Nr. 28. Pi»numtlatl«n»pl«i»: Im Tomploli ganzj fi. il. halbj, N. 5 50. yüi b!e Zustellung ln« H«»' halbl.«lr. Viit der Post ganzl. fi. lli. halbl- fi. ?'5<> Montag, 5. Februar. Inleition»g«bür: Fllr Nllne Insnalt bl» zu 4 Ztilen «» tr.< große« per Zelle 6 lr., bei öfteren Wiederholungen p»r Zeile 3 lr. 1883. Amtlicher Theil. ^ Se. f. „lch s Apostolische Majestät haben mil nueryöchster Entschließung vom 28. Jänner d. I. dem "vemlspeclor der General-Inspection der österreichi-'yen Eisenbahnen Dr. Emil Lange v. Burgen-iron den Titel und Charakter eines Regierungsrathes "ktte, allergniidigst zu verleihen geruht. ________ Pino m. p. »n ^e. k. und k. Apostolische Majestät haben mit nuerhöchster Entschließung vom 28. Jänner d. I. den WPectoren der General-Inspeclion der österreichischen ^"bahnen Franz Iecz mienowski und Brictius ^ u m pe l den Titel und Charakter von Oberinspektoren nuergnädigst zu verleihen geruht. <> Der Handelsminister hat d,r Wiederwahl des U'^ Kusch ar zum Präsidenten und des Johann N,p- Horak zum Vicepräsidenten der Handels- und ^ervekammer in Laibach für das Jahr 1883 die "lstatlgung ertheilt. Erkenntnisse. I88N ^oo/,^«"^'"'" des Innern hat unterm 26. Jänner «^l« „udl/^" °'..i 3 w Vufarest erscheinende» geilschrist ^ü2°'- ^°^ °^°.^. N,Vr ^ 28,Iiin er ««?^ ^'^" Druckschrift .Der Floh" Nr. 4 vom ?er Ausschrift'„Susanna in Frankreich" das Uera,b« /^F^^" l"" g«nz entblößten Frauengeftalt St «! f? I « «^2 516 St. G, begründe, und hat nach 8 493 nusLlsproct! ^" Weiterverbreitung dieser Druckschrift Nichtamtlicher Theil. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die .«razer Morgenpost" mittheilt, der freiwilligen Feuer-veyr m Sauerblunn im Bezirke Pettau zur Anschas-' ."9 von Löschrequisiten eine Unterstilhung von 100 fl, "us der Allerhöchsten Privatise allergnadigst zu be< ""Ulgen geruht. Zur Lage. da» 3'^."Gemeinde.Zeitung" constatiert. dass "' ^abmet Taaffe inbezug auf wirtschaftliche h.I.'^'nthätigkeit es längst nicht bei Worten "enoen I,eß. wenn es aber mit den Thaten weniger schnell gehe als zu wünschen wäre. so liege der Vrund hievon in dem Umstände, dass noch viel Schutt beseitigt werden muss. ehe der wirtschaftliche Neubau be« ginnen kann. „Dass rs dem Ministerium Taaffe — so heißt es dort — Ernst ist, bessere voltswirtschaftliche Zustände zu schaffen, das stellen selbst seine Geg» ner nlcht in Abrede, und dass die gegenwärtige Majorität des Reichsrathes vor allem die Verbesserung der Volkswirtschaft im Auge hat, das hat sie ja bereits bewiesen. Geht aber auch hier die Sache nur langsam vorwärts, so vergesse man nicht, dass sich die volkswirtschaftlichen Fraqen erst Schritt für Schritt das Terrain für die Nationalitäts-Fragen erkämpfen muffen. Würden die Zungenfragen der Magenfrage den Vorrang lassen, so sähe es mit den Volkswirt« schaftlichen Arbeiten ganz anders aus." Die „Wiener Börse" eröffnet eine längere Abhandlung über die Steuerreform mit einem orientierenden Artikel, in welchem es heißt: «Der gesunde Menschenverstand lehrt, dass es nur zwei Wege gibt. auf denen ein chronisches Budgetdeficit beseitigt zu werden vermag: der eine Weg ist die Ermäßigung der Ausgaben und der andere die Erhöhung der Einnahmen. Die erstere Eventualität ist in Oesterreich nahezu ausgeschlossen, und auch der von der Regie-rung eingesetzten Parlamentarischen Ersparungs>Com< mission wird es kaum gelingen, die Möglichkeit nam-hafler Ersparungen im Staatshaushalte nachzuweisen. Es elübngt also weiter nichts als eine Erhöhung der Einnahmen, und hiefür ist nur der Weg der Steuer-erhöhung offen. Dank der Energie des Finanzministers Dunajewsk, hat die Reform der indirect?« Besteuerung so günstige Resultate zutage gefördert, dass durch die Mehrerträgnisse auf diesem Gebiete ein großer Pro-centfah des stabilen Deficits glücklich beseitigt worden ist. Was lag daher näher, dass der Minister nicht auf halbem Wege stehen bleiben, vielmehr durch eine Umgestaltung und Erweiterung der directen Steuergesetzgebung das so lange und bange ersehnte Ziel der Herstellung des Gleichgewichte« im Staatshaushalte thatjachllch zu erreichen mit allen Kräften bemüht war. Es mag auch Herrn v. Dunajewski nicht leicht gefallen sem, stch für eme intensivere Besteuerung der Einkom-men zu entfcheiden, allein es gab für ihn und es gibt überhaupt für jeden österreichischen Finanzminister nur den Weg. ein deficitloses Budget herzustellen, welchen Herr v. Dunajewski eingeschlagen hat. jenen Weg, der zwar opfer- und dornenvoll ist, der uns aber endlich doch befreit von dem Alp, der seit Pecennien auf Oesterreich lastet. der es bedrückt und feinen Wirt-schaftlichen Aufschwung hemmt, von dem Alp des chro-Nischen Deficits." Die „ Schles ische Zeitung" schreibt über die Concessionieruug der Wiener Stadtbahn: ..Eine für die Entwicklung Wiens hochwichtige Frage ist endlich ihrer endgiltigen Lösnng zugeführt worden. Der österreichische Handelsminister hat nämlich die Concession für die Stadtbahn über Allerhöchste Ermächtigung dem Consortium Fogerly verliehen. Die Gemeinde wollte die Concession selbst erwerben, worauf aber die Regierung nicht eingehen konnte. Die Ausführung der Stadtbahn wäre. wenn die Beschlüsse des Gemeinderathes maßgebend wären, überhaupt erst nach Jahren möglich gewesen, während die gegenwältigen Arbeitsverhältnisse die Ausführung eines großen Werkes verlangen. Im Gemeinderathe tauchte jeden Augenblick ein neues Project auf, und die Berathung aller diefer Projecte hätte die den Arbeitern zugedachte Hilfe in weite Ferne gerückt." Die ,. Frankfurter Zeitung " behandelt in einem leitenden Artikel die social-politischen Anträge der Linken und bemerkt: „Die Organe der Verfassungs« Partei wissen nicht genug Rühmens davon zu machen, dass die deutsch-liberale Partei die Initiative zu einer socialistischen Reform in Oesterreich ergriffen hat. Wir dächten, dass zu einem solchen Selbstlobe gerade leine Veranlasfung vorhanden wäre. Es ist merkwürdig, dass die deutsch-liberale Partei erst jetzt die Entdeckung gemacht hat. dass auch eine sociale Frage da existiert, wo die schwarzgelben Grenzpfähle beginnen. Lange Jahre hindurch hat sie in Oesterreich die Herrschast ausgeübt. hat in den gesetzgebenden Körperschaften die Majorität besessen. Warum hat sie damals . als ein gesetzgeberisches Vorgehen von ihrer Seite mehr Aussicht auf Erfolg hatte als jetzt, die Durchführung von social-politischen Reformmaßregeln nicht in Angriff genommen? Warum hat sie bisher sich nur in der bloßen Negation bewegt und erst jetzt einsehen gelernt, dass die starre Negation einer Frage von so großer Bedeutung gegenüber, wie das die sociale Frage ist, fruchtlos bleiben muss. Ihre staats« männische Einficht hat die VerfassungSpartei durch diefe Handlungsweise gerade in kein helles Licht gestellt." Parlamentarisches. Wien, I.Februar. Im Eiseu bahn-Ausschusse des Abgeordnetenhauses gelangte heute die Vorlage über dieböh -misch-mährische Transversalbahn zur Berathung. Abg. Hladik legte den abgeänderten Entwurf vor, aus welchem die Hauptlinie sowie die Abzweigungen der Transversalbahn in Mähren, deren Bau Feuilleton. Em Hosball auf dem Hradschiu zu Prag 1680. länasw," Z^ma. des Jahres 1680 gehörte zu den dazumal ./n ^'Hunderts, denn Aschermittwoch fiel klanglichst den 6. März. so dass den Pragern "k". Doch w°F. "" """' 'Wr Tanzlust zu froh-Bewohner Nr^! ^" lener Zelt die Gemüther der 5'n unheimlicher N s."'U.äM" ^"^n aufgelegt, denn llch der Lan3«5 ?' ^e orientalische Pest, näherte auch der d«n. ,- ^°t)t Böhmens, in deren Mauern 5" Hofe K^'^ ?"'l" Leopold I. mit seinem gan« bereits s.i« » " ^"cht hatte, da in Wien die Pest wüthete. H"bste des verflossenen Jahres arg d" e^" K^l>? «^!" ^urg auf dem Hradschin, in '""en, wohlgefiel, dass er'seit "ehrere Nn^ ^°.".""e daselbst wiederholt durch 3'Nte N^n^elt hatte, herrschte den ganzen p°f bemüht ^Z ""glänzendes Leben, da der l"una zu k-k^ '^en gesunkenen Muth der Bevöl-bruche der N l"3> «efilrchtungen vor dem Aus-als möglich zu bannen. bürg wurden «?« "^> kutschen Saal der Hof- des Fafchings mehre Hosseste zahlreich/ Pat?^. L' ^«denen neben dem Adel auch bln; an hell/n 3 der Prager Städte geladen wur- ?ber in d,r nH^",?"den "' den Straßen Prags Ehrten Umgebung der Stadt Schlitten- «rranglert, an denen auch die reicheren Bürger» familien theilnehmen konnten: kurz der Kaifer that alles mögliche, um die Lebenslust der Prager wieder anzufachen, welche Bestrebungen umfo mehr Erfolg verfprachen. als auf Anordnung des Herrschers alle fanitären Maßregeln durchgeführt wurden, um die Einschleppung der Seuche zu verhüten. Da« Beispiel des Hofes blieb nicht ohne Wirkung auf die Prager, man überwand die übertriebene Furcht vor dem schlimmen Gaste aus dem Oriente und gab sich wieder den Vergnügungen des Carnevals hin, so dass namentlich in den letzten Tagen des Faschings in allen Palästen und reicheren Bürgerhäusern lebhastes Treiben herrschte. Für Faschings«, on tag. den 4. März, war auch in der Burg auf dem Hradschin wieder ein Hof» ball angefagt. zu dem neben den Würdenträgern des Hofes und des Landes und dem Adel auch die Prima« toren und Nathsherrcn der drei Prager Städte und die vornehmeren Bürger geladen waren. In den Häu« fern der derart Ausgezeichneten hatte man daher viele Tage vorher mit der Anfertigung von Costümen vollauf zu thun, denn der Hofball war diesmal ein Maelenball. in dessen Programme auch die Vmfiih. rung einer böhmischen ländlichen Hochzeit aufgrnom« men war. Die ganze Stadt beschäftigte sich mit dem bevorstehenden Hoffeste, alles vergaß auf die Pest und aller-wärts herrschte wieder der alte fröhliche Sinn, der durch das Beispiel des HofeS angeregt worden war. Als dann am Abende des Faschingsmontages eine unabsehbare Reihe von Staatiwagen und Carrossen der Adeligen zur königlichen Burg sich bewegte, war die gesummte Bevölkerung in den Straßen der Stadt und in den Höfen des Hradfchins auf den Beinen, um diesem prächtigen Aufzuge der Masken beizuwohnen. Alle Fenster der Burg erglänzten in hellem Schimmer, der alte Hradschin glich in jener finsteren Nacht einem Zauberschlosse, in welches die einstigen fröhlichen Zeiten Ferdinands I. und Rudolfs II. wieder eingekehrt zu sein schienen. Am glänzendsten präsentierten sich jedoch die beiden großartigen Säle in dem Schlosstract über dem Hirschgraben, in welchen die Gesellschaft die Ankunft der Majestäten und des Hofes erwartete. Taufende von Masken, deren Anzüge an Pracht und malerischer Form einander überboten, bewegten sich im deutschen und im spanischen Saal, in deren jedem wohlbesetzte Musitbanden zum Tanze luden. Und als endlich auch der Kaiser und die Kaiserin mit dem Prinzen und Prinzessinnen und dem übrigen Hufe im Saale erschienen, begann der Ball, der zu den fröhlichsten gehörte, die in diesen Räumlichkeiten je stattgefunden hatten. Die Leutseligkeit des Monarchen, der sich mcht nur mit den Adeligen, sondern auch mit den Patriziern der Stadt unterhielt und viele von denselben mit V0l). mischen Ansprachen auszeichnete, da er das »ohim,che fliehend sprach, machte den vortrefflichsten Elttdluck auf die Gesellschaft, wen jüngere Elemente aus em Zeichen des Kaisers den Reigen der Tanzer eröffneten. Zn beiden Sälen wurde nun wacker der Göttin Terpsi« chore gehuldigt und beide Majestäten sahen durch längere Zeit Ucrgnüat dem bunten Treiben der Masken zu. Um die zehnte Stunde erscholl plötzlich eiue Fan-fare vom Orchester, das Zeichen gebend, dass das Lailmchcr Zeitung Nr. 38 238 5. Februar 1883. die Staalsbahn vertragsmäßig übernommen ha«, aus» geschieden wurden. Der neue Entwurf enthält also nur die Transversalbahn und deren Abzweigungen in Böhmen. An der Richtung der Linien wurde nichts geändert; die Vahn soll bei Iglau beginnen und bei Taus enden. Abg. Dr. Herbst fragte, wie sich die Negierung zu diesem Entwürfe stellen wolle? Se. Excellenz Handelsminister Freiherr v. Pino erklärte sich im großen und ganzen mit dem abgeänderten Entwürfe einverstanden, behält sich aber vor, etwa nöthige Aenderungen in den Details zu beantragen. Abg. Dr. Srom fragte, welcher Bautermin für die mährische Theilstrecke der Transversalbahn zu gelten habe, nachdem es in dem Uebereinkommen heiße: die Bahn habe drei Jahre nach ertheilter Concession fertiggestellt zu sein. Redner fragt daher, wann diese Concession ertheilt werden wird und welche von den im Vertrage enthaltenen Alternativ-Linien ausgeführt werden soll? Se. Excellenz Handelsminister Freiherr v. Pino erklärte, dass die Concessionsertheilung an die österreichische Staatseisenbahn-Gesellschaft für die Linie Segen Gottes-Okrizku mit der Abzweigung nach Gruß-Mese-ritsch bereits erfolgt ist. In Ansehung der übrigen mährischen Transversalbahn-Strecken, bezüglich welcher die Staatseisenbahn-Gesellschaft gleichfalls die Ver« pflichtung übernommen habe, sie binnen längstens drei Jahren auszubauen, ist die Concessionsertheilung nach Vornahme der zur Zeit in Ausarbeitung befindlichen Projecte und Vornahme der Tracenrevision noch im Laufe des heurigen Frühjahres zu gewärtigen. Den technischen Erhebungen und der commissionellen Amts« Handlung bleibe es vorbehalten, die Wahl zwischen den vorliegenden Varianten zu treffen. Es wurde hierauf in die Specialdebatte über den Referentenentwurf eingegangen. Abg. Dr. Tomaszczuk sprach sich gegen die Bezeichnung böhmisch »mährische Transversalbahn aus, da der vorliegende Gesetzentwurf nur von der böhmischen Transversalbahn handle; er beantragt deshalb die Eliminierung aller Bezeichnungen, welche sich auf die mährische Transversalbahn beziehen. Abg. Dr. We ever schloss sich diesen Ausführungen an. Abg. Dr. Srom betonte, dass die Bezeichnung „böhmisch-mährische Transversalbahn" dem Wesen der Bahn, die als Ganzes betrachtet werden müsse, entspreche; er erklärte sich für die Beibehaltung der ursprünglichen Bezeichnung. Abg. Dr. He rb st erklärte sich gleichfalls mit der Textierung einverstanden und wünscht keine Aenderung. Nach dem Schlussworte des Referenten wurde der Antrag des Abg. Dr. Tomaszczut abgelehnt, die ursprüngliche Bezeichnung beibehalten und Artikel 1 angenommen. Zu Artikel 2, welcher die Hauptlinie sowie die Abzweigungen der Transversalbahn in Böhmen enthält, nahm das Wort Se. Excellenz Handelsminister Freih. v. Pino, um den Standpunkt der Regierung bezüglich der einzelnen Linien zu beleuchten. Die Regierung, führte Se. Excellenz aus, strebe vor allem das Zustandekommen einer Bahnverbindung an, durch welche der Verkehr zwischen Westen und Osten von der bairischen zur ungarischen Grenze unter Benützung der in dieser Richtung bereits bestehenden Bahnen ermöglicht werde. Diesem Zwecke entspreche es, zunächst die Linien Iglau Nenhaus-Wessely, dann Horazdovic-Klattau auszubauen, welchen später die Linie Ianowitz«Neugedein-Taus nachzufolgen hätte. Znletzt wäre die Linie Ober-Ce-rekve-Tabor-Pisek, bezüglich welcher auch noch die Entscheidung zwischen mehreren Alternativen zu treffen wäre, auszuführen. Se. Excellenz sprach sich für eine mindestens sechsjährige Baufrist aus, innerhalb wel« cher die zuerst gebauten beiden Strecken mit dem Betrage von 11'/, Millionen Gulden etwa binnen drei Jahren fertigzustellen wären. Der Minister macht auf-merkfam, dass die an sich erfreuliche Thätigkeit, die im Eisenbahnbau jetzt wahrnehmbar ist, eine erhebliche Steigerung der Materialpreise und Arbeitslöhne herbeiführen müsse und dass es im Interesse der Industrie nahegelegt erscheine, den Umfang der Staatsbahnbau« ten in den nächsten Jahren nicht über das Maß des Nothwendigen zu steigern. Er gebe daher zu erwägen, ob nicht die Linie TaborPisek aus dem Gesetze zu eliminieren und später durch ein Specialgesetz für den Bau derselben vorzusorgen wäre. Sollte aber der Ausschuss darauf nicht eingehen, so sei der Bau der erwähnten Linie an die letzte Stelle zu setzen, dieselbe daher nach dem Baue aller anderen Linien fertigzustellen. Abg. Dr. Riegcr betont die strategische Wichtigkeit der Transversalbahn und die Nothwendigkeit des Ausbaues aller Strecken in der vom Referenten beantragten Bauperiode. Se. Excellenz Handelsminister Freiherr v. Pino erklärte, er fei keineswegs ein principieller Gegner der in Rede stehenden Linie Tabor-Pisek, er habe nur die Bedenken, die ihm gegen diese Linie aufgestiegen seien, hier zum Ausdrucke bringen wollen, da er dies für feine Pflicht gehalten habe. Abg. Dr. Tomaszczuk sprach sich gegen den Bau dieser Theilstrecke ans, denn sie habe leine Wich" tigkeit. Abg. Fürth dankte dem Minister, dass er Gewicht auf den Bau der Strecke Horazdovic-Klattau lege; sie sei die letzte Hoffnung der Bewohner der dortigen Gegend. Es entwickelte sich hierauf über Artikel 2 des Entwurfes eine längere Debatte, welche schließlich ab-gebrochen wurde. Die Fortsetzung der Discussion wurde bis zur nächsten Sitzung vertagt, die in den ersten Tagen der nächsten Woche stattfinden soll. Der Budget-Aus schus 3 des Abgeordnetenhauses erledigte heute in Anwesenheit Sr. Excellenz des Herrn Ministers für Cultus und Unterricht Freiherrn von Conrad-Eybesfeld den Unterrichtsetat. Abg. Iireöek referierte über die Titel „Volks-schulen", Stiftungen und Beiträge, dann Auslagen für Kunstzwecke, endlich über die Studienfonds. Die einzelnen Positionen dieser Titel wurden mit geringen Abrundungen conform der Regierungsvorlage eingestellt. Bei der Position „Auslagen für Kunstzwecke" theilte Se. Excellenz der Herr Minister mit, dass er mit Nachtragscrediten für die elektro-technische Ausstellung und für die Expedition nach Lycien und Ka-dien binnen kurzem vor das Haus treten werde. Hierauf wurde auch die Bedeckung des Capitels „Unterricht" im wesentlichen nach der Regierungsvorlage angenommen. Abg. R. v. Smarzewski referierte über Fonds-forste und Domänen, und wurden die betreffenden Posten genehmigt. Abg Freih. v. Giovanelli referierte über das Capitel „Allgemeine Cassenverwaltung", und wurden die einzelnen Positionen im wesentlichen nach der Re-gierungsvorlage eingestellt. Das Erträgnis der Militärtaxe wurde mit rund 800000 fl.. um 76000 fl. höher als veranschlagt war, präliminieit. Die Berathung über die Regierungsvorlage, betreffend die Rückzahlung des Bauvorschusses für die Falkenau-Graslitzer Eisenbahn, wurde «ach kurzer Debatte vertagt. In der unter Vorsitz des Obmannes Ritter von Hawelka stattgehabten Sitzung des Justiz-Ausschusses, welcher Se. Excellenz der Herr Minister und Lei den. zu entfallen haben; endlich, dass bei den AdjU" stierungen der Advocatengebüren, soweit dieselben nicht unter den provisorischen Tarif fallen, der Richter über Antrag einer Partei das Gutachten des Ausschusses der Advocatenkammer einzuholen hat. Auf Antrag des Abg. Dr. Ritter von Made ysl' wurde zunächst beschlossen, die Verhandlung und Abstimmung über die in dem Punkte 4 enthaltenen Vorschläge in nachstehende vier Abtheilungen zu trennen: 1.) Aufhebung des § 404 der allg. Gerichtsordnung vom 17. Mai 1781 nnd des § 537 der West-galizischen Gerichtsordnung vom 19. Dezember 1796. 2.) Die Ausschließung der gemeinen Bevollmäch-tigten. 3.) Die Aufhebung der gesetzlichen Bestimmungen, welche die Advocaten von der Vertretung der obligatorischen Schiedsgerichten ausschließt. 4.) Die Einholung des Gutachtens des Advo-catenkammer-Ausschusses bei den gerichtlichen Adjusts rungen der Advocatengebüren. Abg. Bärnfeind beantragte, über Punkt 1 M Tagesordnung überzugehen, welcher Antrag angenolN" men wurde. Die Punkte 2, 3 und 4 wurden nach dem Antrage des Subcomiles angenommen und hierauf die Sitzung gefchlossen. Ballett stattfinden werde, an welchem sich auch der Kaiser und die Kaiserin persönlich betheiligen wollten. Sieben andere Paare, dem höchsten Adel des Landes angehörend, wurden durch die Ehre ausgezeichnet, mit Ihren Majestäten das Ballett auszuführen, welches den Glanzpunkt des FesteS und eine wahre Augen-Weide für die Zuschauer bildete. Nach dem Ballett, bei welchem das majestätische Herrscherpaar aller Augen auf sich zog, folgten weitere Tänze, während welcher der Kaiser und die Kaiserin wieder Cercle hielten, worauf um Mitternacht der Obersthofmeister das Zeichen gab, dass die ländliche böhmische Hochzeit ihren Einzug halten werde. Aus einer Seitenthüre bewegte sich der Hochzeitszug in den spanischen Saal, eine veritable Bauernhochzeit, wie sie zu jener Zeit auf dem Lande stattfanden, nur dass hier die höchsten Adeligen, ja selbst Prinzen und Prinzessinnen des Kaiserhauses, die Rollen der Theilnehmer derselben übernommen hatten. Im malerischen ländlichen Costüm bewegte sich an der Spitze des Zuges das Brautpaar, und zwar Graf Sinzendorf als Bräutigam, die Prinzessin Maria Anna als Braut; die Rolle des Vaters des Bräutigams hatte der Oberststallmeister Graf Harrach, jene der Mutter die Gräfin Herzan inne; den Vater der Braut vertrat Graf Franz Thun und deren Mutter die Gräfin Stahrcmberg. während die Grafen Brenner und Wrtby als Brautführer, die Gräfin Herberstein und die Freun von Tribultzi als Brautjungfern fun-gierten. Den Ortsrichter stellte Graf Schwarzenberg, den Schankwirt Graf Lazansky dar. worauf einige Bauernpaare in Costümen aller Länder Europas folg- ten; unter diesen erschien als spanischer Bauer Graf Fünfkirchen, als italienifcher Prinz Herrmann von Baden, als französischer der Graf Slawata, als englischer Graf Mansfeld u. s. f. Ebensowenig fehlte es an einem Dorfjuden und an einem Kellerburschen. und zwar war die Rolle des ersteren dem Grafen Wrbna, jene des letzteren dem Grafen Max Waldstein zugefallen; den Koch stellte Graf Oettingen, den Rauchfanglehrer Graf Franz Waldstein dar. Den Schluss des Zuges bildete ein Zigeunerpaar, dessen phantastisches Costüm allgemeine Bewunderung erregte; ein zweiter Prinz von Baden war der Zigeuner, die Gräfin Theresia von Tachach die Zigeunerin. Nachdem die Hochzeiter unter fröhlichen Musik-klängen Umzug im Saale gehalten und den Majestäten ihre Reverenz bezeugt hatten, begann ein lustiger Rei. gen. der alle Anwesenden in die heiterste Stimmung versetzte. Wie aus einer wirklichen Bauernhochzeit wurde nun gejubelt und getanzt, worauf sich die übrige Gesellschaft unter die Tanzenden mischte und an dessen Treiben theilnahm. Eine Stunde nach Mitternacht zogen sich die Majestäten in ihre Gemächer zurück, doch der Tanz dauerte noch mehrere Stunden hindurch. So endete der Ball zur allgemeinen Zufriedenheit, doch schon wenige Tage darauf fchwand auch aus Prag alle Fröhlichkeit wieder, denn im März waren hier bereits einzelne Todesfälle an der Pest vorgekommen, so dass der Hof bald nach Ostern Prag verließ und nach Linz übersiedelte. > (Prager Abendblatt.) Der Wurzelgriiber. . Erzählung nus dem oberüslerreichischcu Volksleben. ! Bon K. U. Kaltenbrunner. > (10. Fortsehung.) ^ Alle Müdigkeit und alle Beschwerde war vergessen! Der Fremde war auf diesem Punkte, bec 1 gewiss einer der schönsten ist auf Gottes schöner Erde, ganz außer sich über die außerordentliche Pracht der Rundschau. Eine Herrlichkeit, wie sie sich nur sehen und bewundernd genießen, aber nicht schildern lässt, lag ^r seinen trunkenen Blicken weithin ausgebreitet. — E"" Welt von Bergen und Seen. Thälern und Wälder"' — zur Rechten hinaus beinahe das ganze Land »" der Enns, besät mit Cultur, grün und Prächtig, 'T" gegen Abend hin die Ebene von Baiern, in unabsey' bare Ferne sich erstreckend, — zur Linken dort der riesige Dachstein und die Alpenhäupter des Salzburger Landes in großartiger Schönheit, — im Hintergrun^ die Majestät der weißen Gletscher, bis hin zur he" , schimmernden Spitze des Glöckners, — und alles d>" l von den letzten Strahlen der untergehenden Sonn« « vergoldet! . , l „Kann's denn auf dem Rigi noch schöner sew' > rief der Reisende, von seinem sprachlosen Staunen aM > athmend. « > „Herr, das glaub' ich nicht", — antwortete Lula», , der nun zu erklären anfieng und von den vierzey Seen. welche man sieht, jeden mit Namen ""^ft gleichwie er jeden Gipfel und jede wichtigere OrllV"' Laibacher Heittmg Nr. 28 239 5. Februar 1883. Vom Ausland. Verglich des kaiserlichen Schreibens an Se. Hei linke it den Papst erinnert die „Pro-b>nzial.(5urlfspondenz" daran, dass den Bestrebungen der Regierung, die Wege zur Wiederbesetzui'g der erledigten geistlichen Stellen vorzubereiten, das Entgegenkommen gefehlt habe. und dass die bezügliche Vorlage, welche namentlich den Kirchengerichtshof für dieses wedlet beseitigen sollte, gerade an der Stelle keine Unterstützung sand, wo eine solche am ehesten erwartet werden durfte. Die Zuversicht, dass der directe Mei-nungsaustausch zwischen den Trägern beider Gewalten 'n tnrsem bedeutungsvollen Punkte eine Annäherung zur nolge haben und zu einem Ausgleiche der widerstreitenden Anschauungen führen werde, wurde durch oas Schreiben neu belebt. Das ganze Land sehe den Entschließungen der Curie erwartungsvoll entgegen. Ai>e dieselben auch ausfallen mögen, das preußische ^oll w,sse durch durch das kaiserliche Schreiben, dass vom Kaiser und von der Regierung nichts unterlassen wurde, um zu einer den Interessen beider Theile gerecht weidenden Verständigung zu gelangen. Der Nachtragsetat für den Bau des deutschen «elchstagsgebäudes kam am 30. v. M. im Vundesrathe zur Vertheilung. Die von der Akademie oes Bauwesens vorgeschlagene Vorrllckung des Baues um zehn Meter und die damit verbundene Vergröße-rung dez Bauplanes ist vom Kaiser nicht genehmigt worden. Der Entwurf dürfte nächste Woche an den ^elchstag gelangen, da vom Bundesrathe keine Ab-anoerungen zu erwarten sind. — Eine Vertagung des Melch2tages wird erst nach Durchberathung des Etats Nattftnden; es ist bisher noch zweifelhaft, ob diese «enagung sich nur auf kurze Zeit oder bis nach "stern erstrecken solle. Prinz Napoleon hatte am 30. v. M. ein ""^elnstündiges Verhör zu bestehen. Er wurde über vermiedene m einem von der Polizei mit Beschlag N^" Koffer gefundene Schriften ausgefragt. Diesen UU" hatte der Prinz am Tage vor der Veröffent-Niü? We2 Manisches zu einem Freunde, Herrn Diener des He?rn Ratie" de-Ers.n ^^« F°llzeicommissär seines Viertels die dnNchuAI^"^ Sofort fand eine Haus- W'N ? st"", roelche ,„ ^ ' ^deckm,«. s^A?"Ws führte und welches genau den Be- emsprach. Der Koffer ^.n^'? >. "A der Conciergerie gebracht und in R „77" de« Prinzen geöffnet" Er war bis an den ^., ? Papieren angefüllt, wovon einzelne um viele W,?>, V'"°ufreichen. Es war das ganze politische W l 2 Prinzen, das er in Voraussicht seiner Mwahme den Blicken der Polizei entziehen wollte. "Nler den aufgefundenen Briefen rühren einzelne von "«Mistern, Diplomaten und von fürstlichen Per- . Vom auswärtigen Amte in London ist ein wei-M,s^, ^ ^" Corresponds über die anglo-fran< wl 5^ Finanzcontrole inEgypten ausgegeben worden. Die Schriftstücke umfassen die Zeit vom d>. 3^?ver 1882 bis zum 25. Jänner 1883. In n" Depesche Lord Granvilles vom 25. v. M. an Lord N? ^"^en die Gründe der Regierung über das Wt des Khedive, die dualistische Controle aufzu-3),,. "usemandergesetzt, und zwar als Antwort auf E°^7 Anzweiflung des Rechtes Englands und trni? l? ^" ""em solchen Rücktritte von der Con-", deren Einsetzung durch das Decret vom No- vember 1876 ein rein freiwilliger Act des Khedive und nicht das Refultat einer internationalen Vereinbarung gewesen sei. Dieses Decret sei nur zn dem Zwecke erlassen worden, um den Credit des Khedive in finanziellen Kreisen zu heben und Ordnung in die egyplischen Finanzen zu bringen. Die britische Regie-rung, seht Lord Granville auseinander, könne weder in dem Decrete, noch in den demselben vorangegangenen Unterhandlungen etwas erblicken, was einer Verpflichtung des Khedive gleichkomme, dass die Controle von ihm in Perpetuität beibehalten werden solle. Die Gewerbegesetz-Debatte im deutschen Reichstage. Aus Berlin wird unterm 2. d. M. berichtet: Der deutsche Reichstag hatte gestern seine Gewerbegesetz < Debatte. Auf der Tagesordnung stand nämlich die erste Berathung des von dem Abg. Ackermann eingebrachten, von den Confervativen und dem Centrum unterstützten Antrages, nach welchem den Innungen gestattet werden kann, Arbeitgebern, welche der Innung nicht angehören, die Annahme von Lehrlingen zu untersagen. Im großen und ganzen motivierte Ackermann sein Vorgehen damit, dass der Vorschlag, um den es sich handle, im Jahre 1881 von der Regierung selbst gemacht und vom Reichstage nur mit geringer Majorität abgelehnt worden sei. Inzwischen habe sich immer klarer herausgestellt, dass für den Handwerkerstand die Innungen in ihrer jetzigen Gestalt wertlos seien; lebensfähig könnten sie erst werden, wenn ihnen ausgedehntere Befugnisse eingeräumt würden. Diesem Bedürfnisse wolle sein An» trag genügen, der mit nichlen das Princip der Gewerbefreiheit zu durchlöchern, fondern nur eine Er-ziehung der Lehrlinge in sittlicher und technischer Beziehung zu ermöglichen strebe. Zum Schlüsse kam Redner auf die neuesten österreichischen Gesetzgebungs-vorschläge zu sprechen, die viel weiter giengen. Als erster Gegner des Antrages trat der Seces-siomft BaAmbach auf. Die Aeußerung, dass der Antrag leinen Eingriff in die Gewerbefreiheit bedeute, müsse er bestreiten, derselbe laufe direct auf die Ein» sührung obligatorifcher Innungen hinaus. Die deut-schen Handwerker brauchen diese aber nicht; was sie zu leisten vermöchten, habe letzthin die Nürnberger Ausstellung gezeigt. Der Antrag sei nicht nur ein Anachronismus, er bilde auch einen Theil jener gesetz-geberischen Versuche von conservativer Seite, durch welche auf die Störung des focialen Friedens hingearbeitet werde. Die Liberalen wollten im Gegentheile den socialen Frieden, und deshalb bitte er, den Antrag abzulehnen. Mit der direct entgegengefetzten Bitte begann der nächste Redner fein Plaidoyer. Es war der Hauptredner des Tages, das Mitglied des Centrums, Frei-Herr von Hertling. Er trat für den Antrag ein, aber gab seinem Eintreten eine andere Motivierung als Ackermann. Für ihn handle es sich — führte er aus — um Erhaltung des gewerblichen Mittelstandes. Er setzte sich auch insofern in Widerspruch mit dem conservativen Redner, als er bestritt, dafs die Innun-gen in ihrer jetzigen Gestalt wertlos seien; wohl aber seien sie nach seiner Meinung minderwertig, so lange die in Frage stehende Befugnis fehle. Dass gute Handwerker keine Innungen brauchten, gab Hertling der Lmken ohneweiters zu; man müsse aber auch die mittelguten Handwerker erhalten, und wenn Baum-bach meine, dies für die Innungen geforderte Privileg komme nur den egoistischen Interessen auf Beschaffung billiger Arbeitskräfte zugute, so bestreite er das entschieden. Das Privileg, das man gewähre, bedeute einen Schutz der corporative« Verbände, ohne deren Kräftigung man nicht weiter komme. Wesentlich in derselben Richtung wie Hertling, wenn auch viel weiter gehend in der Kritik des gegnerischen Standpunktes, ließ sich dann, nachdem der Einspruch des sächsischen Fortschrittes Walter ziemlich unbeachtet am Hause vorübergegangen war, das Mitglied der Rechtspartei Lohren aus. Die Kräftigung der Innungen dilde ein unerlässliches Glied in der Kette der socialen Reformen; zu einer Kräftigung aber könnten jene nie gelangen, wenn man ihnen für ihre Pflichten nicht auch Rechte concediere. Ebenso wie der Fortschrittler Walter vorher, versuchte nunmehr das Mitglied der Volkspattei Koehl den Nachweis zu liefern, dafs der Vorschlag wedcr für den gewerblichen Mittelstand heilsam sein. noch im Interesse der Lehrlinge liegen werde. Alsdann wurde der Antrag auf Schluss der Generalberathung angenommen. Als Mitantragsteller erhielt von Kl'eist-Retzow das Wort. Derselbe trat ebenso für den Antrag wie gegen die liberale Gewerbegefetzgebung ein. In namentlicher Abstimmung wurde dann der Antrag mit 170 gegen 148 Stimmen abgelehnt. In der Minderheit blieben die Conservativen, das Centrum und der überwiegende Theil der deutschen Rechtspartei. Tagesnemgkeiten. — (Hohes Alter.) Aus Klagenfurt wird be-richtet, dass in St. Jakob im Rosenthale ein Greis, Io< hann Iliebar. im besten Wohlsein lebt, welcher gegen« wärtig über 107 Jahre alt ist. Er geht noch alle Sonn-und Feiertage eine halbe Stunde weit zum Bor- und NachmittagSgottesdienste. — (Strllflingsrevolte) Eine ernste Meuterei brach am 27. v. M. unter den in dem Staatsdock auf der Nhede von Cork in Irland mit Ausgrabungen beschäftigten Nagiwsträslinnen, etwa 400 an der Zahl, a»>3. Zuerst griffe» mehrere Sträflinge einen unbeliebten Aufseher an. Derselbe setzte sich mit seinem Hirschfänger zur Wehre, aber die Waffe wurde ihm entrissen; er wurde zu Buden geschlagen und brutal misshandelt. Auf ein gegebenes Signal griffen auch die übrigen Straf« lingöllbtheilungen ihre Aufseher an. und bald war eine allgemeine Meuterei im Gange, welche ein schlechtes Ende für die Aufseher genommen haben würde, wenn nicht rasch ein Bataillon Marinesoldaten auf dem Platze erschienen wäre, welches die Meuterer nach fast ein« stiindigem Kampfe mit Kolbenschlägen bewältigte und die Aufseher aus ihrer gefährlichen Lage befreite. Viele der letzteren sind schrecklich zugerichtet und mussten nach dem Krankenhause transportiert werden. Die Sträflinge wurden sodann gefesselt inmitten eines Carres von Ma-rinesoloaten nach dem Bagno auf der Spike^Insel zurückgeführt. — (Egyft tischer geographischer Verein.) Man meldet der „Pol, Corr." aus Kairo: Die letzte Sitzung des egyptischen geographischen Vereins war inso, ferne von besonderem Interesse, als der neuernannte Präsident Ismail Ejub Pascha zum erstenmale den Vorsitz führte und Lieutenant Wißmann über feine Neise vom Congo nach Ujiji über den Tangarika-See und Zanzibar einen äußerst interessanten Vortrag hielt. Lieutenant Wißmann ist der erste Europäer, welcher Afrika von Westen nach Osten durchreiste. Derselbe trug in deutscher Sprache vor und Dr. Schweinfurt hatte tbür^^' Insbesondere machte er ihn auf die Frauen- VeleuHt,.«" ^"H"' aufmerksam, die bei günstiger "'"" ^' "'° Wte. ein scharfes freudig A^ streckte die Hand aus und rief voll Heimat!« ^""2: "^'A weit von dort ist meine Die^m,.^ "'chl brennen und nicht satt sehen, "th verglomm '.^" lchon hinabgesunken, das Abend- Lukaz m^."b. ^ begann rasch zu dunkeln. Herr, für m«. 'M die Bemerkung: ..Spart Euch, Ihr'nicht ?n«^" früh auch einen Theil! - Wollt Speise «no ^ V"s ^'" und Euch stärken durch W schon gesorgt.' ^ für ein gutes Nachtlager ^iftfe?zu Ube^^''"""' bereitwillig bei, auf dem '"2 Beraka,.« ^e«' "" gieng mit feinem Führer hauNeri^' w° ^ außer dem Schaffner und der um so beau.ni.! "^"" """„, deshalb aber sich es Au/3""" machen konnten. Ieuer. um l.A"^ ^ Küche knisterte bald ein lustiges Wirten. "' l""'den Gast nach Wunsch zu be- 'hun U7en^ es sonst die Führer zu ändern er mu^' « "°" d« Herrschaft geschieden, leisten und l^ 5 ^- Rundlichen Herrn Gesellschaft läng« welcher '.n ü ^ beiden in der schmalen Stube, "ern liege? ^ '^" Seiten die vier Schlaflam- 3olge^öre?^^er war für Lukas, wie wir in der U<- yoren werden, em Glück und ein - Unglück. Der Führer wurde von dem Fremden bewirtet, musste ihm aber dafür fleißig erzählen und auf alle Fragen Bescheid geben. — Im Verlaufe des Gespräches erkundigte sich letzterer nach den Lebensverhältnissen des Führers, der ihm nun die Eigenthümlichkeit und den geringen Ertrag seines eigentlichen Gewerbes und das Unglück mit seinem kranken Weibe umständlich schilderte. — „Dennoch aber — meinte Lukas — bin ich als Wurzelgräber ein solcher ..Bergfex" — wie die Salzburger sagen — geworden, dass ich kein ordentliches Handwerk gelernt hab' und auch nicht als Tag-löhner arbeiten mag." Der Fremde hörte lheilnehmend zu und fragte jetzt: „Ihr habt heute Vormittag erwähnt, dass Ihr einmal Soldat gewesen seid?" Lukas bestätigte es mit dem lebhaften Tone der Erinnerung an die kräftigste Zeit seines Lebens : „Ja, ich hab' in unserer Armee gedient, und sind es auch schon mehr als dreißig Jahre, seit ich verabschiedet worden, so bin ich doch noch immer stolz darauf, dafs ich den großen deutschen Feldzug gegen den Bonaparte mitgemacht habe." In seiner raschen und frischen Weise versetzte hierauf der Fremde: „Ein kleines Stück davon hab' ich auch mitgemacht, — obendrein in österreichischen Diensten, indem ich zu jener Zeit militärische Ver-wandte hierzulande gehabt habe." Lachend sehte er hinzu: „Mein Heldenthum war freilich nicht so glorreich, dass ich hätte General werden können. Doch — das gehört nicht daher." Zu der früheren ernsten Theilnahme zurückkehrend, fragte er den Führer: „Wäret Ihr auch bei Leipzig?" „Ganz mitgemacht — antwortete Lukas — und bis auf eine Kleinigkeit glücklich daraus gekommen I" „Bei Leipzig war ich noch nicht dabei — nahm der Fremde wieder das Wort — aber bald darauf in der Schlacht bei Hanau." „Ich auch! — sagte Lukas — unterm Oberbefehl des Feldmarschalls Wrede, der jetzt unser schönes Mondsee, da unten am Fuße des Schafberg's, besitzt." „An jenem Tage waren wir also beisammen?" meinte der Fremde. „Mit vielen taufenden von Oesterreichern und Baiern — ergänzte Lukas — da wisst Ihr nun selbst, wie heiß es dort hergegangen und keine Zeit gewesen ist, dass sich einer um den anderen hätte kümmern können." „Ich werde mir Hanau zeitlebens merken!" sagte der Fremde, ohne einen näheren oder besonderen Grund dafür anzugeben. „Mir aber — erwiderte Luka« — macht Hanau Freude, so oft ich daran denke. Hört, werter Herr. warum." .. c„s Er erinnerte jetzt den Fremden an d,e gefährlichen Momente, als die Oesterreicher und Baurn an die Kinzig zurückgedrängt wurden., ^ ^ . „Ja wohl, die Kmzia l" rief der Fremde und holte dabei einen tiefen Athemzug. — „Dort wär' es mir bald fehr fchlimm ergangen!" (Fortsetzung folgt.) Laibachcr Zeitung Nr. 28 24N 5. Februar 1883. dir Güte, ein Resume des Vurtragcs in französischer Sprache wikderzugebeu. Der Sitzung wohnten bei: Baron Vetsera, Sir Ch Wilson, u. Treskow, Franz Bey uud eine stattliche Anzahl von Domen. Locales. — (Verleihung.) Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 16. Jänner d. I, der Ludovica Gräfin Pace einen im Hradschiuer Damenstifte erledigten Sliftungsplah aller-gnädigst zu verleihen geruht. — (Audienz.) Se. Majestät der Kaiser haben Donnerstag, den 1, d. M., zahlreiche Audienzen zu er theilen und unter anderem auch den Bürgermeister von Laibach, Herrn P. Gras selli, zu empfangen geruht. — (Versetzung.) Der Minister und Leiter des Justizministeriums hat den Vezirksrichter Alois Can-toni auf sein Ansuchen von Windischgraz nach Rann verseht. — (Todesfall.) Am 2. d. M. starb in St. Veit bei Sittich der allgemein hochgeschätzte hochw. Herr Pfarrer Mathias Kulavic, Bruder des hochverehrten hochw. Herrn Eanonicns und Directors Dr. Johann Kulavic (in Wien), nach längerer Krankheit. Der allzu« früh Dahingeschiedene hat sich auf den Gebieten der Kirche, der Schule, der Landwirtschaft uud der Volkswohlfahrt überhaupt gleich hohe Verdienste erworben und war im allgemeinen für alles Gute begeistert. Heute vormittags findet im Sterbeorte das Begräbnis statt, zu welchem sich auch von hier aus Leidtragende begeben haben. — (Casino verein.) Außer dem heute abends abzuhaltenden programmäßigen „Balle" veranstaltet die Cafino.Vereinsdirection infolge mehrseits geäußerten Wünschen noch morgen (Dienstag) abends eine Tanz« Übung für Erwachsene. — (Der Säugerball.) Der von der philhar« monischen Gesellschaft im Vereine mit der Casiuodirec» tion am Freitag, den 2. d. M., im Casinosaale veranstaltete Ball oder, wie er vom Publicum kurzweg genannt zu werden pflegt: „der Sängerball", gestal< tete sich zu einem glänzenden Carnevalöfeste, denn Rang und Stelluug und Besitz, die dramatische und musika« lische Kunst, vor allem aber Jugend und Schönheit, waren in den hervorragendsten Erscheinungen vertreten. Der Herr Laudespräsidcnt Winkler mit Gemahlin, Seine Excellenz Herr FML, Eugeu Müller, Herr GM. von Groller, der Herr Landeshauptmann Graf Thurn, der Herr Handelskammer-Präsident Kuschar, beehrten den Ball mit ihrer Anwesenheit, kurz die Spitzen un< serer Gesellschaft waren fast vollständig vertreten. Der Besuch war überhaupt ein sehr starker, wir zählten bei der zweiten Quadrille 66 Paare, und der Umstand, dass auch die junge Herrenwelt sich mit seltener Hingebung dem Tanzvergnügen widmete, mag wohl die ungewühn» liche Animirrtheit des Abendes mitueranlasst habeu. Die Damenspendcn, Musikalbums von farbigem Plüsch mit goldener Lyra verziert, waren sehr geschmackvoll ausgewählt. Der Ball dauerte mit ungeschwächtem Animo bis in die späten Morgenstunden und rechtfertigte aufs neue den traditionell vortheilhafteu Ruf. dessen sich diese Unternehmungen der philharmonischen Gesellschaft seit Jahren erfreuen. — (Der Vodnik-Vall) in der Citalnica am 3. d M. war fehr gut besucht uud wies einen Reich» thum und eine Eleganz der Toiletten, wie keiner seiner Vorgänger. Das vorzüglich gelungene Vallfest war dnrch die Anwesenheit des Herrn Landespräsidenten Winkler sammt Gemahlin, Ihrer Excellenzen der Herren FZM. Baron Purter und FML. Eugen Müller, des Herrn GM. Groller von Milden see, des Herrn Obersten Fux. des Herrn Landeshauptmauns Grafen Thuru, deS Herrn Haudelskammerfträstdenten KuZar ausgezeichnet. Der Präsident der Citalnica Herr Dr. Karl Ritter v. Bleiweis.Trsteniski und Gemahlin sowie das Comite machten in der charmantesten Weise die Honneurs. Lin Kranz schöner Frauen und Mädchen schloss den fröhlichen Reigen und war befonders das Arrangement des Cotillon durch die Herren Soos und Wvl fling ein in allen Theilen gelungenes uud durch reizende Figuren hervorragendes. Die von der Vortreff« lichen die Ballnmfik beforgeuden Kapelle des vaterlän-difchen k, k. 17. Infanterieregimentes unter Nemravas tüchtiger Leitung executierte Milica-Polka von Herrn V. Parma wurde auf das lebhafteste applaudiert und stürmisch zur Wiederholung verlangt. Die Tanzordnungen für die Damen, kleine Albums mit Halbmond und Stern in Silber, waren sehr elegant und werden für die Ve« siherinnen gewiss eine liebwerte Reminiscenz an den heurigen Vodnik'Ball bilden, — Das Buffet hatte, sozusagen in letzter Stunde, der Casinorestaurateur Herr Verhaszy übernommen und zur allgemeinsten Zufriedenheit bei. gestellt. ^8. — (Die Vodnik-Feier in Oberschischka) am 2. d, M. verlief trotz der fchlechten Witterung und trotz des Faschings in jeder Hinsicht glänzend. Das Gebnrtshaus „pri kamnati mW" (beim steinernen Tisch), sonst auch beim Zibert (Matjan) genannt, wies rings um die Gedenktafel Citate aus Vodniks Liedern; durch die Bemühungen des Ausschussmitgliedes Herrn Knez waren weiters um das ganze Haus Flaggenbä'ume mit flatternden Nationalbannern aufgepflanzt, während bei Eintritt der Dunkelheit zahlreiche Lampions, von allen Fenstern hingegen bunte Lämpchen ihr Licht in die dunkle Nacht hinaussandten: zum Zeichen wohl, dass vor 125 Jahren (am 3, Februar 1758) hier ein Stern aufgegangen! Um 6 Uhr abends executierte die Musilkkapelle vor dem Geburtshause eine Piüce, der Schischkaer Atalnica«Sängerchor ließ das „vmnoviuk mili kraj" ertönen, worauf Herr Bezel die Tribüne bestieg und vor dem zahlreich versammelten Publicum die Festrede in dem Sinne hielt, dass die Nation dank-bar dem Dichterführer für sein Wirken den heutigen Tag als den Tag eines schöneren Sonnenaufgangs für immer sich ins opferwillige Herz schreiben möge. Unter den Iubelrufen der Bevölkerung fangen die tüchtigen Sänger eine Canute, damit endete der öffentliche Theil dieser erhebenden und doch schlichten Feier. In den oberen Localitäten, wohin fich ein Theil des Publicums begeben hatte, wurden nun Toaste mit Bezug auf die 125jährige Geburtstagsfeier von dem Citalnica-Obmann Herrn Drenik, den Herren Stegnar und Bezel ausgebracht, in welche das Auditorium mit Iubelrufen einstimmte. Unter den eingelaufenen Telegrammen befand sich auch eines vom einheimischen Componisteu Herrn Fr. Gerbic, Professor in Lemberg. Dasfelbe lautete: „Unsterblichen Ruhm deinem Andenken, unfer Vudnik! Ruhm der dankbaren Nation, welche dich im Herzen trägt uud heute das Andenken deines 125. Geburtstages feiert! Ferne von meinem lieben Vaterlande, jedoch im Geiste mit Euch vereint an der Stätte, wo feine Wiege gestanden, feiere ich mit Euch den für uns Slovene» so wichtigen, so herrlichen Tag! Lebet hoch!" — (Für Tarotspieler.) Das neueste in Ta-rokkarten ist soeben in der Josef Glauz'schen Fabrik in Wie» (Niederlage: I., Kohlmarkt 1, „Beim Husaren") gefertigt wurden, nämlich „Historische Bilder von 1683" (Türkenbelagerung Wiens), die ge« eignet sind, zunächst das Interesse der Tarolspieler. aber gewiss auch dasjenige weiterer Kreise — schon der Bilder wegen — rege zu machen. — (Landschaftliches Theater.) Gestern nachmittags war wieder eine „Kindervorstellung"; man gab Hopps Wiener Localposse: „Bekanntschaft im Paradicsgartl", für hier im Titel localisiert als „Be-kanntschaft am (I) Nosenbach". Das Haus mar gut besucht und die großen wie die kleinen Zuseher amnsierten sich vorzüglich. — Besonders gelungen war die Darstellung der Hauptrollen: „Regina" (Frl. v. Wag n e r), „Aonifacia" (Frau Wallhoff) und „Emmy" (Fräulein Kadletz). dann „Knasterkoftf" (Herr Au spitz), „Nochns Besenstiel" (Dir. Mo n d h e i m ) und «Fabian Laubfrosch" (Herr Ewald). Die Conversation deS gestern so zahlreichen kleinen Theaterpublicums war in den Zwischenacten eine so rege, animierte, dass man sich ob des herrschenden Gesummes unwillkürlich — in den Zuschauerraum einer größeren Bühne versetzt glaubte. —e8. Neueste Post. Original»Telegramme der „Laib. Zeitung." Petersburg, 4. Februar. Das „Journal de St. Petersbom'g" erklärt die Meldung der „St. James-Gazette", woruach Giers an die russifchen Vertreter ein Circular betreffs der Refultate des Austausches der Ansichten zwischen ihm, Bismarck, Kälnoky und Manciui gerichtet habe, für unbegründet. Constantinopcl, 4. Februar. Der Dragoman des italienifchen Consulats in Aleppo wurde unter der Anschuldigung eines unsittlichen Attentats auf ein junges Mädchen und des Mordes au eincm Diener verhaftet. — Der Zwischenfall mit wm italienifchen Consul in Tripolis und mit der Schildwache ist entgegen der Meldung des „Diritto" noch nicht beigelegt. Paris, 1. Februar, nachts. (Schluss des Kammerberichtes) Pelletan (Radicaler) befürwortet den Antrag Floquet. Seine Rede ruft Proteste seitens der Rechten und lebhaste Zwischenfälle hervor. Prinz Leon drückt feine Verwunderung aus, dass man in der französischen Armee einen General habe finden können .... (Redner wird unterbrochen.) Die Kammer spricht die Censur gegen Leon aus, dessen Worte gegen den Kriegsminister gerichtet waren. Iustizminister Devüs sagt, die Frage liege zwischen dem Project Floquet, welcher die Ausweisung verlaugt, und dem Entwurf der Regierung, welche es für ausreichend hält, in das Gesetz die Befugnis aufzunehmen, sich gegen die Prätendenten zu vertheidigen, ohne dafs sie es für nothwendig findet, alle Prinzen mit Familien und Kindern auszuweisen. Der Antrag Floquet wird hierauf mit 352 gegen 172 Stimmen verworfen. Die Kammer lehnte jede Verschiebung der Debatte, ja selbst die Suspendierung der Sitzung ab. Kriegsminister General Thibaudin sagt, die Frage berührt nicht den Aesitz der militärischen Grade. Die Prinzen verlieren ihre Grade nicht, sondern werden als Prätendenten in dauernde Dispombilität gesetzt. Der Minister übernimmt das formelle Engagement, das Gesetz anzuwenden. Er erklärt, es sei keinerlei Einfluss auf die Armee zu besorgen, welche ganz und gar ihrer Pflichl ergeben ist. Die Armee würde, wenn nölhig, die Republik energisch vertheidigen. Die Armee wird eine unlheilbare bleiben, indem sie das Vertrauen auf die großen Geschicke des Vaterlandes bewahrt. Das Gegenproject Ballue, welches die Streichung der Prinzen aus den Armeecadres bezweckt, wird mit 377 gegen 129 Stimmen verworfen. Die Kammer beschloss mit 282 gegen 115 Stimmen, in Permanenz zu bleiben, bis die Vorlage erledigt sein wird. Delafosse bekämpft den Regierungsentwurf. Cuneo d'Örnano bringt ein Amendement ein, welches das Amendement Andrieux' in modificierter Fassung aufnimmt. Dasselbe wurde mit 289 gegen 56 Stimmen verworfen. Granier de Cassagnac vertheidigt ein anderes Amendement. Dasselbe wird gleich-falls verworfen, und werden sodann die drei Artikel der Regierungsvorlage successive angenommen. Ana-tole Laforge fetzt im Namen einiger Mitglieder der äußersten Linken auseinander, warum dieselben nicht für die Vorlage stimmten ; er beschwört die ehemaligen Proscribierten, sich nicht zu Proscribierenden zu machen. Die gesammte Vorlage wurde sodann mit 373 gegen 163 Stimme» angenommen und die Sitzung u»N Mitternacht aufgchoben. — Nächste Sitznng Donnerstag. Verstorbene. Den I.Februar. Johanna Miklavttc, Private, 60 I., Studentengassc Nr, 10, Lungenphthysc. Dcn' 2, Fcb ruar. Helena Cibcr, Kaischlerstochter, 2 I-^ Mon., hauptmanca Nr. 5, Blutzersetzung. Den 3. Februar. Herminc Hamerl, Hausmeisterstochter, 6 Tage, Martinsstraße Nr. 20, Fraisen. Theater. Heute sgcrader Tag): Margarethe sFaust). Große l?per in 5 Acten (nach Goethe) von I, Barbier nnd M. Carre. Musil von Ch. Gounod. Lottoziehungen vom 3. Februar: Trieft: 15 89 68 34 2. Linz: 64 60 27 65 32. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. ^ 7U.Mg, 739.43 —0.6 O. schwach bewölkt "^ 3. 2 „ N. 739.11 -j- 6,2 W. schwach bewölkt 0,00 9 .. Ab. 740.22 -l- 6,4 W. jchwach bewölkt______^. 7U.Mg^ 740.3? -4- 6.2" SW. schwach bewölkt ,21.50 4, 2 „ N. 739.80 4. 8.6 SW. schwach bewölkt ' Regen, 9 „ Ab. 740,50 -j- 6.6 SW. schwach Ncgen ! Schnee Den 3. Morgenroth, tagsüber meist trilbe, einzelne SoN" nenblicte, Abendrot!). Den 4. tagsüber trübe, abends Ncgcl^ Das Tagesmittel der Temperatur an beiden Tagen -4- 4,4 und > 7,1". beziehungsweise um 5,4" und 7,9" über dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: P. v. Radics. Danksagung. Für die zahlreich wahrhaft rührenden Kundgebungen herzlicher Theilnahme, welche da3 tief« tragische Schicksal meines unglücklichen Gatten, des k. k. Obergcometers Johann Götz in den allgemeinsten Kreisen erweckt hat, spreche ich tieferschüttert und zu den einzelnen Danksagungen vorerst gänzlich unfähig, hiemit aus diesem Wege im eigenen sowie im Namen der übrigen Ver-wandten allen werten Freunden nnd Bekannten den tiefempfundenen innigsten Dank aus. Üaibach nm 2. Februar 1883. Maria Gölz. bestes Tisch- und Erfrischungsgetränk, erprobt bei Husten, Halskrankheiten, Magen- und Blasenkatarrh. PASTILLEN (Verdauungszeltchen). Heinrich Mattoni, Karlsbad (Böhmen)-'''""* " ==--~^h FAiqtielte u.Korkbrand MATTONl'^J wie nebenstehend Jü»---> "inl CP genau zu beachten. G1 ESSHUBLtn]] 241 Course an der Wiener Börse vom 3. Februar 1N83. M« d«m 0^^ Cour«««««) Geld Ware StantS.Anlehen. ^ll°«Nte.......„,05 78-20 A" 1° ° Sta°<«l°,t . «50 st, lib 2» 11» -lU!5 ^ ^"l«t 200 „ ,2g k« l,U 75 ^3^ ^° dü«stcl 1U0 „ I»e - 137 - U" Staalilos, .100, 1?c 6ö 171 -«0»?». .'.^ - b« „ 1?,, eo N°g. ««lb«nt« «°/. . . . . ii«55 11» 7t. ^ Vtaat«.Obl, (Nng. Oftb.) nn— 110 2° '"b'"t« >i.'°l« 4°/° l«X1 fi. . . ,0, 5L 109 75 """"tl.. Obligationen 3°: 3V.......'°«-'<"- ^°M°bt schl.......»750 »5- «elb Ware 5°/» Teme»var»Vanater . . »7 75 98 5« b°/n ungarisch«......9«— g» bv Andere össentl. Nnlehen. DonaU'Mca^'osc 5°/» 100 fi. 114 75 115 »5 bto. Anleihe 1878, fteuerftei , io» — 10z oc Nnleben b. Stadlgemeinde Wien 1U1 75 105 — Nnlehen b. Ltabtllemeinde Wien (Vttbn ober Volb) . . . .------— - Prämien-Unl.b.Stabtgem.wiln 1»3 — 1«» b(» Pfandbriefe tfülioofi.) »odencr.aUg.öfterr. 4>/,°/,G°1b 118 ,o Il8'7e dto. in i0 „ „ 4>/, o/i, 9K 5» 8«-— dto. in 50 , „ 4°/u . 91 40 »2-— dto. Plämieu-Tchulbverschr.3'/» 98— !»8Ü0 Oeft. Hypotbelcnbanl 10j. 5'/,°/° 10a ec. ll.1 — Veft..ung. Banl Verl. ü°/<> . . 100 4<, ice ?(, dto. , 4'/,°/«. . »7»0 »7 55 dto. „ 4°/„ . . 9,-12 «2-Ü0 Ung,allg.Aodencrebit»Uctiellgel. in Pest in 34I.verl. 5»/,°/» - 101'— ic,^ 25 Prioritäts» Obligationen (für loo fl.^. «klisabeth'welibahn 1. «mission 98-50 98-8U yerbinand«°Nolbbahn iu Silb. 104 75 ic,5 b« Franz-Ios^Vahn.....99 80 l«v 20 <ÄaIi,isch^ Karl»Ludwig » «ahn —171-?:', Elary-Los« 40 st.........-— 88 85 4°/^ Donau.Damvfsch. l«u fl. , «^ ,5 1«>8-75 Lail'acher PrämicN'Nnlehen L0 fi. 23 5!i »4 — Ofen« Lose 4« sl......88 b« 3» 00 Palssh-Lose 40 ss......zß-Ly zg7_ 5,- El'Oei'.oil'^'l'se <0st..... „-„ „ — walbsteiN'Los? »o fl..... 27.95 37.75 Winbischgiätz'^ose l0 fl, , .------ ,7.50 Vaul ° Nctien (per Etui). Nnglo»Oefterr. Van! i«a fl. . . ilg — 11s z5 VanlxVesellschaft, wiener «0« fl.____------ Nanlvercin, wiener, 100 fl. . . 109.50 iin — Nbnci.°Änst., Oeft.2oafi. S.4«°/« 210 5e «11-5« Lrbt.'Nnft. f. Hand u. V. iua fl. »«4 5o lsi Lc 6rbt.'«»st., All«. Ung. 200 fl. , ,»>< — 29ik0 Dcposttcnb., Nlla, i!00 fl. . . . ,o» — »10 — «tOcomptt'Gcs., Nieberöst. 5oa fi. 8« — 8Kb — Hypotbelcnl,.,öfl. »O0fl. 25°/<>L. «0— «2-— Liinberbanl ö'st. »W fi. V. ü0°/<>E. —-— —-— O«fterr.»Ung. «anl.....»54 — 8z« — Umonbanl 100 fi......115 — 115 5l. VerlehrSbaul Nlla. 140 fi. . . 14« ,5 1t« 7b Geld Ware Nctien von Transport« Unternehmungen (pn Stück), «Ib«cht«»ahn «N0 fi. Silber . —-— — — Alsölb.Fium<»».«l,hn»0afi.Sllb. 1«8 «5 1«3 75 «usfig.'Tepl.Eisenb. «ootolbbabn 150 ft. . , . 174 50 175 — Weftbahn «00 ss. . . . ,91 — ,93 — Vuschtiehrabn 7 — 8« — , (Ut, N) ,00 fl. .---------------- Donau » Dampfschiffahrt - Oef. Oesterr. 500 st. EM.....597 — ^99 — DraU'Lls.(Äat..T>b..Z.)200fi.S. i»? 2l» 1«7 75 Dux'Vahn 200 fi. VVl. . . 209-75 2lu — „ l'mz'Vudrocig 200 ss. . . , 189 7L l9L 26 „Slzd.»TirolIII,0fi. ilVt, 303 40 »U3 80 Vvaz'Köflacher>i,'l8.!i0Ufi.ö.W. «zg ^5 2»? 35 Kahlenbsra-Liseilb. 200 fl. , . 87 5ü 88-50 KaschaU'Qberb. Elsenb.liuafi. V. 144 85 144-75 «embcrn««lzrnow.. Iass« Eisen» bahn-Gesell. ,ou fl. °. N. . . i«8 25 1«9 — vloyb, öft.-ung., Tnefi 5U0ss.TV^, ««n — ««« — Oesterr. Nordwcstv. ,00 fl. Silb. ,<»i ?s. 2U2 25 dto. (Ul. ») Ü00 fi. Silber . 217 25 217 75 Prag'Duier Lifenb. i5ll ff.Silb. 57,5 57 75 Nubols» «ahn xoo fi. Vllb« . 1« 75 1U5 — Siebenbilrger «iifenb. ,00 fl. S, i«o 50 1«1 — Staatlcilcnbllbn 200 ss. ö. W. . »54-50 535" «i!l>:n-Ind.»Ges. ,üo fl. l72—174 — Salgo Tar,. Eisenraff. 100 fi. , 1«, 50 12» — Waffenf.^G., Ocst. in W. 1UU fl. 144 — 14«-— Trlfailer«ohlenw,-Ves. loa fl. . —— — — Devisen. Deutsche Plätze......58-4S »8 «5 London.........11» 55 119 8« Paris.........47 5L. 47Ü5» Petersburg.......—— — — Valuten. Ducaten........ b-a» »S5 ^»'Francs'Stüclt..... 949 »'55 Silber......... —— — — Deutscht Reichsbllnlnot«,. . . 58 4b «5» ÄmlMalt zur Laiüacher Zeilunn Ar. 28. Montag, den 5. Iebrnar 1883. c^^c« Hrkenntni«. Nr. 001. b°» ?"! Namen Tr. Majestät des Kaiseis hat °-^ Landrsncricht in «ailiach als Press» l,. « ^"l ^"^°» der l, f. Staatsanwaltschaft i« »techt erlannt: i« «^r Inh.lt beS in der Nummer 20 der tmli.'Ä^ ln.slovenischer Sprache erscheinenden pol,t.schen Ie.tschrift «8l0v°u,lli Ifarua" vom druci^"",7.^ «us der ersten Seite abac-druckten Urlllels mit der Aufschrift Ein Be-;^'ft "berslWa". beaiun'cnVmit "i'3. ist l, rss^l^ "s'^ ".'^"d mit „Jeder Beamter VernnN^U". begründe den Tatbestand des nunN^ rN St,'H"'"^ «uhe und Ord. "3 d« S?asvr°7^^'"^ der §Z 489 und ^"temah der FZ Z« «nd 37 des PlessäosetzeS 1«3i x Member 1862. M. S R w Äl! per m-^ c. / ^ieitcrverbrrituna der gedachten Num-bps! ."boten, alls Vernichtung der mit Beschlag ""egien Exemplare derselben und auf Zerstörung "e° vatzcs des beanständeten Artikels erlannt. ------«aibach^ am 23. Jänner 1883.__________ l^ ^unämackun«. Nr. 139. dnll«. " l- l- Kreis, als Handelsgerichte Nu. ""iswert wird bctannt gegeben, dass der Herr l. l. Landespräsident für Krain die Amtsblätter der «Wiener»" und der „Laibacher Zeitung", dann da, „Triester Tagblatt" für die im Jahre 1883 zu erlassenden Belauntmachungen der Eintra» gungen in das diesgerichtliche Handelsregister und das Amtsblatt der „Laibacher Zeitung« für die im Ialnc 1883 bekannt zu machenden Ein» tragungcn sür Erwerbö» und Wirtschastsgenos. senschasten bestimmt hat. Nudolfswert am 31. Jänner 1883. , (554-1). Militür-Maisenftiftnna. Nr. 1770 Bei dem Magistrate Laibach kommt für das Jahr 1883 die von dem verstorbenen Herrn Oberftlicuttnant Josef Sühnl errichtete Mili« tär.Waifenstiftnng mit 3? sl. 80 kr. zur Ver. lcihung. Auf diese Stiftung hat ein vom Militär abstammendes armes Kind, es mag ehelich oder unehelich sein. Anspruch. Bewerber um diese Stiftung haben ihre gehörig instrnicrten Gesuche bis Ende Februar 1833 bei dlcsem Magistrate zu überreichen. Etadtmagistrat üaibach, den 1. Februar 1883. (511—2) Hunäma migm Ersteherm bewilliget uud zu deren Vornahme die Tagfahrt auf den 14. Februar 1883. vormittags 11 Uhr, Hiergerichts mit dem Bemerken angeordnet, dass hiebei obige Realität um jeden Preis an dm Meistbietenden hintangcgrlien werden wird. , Die tticitatlonSbedingnisse, das Schä- j tzungsprotololl und der Gruudbuchöextract, länneu Hiergerichts eingesehen werden. ! K. l. Bezirksgericht Liltai, am 14ten Dezember 1862. ' (509—1) Nr. 350. Bekanntmachung. Dem verstorbeneil Martin Klemenöiö von Oarkarevc, resp. dessen unbekannten Rechtsnachfolgern wird hiemit bekannt gemacht, dass denselben Herr Karl Puppis von Loitsch als Curator aufgestellt und diesem der für denselben bestimmte Real-feilbietungsbescheid ddto. 16. September 1882, Z. 9449, zugefertiget worden ist. K. k. Bezirksgericht Loitsch, am ISten Jänner 1883.______________________ (381—2) Nr. 4520. Reassumierung dritter exec. Feilbietung. Vom l.k. Bezirksgerichte Laas wird hicmit bekannt gegeben: Es sei über Ansuchen des Franz Kooaö von Laas (als Cessiouär des Ierni Iu^na von Laas) dle Reassumierung der mit dem Bescheide vom 9. Juni 1879, Z. 4880, angeordneten, sohln aber sistler-ten dritten exec. Feilbietung der dem Ierul Mlalar von Babenfcld Nr. 2 ge. hörigen, gerichtlich auf 835 fl. bewer-tetcn Realität Urb.-Nr. 43 aä Neubaben. feld bewilliget und zu deren Vornahme die Tagsatzuüg auf den 17. Februar 1883, vormittags 9 Uhr, Hiergerichts mit dem frühern Anhange angeordnet. K. l. Bezirksgericht Laas, am 20sten Mai 1882.