedoch bis auf 46 Mill, erschöpft, und der Vcrwaltnngsrath verlangte daher die Ermächtigung zu der bereits erwähnten neuen Emission. — Daß dic Kunst zu vielfachen Wirkungen auf das Mcnschenderz benutzt werden könne, ist eiuc be« kannte Tbatsachc. Eigenthümlich war die Anwcn« dung derselben iu einem jüngst vorgekommenen Falle, wo die Angehörigen des wegen Lynchjustiz zu läng,« rer Freiheitsstrafe abgeurtheilten Gemeindevorstehers einer Landgemeinde bei Cilli sich an die Gnade des Monarchen wandten uutcr Veischließung ciueö BildeS. worauf Weib und Kinder des Abgeurtheilleu in lniecn« der Stellung uor Sr. Majestät fleheud dargestellt sind. Thalsache ist es. daß der Vcrurtheille, für dtsscu Begnadigung übrigens auch sein Verhalten Während der Haft sprach, die Begnadigung erhielt. — Die Direktion deö Nömerbades in Unter« sieiermark hat dem Kriegsmiuistcrium das Anerbieten gemacht, während der Henrigen Badcsaison sechs in Schleswig« Holstein verwundete österreichische Krieger ohne Unterschied der Nationalität in ihrer Kuranstalt unentgeltlich aufzunehmen. — Ans A gram meldet mau vom 6. Mai: Der Rücktritt des Hofkauzlers Mazuranic und dessen Einberufung in den Staatsrach ist nahe bevorstehend, ^cm Nachfolger ist Staalsralb Ozegovic. Der Vize» "nu Lentulaj ist heute glstorbcu. (Schluszvcrhaudllmgen beim lt. K. Amdcsgcrichte.) ^lnl ii. Mai: 1. Martin Mo5iua — wegen Meu« chelmord- 2. Anton Kovaä — wegen Verunlrcuuug. Am 12. Mai: 1. Josef Glavl<> — wegen Betrng; ^ Kaspar Ecchen — wegcu schwerer körperlicher Be,chad,gung; Z.^ öorenz Vabnik - wegen schwerer körperlicher Bc,chad.gnng; 4, F. 5. Den - weaen Vergehen gegen die Sicherheit der Ebre Am 13 Mai: 1. Johann Hostar — wegen Dicbstahl - 2 MatlbäuS Tur^iä und Consorten — wegen Dicbst'abl' 3. Jakob Strojau — wegen Vergehen gegen die Sicherheit des Lebens; 4 Josef Scräen „„d MalbiaS Kosu — wegen schwerer körperlicher Beschädigung. Wiener Nachrichten. Wien, 7. Ma!. . Se. Majestät der Kaiser haben dem Direktor " hiesigeil Akademie der Künste. Christian Nubeu. ^^wsdruckc der Allerhöchsteu Zufriedenheit mit den bei gegenwärtiger Kunstausstellung bemerkten Fortschritten der Zöglinge seiner Malerschule die gol« dene Medaille für Kuust und Wissenschaft huldreichst zu verleihen gerubt. — Se. Majestät der Kaiser haben die abgeän« derten Statuten der in Naab wie iu Za!a»Egerszcg projcktirtru Industricuereinc zu sanklionireu geruht. — Die Vermälung der Prinzessin Clolilde' vou Koburg mit Erzherzog Joseph wird am 12. o. M. in Koburg lm hcrzoglicheu Nesidenzschloß stattfinden, in welchem dazn einer der Säle znr Kapelle besonders hergerichtet worde» ist. Zu den Feierlichkeitcu werden viele hohe Gäste erwartet. Unter andern Nnd bereits Prinz Alfred. Erzherzog Albrcchi und Eiz« bischof Fürst Schwarzeuberg angemeldet. — Das Iustizministelium hat die im Sprengel des steirisch.kärntnijch.krainischen Ober.Landesgerichleö erledigte Advokatenstcllc mit dem Wohnsitze zu Wcitz dem Advokaturskonzipiemeu iu Graz, Dr. Emanncl Adamcy. verliehen. Telegraphische Landtagsberichto vom 6. Mai. Innsbruck. Die Interpellation wegen dc5 vorjährigen LandtagsbeschlusscS auf Abänderung des Protcstal,lenpatenteS für Tirol wird dahin bcantwor« let, daß die allerh. Entschließuug über dieseu Antrag noch nicht beradgelangt sei. Prass. Durch Zuschrift deö StaatSministeriun^ wird der Landtag znr Vornahme lcr Ersatzwahlen für den Ncichsratb aufgefordert. Die Mittheilung der Negierung betreffs der Landeshypoihekeubauk wird einer Kommission vou 9 Mitgliedern zngewiescu. Die Verhandlung über das Schulpatronat wurde geschlos« seu. — Morgeu Sitzung. C^zernowitz. Das Gesetz übcr die Tilgung der Schuld des Bukowiuacr Gruudenllastuugsfondes wird angcuommeu. Neueste Nachlichten und Telegraulme. Frankfurt, 7. Mai. (Teleg. der «Pr.") In blindci)täglichen Kreisen wird die Nachricht, die vereinigten Ansschüsse hätten die Ablehnung der von den dculschcu Großmächten vorgeschlagenen Beschnng der Insel Fehmarn durch Bundestruppcu empfohlen, als verfrüht bezcichuct. Der Bericht der vereinigten Aus« schüssc sei noch uicht festgestellt. (Mau schciut sich lm Bunde ciucs Andern besinnen zu wollen. D. Red.) Berlin. 7. Mai. Die «Nordd AUg. Ztg.-schreib!: Nach dem Eingänge der vom FM. v. Wran« gel als Schadeurrscitz für die gelapertcu deutschen Schiffe ausgeschriebenen Koulriliulisu tritt die nächste Konfereuzsitzuiig unter günstiacren Umständen zusam-men. Es hängt jetzt mm Dänemark ab. ob der Waf« fcustillstaud zustande kömmt. Im Augenblicke können die deutschen GroLmächte sich mit den Vorschlägen der ueutraleu Mächte begnügen. welche die Anfhe--buug des Vlockus uud Räumung der Insel Alscn ge. geu die Näumuug IüllandS propouirlcu. Hamburg, 6. Mai. Der englische Avisodam. pfer .Black Eagle" ist, wie es heißt, zur Beobacht tung der österreichisch-preußischen Flottenablhciluug lu Culhafcu cingetroffeu. Aus Fridericia wird die Ankuuft der österreichischen Brückenequipage gemeldet. (Pr) Hamburg, 6. Mai (AbeudS). Ei„ Telegramm au« Eufbafcu meldet, daß der englische Aulsodampfer „Blackeagle" heute Nachmittags daselbst eingelaufen ist. Hamburg, 6. Mai (Nachls). Die «Hamb. Nachr." melden auS Rendsburg: Am 5. d. M. wurde die Mehrzahl der jütische» Geiseln cnllasscu. weil die Kontribution gezahlt worden ist. Auch die Einlassung der jütischcu Amtmänner soll bevorstehen. Hamburg, 7. Mal. Nachrichten aus Kopen-hageu vom 5, d. melden: Iu Aalborg wurde vorgestern eiuc feindliche Bc> sahung von 12000 Mann angekündigt. Eine bestimmte Nachricht über dic Besetzung der Stadt ist hicr uoch nicht eingegangen. FcldmarschaU v. Wran. gel hat die Komribntion der Stadt Veile anf 85000 Thlr. erhöht. — Viele Gutsbesitzer flüchten nach den Inseln. Fribcricia wird nach der Seeseite zu stark be< festigt. Hamburg, 7. Mai. Durch Zurückoränguug lder däuischen Kriegsschiffe auS der Nordsee ist die Blockade der Ostseehäfen, uamenllich dic vou Wismar uuo Waruemüude. schr verschärft. so daß der dortige Haudcl völlig gelähmt ist. Iu Holstein wird für eine Monssre.Pclmo» an König Wilhelm agilirt. Der König wird darin anf, gefordert, «die Integrität deS preußisch.deutschen Rei« chcs bis zur Königsan und die innere Selbstständig-keil der Hcrzogtbümer znr Lösung Preußens zu cr< hcbcu uud gcgcnwärlig (mit Bismarck?) zu haudcln, wie der große Friedrich iu solchem Falle getbau ha« ben würde." Diese Petition hat bereits Tauseude vou Unterschriften und wird iu der morgeu zu Rends-burg statlfindendeu Volksversammlung zur Unlerzeich» uuug aufgelegt werden. Dir holstcin'sche Landes (zu.» not,. Die Vertreter dcr neutralen Mächte habcu riueu ueuen Antrag auf Einstellung dcr Fmidseligkeiten eingemacht. Dic Däneu würden dcu Bloknö auflicben und Alsen rällmeu, Oesterreich Uüd Preußcu werden Iülland ranmcu. Die Vertreter dcr kriegführenden Mächte lieben Instruktionen ver» langt. Paris, 6. Mai (Abends). Die Abendausgabe des «Moniteur" meldet, die nächste Konferenzsitzung werde Dinstag stattfinden. Es wurde die Entsendung von 50,000 Mann Russen nach Vessarabicu angekündigt, welche nach er« folgler Unterwerfung dcr Völkerstämme im Kaukasus der dortigeu Armee entzogen wcrdeu können. PariS, 7. Mai. Das .Memorial diplomatique" sagt lu einem inspirirteu Artikel: Die von Dänemark aufgestellte Analogie zwischen der Okkupatiou Iüt« lauds uud dcr fiktiven Blockade dcr deutscheu Häfeu ist nicht baltbar, und kann von Frankreich, welches an dem Vertrage vou 1856 (Pariser Friedensschluß, neues Seercchl) festhält, unmöglich uutcrstützt werdcu. Brest, 6. Mai. Das österreichische Geschwader unter Eoutre-Admiral Wüllerstorf, bestehend aus dem Linienschiff «Kaiser", dem Admiralschiff .Elisabeth", dcr Pauzcrfregatlc «Don Juan d'Austria" und der Korvette „Friedrich" ist heule im hiesigen Hafen eingetroffen. London, 6. Mal (Nachts) Iu dcr hcutigeu Sitzung des U»terl)auscs erwiderte Lord Grey auf eine Interpellation Ncwdegatc'S: Die Regierung werde ihre Bemühuugeu zur Erhaltung dcs Friedens und einer England befriedigenden Ausgleichung fortsetze». Auf cinc Frage Griffiths eiwidert 5'ord Paget: Das Kriegsschiff «Aurora" sei m-.ch dem Nordeu gegangen, um iu gebräuchlicher Weise die Haudelsintcresscn Englands zu überwachen. Die «Anrora- wcrde vorerst bei Helgoland da« österreichische Geschwader be< obachtcn. Lord Grey wiederholt. Oesterreich habe auf das bestimmteste versichert, sein Geschwader wcrde bloß die Elbe uud Weserblockade vcrhlnrcru. Eorfu, 3. Mai. Die Abfabrt dcr englischen Bcsatzuug wurdc amtlich auf deu 3. Juni festgesetzt. Die Zitadelle «nd daS neue Fort werden uicht oemolin. Markt- uni Geschäftsbericht. Laibach, 7. Mai. Auf dem heutigen Markte sind erschienen: 6 Wageu mit Getreide. 12 Wagen mit Heu und Stroh. 38 W<'gcn und 3 Schiffe mit Holz." und 45 Mctzcn Erdäpfel. (Wochcumarkt - Preise.) Weizen pr. Mctzen fl 5 42 (Magazius« Preis st.—.—)' Koru ss. —.— (Mgz. Pr. fi.—.-); Gerste ft, -.- (Mgz. Pr, ft, —.—); Hafer fl. —.— (Mgz. Pr. ft. -.—); Halbfrucht ft. —.— (Mg^, Pr. ft.—.-); Hcidcu ss. 2.80(Mgz,Pr ft.-.-.); Hirse ft. —.— (Mgz. Pr. fi. —.—); Kukurutz fl. 3.20 (Mgz. Pr. st. —.-); Erdäpfel ss. 2.— (Mgz, Pr. fl.-.—); Linsen fi. 4.20 (Mgz. Pr. ft. —): Erbsen fl. 4.50 (Mgz. Pr. fi. —.—); Fisolen fl. 4.60 (Mgz. Pr. fi. —.—); Niudsschmalz pr. Pfund kr. 55, Schlveiueschmalz kr. 39; Speck, frisch kr. 28, dctto geräuchert kr. 39; Butter kr. 50; Eier pr. Stück kr. 1; Milch (ordinär) pr. Maß kr. 10; Rindfleisch pr. Pfuud kr. 18—22. Kalbfleisch kr. 19, Schweinefleisch kr. 23, Schöpsenfleisch kr. 14; HälMcl pr. Stück kr. 34. Tauben kr. 13; Heu pr. Ztr. fl. 110 bis fi. 1.50. Stroh kr. 75—90; Holz, banes 30", pr Klafterst. 8 50. dctto weiches fi. 6,50; Wcin(Mgz.Pr rother und weißer, pr. Eimer fi. 10 biS 1^ (mlt Emrcchnung dcr Verantwortlicher Redakteur: Ignaz v. Kleinmayr. Druck und Verlag von Ignaz v. Kleinmayr st Fedor Bamberg in Laibach. 4R6 ^n?ll»n!»l^ti^4 ^'^ 5)perzc>ltigt MttalliqucS waren um wtnige Z,hntcl billiger; alle übrigen Gattungen blieben unverändert. Vank-, Göcomptc- und D.impfschiff-Actien hoben sich um 1 ^«' ^ * b'6 2 fl., Elisabeth-Wcstbahu-Afticn aber gingen um 1 fl. zurück, Devise» und Comptanten erfuhren keine bnnerlcnswertht Veränderung. Geld abondant. Umsatz dc>7 7. Mai. beschränkt._____________________________________________________________________________________________________________________________ Veffeutliche Schuld. ^. deo Slnales (siir i00 st.) Geld Waare In öNerr. Währung . zu 5"/, «8.00 «8.80 ü'/. Aüleh. v. 18li'i mit Nücfz.V 97.25) !>7.75 ohne Abschnitt 1804 '/. - . 95,25 95 75 Nat.-Anl.ml't Iäii,-EouP. z»5°/o 80. - 8010 ., ., ..Apr'tioiip. „ 5 ,. 80.— «0.10 Mltalliqnes......5 ,. 72.25» 72.35 detto mit Mai-Coup. ...5., 72.30 72.40 detto......„ 4z „ 64 60 «4.70 Mit Acrlos. v. 1.1839.....148,50 148.75 „ ., „ 1854..... l»2.— 92.50 „ „ „ „ I860 zu 500,1. i>5.70 95.80 „ „ „ 1800.— PeNer Kettenbrücke .... 380— 385.— Böhm. WeNbahn zu 200 fi. . 156.50 157.— Thcißbahu-Alliei, zu 200 fi. C. M. m. 140 fi. (707«) Einzahlung 147.— —.— Pfandbriefe (für 100 st.) National-^ 10jährige v. I. ba»l auf > 185? zu . 5'/, 101.— 101.20 l§. M. ) v.rloöbaie 5 „ 90.70 90.90 NatN'nalb.auf ö.W vrrloab.5 „ 86.50 86.70 Ungarische Boden-Kredit-Änsialt zu 5'/, pCt.....86.25 86.75 «ose (pr. Stück.) Krcd.lAnstalt für Handel u. Gew. zu 100 fl. üst. W. . . . 129.— 129.25 Dl'U.-Dmpssch.-G.zuiMfl.CA,. 86.- 88.— Stadtacm. Oseu „ 40 ,. ü. W. 28.50 29.— Werhazy „ 40 „ C.M. 91.— 92.— 2al,n__________.. 40 .. .. .. 31.25 31.75 Geld Waare Palssy zu 40 st. CM. . 29.25 29.75 Clary „ 40 „ ,. . 28.— 28.50 St. GlnoiS ., 40 „ „ . 29.25 29.75 Wmdischgvah „ 20 „ „ . 18.50 19.- Waldstein ., 20 „ „ . 19.50 20.- 5t.glevich „ 10 ,. .. . 12.50 13.- Wechsel. 3 Monate. Velb Waa« Augsburg für 100 st. südd. W. 97.25 97.49 Fr.nlkfurt a. M. 100fl, bctto 97.40 97.50 Hanlbnrg. für 100 Marl Äauco 86.30 86.70 London für 10 Pf. Sterling . 114.80 115.10 Paris, für 100 Franls . . . 45.70 45.75 (fours der Geldsorten. Geld Vaar, K. Müuz-Dulatcu 5 si. 52 tr. 5 >1. 53 M. Kronen . . . 15 „ 85 „ 15 „ 88 „ NapoleonSd'or . 9 „ 27 „ 9 „ 28 „ Nliss. Imperials. 9 „ 50 „ 9 „ 51 „ Vcreinsthalcr . 1 ., 71 j„ 1 „ 72 „ Silber . . 114 .. 25 ., 114 .. 50 ,. Fremden-Anmge. Den 6. Mai. Stadt Wien. Die Herren: Sotlscheg, Kaufmann, von Wie». — Dojas, Pferdehändler, von Trieft. — Die Dame»: Adeline Iibl) und Mine Mackenzie, Rentiere, a»<5 England, Elephant. Die Helren: Heller, Fabri'faut, von Töplih, — Vraucr. Fabrikant, von Oran. — Paleologo, Handelsmann, und von Fo^ariui von Trieft, — Poller, Privat, vci, Kralau. — (5,iedc» mann, Ingenieur, von Stein. — Iavorösy, k. l. Oberlientlnant, von Po,dcn?»t. Wilder Mann. Herr Ccardy vou Trieft. — Fr. Louise Indrie von Venedig. Den 7. Mai. Stadt Wien. Di« Herren: Schröder, k. f. Major, von Trieft. — Mcnr, l. f. Obcrlientrnant, von Graz — Pollaf, .ssaufmunn, von Wien. Elephant. Die Herren: Fin'ft 'ArgolltinSsy-Dolgoroukos aus Rußland. — Moro, Hi>!idsl wnltlrä^cr dlSAlNon Slrc>Hfn'schei' Uni. vcrsl'lerl'en. wlgcn schuldiger N()si. 25 lr. e. «. c. in die migcsuchle 3leassllmtrlll^ der tfsllilwcn Fcill'ietnnq der dcm Än< lon Tomz uon 5?lci!'gllber H»,,<»,»«»«i<^, ganz von Lcdcr pr. 1^ —HO "»<> — .A« tr. dw 3 ft., —- besonders billige Tchuupftabakdosen -> Itt — l.5 — HO — bis 5o fr., derlei feine aus Vüsfelhoru, Elfenbein und Schildkröten von K si. HO —4fl.; Arbeitskörbe, Oaffetasseu, sehr gute 3tasirmesser, :l TO, 5O n. «O tr.; Taschenmesser :i HO, 3O, 4O tr. biö H fl.; ferner Tiscl,- nnd Dessert-Vestecke von V bis «O fl. vr. Dntzcnd; Damen-Scheeren zu tt, RO uud l<5 tr. pr. Stück, so wie solche aus feinstem englischen Gnß-stahl von R fl. .50 bis Hfl. — Anögczcichnctc Bleistifte Pr. Dutzcud mit HO kr., feinste 8eckigc mit HO kr. pr. Dntzend. Um geneigten Zuspruch bittet ' (895-1) C J ? VXTlU. i^^^#^_ Ausverkauft ##### ^769^3) Z. 251«. Kundmachung. Die Administration der allgemeinen Versorgnngsl Anstalt macht hiemit bekannt, daß die für das Jahr 1864 von vollen Einlagen nach den älteren Statuten entfallenden und vom 2. Januar l«U5 an zu behebenden Leibrenten und Dividew den, so wie die für I8«3 ausgemittelten und sogleich fällige» WeN^eN für volle Einlagen nach den neuen Statuten, bereits veröffentlicht worden sind, und daß die dießfällige Kundmachung bei den Commanditen der Anstalt zur Einsichtnahme der Interessen' ten aufliegt und von denselben unentgeldlich in Empfang genommen werden kann. Von dcr Administration der allgemeinen VechlguuL Anstalt. Wien, am 26. März 1864. Vi Frauz Tchmitt, Oberkurators < Stellvertreter. Moritz Edler v. Menninger, Referent. Hiezu ein halber Bogen Amts- und Intelligenzblatt.