Macher TaMtt. Redaction und Expedition: Bahnhofgaffe Nr. 15. Nr. 190. UHkl-D'vrLÄL Mittwoch, 21. August 1878. —Morgen: Timotheus. WWuHM'U 11. Jahrg. Mit d-r s°st i L-»,j-hr.fl.ir. ^ O ^ ,e,gm b,S 5 Akile» 20 !r. Zur Occupationsfrage. In Pariser Blättern begegnen wir der Ansicht, daß Oesterreichs Aufgabe in den türkischen Grenzprovinzen sichere Lösung erst erfahren könnte, wenn es in Belgrad Posto fassen würde. Oesterreich befindet sich in einer Lage der Entscheidung, es steht auf dem Punkte der Entscheidung, es steht auf dem Punkte, zwischen einer kleinen und einer großen Politik zu wählen, zwischen einem Abenteuer und einem Unternehmen, welches von den glücklichsten, segensreichsten Erfolgen begleitet sein könnte. Die kleine Politik würde darin bestehen, sich mit der Erwerbung zweier, durch Greuel des Krieges verwüsteten, unkultivierten Provinzen zu begnügen; zweier Länder, die von turbulenten, aufhetzenden Fürstenthümern umgeben sind, — die offiziöse „Mont.-Rev." wird ungeachtet ihrer vom Stapel gelassenen schöngefärbten Beschwichtigungsartikel diese Thatsache nicht wegleugnen können, — wo die österreichisch-ungarischen Truppen von allen Seiten tückischen und meuchelmörderischen Einsäüen der feindlichen Nachbarn ausgesetzt sein werden. Die große Politik wäre nicht nur fruchtbarer, sondern auch leichter, einfacher und minder kostspielig durchzuführen, als die kleine. Es dürfte in den Bereich der Unmöglichkeiten gehören, Bosnien und die Herzegowina auf längere Zeit selbst mit einer großen Armee zu halten; jedoch ein Armeecorps von 30,600 bis 40,000 Mann, welches in Belgrad stünde, würde ausreichendem im Norden der Balkan-Halbinsel die Ruhe aufrecht zu erhalten. Durch diese Truppenaufstellung würde der panflavistischen Verschwörungsschlange der Kopf zertreten, die Ungarn und die Deutschen würden zuversichtlicher und den Südslaven würde begreiflich gemacht werden, daß sie etwas Besseres zu thun haben, als auf eine Parole von St. Petersburg oder von Moskau zu warten; auf diesem Wege würde Oesterreich im Orient dahin gelangen, wohin es gehört. Ganz Europa würde Oester- reich-Ungarn dafür dankbar sein, wenn es Ruhe und Ordnung im Süden seiner Grenzen schaffen würde. Rußland, ermüdet von der großen Anstrengung, die es gemacht, würde nicht von neuem Feindseligkeiten beginnen, welche die Frucht seiner ersten Erfolge in Frage stellen könnten. Deutschland würde nicht Interessen bekämpfen, die zum Theil seine eigenen sind. England würde Beifall klatschen. Frankreich würde schweigen, Italien sich darauf beschränken, von neuem seine Forderungen hören zu lassen. Niemand würde den kaum beendigten Krieg wieder erwecken wollen. Eine energische und entscheidende Action Oesterreichs würde nicht nur in der Gegenwart den Frieden nicht kompromittieren, sondern ihn noch dazu für die Zukunft garantieren. winer der revolutionäre Panslavismus steht. Es bestand anfänglich die Absicht, Bosnien, die Herzegowina, Serbien und Montenegro in ein Ganzes zu verschmelzen, welches bis zum Adriatischen und Aegäischen Meere reichen und einen Staat bilden sollte, der eine glänzende Aussicht gehabt hätte, wenn er nicht dazu bestimmt gewesen wäre, der Zufluchtsort der allgemeinen Revolution und eine unversiegbare Quelle der Beunruhigung für die zivilisierte Welt zu werden. Oesterreich hat nicht allein seine Hand auf zwei Provinzen des zukünftigen panflavistischen Staates gelegt, sondern ist auch, indem es sich zwischen Serbien und Montenegro schob, zu einem verhaßten Hindernis auf den Wegen des fragmentarischen Panslavismus geworden. Letzterer, derart bedroht, wird sicher alles ausbieten, um Oesterreich Schwierigkeiten zu bereiten; selbstverständlich nicht in der Hoffnung, Oesterreich zu besiegen oder die Occupation zu verzögern, sondern um in Bosnien und der Herzegowina einen Zustand der Unzufriedenheit zu erhalten, welcher die beiden Provinzen zu dem Brennpunkte der panflavistischen Agitation, Serbien, hinzieht, das immer bereit ist, Europa zu beunruhigen, da es die Ueberzeugung hat, nur durch einen neuen Ausbruch weitere Vergrößerung und erhöhte Bedeutung erlangen zu können. Diesen Eventualitäten scheint der Berliner Kongreß eine Beachtung nicht gewidmet zu haben. Die Diplomaten betrauten Oesterreich-Ungarn mit dem Vollzug einer Friedensmission, und siehe da, sie schickten Oesterreich-Ungarn in den blutigen Krieg, dessen Ende und Folgen heute nicht mit Sicherheit definiert werden können. Englische Blätter ziehen die Occupationsfrage eben auch in nähere Betrachtung; Oesterreich-Ungarn ist von dem auf dem Occupationsfchauplatze massenhaft aufgetretenen Widerstand peinlich berührt. Oesterreich-Ungarn hoffte, dort mit der Friedenspalme Einzug zu halten, und es muß nun die Kriegsfackel anzünden, muß in jenen Provinzen, die es zu pacisicieren beauftragt wurde, Kriegs- und Standrecht publicieren, muß dort schalten und walten wie im Feindesland. Die Diplomatie hat in der Occupationsfrage fick selbst, ganz Europa, in erster Linie Oesterreich-Ungarn, bitter getäuscht, die Bewohner Bosniens und der Herzegowina zählen zu der kriegerischen, fanatischen Raffe. Der Widerstand wurzelt in der Idee, die Einwohner müssen von dem Glauben ihrer Vorfahren lassen, sie müssen ihren Grund und Boden dem fremden Eindringling abtreten. Oester-reich-Ungarn hat große Arbeit zu verrichten. Die Tage der Occupation beweisen, daß diese Arbeit auf friedlichen Bahnen nicht wird verrichtet und zu Ende geführt werden können; anstatt mit Friedenswerkzeugen ins. Treffen zu ziehen, spielen Pulver und Blei, Eisen und Stahl die Hauptrollen. Auch englische Blätter betonen, daß hinter dem Widerstande der Bosnier und der Herzego- Vom Occupationsfchauplatze. Der Spezialkorrespondet der „Nr. fr. Pr." berichtet unterm 17. d. M.: „Durch Recognos-cierungen und Kuudschafter wurde sichergestellt, daß sich bedeutende Jnsurgentenscharen im Walddefile JeuilleLon. Eine internationale Musikausstellung. Von L. Nohl. Gemäß der Tradiüon Ihres Blattes, von jedweder Begebenheit der Zeit, die ein allgemeineres und dauernderes Interesse hat, kurz historisch Notiz zu nehmen, gebe ich eine solche über ein künstlerisches Ereignis, das nicht ohne bleibende Einwirkung und Folge sein wird: die Erfurter Tonkünstler-Versammlung vom 22. bis 26. Juni d. I-, die eine wahre internationale Musikausstellung war. Nicht daß es uns bisher irgend an umfangreicheren musikalischen Productionen gefehlt hätte. Aber vor allem diese „Musikfeste", die jetzt seit Jahren und Jahrzehnten fast jeder deutsche Gau hat, verfolgten nur den Zweck, auch die weiteren Kreise des Volkes für die edleren Schöpfungen der Musik zu interessieren, und schon im Jahre 1825 z. B. brachte das Aachener Musikfest Beetho- vens neunte Symphonie, die erst kaum ein Jahr zuvor fertig geworden war. Allein wie die Kunst dort zunächst nur in ihren allgemeineren Umrissen vor die Seele von Beschauern trat, die vorher von einer solchen großen und inhaltreichen Production der Zeit kaum eine Ahnung hatten, so war das Vehikel, um die große Menge für diese Vorführungen in Bewegung zu setzen, einerseits die Wahl schon von altersher berühmter oder bekannter Werke, wie Händels Oratorien, andererseits eben der Festcharakter, der hier stets mehr die sociale Vereinigung mit Zweckessen und anfangs sogar mit dal Mrs traf, so daß das Ganze von anderswoher als vom reinen Kunstintereffe seinen Anstoß nahm und seine Erfolge gewann. Einen hievon völlig verschiedenen Zweck verfolgte von Anfang an der vor 20 Jahren unter F. Liszts Anregung und Aegide gegründete „Allgemeine deutsche Musikverein," der heute durch viele hundert Mitglieder über ganz Deutschland, und man darf sagen Europa, verbreitet ist. Bedeutende, aber wenig gehörte Tonwerke neuerer Eomponisten zur Darstellung zu bringen, ohne jedoch ebenfalls selten gehörte oder schwer ausführbare ältere Werke irgend auszuschließen, und zugleich alles in stilgemäßer und sogar mustergil-tiger Aufführung zu geben, war dabei das Ziel eines Theiles seiner Bestrebungen, der „Tonkünstler-Versammlungen", oder, wenn der Rahmen enger gesteckt werden müßte, „Musikertage". Seit dem Jahre 1859 sind nun, über die verschiedensten Gegenden Deutschlands vertheilt, alljährlich solche musikalische Productionstage im großen Stil gehalten worden, und wie mancher Musiker und Musikfreund birgt nicht davon die schönsten und fruchtbarsten Erinnerungen und Anregungen in seiner Brust. Hätten wir nicht im Jahre 1876 dieses „Bayreuth" mit seiner energischen Erstrebnng der endlichen Darstellung eines wirklichen deutschen Stils zunächst für die musikalische Bühne gehabt, wir müßten diese Ton-künstler-Versammlungen des allgemeinen deutschen Musikvereins für die einzige würdige Bemühung erachten, dasjenige nun auch endlich für Deutschland zu thun, was die Oranä Opvra in Paris seit mehr als 100 Jahren für Frankreich und einst zwischen Ovcjalnka und Han Belatovac gesammelt haben. Sollte der Feind nicht wieder im letzten Momente abziehen, so war es sicher, daß es diesmal zum harten Kampfe kommen müsse. Dem Gefechtsplane entsprechend, wurden unsere Truppen schon am 15. nach jenen Punkten dirigiert, von welchen aus sie kommenden Tags am vortheilhafte-sten in das Gefecht gebracht werden konnten. Am Abend des 15. d. stand die linke Flügelcolonne: Brigade Müller, drei Bataillone und eine Gebirgs-batterie, östlich Bristi; die Mittelcolonne: sechs Bataillone, eine Gebirgsbatterie und die Corps-Geschützreserve, bei Buzovaca; die rechte Flügelcolonne: Brigade Villecz, vier Bataillone und eine Gebirgsbatterie, vorgeschoben gegen Stina. Am 16. d., morgens, erfolgte die Vorrückung, und zwar marschierte die linke Colonne um halb 7 Uhr, die rechte um halb 6 Uhr und die Mittelcolonne um halb 8 Uhr ab. Die beiden Flügel-colonnen hatten die Aufgabe, den Sattel von Belatovac, die wahrscheinliche Hauptposition des Feindes, im Rücken zu fassen. Sämmtliche Trains blieben vorläufig bei Buzovaca zurück. Feldzeugmeister Philippovich mit seinem Generalstabe, dem auch ich mich anschloß, folgte der Vorhut der Mittelcolonne. Kaum hatten wir Buzovaca passiert, als um halb neun Uhr von der Brigade Müller der erste Geschützschuß abgegeben wurde. Es folgte hier eine halbstündige Kanonade, welche bezweckte, die Jnsurgentenabtheilungen, die sich während der Nacht auf den zweitausend Schritte von der Aufstellung Müllers entfernten bewaldeten Berghängen festgesetzt hatten, zu vertreiben. Um halb 10 Uhr stieß die Vorhut der Hanptcolonne dort, wo die Straße den Kozicabach übersetzt, auf den Feind. Von hier aus beginnt auch das Wald-defile, welches die Straße durch zwei Wegstunden durchzieht. Die das Dcfile einschließenden Hänge sind zwar wenig steil, dabei aber sehr conpiert, unregelmäßig geformt und erschweren die Bewegung und die Uebersicht. Unserer Vorhut, bei welcher Generalstabschef Oberst Popp persönlich disponierte, gelang es indeß bald, in den Wald einzudringen. Es entwickelte sich ein sehr lebhaftes Plänklergefecht, an welchem von der Mittelcolonne das 39. Jägerbataillon und zwei Kompagnien MaroiciL sowie ein Bataillon der Brigade Müller theilnahmen. „Mittlerweile wurden von FZM. Philippovich vier Geschütze einer leichten Batterie der Geschützreserve auf einen links von der Straße gelegenen Höhenrücken disponiert. Die Position war eine außerordentlich günstige, von der aus die feindliche Aufstellung bis zum Gebirgssattel übersehen und zum Theile ins Feuer genommen werden konnte. Die Auffahrt der Geschütze war aber mit unendlichen Schwierigkeiten verbunden und erfolgte stellenweise im feindlichen Jnfanterie- die Bühnen und Confervatorien von Neapel, Rom, Bologna, Venedig für Italien, nein, auf sehr lange Zeit für die ganze Welt gethan hatten. Es kommt nun aber hier noch ein ganz anderer Anlaß und Zweck hinzu. Wo besaß man bis heut' irgend allgemeine „Musikausstellungen", wie man weitumfassende und sogar internationale Kunstausstellungen seit ein paar Menschenaltern besitzt und so der allgemeinen Bildung die Möglichkeit gewährt, sich freien Ueberblick über die Production der Zeit zu verschaffen, dem Künstler Er einen Maßstab des eigenen Schaffens auch ^rken mitlebender Meister in die Hand zu ^ dieses so erfolgreiche Rivalisieren auch die Production unserer Tage wirklich ge-hooen, ist fast so wenig zu bezweifeln, wie daß eben dadurch die allgemeine Antheilnahme an der bildenden Kunst eme geradezu hundertfach gesteigerte geworden ist. Warum also nicht das Gleiche in und für Musik? (Fortsetzung folgt.) seuer. Genau um 11 Uhr hatte diese Batterie Position gefaßt und den ersten Schuß abgegeben, eben in einem Augenblicke, in welchem das In« fanteriegefecht eine Lebhaftigkeit annahm, wie man solche nur in Schlachten während des entscheidenden Momentes bemerkt. Das Eingreifen unserer Artillerie war sofort von sichtbarem Erfolge begleitet. Das Feuer des Feindes wurde schwächer, der Gegner trat den Rückzug an. Da indeß die linke Flügelcolonne des schwierigen Fortkommens wegen nur langsam Terrain gewann und wir überdies von der rechten Colonne noch keine Nachricht erhielten, verfügte FZM. Philippovich, daß das Centrum vorläufig zurückhalten solle. „Um ^12 Uhr vernahmen wir aus weiter Ferne im Rücken des Gegners Kanonendonner; eS war kein Zweifel, daß die Brigade Villecz ihr Ziel erreicht hatte, und so war es auch. Die Brigade war um halb 6 Uhr aus ihrem Bivouac bei Stina aufgebrochen und nach glücklicher Ueber-windnng außerordentlicher Bewegungshindernisse um ^12 Uhr auf dem Hange südlich von Belatovac im Rücken des Feindes in einem Augenblicke eingetroffen, als beträchtliche Jnsurgenten-kräfte, nichts Schlimmes ahnend, soeben im Abkochen begriffen waren. Oberst Villecz ließ sogleich seine Batterie auffahren und das Lager mit Hohlgeschossen bewerfen. Der Feind, welcher vollkommen überrascht wurde, ließ alles liegen und stehen und eilte nach den bewaldeten Hängen jenseits der Straße. An der panikähnlichen Flucht nahmen auch die zur eigentlichen Vertheidigung des Sattels bestimmten Insurgenten theil, welche ihre verschanzte und vorbereitete Position in Eile verließen. Vier Geschütze, welche sie dort postiert hatten, wurden zwar aus den Geschützständen zurückgezogen, doch ist es wahrscheinlich, daß dieselben aus den unwegsamen bewaldeten Hängen östlich der Straße Zurückbleiben mußten. „Als wir um halb 3 Uhr auf dem Lagerplatze des Feindes anlangten, fanden wir bei 20 Zelte, zahlreiche Waffen, große Munitionsund Lebensmittelvorräthe, Kleider, Wagen, Pferde u. dgl. Die richtige Disposition und das rechtzeitige Eintreffen der Brigade Villecz hat die glänzende Entscheidung am gestrigen Tage gebracht. Würde die Brigade Müller nicht so erheblichen Bewegungshindernissen begegnet sein und mehr Terrain gewonnen haben, so wären die Insurgenten gerade aus diese Colonne geworfen worden, wodurch für die Aufständischen eine Katastrophe unvermeidlich geworden wäre. Nichtsdestoweniger errangen wir einen entscheidenden moralischen Sieg. Unsere Verluste betragen unglaublicherwrise nicht mehr als 12 Mann, jene des Feindes sind bedeutender; er verlor überdies 130 Gefangene, 2 Fahnen und massenhaftes Feldgeräthe. „Die Colonne Tegetthoff, welche von Senica über Visoka dirigiert wurde, hatte vorgestern einen harten, aber siegreichen Kampf bei Kakanj zu bestehen. Visoka dürste heute besetzt werden. Wir rücken heute vorwärts und werden morgen vor Se-rajewo eintreffen." Der in der Herzegowina eingesetzte Provinzialrath unter Vorsitz des FML. Baron Jova-novic hat bereits die Administration der Provinz unter Aufrechthaltung der bisherigen Gesetze und Vorschriften in der Art reorganisiert, daß alle Behörden functionieren, daß auf pünktliche Befolgung der bestehenden Gesetze und aus gerechte Behandlung aller Parteien gesehen wird. Von den Hunderten nach Bosnien mitgenommenen Fuhrleuten kehren viele, größtentheils ohne Pferde und Wagen, von dort zurück. Bei dem Ueberfall von Banjalnka sollen sich die dortigen Trappisten ausgezeichnet haben, namentlich soll deren Prior unseren Truppen schätzenswerthe Dienste geleistet haben. Nach Ansicht des fachkundigen Berichterstatters der „N. fr. Presse" soll die Ursache des Mißgeschickes, welches unsere Truppen in Bosnien heimsuchte, in gewissen inneren Verhältnissen der Heeresverwaltung zu suchen sein. Es ist eine unleugbare Thatsache, und zahlreiche Klagen liegen in dieser Beziehung vor, daß der Nachschubsdienst der Heeresbedürfnisse und insbesondere die Verpflegung vieles zu wünschen übrig lassen. Die Klagen über Mangel an Lebensmitteln und Munition haben sogar in den offiziellen Bulletins eine verhängnisvolle Rolle gespielt. Es muß demnach in dieser Beziehung etwas faul sein in unserer Heeresorganisation. Man glaubt, daß zu wenig Jntendanzbeamte vorhanden sind und daß die vorhandenen, meist jungen Beamten dieser Branche nicht genügend geschult sind. Der Uebelstand, betreffend die ungeregelte Verpflegung, wurde schon gelegenheitlich der Manöver bei Feldsberg, welche vor zwei Jahren stattfanden, bemerkt. Leider hat man es damals bei der Erkenntnis bewenden lassen und für Abhilfe nicht gesorgt. Heute tritt in dieser Beziehung eine neue Mahnung, und zwar in ernsterer Form, an die Kriegsverwaltung, eine ungeregelte Verpflegung und ein schlecht organisierter Nachschub der Kriegsbedürfnisse, welcher übrigens Sache des Generalstabes ist, kann die genialsten Entwürfe des Feldherrn und die größte Tapferkeit und Opferwilligkeit der Truppen zu schänden machen. Tagesneuigkeiten. — Ein gemeinsamer Ministerrath fand am 19. d. M. in Wien unter dem Vorsitze Sr. Majestät des Kaisers statt, welchem Ministerpräsident Fürst Auersperg und Finanzminister Baron Pretis, und ungarischerseits Ministerpräsident Tisza und Finanzminister Szell beiwohnten. Kurz vorher wurde gleichfalls unter dem Vorsitze des Kaisers ein Kriegsrath abgehalten, an welchem Kriegsminister Graf Bylandt-Rheidt sowie mehrere hochgestellte Militärs theilnahmen. — Internationaler Friedenskongreß. Die französische Gesellschaft der Friedensfreunde hat einen internationalen Kongreß einberufen, welcher in Paris in den Tuilerien vom 26. bis 28. September d. I. tagen wird und zu welchem alle Vereine ähnlicher Tendenz in England, Italien, den Vereinigten Staaten, der Schweiz, Oesterreich, den Niederlanden u. s. w. geladen werden. Der Kongreß wird der Reihe nach folgende Fragen diseutieren: 1.) Die praktischen Mittel, den Frieden sicherzustellen und die Ursachen bewaffneter Conslicte zu vermeiden; 2.) die praktischen Mittel zur Durchführung des Prinzips des Schiedsrichterthums; 3.) die Reformen, welche gegenwärtig in dem internationalen Rechte nothwendig sind. Die Gesellschaft der Friedensfreunde richtet einen energischen Appell an alle, welche ihre Tendenzen theilen. Man meldet seinen Beitritt bei Mr. Henry Bellaire, Generalsekretär, 19 Rue Drouot, Paris. — Zum Attentat anMezentsow- Der „Petersb. Herold" schreibt über das Attentat, dessen Opfer der Chef der russischen Polizei und der ge-sammten Gendarmerie des russischen Reiches, General Mezentsow, geworden, folgendes: „Als der General auf seinem gewöhnlichen Morgenspaziergang eben das Trottoir beim Eckhause der großen Jtalianskaja und dem Michaelplatz, in dem sich die Conditorei von Kotschkurow befindet, passieren wollte, stürzte sich vor der ersten Anfahrt des genannten Hauses ein junger Mann mit gezücktem Dolch auf ihn und versetzte ihm einen Stich in den Unterleib. Der verabschiedete Oberstlieutenant Makarow, welcher den General begleitete, wollte den Attentäter ergreifen, als ihm ein zweiter Mann den Weg vertrat und aus einem Revolver zwei Schüsse abfeuerte, welche jedoch fehlgingen. Die Bestürzung der Ueberfallenen benützend, warfen stch indeß beide Verbrecher in eine offenbar sie erwartende Egnipage und jagten davon. Die Straße war znr Zeit dieses Vorganges noch vollständig menschenleer, und so ge- lang es den Attentätern zu entkommen. General Mezentsow fand sogar nicht sofort eine Droschke, die ihn nach Hause bringen konnte. Um 5 Uhr 1b Minuten abends erlag er seiner Wunde. — Waldbrände. Aus Sibirien werden ungeheuere, weitverbreitete Waldbrände in Trans-baikalien in den Kreisen Werchudinsk und Selen-ginsk gemeldet; nicht nur die Wälder, sondern auch die Moore (Tündern) brennen seit dem April. Solche Waldbrände sind in den waldreichen Gegenden von Rußland etwas sehr Gewöhnliches. Bei der Ausdehnung derselben erweisen sich die Vorkehrungen dagegen als unnütz, es kostet häufig große Mühe, die waldumschlossenen Dörfer zu retten. Die Wälder brennen, bis eintretendes Regenwetter dem Brande ein Ende macht. Es brennt da nicht nur der Wald, sondern auch der Waldboden, auf welchem sich im Laufe langer Jahre eine mehrere Fuß dicke Schichte von Moos, Geäste, dem Abfalle der Fichtennadeln und vermoderter Baumstämme gebildet hat. So verbrennen jährlich bald hier, bald dort viele Tausende Morgen Waldes. In den bewohnteren Gouvernements von Centralrußland macht sich der Mangel an Wald durch die hohen Holzpreise bereits fühlbar. Lokal- und ProvinM-Angelegenheiten. — (Militärtransporte.) Wie wir aus sicherer Quelle vernehmen, werden in den Spitälern Laibachs von nun an nur verwundete Soldaten in Verpflegung genommen und mit anderen Krankheiten behaftete Militärs in andere Orte transportiert werden. Heute früh ging ein Transport von 60 kranken Soldaten mittelst Postznges der Südbahn von Laibach nach Wien ab. — Gestern abends passierten 900 Armee-Ergänzungstruppen die Station Laibach. — (Für die armen Reservistenfamilien in Krain) sind bis gestern 4321 fl. 46 kr. gespendet worden. — (Der Laibacher Casinoverein) genehmigte in seiner gestrigen Generalversammlung die Aufnahme eines Darlehens von 4000 fl. zur Bezahlung des Kaufschillings für die vom Restaurateur Herrn Ehrfeld angekaufte Glasveranda, des Eiskellers, Musikpavillons und der Gasleitung, und zur Deckung der nothwendig gewordenen Repara-turs- und Adaptierungsarbeiten. — (Der hiesige Feuerwehrausschuß) hat die Anschaffung eines Löschtrains und einer vierten kleineren Spritze neuen Sistems beschlossen. Die Ausführung der Arbeit wurde der hiesigen Spritzenfabrik des k. k. Hofglockengießers Herrn Albert Samassa übertragen. — (Zu besetzen sind): eine Lehrerstelle an der Volksschule in Bründl, Bezirk Gurkseld, und eine Dienerstelle beim k. k. Bezirksgerichte in Krainburg. — (Aus den Bädern.) Im heimatlichen Badeorte Töpliz bei Rudolfswerth sind vom 1. bis 15. d. 227 Kurgäste eingetroffen. Dieser Badeort hat Heuer auch Kurgäste aus Wien, Cilli, Görz, sogar aus Egypten angezogen. Die Gesammtzahl der heurigen Badebesucher erreichte bereits die Ziffer 787. — (Gustav-Adolfverein.) Angehörigen der evangelischen Gemeinde theilen wir mit, daß die l 6. Jahresversammlung des österr. evangelischen Gustav-Adolfvereins am 17. und 18. d. in Klagen-furt getagt hat. Die Abgeordneten der evangelischen Gesammtkirche haben anläßlich des allerhöchsten Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers ihre unter-thänigste Huldigung und ihren ehrfurchtsvollsten Dank für den der evangelischen Kirche allerhöchst gewährten Schutz ausgedrückt. Es kamen circa 9000 Gulden zur Verkeilung an arme hilfsbedürftige Gemeinden. Das Präsidium führte L. Asche, die Festpredigt hielt Pfarrer Schack aus Laibach, den Rechenschaftsbericht erstattete Dr. Witz. — (Neue Frachtbriefe) Das österr. Handelsministerium hat im Einvernehmen mit dem k. ungarischen Communicationsministerium die Einführung von neuen Frachtbriefformularien für Eilgut- und Frachtgutsendungen auf den österreichischungarischen Eisenbahnen mit 1. Jänner 1879 angeordnet, und finden von diesem Zeitpunkte an die bisher in Gebrauch stehenden Frachtbriefe keine Verwendung mehr. — (Aus der Bühnenwelt.) Der in hiesigen Theaterkreisen wohlbekannte eminente Opernsänger Herr Josef Beck junior (Bariton) beschloß diesertage in Graz sein glänzendes Gastspiel. Seine Stimme hat an Umfang, Mächtigkeit, Biegsamkeit und Klang wesentlich gewonnen, sein Spiel ist vornehm und ausdrucksvoll, und verwendet der gefeierte Künstler besondere Aufmerksamkeit auf seine Kostümierung; im „Fliegenden Holländer" wurde Herr Beck vierzehnmal hervorgerufen. — (Aus den N a ch b a rp r o v i n z e n.) Das Tauferer- und obere Zillerthal sind von einem entsetzlichen Unglück heimgesucht worden, infolge eingetretenen Sciroccos trat auf den dortigen Gletschern rapide Schneeschmelze ein, die Wassermassen setzten eine Landstrecke im Umkreise von zwei Meilen unter Wasser, verwüsteten Hütten und Dörfer und richteten großen Schaden an. — Der österreichische Aerzte-vereinstag und Aerztetag, welcher am 2., 3. und 4. Oktober l. I. in Graz hätte abgehalten werden sollen und für welchen die wichtigsten Vorbereitungen bereits getroffen waren, wurde wegen Mobilisierung einer großen Anzahl von Aerzten verschoben. — Die „Kroat, Post" erzählt, daß der Bürgermeister von Cavle, Krunoslav Jovic, eine Procla-mation ddto. 10. August erlassen hat, in welcher er die Bestimmungen des 68 bis 74 des Strafgesetzbuches in Erinnerung bringt. Diese Bestimmungen betreffen den versuchten nnd beabsichtigten Aufruhr, und im Z 74 wird eventuell die Verhängung des Standrechtes angedroht. Grobe Excesse bei den Wahlen sollen den Anlaß zu dieser energischen Maßregel gegeben haben. — Der Herr Unterrichtsminister hat die Umbildung des Real- und Obergymnasiums zu Villach in ein reines Gymnasium mit Aufnahme des Zeichnens in die Obligatfächer der vier unteren Klassen angeordnet und in dieser Hinsicht betreffs der Lehrversassnng der Anstalt unter Aufhebung der sogenannten Bifnrcation jene Aenderungen verfügt, welche die Freizügigkeit zwischen der Villacher Lehranstalt, die fortan die Bezeichnung „Staatsgymnasium" zu führen hat, und anderen Staatsgymnasien herzustellen geeignet sind. — Der als Botaniker bekannte Lehrer und Bürgermeister in Mitschig, Herr Josef Schell ander, entdeckte, wie die „Klagenf. Ztg." erzählt, unlängst auf einer Gemsjagd oberhalb der Kühweger Alpe an sehr schwer zugänglicher Stelle eine herrliche Blume, die er bei seinem nun mehr als zehnjährigen Herumklettern in den genannten Gemsrevieren seither nie noch zu Gesichte bekam. Der unbekannten Rarität, auf die wir die Botaniker und Blumenfreunde hiemit aufmerksam gemacht haben wollen, wurde bereits Pathe gestanden, und wird dieselbe LodellrmäöriL carintdirleL genannt. Der Slavismus und das Reich. Die Grazer „Tagespost" constatiert in ihrer gestrigen Morgenausgabe an leitender Stelle, daß es in Wien und im Süden Oesterreichs — in Krain und in den slovenischen Bezirken der Untersteiermark in erster Reihe — eine kleine Partei gibt, welche seit Jahren für den Gedanken schwärmt, die Interessen des Reiches auf denSlavismus zu stellen. Diese Partei faselt ohne Unterlaß, daß es in Oesterreich sechzehn Millionen Slaven gebe, von denen die Mehrzahl vom Liberalismus nichts wissen und auf die Errungenschaften der modernen Zeit verzichten will. Nach Ansicht des genannten liberalen Blattes fehlt es gewissen Staatsmännern und Politiken:, welche gar so gerne mit dem Slavismus liebäugeln, an statistischen Studien; sie versäumten, in Betracht zu ziehen, daß die Sprachen der verschiedenen in Oesterreich-Ungarn lebenden Volksstämme von einander eben auch wesentlich verschieden sind. Diese mit dem Slavismus liebäugelnden Politiker übersehen entweder aus Unkenntnis oder vorsätzlich, daß einzelne Kinder der Mutter Slavia einander feindlich, ja vom Hasse beseelt entgegenstehen; aus der Sprachenverwandtschaft der slavischen Völker lasse sich daher politisches Kapital nicht schlagen. Die Slaven in Böhmen und Mähren tragen so ziemlich das Gepräge der Politischen Wahlverwandtschaft und Gesinnung, aber der in Ungarn heimatberechtigte Slovake ist derzeit noch politisch todt, er wählt nach magyarischer Ordre. Nach bisherigen Wahrnehmungen bewegen sich selbst die Czechen auf Verschiedenen politischen Bahnen, der Czeche in Mähren tritt kluger, besonnener und ruhiger auf, als sein Bruder in Böhmen. Der Czeche in Mähren findet sich in der Reichsrathsund Landtagsstube ein, nimmt am parlamentarischen Leben theil; der Czeche in Böhmen zog sich schmollend und grollend zurück und verharrte bisher in starrer „dickschädeliger" Passivität. Die dem Slavismus huldigenden Politiker vergessen, daß Polen und Ruthenen ganz verschiedene politische Glaubensbekenntnisse abgelegt haben. Mit dem einigen Slavismus ist es also nicht gar weit her, und der ruhig denkende Slo-vene muß gestehen, daß seine Sprache von jener des Czechen, Slovaken, Polen, Ruthenen, Kroaten und Serben wesentlich verschieden ist; unleugbare Thatsache ist, daß der Pole den Kroaten und Serben gar nicht versteht. Die mit dem Panslavismus liebäugelnden Politiker übersehen weiter, daß die Slaven in Oesterreich-Ungarn zwei abgesonderten Staatsgebieten angehören. Diese kurzsichtigen Politiker übersehen schließlich, daß in Oesterreich-Un-garn mehr als zehn Millionen Deutsche wohnen, die alle eine Sprache reden und mit wenigen Ausnahmen eines Sinnes sind, während das Sla-venthum sich in Czechen, Slovaken, Polen, Ruthenen, Slovenen, Kroaten und Serben theilt, die in Bezug auf Sprache, Politik und Länderabgrenzung von einander geschieden sind. „Die Deutsch-Oesterreicher sind" — so schließt die „Tagespost" ihren aus gediegener Feder stammenden Artikel — „die Träger der Industrie, der Wissenschaft, des geistigen Lebens; sie sind die verläßlichsten Stützender Verfassung, und diese sei und bleibe die Grundlage des Staates. Wer für den Ausbau der Verfassung einsteht, der ist der wahre Freund des Staates, der treueste Anhänger des Staatsgedankens. Staatsfeindlich sind hingegen alle jene Hypothesenreiter, welche politisch unklar denken, welche die Grundvesten des Rechtsstaates gern unterminieren und dabei geistig und politisch unreife, über den nationalen Chauvinismus nie hinaus kommende Volksstämme als Mineure und Mauerbrecher benützen möchten." Aus dem Schwurgerichtssaale. Laibach, 20. August. Julie Lecel, verehelichte Paraubek, hat sich über die gegen sie auf Betrug lautende Anklage zu verantworten. Der Schwurgerichtshof bestand aus nachstehend genannten Functionären: OLGR. Ka-pretz als Vorsitzender, die LGRR. Dr. Vidic und Ribitsch als Votanten, Auskultant Haussen als Schriftführer und 12 Geschworne. Die Staatsanwaltschaft vertritt Staatsanwaltsubstitut Sche-tina; die Vertheidignng der Angeklagten übernahm Dr Neumeyer aus Graz. Julie Lecel, verehelichte Paraubek, soll nach Inhalt der Anklage sich solidarisch mit ihrem Ehemanne verpflichtet haben, einen Hauskaufschillingsrest von 500 fl. dem Realitätenverkäufer Franz Sluka zu bezahlen. Die diesfällige Schuldurkunde (Wechsel) soll jedoch an formellen Gebrechen gelitten haben, und nachdem Franz Sluka durch Zahlung nicht befriedigt wurde, strengte er gegen die Eheleute Karl und Julie Paraubek die Zivilklage an. Das k. k. Bezirksgericht Littai erkannte mit Urtheil dahin: Julie Paraubek sei nur dann den eingeklagten Geldbetrag einzuzahlen nicht schuldig, wenn sie den Haupteid dahin ablegt: daß sie sich niemals zu einer Zahlung solidarisch verpflichtet habe. Julie Paraubek legte den ihr aufgetragenen Eid ab, und Franz Sluka überreichte sofort gegen Julie Paraubek die Anklage wegen Betrug durch Ablegung eines falschen Eides. Julie Paraubek gesteht bei der heutigen Verhandlung, eine Schrift (angeblich Wechsel) unterschrieben zu haben, will jedoch nicht gewußt haben, daß sie durch diese Unterschrift sich zu einer Zahlung verpflichtet habe. Julie Paraubek leugnet die böse Absicht, den Sluka schädigen zu wollen, betheuert ihre Unschuld und betont, daß sie den ihr aufgetragenen Haupteid wahrheitsgetreu und ehrlich abgelegt habe. Franz Sluka beruft sich auf die Wahrheit der Anklage mit dem Bemerken: Julie Paraubek habe ihm zu wiederholten malen die Versicherung gegeben, sie werde wegen Aufnahme eines Darlehens sich nach Graz begeben und nach Erhalt desselben den vollen eingeklagten Betrag zahlen. Der Staatsanwalt beantragt auf Grund der letzterwähnten Erklärung die Schuldigsprechung. Der Vertheidiger Dr. Neumeyer bezeichnet den heute vorliegenden Fall als einen sehr schwierigen und verwickelten, als einen solchen, der selbst einen praktischen Juristen in das Labyrinth der Verlegenheiten zu bringen geeignet ist. In der Erwägung, als die vom Gerichtshöfe gestellte Schuldfrage von sechs Geschwornen verneint und von sechs Geschwornen bejaht wurde, fällte der Gerichtshof über Julie Paraubek ein frei sprechend es Urtheil. Als unterstützende Mitglieder der Laibacher freiw. Feuerwehr leisteten den Jahresbeitrag pro 1873: Herr Smole..................................mit 5 fl. „ M. L....................................„ 5 „ „ Faleschim................................ 2 „ „ Gertscher................................. 5 „ Frau Kottnik................................. 2 „ (Wird fortgesetzt.) Witterung. Laibach, 21. August. Seit früh morgens bis gegen 11 Uhr Regen anhaltend, nachmittags theilweise Aufheiterung, Sonnenschein, schwacher Ost. Wärme: morgens 7 Uhr-j-161», nachmittags 2 Uhr 19 6° 0. (1877 30 0°; 1876 4- 27 8« 6.) Barometer im Steigen, 735 07 wm. Das gestrige Tagesmittel der Wärme ^ 19 3". um 0 7° über dem Normale; der gestrige Niederschlag 610 wm. Regen. Telegramm. Wien, 20. August. Die Truppen des Generals Szapary schlugen gestern nach längerem Gefechte den Jnfurgentenangrisf auf Doboj zurück, wobei Feldmarschallieutenant Schmigoz leicht verwundet wurde. Ein Bericht des FZM. Philippovich aus Se-rajewo vom 19. August besagt: FML. Tegetthoss bestand bei Kakanj am 15. d. ein Gefecht gegen Insurgenten, besetzte, nachdem er die Insurgenten nach langem, erbittertem Kampfe zurückgeworfen Mte, am 16. d. M. Visoka, woselbst er große Massen Munition und Waffen vorfand. Seine Verluste smd: 2 Offiziere und 80 Mann verwundet, 4 Mann todt. Nach einer am 18. August nachmittags vorgenommenen Recognosciernng gegen Serajewo 'wurde am 19. morgens von drei Colonnen der Angriff auf SeraMo unternommen. Dichter Ne-bei begünstigte den Anmarsch der Colonnen, welche ohne Verluste die ihnen angewiesenen Punkte erreichten. Nach mehrstündigem Geschützkampfe gegen das Kastell, und nachdem die Insurgenten bei Kra- tinselo zurückgeworfen und um 10^ Uhr vormittags durch das Auffahren von Gebirgsgefchützen auf den Höhen von Debelo brdo die Citadelle zum Schweigen gebracht worden, ging Infanterie in Schwärmen gegen die Stadt vor, wo sich der denkbar gräßlichste Kampf entspann. AuS jedem Hause, jedem Fenster, jeder Thürspalte wurden unsere Truppen beschossen; selbst Weiber und Verwundete nahmen theil am Kampfe. Derselbe währte bis halb 2 Uhr nachmittags. Unglaubliche Szenen wilden Fanatismus spielten sich ab. Nur der Gutmüthigkeit und Disciplin unserer Truppen ist es zu danken, daß die Stadt nicht wesentlich beschädigt wurde, einige Häuser jedoch wurden ein Raub der Flammen. Die Verluste sind leider nicht unbedeutend. Nach beendigtem Kampfe und gänzlicher Besetzung der Stadt wurde die Kaiserfahne unter , dem Jubel der Truppen auf dem Kastell aufgehißt. Wiener Börse vom 20. August. Akkaemtia« slial,- „ säukck. l ^ Papierrente 62 05 Silberrente 6410 Goldrente............. 72 50 Staatslose, 1839. . . 306 — „ 1854 . . . 107 75 „ 1860. .. 111 75 „ 1860(5tel) 120 50 „ 1864... 142 25 Grunäentkaftung»-Obligationen. Galizien.............. 83 75 Siebenbürgen ... - 75 75 Temeser Banat . . . 77— Ungarn.............. 78 30 Anäeee öffentkicke Ankeken. Donau-Regul.-Lose. 104 50 Ung. Prämienanleben 79 50 Wiener Anlehen . . . 92 75 Hctien v. Laaken. Kreditanstalt f.H.u.G. 259 25 SScompte-Ges., n.ö. Vtationalbank 820— Aetien v. Traarpoet itaternekmangea. Alföld-Vabn 12i — Donau - Dampfschiff - 480 — Elisabeth-Westbahn . 166— SerdinandS-Nordb. . 1L80 §ranz.Ioseph-Bahn. 130— Galiz. Karl-Ludwigb. 233 75 Lemberg -- Czernowitz - 129 — Lloyd-Gesellschaft . . 528-— Ware 62 15 64 20 72 65 308 — 108 — 112 121 142 75 84-75 76 25 77 50 79- 105— 80 -93 — 259-50 821 1L150 482 -166 50 1985 130 50 234 25 130-530-— Nordwestbahn . . . NudolfS-Bahn . . . StaatSbahn .... Südbahn............. Ung. Nordostbahn . Psanäbriese. Bodenkreditanstalt in Gold........... in österr. Währ. . Nationalbank.... Ungar. Bodenkredit- Prioeitütr-Obkig. Elisabethbahn, l.Em. Ferd.-Nordb. i. Silber ranz-Ioseph-Bahn. >akiz.K-Ludwigb,l.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn . StaatSbahn, 1. Em. Südbahn 3 Perz. « »5 „ . Privatkose. Kreditlose.......... NudolfSftiftung. . . Devisen. London Keläsorten. Geld 114— 12150 254 — 72 25 119— 107 60 94 75 99 30 93 25 91 — 105-50 88- 100 25 88 — 68 — 157 — 110 50 95 25 162 — 14 75 115 70 Ware 114 50 122 — 254 50 72 75 11950 108 — 95 — 9940 93 50 9150 106 — 88-25 100 75 88 25 68 25 158'— 111— 95'50 16L 50 15 25 N580 Dukaten............... 20 Francs ............ 100 d. Reichsmark . . Silber................ 5-50 5-51 9-27 9 27»/, 57 05 57 10 100 90 101 — Telegrafischer Kursbericht am 21. August. Papier-Rente 62 35. — Silber-Rente 64 55. — Gold-Rente 72 65. — 1860cr Staats-Anlehen 11150. — Bank-actien 810. — Kreditaetien 253 80. — London 115 55.'— Silber 100 75. — K. k. Münzdukaten 5 52. — 20-FrancS-Stücke 9 27'/,. — 100 Reichsmark 57-—. Angekommene Fremde am 20. August. Hotel Stadt Wien. Schediwy, Kahn, Roller, Porges, Kauflte.; Kirchner, Fabrikant, und v. Walter, Wien. — Hein, Privat, Proßnitz. — Gruntar, Jurist, Kobardi. — Neumayer, Kfm., München. — Gicßenbier, Kfm.; Hofmann, Gutsbesitzer, und Tavani, Triest. Hotel Elefant. Golobitsch, Pfarrer, Zirklach. — Stau--dacher, Rechnungsrath, und Schmirch, Klagensurt. — Hirt, Hauptmannswitwe, CM. — Dr. Mencglini, Co-negliano. — Wester, Vicar, OtaleZ. — Dr. Lantner, prakt. Arzt, Weitenstem. — Pinter, Agent, und Ekel, Obcramtskontrollor, Triest. Hotel Europa. Waßitsch, Finanzkommissär, Gmünd. — Genzik, Triest. — Aichholzer, k. k. Oberförster, Görz. Barertscher Hof. Trautmann, Graz. — KauttL, Ober-krain. — Gatti, Hdlsm, Castelnnovo. — Wasch, Beamter, Gurkfeld. Kaiser von Oesterreich. Podkrajsek Fanny, Fiume. — Deutsch, Wien. Mohren. Hohenberger, Villach. — Weber, Salilog. — Zemrosser, militärärztlicher Eleve, Graz. Verstorbene. Den 20. Aug u st. Raimund Konfchegg, Südbahn-Jngenieur, 35 I., Burgstallgasse Nr. 16, Schlagfluß. Den 20. August. Emil Bradaschka, Magistrats-Prakticautenssohn, 3 Monate, Karlstädtcrstraße Nr. 11, Fraisen. fl. oder mehr demjenigen, welcher einem mehrjährigen Gemeindebeamten, welcher auch in der Geographie sehr bewandert ist, in einer Kanzlei einen Dienst verschafft Näheres in der Expedition dieses Blattes. (378) 2-1 Fickltemvakärmgen, an der Steinbrück-Agram-Sisseker Bahn gelegen, sind aus Abstockung im ganzen oder partienweise zu verkaufen. Vollkommen haubarer Bestand, in jeder, bis zu den stärksten Dimensionen als Bau- oder Nutzholz verwendbar. Entfernung von der Bahn zwei Meilen: vorzügliche Bring-barkeit. Gefällige Anfragen an die Expedition des „Laib. Tagblatt." (372) 2—2 Das 120 Seiten starke Buch: (SSS) k—3 und Gicht Rheumatismus, eine leicht verständliche, vielfach bewährte Anleitung zur Selbstbehandlung dieser schmerzhaften Leiden — Preis 20 kr. ö. W., — ist vorräthig in der Buchhandlung von k. v. Lleinmitzr in Klagensurt, welche dasselbe auch gegen Einsendung von 25 kr. ö. W. franco per Post überallhin versendet. — Die beigedruckten Atteste beweisen die außerordent-lichenHeilerfolge der darin empfohlenen Kur. Gedenktafel über die am 23. August 187 8 stattfindenden Li citationen. 2. Feilb., Verlinik'sche Real., Bojanee, BG. Tscher-nembl. — 2. Feilb., Kra-sovic'sche Real., Seitendorf, BG. Tschernembl.— 2. Feilb., Musische Real., Dragatus, BG. Tschernembl. - 2. Feilb., Spehar'sche Real., Sabetich, Ä. Tschernembl. - 2. Feilb., Smrekar'sche Real., Rozanc, BG. Tschernembl.— 2. Feilb., Puhar'sche Real., Krainbnrg, BG. Krainbnrg. — 2. Feilb., Kambtt'sche Real., Möttling, BG. Möttling. - 2. Feilb., Pasiö'sche Real., Branovik, BG. Möttling. — 1. Feilb., Pouh'sche Real.,Oberkoschana, BG. Adelsberg. — 1. Feilb., Knjman'sche Real., Berslin, BG. Rudolsswerth.- 1. Flb., Lilek'sche Real., Tschernembl, BG. Tschernembl.— 1. Feilb., Staudacher'sche Real., Vornschloß, BG. Tschernembl. Flaschenbier ^ (Märzen^Erport) aus der ör«ki ükk kkNüßr LM in Leopoldsruh bei Laibach wird in Kisten von 25 Flaschen aufwärts versendet. Bestellungen auf Biere in Gebinden und Flaschen werden direkt in der Brauerei oder in deren Depots mit Eiskellern: in Triest bei Herrn tl. O. pariser, Monte Verde Corso Nr. 43—45; Agram bei Herrn Llatli. Itrtnki, Seidenspinnergasse Nr. 512; Cilli bei Herrn ^nlon I'rixuvr, ,Hotel Elefant", Ringstraße Nr. 22; Tarvis bei Herrn l-vonliarät L^reubsoli; Krain-burg bei Herrn kranr Volenr, Handelsmann, und bei Herrn keler I^ssvlk, Handelsmann in Laibach, erbeten- (278) 10 Druck von Jg. V. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaktion verantwortlich: Franz Müller.