^N 284. Dinstag am 13. Dezember 1864. Die „Laibllcher Zeitung" erscheint, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, ttlglich, und lostet sammt den Veilagen im Comptoir ganzjährig li si., hall,-jikhrlg b si. 50 kr., mit Kreuzband im Comptoir gMtlt. 12 si., halbj. 0 fl. Filr die Zustellung in's Hau« sind halbj. 50 fr. mehr zn entrichten. Mit der Post Portosret ganzl., unter Kreuzband und gt, drnckter Adresse 15 fl., halbj. 7 fl b0 lr. ^nserlionsgrbühr fiir eme Vllrlnond.-Spllllsnztlll ober dm Rniim dei-selbrn, ifi für Imalige Einschalt tunn. <> lr., si!r iimali^l 8 lr,, ftir 'imaüge 10 lr. n. s, w. Zu diesen Gebühren ist »och der Insertion?-Stempel ftc. l. t. Apostolische Majestät haben mil Allerhöchster Entschließung vom 4. Dezember d. I. dcm, <^roßhnndlcr (Gustav Epstein die Bewilligung zur Anualnne dcs ihm verliehene» Postens eines groß-herzoglich oldcuburg'schcu Gcuerallousuls in Wien und seinem bezüglichen BcstallungSdiplom das Aller-höchste Exequatur allcrgnädigst zn ertheilen geruht, Sc. t. t. Apostolische Majestät haben mit Allcr< höchster Eutschlicßuug vom l». Dezember d. I. dic Ministcrialkouzipistcn dcö Staatsimuistcriums Johann Zabco nnd ^ndwig Ritter u. ^pann, letzteren unter Vclassung in seiner gcgcuwärligcu Verwendung in der Präsidialkanzlei dcs MinisterratheS, zn Mini' stcrialsckrctärcn inl StaatSminislerinm allcrguädigst zn ernennen geruht. Sc. f. k. Apostolische Vtajcstät haben mit Aller, höchster Entschließung vom 28. November d. I. den Adjuultcu nnd Bibliothekar an dcr Rcchtsakadcmie zu Kaschcm Dr. Alois Klckncr znm außerordeut« lichen Professor dcs römischen nnd Kirchcnrcchtcs daselbst allcrguädigst zn ernennen geruht. Das Iuslizministcrium hat die bei dem Kreis' gcrichtc in Tricnt erledigte Staatsunwalts cinigung der Hcrzcgthnmcr mit Preußen noch anf dic anßcrordcullichsten Echwicriglcilcu stoßen würde. Es würde nicht bloß Oesterreich abzufinden sein, sondern anch dic öffentliche Mcinnng in Cnropa, die eine Verletzung des Nationalitat^Prinzipo in Schleswig bi ricllcr Zusammenhang dcr Erbfolge« und Reformfragc crlcnnbar ist, sich nicht veranlaßt findcn tonnen, dic Erledignng dcr ersteren bis dahin hinanszuschicbcu, wo etwa in dcr letzteren ein Resultat gewonnen sein würde. Dic bcschlcnnigtc definitive Ordnnng dcr Verhältnisse iu Echleswig-Holsleiu gilt vielmehr nach wic vor als ein österreichisches lind deutsches Interesse dcr diingcndsten Art, und man behauptet, daß schon die allernächsten Tage lonstatilci, würden, mit lvcl» cheiu Erfolg Oesterreich in dieser Richtnng thätig gc-Wesen sei. Interessant ist, wa« man dcr „Wcscr Ztg." auS Wicu meldet. Mau schreibt ihr nämlich, daß dic italicuischc Regierung untcr Vcrmittlnua Englands dcn Wnnsch zu crlcuucn gegeben ha^c, mit Oesterreich zn cincm Abkommen zn gelangen, dessen Grundlage die gegenseitige Auerlcuuung des Besitzstandes scin würdc, Oesterreich soll dieses Ablonnueu nuter dcr Bedingung nicht abweisen, daß Italien nicht bloß die Thatsache, sondern anch das Recht dcr österreichi. fchen Herrschaft in Vcncticn feierlich ancrlcnuc. Von Paris auS wild crust auf die Erhaltung des Friedens hingearbeitet, nnd sowohl die NcnjahrS-Ausprachc wie die Eröffnungsrede dürften, falls keine neuen Zwischcnfällc eintreten, sehr friedlich llingcn. Die ncursteu französischen Berichte anS Japan geben einiges ^icht übcr die gräuliche Verwirrung, dic in diesem unglückliche» Reiche mehr n»,d mehr riurcißt Die bridcu Oberhäupter desstlbcu spielen ein heilloses Spicl. Dcr Fürst von Nagc.to scheint wirtlich nuf höheren Befehl gelmndelt ;n haben, wnrdc aber auf empörende Wcifc im Stiche gelassen nnd verleugnet. Nach dcr crhallcncn Züchtigung durch dic europäischen Kanoncn hat dcr Fürst dic Fahuc offcncn AnfrnhrS erhoben, ist vor Kioto, dic Residenz dcö Mikado, gcrnckt, hat Kioto bombardirt und dcn Truppen des Tailun mehrere Gcscchlc geliefert, und letzteren so in die Enge getrieben, daß derselbe mehrere Fürsten aufbieten mußte, ihm HilfStruppcn zn fchickcn. Während solches am japanischen Miltclmccrc geschah, habcn die Flotten dcr verbündeten Europäer cinc Demonstration gegen?)cddo gemacht, um die Freigebung dcr Seiden-auSfnhr zu erzwingen. Das Verbot dcr Ecidenaus-fuhr hatte bekanntlich dic europäischen, und be» sonders die englischen Händler sehr verdrossen. Nach crfolglcr Demonstration gegen /^ddo wurden denn auch zwischen 1OX» und i!">0)'Ballen Seide nach )'joklchama gebracht, aber zn cnormcu Preisen. Oesterreich. Wie», 5». Dezember. Heute würbe der Preß« prozeß gegen dcn Rcdaltcnr dcS „Wanderer," Hrn. Ioh. Nordmann, wegen Ehrenbclcidignng dcS Königs voll Prcußcu verhandelt; Ttaalöanwlllt war Licnba-chcr; Vertheidiger: Dr. Schindler. Dcr Prozeß ist auf Begehren dcr prcnß. Gesandtschaft eingeleitet worden. Der „Wanderer" soll nämlich den König von Preußen beleidigt haben, wcil eiu Bcrlincr Korrespondent dicscö Blattes gesagt hattc, daß dic Gemeindevertretung dcr Stadt Bcrlin bei dcr Rückkehr deS Köuigö von Preußen ans Schleswig nicht erschienen sei. A»S diesem Umstände hatte dcr Korrespondent die Schlußfolacnma. ge;oge», daß zwischen dein Kö-uia nxd dem Volkc cinc großc Kluft bestehe, baß sich die Herzen deS Volkes von ihm abgewendet haben, daß dcr König die Rechte dcS Volkes absichtlich oder unabsichtlich tränke und in Gefahr bringe, und Alles, waS dcr König Wilhelm thue, nur zur Ehre des Militärstaatcs sci, welcher als etwas machtvoll Feindseliges gegen dcn bürgerlichen Rechtsstaat groß« gezogen werde, daß nur dcr Erhaltung und Förde-rnng dcS Militärstaatcs willen Allcs — Volkswohlstand, Finanzen, Recht nnd Freiheit — geopfert werden n:id daß der König filr nichts audcrcs als für seine Soldaten besondere Sorge habe. Dicsc Bcschul-diguugcu sollen dcn König von Prcußcu in dcr Meinung dcS Volles herabsetzen, Zur Vertheidigung des Königs ist die Gesandtschaft lcgitimirt. Dcr Vertheidiger Dr. Schindler machte darauf die Brmerluua, daß hier eigentlich gar kcin Klagcbrgchrcn vorliege und dic Staatsbehörde lein ausreichendes Motiv habe, dil, Vcrfolgnna. dcS inkrimiuirtcu Artikels von Amts-wcgcu inö Ncrl zu setzen. Nachdem übcr die Kor< respoudenz selber die Verhandlung stattgefunden, sagte Dr. Schindler: „Nach dem Tcrtc des ß. 37 St.-P.-O. kann ich cS nicht für begründet findcn, daß, wenn ein Privat- klägcr sich an dcn StaatSanwalt wcndct, um eine strafgcrichtlichc Verfolgung zn erwirken, dcr Staats- anwalt für sich allein dcr Sache sich bemächtigen und das Strafverfahren anhängig machen könne; hierüber muß auch „ach dem Wortlaute dcs tz. 37 gerechter Zweifel entstehen. Es hcißt dort, dcr Staatsanwalt lau», nicht aber er muß dem Verlangen dcs Bclhci- ligtcu gcmäß anf die Einlcituug deS Strafverfahrens antragen. Abcr cs muß anch ciu BcwciS gegen dcn Be- fchnldigten hergestellt werben, welcher bezüglich dcr anbczogcncn Thatsachen von dem Staatsanwallc allein nicht hcrgcstel/t werden kaun." Dagegen rrplicirt dcr Herr Staatsanwalt.- Er könne sich dcr Ansicht der Vertheidigung nicht fügen, denn daraus, daß dcr SlaatSanwalt ohne Begehren dcS Priuatantlügcrs cinc EhrenbelcidignngSklaac nicht anhängig machen könne, folge nicht, daß er eine im Eiuvcrständnissc bereits angestrengte Klage fortznsüh-rcn nicht berechtigt sei. Ncr sollte denn abcr crschri-nc»? Ist cS dic Gesandtschaft odcr ist cs dic Regierung, dic beleidigt wurde? Ist aber cm Gesandter odcr cin Minister als genügend zu betrachten, so ist cö doch cbcn so gut der im Namen dtrsclbcn und zu« H34 gleich auch im öffentlichen Interesse handelnde Staats« anmalt. Dr. Schindler! Der Staatsanwalt habe sich in einer Eigenschaft vorgestellt, dic ihm bisher ganz unbekannt war. Daß der Herr Staatsanwalt als Vertreter des Königs von Preußen anftretc, müsse ihn mit Recht befremden. Dcr Vertreter des Königs von Preußen sei sachgemäß dcr Gesandte desselben am ösierr. Hofe: dessen Anwesenheit verlang? er; denn es sei noch sehr zwei-fclhaft, ob dcr König von Preußen cinc Beleidigung darin finde, daß ihm cinc Vorliebe für den Militär-staat zugeschrieben wird; sonst käme dcr h. Gerichts» Hof in die Lage, zn entscheiden, ob da« Prinzip des Volks« oder Militärstaatcs das bcssclc sei. Staats« anwalt: „Ich habc nicht gesagt, ich vertrete den König von Preußen allein, sondern ich trete auf Grund des §. Z7 in ganz gleicher Weise anf, wie in allen andern Fällen, wo ein Privatklägcr anf verlangen des Beleidigten auftritt." Dcr Gerichtshof zog sich zur Entscheidung dieser Incidcnzfragc znrück und dcr Vorsitzende gibt nach längerer Berathung bekannt, daß die Veryandlnng anf Donnerstag den 23. d. M. vertagt werde, weil uebst dem StaatSanwaltc auch noch ein Bevollmäch« tigter dcö PrivatklägcrS zn erscheinen habe. Dr. Hcrmcmn Orgcs, der bekannte Mitrcdakteur dcr „Allg. Ztg.", welcher seit Kurzem in Wien ansässig ist, soll znm Ministcrialrath im Marineniini» sterinm ernannt sein. Agram. DaS Handclslammcr.Eomiti, welches die von dc>: englischen Handelskammern zugekommene Empfehlung des Frcihandclösystcms zn prüfen hatte, hat seine Aufgabe gelöst, indem cS sich vom kroatischen Standpunkte ganz für das Prinzip der Han-dclsfrcihcit ausspricht, indeß den englischen Handelskammern in den bezüglichen AntwortSschrciben zn bedenken gibt, daß für dergleichen Handels- und Zoll-fragen die Wiener RcichSrcgicrung allein kompetent sei. Ausland. Turin, 7. Dezember. Zu dru bedauerlichsten nnd bedenklichsten Erscheinungen, welche dnrch die politischen Wirrnisse der letzteren Zeit hier zu ^andc hervorgerufen wurden, ist die mit jedem Tage greller u»d allgemeiner sich kundgebende Abnahme dcr mon» archischcn Gcsinnung überhaupt, sowie insbesondere dcr einst sprüchwürllich gewesenen Anhänglichkeit unserer l'ingcrlichcn Kreise an die herrschende Dynastie. Es vergeht fast leine Woche, an welcher hier nicht direkte od?r indirekte, dic rohcstcn, maßlosesten nnd leidenschaftlichsten Akte demonstrativer Art gegen dic Person des Königs öffentlich zur Schau getragen werden. DaS Beunruhigendste daran liegt aber in dem sich von sclbst aufdrängenden Umstände, daß es gegcnwältig nicht mehr bloß dcr süße „Pöbel" ist, dcr hier sein Unwesen lrcilit, sondern daß nnn auch dcr ruhigere, odcr wenn Sie wollen, dcr apathischere Theil unsercr mitllcrcn Stadtbcvöltcrnng nach und nach sich an ähnlichen Exzessen zu bethciligen anfängt. So zog vor einigen Abenden wieder ein massenhafter Haufen Individuen, wornutcr auch mchrerc ganz anständig gekleidete Lentc, lärmcud nnd tobend dnrch dic Hauptstraßen der inneren Stadt, und schrien in gewohnter gedankenloser Vcrwirrnng lani durcheinander: .,ES lebe Garibaldi!" — ..Hoch Pins IX.!" — „Nieder mit dcr Regierung'." — „Hinans mit dem Vcrräthcr!" — und lctzlcn Sonntag Früh Morgens war an der südlichen Außenseite unseres königlichen Palastes in rothen ältern, deren Züge dnrchauö keine ganz gemeine Hand verriethen. folgende Inschrift zu lesen: ..Der Nachcvcrcin der italienischen Ration dclretirt den Tod des Königs nnd seiner Dynastie durch Eisen, dnrch Fencr, dnrch Gift." -- Es sind dieß gewiß sehr tranrige Zcichcn dcr Zeit nnd dcr inncrcn Situation Italiens. Neapel, <>. Dezember. In Nionero hat die Exekution dcr vor ein Paar Tagen dnrch die Bcisa-glieri des 4. Bataillons nach langem blntigcm Kampfe gefangengenommenen 5 Brigantcn, worunter anch dcr mehrjährige Schrecken dcr ganzen Gegend, Schiavonc, stattgefunden. Sie wurden sämmtlich im Sinne dcr neuen, vom General Pallavicino eingeführten entehrenden Strafucrschärfnug im Rückcu füsilirt. Als man ihnen anf dem Richtplatze sclbst und vor einer ungeheueren, wildbcwcgtcn Volksmenge das Todcsurthcil vorlas, erblaßten sic zwar alle, doch während die vier anderen bald wieder ihre frühere Fassung gewauncn, dic sie dann auch bis zum letzen Augenblicke bewahrten, zeigte Anfangs gerade ihr Anführer Schiauonc sclbst cinc unglaubliche Angst und Todesfurcht. Mit nassen Augen und zitternder Stimme flehte cr fort und fort das Kriegsgericht nm Gnade an, und erst als er sah, daß alle Hoffimng für ihn entschwunden sei, erbat cr sich wenigstens als letzte Gunst, ..seine" Filomena noch einmal vor dem Tode sehen und sprechen zu dürfen, was ihm auch uach kurzer Berathuug gewährt wurde. Es ist dicsc Filomcna dasselbe junge nnd bildhübsche Mädchcn aus ciucr gauz chrcnwerthcn Familie von Nionero, welches Schiauonc vor Jahresfrist unter allerlci abenteuerlichen Umständen nnd phantastischen Znthatcn gc« raubt und dann zu seiner Geliebten nnd milvcfchlcn-den Nänberhanplniaunin dcr Bande gemacht hatte, und welches schon vor mehreren Wochen dnrch Regie-ruugs-Agenlen in einem ticfcn Kcllcr, dcr Wohnung einer Hebamme zn Mclfi (für welches Quartier Schiavonc einen unmäßigen Miclhbctrag zahlte), versteckt gefunden worden war. Seitdem hatte sic viele überraschende Anfklärungcn über Brigantcnverstcckc, Arigantcnhclfer u. s. w. ^gcben. Dcr Abschied des einst so gefürchlcten AriaantcnchcfS von dem lanm I^jährigcn Mädchen war erschütternd. Er lmclc vor dcr Geliebten uieder, küßte ihr mit hcißcr Inbrunst die Füße, den Saum dcr Kleider und die Hände, bat sie unter einem Strom von Thränen um Vergebung und ließ sich nur mit Gewalt wieder von ihr losreißen. Dann aber faßte cr plötzlich wieder Mnth, stopfte sich, scheinbar glcichgiltig, noch cinc Pfeife nnd ging rauchend anf dic ihm zur Hinrichtung angewiesene Stelle, indem cr noch einmal lant ausrief, cr habe für daS wahre Recht nnd für die Religion go kämpft nnd sterbe auch jetzt für fic. Eine Kugel, die gerade in den Kopf drang, streckte ihn augeublicklich nieder, nachdem dic anderen vier Kameraden nnlcr seinen Angcn schon erschossen worden waren. Belgrad, 4. Dezember. Ioksim Nouic, einer dcr gefeiertsten serbischen Dichter, schrieb ein Epos „Karngiorgjli" , in welchem cr den Unabhängigtc'tS-kämpf dcr serbischen Ration gegen die Türken vom Jahre 1W4 besingt. Da nnn die Familie Karagcor-gicwic, luclche früher anf dem Fürstcnstnhlc Serbiens gesessen nnd gegenwärtig im Kmscrstaalc Oesterreich lebt, in diesem Epos gefeiert wird, so hat Fürst Michael Obrcnowic das Poem dcö armen Dichters verboten nnd ihm sclbst mit dcr AnSweisnng gedroht. Ein solches Verfahren verdient öffentlich bekannt zu werden. — An die hiesige Regie» nng ist ebenso, wie an den Fürsten von Montenegro, ein Pfortenferman crflosscn, in welchem mitgetheilt wird, daß sich inch« rcrc Großmächte über rcuolntionärc Umtriebe in diesen Bändern beschwert haben, »nd eine Abhilfe dieser Ucbelständc aufs dringendste gefordert wird. Bukarest, Z. Dezember. Ganz im Stillen hat dic europäische Türkei, mit Ausschluß der Suzcrän-staatcn nnd dcr Gouvernements von Prisrcni nnd Ustnp, eine ncnc Organisation erhalten, dic daranf berechnet ist, dieselbe antonomcr und unter Zuziehung der Bevölkerung, und zwar auch dcr christlichen, zn vcr walten. Es ist nämlich aus den bisherigen sieben Gouvernements (PaschalitS) von Risch , ' Tirnova, Tnltscha, Varua, Rustschut, Sophia und Widdin cinc Provinz uulcr dcm Ramcn Tnna-Vilaycti, daS hicßt Donauprovinz konslituirt worden. Ihre Haupt« stadt ist Rustschut, welche dcr Sitz dcr Zentralbehörden dcr ncu konstitnirtcn Provinz sein wird. Dicsc Zentralbehörden sind: dcr Gcncral-Statthaltcr, in dcr Person Mithat, Paschas bereits ernannt; dcr Gene-ral'Inspcttor dcr Instiz, vom Schcit-nl-ISlam ernannt; der Gcncral'Sctrctär nnd Kanzlcichcf dcr Gc-ncral-Statthaltcrci; der Gcncral-Konlrolcnr dcr Fi-nanzcn; dcr Gcncral^lgcnt für diplomatische Angelegenheiten, mit welchen: die fremden Konsnln zn vcr^ haudclu haben werden; dcr General-Direktor für die öffentlichen Arbeiten, und dcr General-Direktor für Handel nnd Aclcrban. Dem Gcncral'Statthaltcr znr Seite nnd nntcr seinem Vorsitze stcht ein Administra-tionSrath, in welchem außer dcu crwühutcu Ehcfs der Zentralbehörden sechs ans dcr Bevölkerung, nnd zwar drei auS dcr christlichen nnd drei ans der nl-.isclma« nischcn zu wählende Mitglieder Sitz nnd Stimme ha« ben werden. Dic ganze Provinz zerfällt in drei Kai-makamliks, nnd steht anch jedem Kaimakam ein anS dcr Bevölkerung, nnd zwar zn gleichen Thcilcn anS den Ehristcn nnd den Türken zn wählendes Eonscil von sechs Mitgliedern znr Seite. Dic Kaimakainlils zerfallen in Kasnü (Krcis?) ; au deren Spitze stcht cin Mudir nnd ihm znr Scite ebenfalls cin aus den yuci Grnppcn dcr Bcvöltcrnng gleichmäßig gcwähltcr Rath von vier Mitgliedern. Außerdem wird für dic Instli'Angclcgcnhcitcu dcr ganzcn Provinz cin ober» stcr RevisionSIiof zn 'Rnstschnl installirt. Die Bedeutung dieser Reformen ist sehr groß, die Türkei scheint damit ihren Willen, den Klagen dcr europäischen Bc^ völkcrung thcilwcisc abzuhelfen, knndgcbcn zn wollen. Ä5ew-A"rk, 20. November. Vor Kurzem hat General Grant cincn Vcsnch in Ncw-^ork gemacht. Im ^anfc der Untcrhaltnng soll cr daselbst geäußert Häken: ..Die südstaatlichc Konföderation ist nichts alö cinc hohle Schale, ich weiß cS, und Sherman wird cS Ellch beweisen", nnd anf die Frage, ob ncnnziss Feuilleton. Ans der Nesideuz. Im Dezember. II. v. Die Festtage der letzten Woche sind verrauscht. Dcr 5)0. November d. I. aber wird in dcr Erinnerung Oesterreichs nnd Wiens stets gleich be-dculuugsooll genanut wcrdcn. Für jenes war cr dcr glänzende Abschluß cincS neuen Blattes in dcm gol« denen Buche seiner herrlichen Armee, für dicscS war cr die glückliche Eröffnung cincr ncncn Acra ihrer allchi würdigen Geschichte. Es machte cincn ganz eigenthümlichen, fast weh« müthigcn Eindruck, wenn man am frühen Morgen dicscs Zi). ^lorcmbcrs den Kohlmarkt, Graben und Stcfausplatz durchschritt und dieselben an so bewegtem Tage so einsam, menschenleer und öde fand. In stnmnur Resignation, wie im Gefühle ciucr erfüllten Mission schicnc.'i Häuser nnd Paläste anf den Wanderer mcdc^uschancn. ES hatte nahczu clwas Sym-doUichct«, wcnn man dicjc Hauptstraßen nnd Piätzc des allcn Wicn, cinst geradezu die Nepräsentunten der Nicnev ^»c^chi^c. nun nur mehr zn Aus- und Dul'chglNigSpllliktcll nach dcm llcllell Wic» all der Aspcrnbrückc und dem Ringe hcrabgcsticgcn sah. 8ic trl^ii8'tt ^!»na NimuU. Mit dicsrln "<0, Novcnibcr ward Alt-Wien nicht mehr nur znm historische!!, son-dcrn auch gcwisscrniaßcn zmn atchitcltonischcn Hintergrunde von Ncn'Wien. Während dicscr denkwürdige Tag, cin städtisches Mcnmno mori, so nach einer Tei^e hm aus dic Vergänglichkeit alles Irdischen wicS, eröffnete cr nach dcr andern Scitc eine fast bcranschcndc Perspektive in die Zutnnft. Iu dcm Angenblickc, als die unab-schbarcn Kolonnen dcr ans Holstein rücklchrcndcn Truppen in dreifacher Reihe die herrliche Straße besetzt hielten, von dcn hinunclhohcn Maslcil die langen Flaggen wchtcn, Fcnstcr, Balköne nnd Erler im rci« chcn Schmucke dcr Teppiche, Blumen uud Fahnen prangten, eine zahllose Menge froher Menschen dic Quais auf- und nicdcrwogte, die Musitbaudcn die Voltshymne spielten, die Trommeln wirbelten, die Glocken tönten und dicö allcS dennoch dnrch dcn Jubel der Massen überholt wnrdc, in dcm Angcu-blickc, als dcr Kaiser mit seinem Stübc, nmgebcn von dcn siegreichen Feldherren, slolzbcwegt die Fronten abritt, in dcm Augenblicke endlich, als die Kaiserin die kaiserlichen Kinder an dcr Hand, nmgebcn von dcn Prinzessinnen dcS Hauses, auf dcm Balköne erschien, da mußtc Jeder gestehen, ciuc glücklichere Er-öffuuug dieser ucucu Acra der Geschichte Wiens konnte wohl nicht gedacht werden. Aber anch als der mächtige Fauber dieses imposanten Bildes nur mehr nachwirkte, war eS noch immer wie cin hossunncMcichcv Erwachen ans einem reizenden Traume. Ist dic Ningstlaßc Wi'cnS erst ciumal. ausgebaut, sind die sic so reizend uulerurc« chende» gr/wc" Allüigcll erst ill oul/er Äll'i/He, dic dahin führenden Brücken vollendet, die für sie projcl« tirtcn Monnmcnte enthüllt, ist dicje lange Zeilc von Palästen erst bewohnt, sind diese unzählbaren Arkaden, Läden und Magazine mit ihren riesigen Spiegelscheiben erst eröffnet, dann wird diese neue Facade Wiens dcn Vergleich mit keiner Stadt dcr Wclt zu scheuen haben. Wie lange dieser kühne Pwu noch seiner Rcalisiruug cnlgcgcnharrcn wird? In drci Jahren wird er mchr als znr Hälfte, in fünf Jahren vollkommen znr Wirklichkeit geworden sein. Sclbst die größten Skeptiker wagen scit dcm.'X>. November hieran nicht mehr zu zwciscln. Duch in unscrcm reellen Zeitalter beweisen nur Thatsachen. Hier cinc Thatsache, welche zum Wenigsten zeigt, welches Vertrauen die Spekulation zn dcr so raschen Entwicklung Ncu-Wicus hat. Dcr hiesigen Gartenbau-Gesellschaft ward dnrch kaiserliche Munificcnz vor dem ehcmallgcn Karoliiunthorc, den» Stadtpartc gerade gegenüber, das Terrain zn einem monumentalen Gcbändc. Eincr unserer lalcntvollstcll Architekten, Weber, cin noch sehr junger Alaun, entwarf dcn Plan. Eine Anleihe mußte in landcSüb-lichcr Weise die Mittel zn dessen Dnrchführnng bieten. Daö Etträgniß cincö großen Saales und dic Miethe für die, dic GlaShäusc-r und dic Blumcnpartcrrcö u»l-gcbcndcn Ailadcn sollten znr Rückzahlnng dcs Kapitals nnd dessen Bcrzinsnna. verwendet werden. Dicsc Einnahmen wnrdcu anf 24(XX> Gnlo^n veranschlag nnd dic Rückzahlung dcS Kapitals in 40 Jahren >" AnSsicht gestellt. Unter dicscn Anspicicn begann dcr Van uud wnrdc in Nnzcstcr Züt zn Ende ^Mt. Am l4. d. M. soll in Anwesenheit des Knif"'»' m'ö der Kaiserin die scinliche Erüjsnnug des ncucn PawS der OattcllblillgcMchaft stail/)abc». Für dic Micthc dcS obcn genannten Saales und dcr sülunillichen Arkaden hat sich aber bereits jctzt cin ^'''°""? gefunden, welches stalt dcr fträllmilulten "4/x« s-jährlich ^^.0(X) fl. bietet, wodnrch die ^^cllsc!^ " dcr ^agc ist, ihr Baulapital statt iu 4.0 ln ^ ^am^ abzuzahlen. Thatsachen bcwciscn! . Wird die so WM im Prinzipe genehmigt gew.- «535 Tage dcu Bcwcis liefern würden, wird ihm dic Antwort in dcn Mnnd gelegt: „Ich din tcin Reun« zig-Tcigc-Manu; aber wir wollen rinmal znfchcu, was binnen jetzt uud einen» Monate geschieht." — Am 9. November tclegraphirte Sherman ans Kings« ton in Georgien au sciu.c (^cmaliu: „Ich habe alle Deine Briefe bis zum !,!. d. erhalten; morgen breche ich anf. Schreibe mir nicht mehr, nnd erwarte uor dcr Hand nnd vielleicht anf längere Zeit leine. audc. rcn Nachrichten mchr von mir als solche, die durch Rcbcllcubcrichtc zn Euch gelangen." Lokal- nnd Proviyial Nachrichten. Laibach, l^;. Dezember. Die Dircllion dcs Casino's in Illyrisch'Fcistritz hat, wic uns mitgcthcill wird, gegen die „Novice" wegen einer Korrespondenz von dort beim hiesigen Vandcsgcrichtc einen Prcßprozcß anhängig gemacht. — Im November sind bei dem hiesigen Stadt. Magistrale nntcr anderen folgende lolalpolizcilichcn Amtshandlungen vorgenommen worden: 10 Fleisch, nachwäguugeu, 2 Milchprobcu, 2 Revisionen von Schlachllolalitätcu: ferner wnrdcn drei jlonfislatioucn von Wildprct nnd drei anderer ^cbcnsmitlcl vorgc« nonnnen. — Ueber Bnttcrfälschnugcn mit Erdäpfeln, Mehl :c. sind Klagen laut geworden nnd hoffen wir, daß dic städtischen, mit der Marktanfsicht bclrantcn Organe dcusclbcu nachspüren nnd die ssousumcutcu vor Schaden schilpen werden. — Der vierte der znm Transport mexikanischer Freiwilliger bestimmten Dampfer, das der Compagnie allantiquc selber gehörige Schiff ..Vera. Cruz", ist gestern in Tricst mit circa UM) Mann in See gc« gangen. Der letzte Dampfer, der englische „Indiana", geht wahrscheinlich am Sonnabend ab. — Der vor Kurzem in Trcuifo vcütorbcuc Herr David Mondolfo hat dcn Tricstcr Wohlthäligleits-austaltcn ,12.000 fl. hinterlassen, davon 5000 fl. dc,n Armcnhausc. . ^ ^ stNndnpcst.) Seit dcu letzten w -l.agcn sind die drei Scuchcuorlc Adclsbcrg nnd Nußdorf, in, B» zirke Adrlsbcrg, nnd ^ajmicc, in, Bezirke Scnosctsch, scuchcufrci erklärt worden, nnd der frcic Verkehr mit den gedachten Hirten bezüglich des Hornviehes wurde dcn bestehenden Ecuchcuvorschriflcu gemäß wieder hergestellt. Im ganzen Vcrwaltungsgcbictc bis auf deu Scilchcnort ^rchuuca, in, Bezirke ^andslraß, welcher noch nicht senchcnfrci crllärt wurde, hat die Rindcr< pcst ihr Eudc crrcicht. Wieucr Nachrichten. V5ie«, l2. Dezember. In Folge der Anflösnug des 0. Armeckorps, sowie der beabsichtigten Verminderung des Militär» standee wurde an betreffender Stelle der Beschluß gefaßt, mehr als 1s>0 Bcamlc dcr l. k. Hof-KriegS-buchhallung zn quicSzircn u»d sollen auch schon mehrere solche pcusiouirt worden sein. — Das Nndolsspital feiert bclannllich hcutc die Schlußstciulegung und die Garlcnbangcslllschaft dcß> gleichen morgen. Dic Fest «Comites wollten, wic dem „P. Ll." geschrieben wild, zum Schlüsse dcr Feier Festessen vrraustallcu und frugcu geeigneten Ortes an, ob die Herren Minister das Fcstdincr mit ihrer Gegenwart beehren wnrdcu. Dieselben crllär« ten, sie tonnten sich, wic die Verhältnisse stehen, nicht bctoastiren lassen, nnd wcnu ein Festessen vcraustakct werden sollte, müßten oic Gesellschaften auf die Anwesenheit dcr Minister verzichten. Die Festessen unter« bleiben. — Vor einer der Liuicu Wiens hat sich eine Fabril ctablirt, wo lüustlichcr Kaffee mittelst einer Maschine aus allem ziommiobrod, Hafermehl u. ogl. crzcugt, gebräunt und dann vermengt mit wirtlichem Kaffee in den Bcrschll-iß ges^t wird. lWüusch' gute» Appetit.) — Cinc auS Vad Wartcnbcrg gestern cingctrof-fcne telegraphische Depesche zeigt an, daß Alois Ander daselbst gestern Morgens, nach einigen sich rasch wic> dcrholcudcu Krampfanfällen, verschieden sei. — Die Mitglieder dcr Brüuncr Lesehalle habcu an Dr. Gislra aus Anlaß seiner hervorragenden Thätigkeit bei dcr Verfassung des Adrcßcntwurfcs des Abgeordnetenhauses nud dcr Vertheidigung des Ent« wnrfcs eine Adresse gerichtet. Vermischte Nachrichten. Zu Barcelona spielt augenblicklich cin inter« cssautcr Prozeß. Im Jahre 1845» vcrschwaud auf go hcimuißvollc Weise cin jüngerer Sohn des Marquis von Fontancllas, ciucö dcr reichsten Äanlicrs der erwähnten Stadt. Man vermuthete ciuc Entführung durch Uebclthätcr. Dic Familie nahm dic Sache sehr leicht und versänmtc es, die gehörigen Nachforschungen anzustellen. Trotzdem setzte dcr MarqniS auf fciucm Todtcubcttc dcu verschwundenen Sohn, Dou Claudius, zmn Universal^ Erben cin. Im Jahre 18lN lehrte dcr Verschollene, dcr mittlerweile iu die argcutiuifchc Rc^ publil hinciugeralhcn war, nach Barcelona znrück, alS er dic Nachricht von dcm Todc seines Vaters crhal. ten hatte, uud stellte sich sciuem alleren Bruder Lambert vor, dcr ihn wicdcrcrtannte. Clucm Schwic-gcrsohuc des verstorbenen Marquis lam diese Heiin« lchr ungelegen, der verlorene Sohn ward verhaftet, uor Gericht gestellt und als Betrüger zur Galeere vcrurthcilt, nachdem cincr der zu seiner Vertheidigung bestellten Advokaten auf mysteriöse ^>cisc gestorben war. Jetzt ist ciu neuer Vertheidiger aufgctrelcu, dcr Dokumente in Händen z» haben behauptet, aus wel-chcn rr dcn Beweis führen will, daß dcr Vcrurthciltc wirklich der ist, für wrlchcn cr sich auögibt. Man ficht dcm Ausgange dcs Prozesses init großer Span-unug cntgcgcn. — Iu Toulouse ist ciue Gcscllschaft, dic aus I.'l Aerzlcn bcslchl, welche sich nm I'l. eines jcdc,i Mo^ nates bei cincm Rcstaurateur versannnclu und im Kabinct Nr. 1Z dinircn. Dicß dancrt schon seitdem Jahre 1854 nnd dic Gesellschaft hat noch lein cinzi-gcs Mitglied verloren. Ncncstc Nachrichten und Telegramme. Trieft, 11. Dezember. (Pv.) Der Dampfer „Brasiliau", welcher mit österreichisch ° mexikanische» Trnppcn am 1. d. vou hier abgcgaugcu, ist am Frei- lag (l». d.) in Gibraltar angekommen. Kciü Kranker an Bord, lcinc Strafe nntcr dcr Mannschaft. Berlin, 10. Dezember lAbcnds.) Di: „>irenz-Zeitung" bezeichnet die Nachrichten von Wicucr Vläl« lcru über den Zweck dcr Rcisc dcS Baron Werther uach Berlin als völlig erfunden. Derselbe befinde sich lediglich in Privataugelegenheiteu auf Urlaub. Turin, 10. Dezember, lPr.) Es verlautet, daß alle italicuischcu Freihäfen abgeschafft werden sollen, um dem Schmuggel zu stcueru. Pari^ 10. Dczcmbcr. (Pr.) Dcr Staatsratl) hat sich gcgcu dic immerwährende Dauer dcs lilcra rischcu Eigenthums erklärt. Dic Crbcu dcr von La Pommerais vergifteten Madame Pauw haben diefer Tage gcgcn fcchs Affrlurauz-Austaltcu Prozesse eröff« uct. General Totllebru ist vou Paris uach Nizza al^ gereist. Paris, ll. Dczcmbcr. lPr.) Die offiziöse Presfc ist augcwicscu worden, die Polemik zu Gunsten dcr gallicanischcn Tendenzen im Hirchcuwesen fortzusetzen. Frankreich will energisch in Konstanti» uopel anftretcu, um jede (5inmischnng der Pforte in dcn Angelegenheiten vou Tunis fcrnznhaltcu. Eine Dcpcsche dcS französischen Gesandten Malarct vom 7. d. meldet, Italien werde, wcuu leiu Angriff drohe, nlindcslcus fofort drcißigtauscud Maun beurlauben; biuncu Jahresfrist sollen weitere fünfzig, bis siebzig-taufcud Mann folgen. Nigra begibt sich nächsten? auf acht Tage uach Turin, um für die Entwaffnung und Zurcchtsctzuug mit Oesterreich zn wirken. Brüssel, 11. Dezember. (Pr.) Die „Indepen. dancc" läßt sich aus Paris melden, Oesterreich wolle sciucu Vcsitztitcl auf die Hcrzogthümer an dcn deut-scheu Buud abtreten, uud uöthigcufalls mit Gewalt cincr preußischen Annexion entgegentreten; zuuachst wcrdc cö die Ancrlcnnnug dcs Herzogs von Augn> stcuburg vorschlagen; der österreichische Kommissär in Schleswig habe dcn prcußischeu gchiudcrt, Personen, wclchc dcul Herzoge Adressen darbrachten, zn verfolgen. Ätew-Aort, ^>0. )iovembcr. Sherman ist, an Macou vorbcimarschircnd, nach dcr Einnahme von Millcdgcvillc nud Gordon, uach Savanuah vorgerückt. Die südstaatlichcn Jourualc behaupten, die Kavallerie Sherman's sei bei ciurm Versuche, den Tcouuccfluß zu passircn, zurückgeschlagen worden. Dcr Gouvclucur vou Georgia hat die Bürger vou scchszchu bis vierzig Iahrcu zu vierzigtägigem Viilitärdicustc lonslribill. Bcaurcgard und Hardcc stehen in Macon. General Thomas zieht sich, von Hood gefolgt, znrücl. Newport, 1. Dezember. Die Uuionisten haben Sl)clbl)l)illc geräumt. Die sübftaatlichcu Mi« lizc», von Noldlaroliua find uach Gcorgiru geschickt worden. Theater. Hcutc Dinstag: Die Na'uber, Trauerspiel in 5, Aufzügen, von Friedrich o. Schiller. Morgen Mittwoch: Zum Vortheile der Lokal- und Opcrcttcu.Säugcrin Frauziska F rühling : Der Verschwender. senc Sladterwcitcrung erst znr Wirllichleil geworden sein, dann dürfte dieselbe, wic sie jetzt bereits jede Wohmmgsuoth zur Mythe machte, anch bald die enormen Miethen der Wohnnugcu auf ciucu nicdercn Fuß clmäßigcn. Dirsc Thatsache kauu auf dic Zu „ahme dcr Bevolleruug nicht ohne Einfluß blcibcu, nud im ^ahrc 1<^7l» wird sicher wieder ciilc ncnc Volkszählung nothwendig seiu. Hoffeutlich wird der Gcmciudcralh vou 1^70 daun ciwas vorsichtiger diese ncuc Koustripliou iu Szcuc sctzcn, nud dcsscu stali-slischc Abtheilung elwaS glücklicher im Eulwerfcu dcr betresfeudeu Tadcllcu sein. Dcr Mangel fast jeder brlchreudcu Aufklärung über dcu Zweck dcr Volks-zähluug hat die seltsamsten Besorgnisse nnd Jusinua-tioucn iu der Menge henwrgcrufcu, dic allzu detail« lirtcu nud doch unllarcn „5iöpfc" dcr ciuzclncu Ta-bcllllnlibrifci: hal'cn dic meisten Äöpfc dcr Ansfüllcn-dcu geradezu verwirrt. Die ausgefüllten Tabcllcu jedcö eiuzcluc:! Halses licfcrlcn ciuc gauze Blulncn» lese tomischer Mißvcrstäudnissc. Wcun iu den mcislcu Fällen schon auf dcm Um. schlage dcs Bogens iu dcr Rubrik: Zimmer ncbcu dcr Zl'hl auch dcr schuchlcnic Zusatz „äl.c^ sch/flciuc" zu lesen war, so zeigt dicß, wie weit verbreitet dcr nuö maugclndcr Belehrung hcrvoracgan.qeiic Olniibc war, cs haudlc sich hicr um die Vorarbeiten zu ciucr demnächst zn dcanttagcndm ncncn — Quartiersicilcr. Wcull al'cr Ic»la„d d/c 3l'ubn'f.- Haf st'c ^o,'c Woh. nun^) c'mcn „besonderen" Küchcnraum, mit der Be, merluug sülltc „leiucn „besoudeieu", denn er ist fin» s", so beweist dieß, wic dic Slylisilung dcr Nu. urilcn sich vom Doppelsinne uicht freizuhalten wußte. Wcnu dic Nubril: Sprache, sehr häufig mit „dculsch" und dein verschämten Nachsähe „nuch clwas franzö» fisch und cuglisch" ausgefüllt wurde, so deutet dieß darauf hiu, daß statt „Sprache" besser „Muttersprache" an die Spitze dieser Rubrik gestellt worden wäre. Unabhängig vou dein Eutwurfc der Tabrllcu war es allerdings, wcnn Icmand „dessen Köchin, desscu Stubenmädchen" iu die Rubrik: Verwandt» schaflsuelhällniß schrieb, und cin Anderer die Rubrik: Nahrung mit „Suppe, Fleisch, Gcmüse, Mehlspeise" zeichnete, während ciu chrlichcr Schuster uuler seinen abwcsendcu Angehörigen sämmtliche Gesellen auffühltc, dic je bci ihm iu Arbeit gcslaudcn warcu. Daß die Mehrzahl dcr Flaucn für die Rubrik: Geburtsjahr, uichl immer gleich dcu richtigen Ausdruck fand, ist zu ualüllich, nm bcsoudcrö crwahut zu werdcu. Daß abcr auch Gatten uud Väter sich standhaft wcigcrlcu, dicfc indiskrete Rubrik im Nauxn dcr Damen ihrcö HauscS zu füllen, spricht dafür, daß die männliche Galanterie unserer Tage noch immer besser sci als ihr Ruf. In dcr Tabelle ciucs Hauses dcl Vorstadt Rcinprcchlsdorf saudcu sich dic Rubriken: hci' mat, Bcziif, l'alid, ssczcichucl „RciuplcchlSdolf, Malia-HNs. Wicn", und in ciucr andere» Talicllc sand sich ii, dcm Bla/tc füi' al'lvcscudc AlMlMigc in dcr Ril-bril: a/gemvärtigev Aufcuthalt loilscgucnt ,,Wicu" angcgcvcn. Noch ist dic VlillszähllMg uichl geschlossn,, »ach ^ind dic Resultate derselben nicht, anch nur ilß Nalhscl nicht nur die natmlichc Grenze filr das Ahnuugsvcrmögen dcs Somnambulismus, sondern auch für dic soziale Wissenschaft dcS Feuilleton'ftcu.' 1536 Telegraphische Effekten- nnd Wechsel.Kurse an der k. k. öffentlichen Börse in Wien 5'/« M^taNique« 71,10 1«U0-lr?lnl.ih< W.^0 b'/, 9lHt. ,ssrtdit^tien . 171,30 K. f. Dulaten 5 5)»! Fchrordnnng Iüge der k. k. Ki.dbahil - Gesellschaft. Vom 15). Iu'.ii 1ft>;4 bis auf Weimcc«. Postznqc zwischen l,'aibach und Wien Hn l>«r Uichtu»l! nach Wicn. U. Hl'. U, M. kaibach Abfahrt ^lachm. 12..1I u. Nach,Z I'.'.1<» Steinblllct ,. 3.27 „ ^ 2.5/> CM „ 4.22 „ 7ni,h N.ö^ Pragcrhof Abends ^i.4 „ „ i'».3<> Mardina ,. <^.4'l „ „ 0.1s> Ora; ' ,. '.'.8 „ „ «.43 Brück a. M. „ 1»»..")4 „ Bonn. 10.ij8 Nmsladt Nachts U.42 „ Nachm. 3,35 Wien Antunft Früh 5.27 „ Abende 5.5'i I» t'cr Uichtxnj, von Wien, U. M. ll. M. Wien Abfahrt Lonn. 9,30 u. Abend? 9.30 Neustadt „ 11.35 „ Nachts 11.20 Brück a. M. ^iachin. 4.47 ,. Friih 4.5 Ora, 'Ad.lidi, '^iachm. 2.14 Adelsl,?rg „ ,. 4.5l „ „ 4.39 Nabrrsina „ .. 7.40 „ Abciidi« 7.3>> Trieft ?littnnst „ «.24 „ „ «.15 Nabrcsina Abf. Früh «.« „ „ 11.47 Benediss ?lnl. Nachm. 3.0 „ Früh <'>.— In der Richtung von Venedig, Triest und ^aibach. u. M. U. M. Venedig Abf. Äbeudö 10.2«! u. Vorn,. 11.— Nabrtsma Ankunft Früh 6.5 ,. Äbd«. <;.5s) Trieft Abfahrt „ 0.45 „ „ i;.45 Nabresina ,^ „ T-.44 „ „ 7.4! «delsberq „ Vmm. „ 10.19 „ „ 10 17 Laibach Änl. Millac,« 12.41 „ NachtS 12,39 Der Gilzxg von Trieft nach Wu n und von Wien nach Trieft jedcu Dillsta^, Tonncvstag nnd Samstag. Wien Abfaßt Früh «'..45 Trieft Abf. Fillh «i.30 Gra, Mittag 12.22 ?aibach „ Vm. 10.41 EM Nachm. 3.30 Cilli „ Nclnn. 1.2 Lckbach Nbrndö 5.49 Graz „ « 4.« Trieft Auk. „ 9.5'i Wicn Anl. Abs. 9.32 Zu dcn Eilzitgm werden wie bisher nnr Fahrtalteil 1. Klassc aiisgess^bl'!!. Die Anschlüsse in Nabn'sina an die italimifchrn Züge bleiben dieselben niic biöher. Gemischter Zug Wicu'Laldach-Tricsf nnd >>><» v>l>'.,. Wien Abf.Ncl,:ö. 12.— TricstAbf, Nachts 11.30 Ora; „ Vorm. 10.— '^'.ibach Au!. Früh 5.45 Eilli ,> s^chm. 3.40 ,. Abf. ,. <;.-Laibach A»l, Abd.'. 7.22 , Cilli „ Vorin. 9.19 „ Äbs. „ 7.40 Graz „ Nach»:. 3.1« Trieft Anl. NachtL 2.2 Wien Nnl. Früh 1.34 In der Richtung von Steinbrück-S i s s c k. Abfahrt uon 5! a i b a ch 12 Uhr 51 Min. Nachmittag«. Antnnft in Zteinbrllck Nachmittag 2 Uhr 57 Min. Abfahrt von 2 tcinbrück Nachm 4 U. 30 2'i, Antllnft in Agra m nin 7 Uhr 4 Miü. Abfahrt von A gram nm 7 Uhr 19 M., An-liliift in 2 issel nm « Uhr 50 M. Adendc. In der Richtung uon Sisscl» 3 teinbrück. Abfahrt von Tifscl Früh ll Uhr 30 ^in. Antnnft in Al^ram nm « Uhr 1 Min. Abfahrt von Agräm um « Uhr 1») Min., An-! knnft in Ttcinbrnck nm 10 Uhr 50 Mii:. Abfahn von Tteinb rück II Uhr 54 Min.,^ Aüluuft in i'aibach 2 Uhr 2 Min. Naänn. Vciu 10. mid I I, ^.nil's,', Ttadt TÜien. Die Hirrcu: v. Hosl^nicr, s. f, Major, v^'ü Krainl'urg — Äislaiinn, f t, Hanptiii.nm. — Mcicr. K.nifluaim, ,l»d Ämuch»,?, Iii^ciiilur, vrn Wien — Nöclen^aiin, Piiua». von Mavt'iirH. — 3^ir, ^anfin.iün, vl'» Ct, Galls« — ?l>ü>rlll, f, mcrilanischci Thierarzt, vo» Z.iltbu. -^ Tv Fuchs, VewcrsslInhabci, ron K,n>!ci, Elephant. Die Hen'cli: Iacol'i, ,sl^!lf!!>ai>», r»» 3<,>nlf>!!>nlu; Pttschs^lschsa, I. inclil,,!!!-,chcr Ol'illi.ilt^iiaiit, und Vulaßovich, l, k. ?lvl-M»ijl'r, ,on Ti^tt. — Piiltnis. f. i!nrif^!us,1,',> vauutinanu. und H»l!,ics, Kaiümaüll. uon Wi,». Haül^ne^, KlNifinaiüi . vl'N Sifftk -^ ^'cüssyl, Kalifma»», ri,'» K^liischa, — Maßo^'llst v,,» Pifilic'. — Wilchir uc'ii Pr^> Wilder Mann. Tie H.rrl«: Ccchiüi, Grul^l'csi^^r, veil Tr!,st. — Fifchsr v svichNtdt pc>n St'ül^'. Vaierischcr Hof. Mohren. Dil Hcrnn: Püsalinewitsch, l t ^,'l,>,!,.-»,int, von VtN'iia, — Koni,?, (.^slüI'.ihülÄfaiüts. l,'Dn Stcilil'rücf. Ankündigung. Pci mcinll bcuorslelxnocl! U^'cistor' lung ^o','> ^.nbcich biltc ich Tisjeüi^c,,, »urlche Forr^er'.lll^cl, an mich z» »llllcn oder Zahlnnqcn an mich zu llisttli l'^bsn. ^cl'lifs Ni^llüüg dclse!l>sn sich bis zum ltt. d. ?)t. zu mir bemnl'tli zn wollen. Fill daö mir wä'hlsüd nninll fasl sreijähri^ci, Anwsfcnlisit liicrorlö i„ so dol'tm Grade gtscheokle Wohlwollen und Verlranln sage ich l'icrlüit cil.'cl, Flcundcn nnd Vckannlel, mii»sn l'cr;. lichftr,, Dank. Pctcr Uikol. ^nl'cr. K. k. priv. Südbahtt-Gesellschaft. ElilffnW >cr Haltestelle Gptschina Voüi 1.1. Dezember I8N1 an wii-d versnchöweisc für di.- ?ann einei» Jahres bei dl'in ^ächt,-vljau,e Nr. 15« „iichft vptschi»a ^>ir Aufnahme von Pnsonrn, sonne ^nr Allsnno Abgabe dcc< Nsislqepii^ dnM'?n cine Haltestclü' eröffnet, wo die Posi;l!a/ 1 Minnle anhalteil werden. I Tie Balma,eb!,!)rl'!i wnden für südwärt? ck'iscnde n»d dcrrn ft^v« ,» «»»cl lllill^t>r ^»z,,»,,,«««««,»dcr 5cn Dop' p?lkette«,stich, iln' lc>w.ndlar zi,m blähen, Tteppen, Sticken, Besetzen, Wat- tire», ssältellt »nb sind r.rslhc» »iil '/ttl^n^i!» ^ü» Läninc», Näl><>n t«r KlU'Püälilc, Vaülsiüf.'itt», Bortlire,«. ^ii^cii ^in- »>:d A>iii!uhs» . Sl'nlachirs!!. scxnr Vorlichlnn^ül ^>»l TtilllN »>'t> T.i!»!^'!!»!!.,', V.nid- mid ^,s>ilz>N!f»ähc», zilm ss^lllln, Waruire» u. f. w. Oicnoral-Astcntur für Oesterreich bei Lglll5 DllllMaNN lN Well, Mariahilftrstrassi' Nr. ,15. ^ Nssteklanlsl! auf tilse Ä^ctilur wollcu slch l'ci i7>l'c»Nsl,'c»dcm melden. (2252—9) Ml BelllWS- Nll Ulllllbeschn. 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