MbllcherHMtlmg. Nr. 13«. PrailumcratisnSpreil :' Im Comptoir ganzl. ss. 11, biNj. !l. 5.30. ssür bie.^uftollun« ins Hau? h„!l>i.5>!>:r. -Dtitdci Pllst,)a!!^j.fI. l5. halbj. fl.?.5». Freitag, l j.Iuui !«m. l«,lr. ii. f.,?. In,>it!?n?!^ü!pcl iedccin. ?,„ fi 1869. Alutlicher Theil. Vcsttz um 24. Mm 18N!) über die Regelung der Grundsteuer. (Schluß.) ^. Abschnitt. Vermessn nq< i> 35). Untersuchung der eingetretenen Cultur^ uud Objcc tsän dcrungen und Bericht i ^ u u g der vorhandene:, K a t a st r a l m a p -Peu. Das den Bc;irksschätznngscommissioncn zngewic^ scnc Vermcssnngspcrsonale hat die Aufgabe, die scit der letzten Vcrmcssnng eingetretenen Cultur- und Objects' nndcruugen, insoweit letztere bei der Evidenzhaltnng nicht zur Anmeldung gelangt sind, an Ort uud Stelle zn Untersuchen und iu den vorhandenen Katastralmappcn zu berichtigen. §36. Berechnung der Cultur nud Classe n a l) s ch n i t t c, Vcrsassung der Zusammen-stellungcn, Nach Beendigung des Ab- und Ein-schätzungsgcschäftcs sind die diesfälligcn Resultate vom ^ermcssuug^personalc gleichfalls iu den vorhandenen Katastralmappcn einzuzeichnen und es sind hicnach die berechneten Flächen der Cnltnr- und Elassenabschnittt in k>n für jedc Gemeinde besonders anzulegendes Einschätzn nasregiftcr ei,, zutragen. AuS diesem Register sind die Flächen der einzelnen Äonitntsclasscn jeder Cnlturgattung derart zusammenzustellen, daß sich daraus der Gcsammlflüchcninhalt ^cr dcr Gcmcilide angehörigeu, in die einzelnen Voni-Wsrlasscn und Culturgaltuugcn eingeschätzten Gründete ergibt. Auf Giimd dcr Classenzufauimellstclluna ist die <>c;irkt, der Reclcv üianten sowohl bei dcr Äezirkoschäyuna^eomiiiissiou alc auch liei dcui Gculeiudevorstchcr schriftlich angebracht oder müudlich zu Protokoll gegeben werden, l Die vci dein Gemeindevorsteher innerhalb der Re elamationsfrist angebrachten Llcelamalioneu muffen vo» demselben längstens acht Tage nach Ablauf dieser Frist der Äezirtsschätzungöcommission vorgelegt oder cinc Fehl anzeige erstattet werden. Die eingebrachten Reclamation«» werden vou dcr Vczirksschätzungseommission genau geprüft und nöthigen-falls dnrch cinc Localcommifsion, zu welcher jedoch zwei audcrc Ntitglicdcr dcr Äezirksschätznngscommission abzuordnen sind, als jene, welche daselbst die Einschätzung vornahmen, untersucht. Auf Grund der Prüfung, vezichnngöwcisc dcs dcr VczirköschätzunMomunssiou vorzulegenden Untcrsuchungs-ergebnisscö hat die Commission die Rcclamationen, welche sie begründet findet, mit aller Beschlcnniguua. zu erledigen. Entscheidet sich die Bezirksschlltzmlascommission mit Slimnmicinhelliakcit sin- dic Abweisung rinrr Reclama--lion, so ist teme wcilci'c Bcrnfnüg zulässig. Außer diesem Falle al,cr sind jcnc Reclamationen, w.lchen die VczirksschatzuugScomnlisfion ganz oder «hcil-iv^ifc nicht Folge zu geben fiudct, von derselben, mit ihrem Gutm'hieu begleitet, sammt allcu Einschätzung^ actcn dcr ^andeöcommission vorzulegen. § 36. Entscheidung der Landcscom» mission üb.'r die BczirtSsch ätzuug ec o m-m i s fi o n s a n t rä g c uud Vorlage des ^ a n» t» c ö s chä tz ll u gsa b sch l usscs an den Finanz-!ni:iister. Die ^audescommissimi cntscheidct endgül» tig ül,cr die von den Äezirksschätzüngscommissisneu vorgelegten Rcclamatioucn (§ 37) und erstattet unter N^ch' w.isung des Rl'snltatcs dcs Ab- uud Eiuschätzunasgc" ichäftes, uülcr Beilegung aller Vcrhandlungsacten, ihr Gutachtcu ü>>er die Angcmcssenhcit dcr erzielten Rcful tlite im Hinblicke auf daö eigene Laud und auf die be-nachbarten Länder au den Finanzministcr, wclchcr die Ccntralcomlmssion beruft. § 3l). Entscheidung dcr C c ntra l c o u^ in is si on. Die Centralcommissiou hat die Vorlagen aller Lailocscommlssloucn eingehend zu prüfen n»d sowohl iin Vergleiche der verschiedenen, insbesondcrs dcr angrenzenden Länder, als uuch im Hiul'lick auf die Ergebnisse dcr Eiuschätzmlgen iu den cmzelneii Ländern, die Class fieationstarife aller Länder nach Behebung allenfalls voltommcudcr Mängel und Bedenken end" giltg festzustellen. Sollten sich bei dcr Einschätzung m einzelnen Echäz-znngsbczirken oder Classificationsdisttictcn so großeUn» richtigteitcn hcrauöstellel,, daß dieselben auch dnich eine Aeudciui'g des Classlficalionstarifes für diesen Bezirl oc>cr Classificationsl'istrict nicht behoben werdcu tüuncn, fo ist die Eeittralcommissiun berechtigt, die Vorliahmc eincl- neuen Einschätzung durch ciuc in Gcmäßhcit des ^'.U lliederzusetzeude ücuc Commisfiou auzuordncn. Oc< gen dicse ncuc Eiuschätzun^ sind Reclamationcn zulässig ; dichlbcu köunen jedoch die Veranlagung der Stcu^ ern nicht aufhalten. ß 40. i)t ichtigstcllniig dcr 3t c i u c r lr ag s-ausweise. Nach cudgiltig crfolgtcr Richtigstellul,« Ker Classificatiollslarifc für alle Länder durch dic Cetl-lralcommission hat dcr Finanzministcr die iu den bisherigen Emschätznugsrcgisteru, Zusammenstcllungc n und Hauptübcrsichtcn nachgewiesenen Rciuertrügc richtigstellen zu lassen uud neue Zufannmnstcllungcu dcr Rcm-ctträge für die Länder, Bezirke und Gcmcindcn zu veranlassen, auf dcrcu Grundlage sodann die Vcrtheilnng der im Wege des Gesetzes festgestellten Grundsteuer- S'chahgralurei im Meere. (Schluß.) ., Wie Oberst Gowcn verfahren wird, hängt nalür» M davon ab, in welcher Verfassung er die einzelnen Mffc findet. Man weiß jetzt aus praktischen Erfahruu-s". daß Schiffe mit ihrem ganzcn Körper vom Grunde ^ Mccrcs heraufgchobcn werden können, und^cbcnso ^)l b.kannt ist, daß Tanchcr aus versunkenen Schiffen /Uhvollc Sachen herauszufischen im Stande sind. Zn ^ crstcn dieser beiden Zwecke hat man schwimmende s "tuns anf verschiedene Weise verwendet. Ein intcrcs-^'ln Versuch dieser Art wurde im vorigen Jahre gc-^>t. Dcr „Wolf", ein eiserner Postdampscr, war im , ^fast ^ongh dnrch cincn Zusamuicnstoß geschcilcrt und ^ bM';ig Fuß tief im Wasser. Von vielen Plänen,! z^ ^-geschlagen wurden, crhiclt dcr folgende den Vor-! .L Man bante ans völlig wasserdichten und mit Luft g/slten Touncn, übcr die Brcltcr gelegt wurdcn, ein ^,f ^ Fluß. Man theilte es in vier Theile, vou dcncu l icdcr Scitc des in dcr Tiefe liegenden Schiffes zwei ^.M-acht wurden. Starke Balkenlagen verbanden dicse ^ '^ zu einem einzigen Floß, welches cinc Schwimm-^ ^on achthmidcrt und fünfzig Tonncn bcsaß, dic ^ ^"vichlc dcS nntcrgcgangcncn Schiffes mehr als , H kam. Da dcr „Wolf" acht Fuß tief im Schlamme ^rck '"" ^ "^^ möglich, Kcttcn unter dem Rumpfe s^^u^'chcu und ringsherum zu legen, wie man daS '' bei der Hebuug von Schissen zu thun Pflegt. Statt dessen schlang man Ketten durch die Seiteuluken dcs Rumpfes, dcrcn auf beiden Seiten zusammeu fünfzig warcn. Man hatte also fündig Ketten, mittelst deren das Schiff in dcr Art gehoben wnrde, das; man auf dcr Oberfläche dcs Flosses fünfzig Gangspillen oder Windcn aufstellte und an jedc eine itctte befestigte. Jede Kcttc war f'mfundzwcuizig Tonnen zu hcbcu im Staudc. Tau. chcr hatten die Vorarbeiten besorgt, die Lage des Schiffes genau ermittelt und die Ketten dnrch die Seitenluken geschlungen. Als diese lclMc Aufgabe, die schwierigste von allen, gelöst war, begann dcr Proceß dcs Hcbens. Zwcihuudnt und fünfzig Arbeiter giugcn bei dcn Windcn ans Werk. Sie arbeiteten nach'dem Taete nnd sechs stunden später zeigte sich dcr crtruukcnc „Wolf" oben anf dcn Wellen nnd wurde im Triumph in dcn ^afcn von Belfast geschleppt. Ob der Obcrst Gowcn in Vigo nach einem solchen Plan verfahren wird. ist noch nicht festgestellt. Wie wir schon bemerkten, wird er sich wohl vorbchaltcn, bei jcdcm ^chlff das System anzuwenden, das für die Verhältnisse am bcstcu paßt. Gewiß ist. ^ß er bereits gesunkene Schiffe gchobcu hat, und eben dcühalb hat »'an sich bei dcm Uulernchmcn von Vigu scmcr Dienste versichert. Man wird sich vom Aichnige des Krimkriegcs her erinnern, daß am 23. September 1854. drei Tage nach dcr Schlacht an dcr Alma und drei Tage vor der Ankunft dcr britischen Armee anf dcn Höhcn übcr Bala-klaua, Fürst Mcntschikow dcn kühnen Entschluß ausführte, qucr vor dcr Einfahrt iu dcn Hafen von Sevastopol russischc Kriegsschiffe iu Liuic/zu stellen und sie durch Aubohrung zu versenken. Diese scheinbar übereilte und noch nicht dagewesene Maßregel entsprach ihrem Zwecke vollstäudig, dcun die prachtvollen Flotten Englands und Frankreichs sahen sich während dcö ganzcn Krieges außcr Stande, in den Hafen einzudringen oder auch nnr in folchcr Nähe Stand zn uchmcn, daß sie dic Fcslnngswcrkc wirksam beschießen konnten. Als die Rnsscn daranf am 8. September 1858 Sevastopol ränmtcn nnd sich in dic nördlichen Fotts zurückzogen, ucrsculteu sie alle Schiffe, die noch im Hafen lagm, um sic dm Sicgcrn nicht in dic Händc fallen zu laffcn. Hu kam es, daß der schöne Hafen von Scdastopol durch nntcrgcgangcnc Schiffe unbrauchbar wurde. Hier war cs nun, wo Obcrst Gowcn seinen erfinderischen Geist dnrch das Heben jencr Schiffe bewährte. „Als ich in Sevastopol die versenkte rnssischc Flotte auö dcr Ticfc holte," sagte er, „hatte ich mit keiner kleinen Zahl von Schwierigkeiten zu kämpfen, dic sich nicht nM überschätzen lassen. Dennoch begleitete meine Operationen ocr vollständigste Erfolg, denn ich hob uud rciuiglc damals siebzig Schisfc aller Größen, von denen manche wieder Dienst thun." Indem er Vigo mit Scbastopol vergleicht, fährt er fort: „Meine Sondirnngcn in der Vncht von Vigo verriethen mir cincn schlammigen Bodcn, in dcn die Oallionen nicht inchr als zur Hälfte vcrgrabcn sind. Wenn ich daö mit den zwanzig Fuß Schlamm. Thou, Muscheln uud Kies vergleiche iu die die versenkte Flotte von Scbastopol sich eingewühlt hatte, so betrachte ich das Resultat dieses beabsichtigten Uiilcrnchmcns mit sanguinischen Hoffnungen Hier ist keine offcne Ryede, wie in Sevastopol dcuii die kleine Bucht, in dcr die Gallionen liegen, wird voll« ständig vom Land umschlossen, so daß die Arbeiten in jeder Jahreszeit ausgeführt werden können " Wir 974 hauplsummc auf die einzelnen Zander, Gemeinden nrid sttuelpfiichtigcn Grundstücke erfolgen muß. §41. 9t «.vision dcs G r u nd stc ncrl at a-sters. Nach Ablauf cincr Periode uou 15 Jahren, vom Jahre dcr erstc» Stcucrocrtheilung auf Grundlage, der Schätznn^sergebnisse »ach d!csem Gesetze an, ll. s. f. periodisch von 15) zu 15 Jahren wird eine Revision dcS Grnndsteucrlatasters in allen Bändern glciliizeitig vorgenommen. § 4l. Vollzug des Gesetzes. Dcr Finanz, minister isl mit dem Pollzngc dieses Gesetzes beanftragt. Schönbrunn, 24. Mai 1809. Fran.; Josepl) m. ^. Taaffe m. p. Brestel m. p. Der Reichskanzler, Minister des kaiserlichen Hauses und des Acnßcrn, hat den zweiten Dolmetscher des k. und k. Consulates in Jassy Paul Körn dach zum Kanzler-Dolmetscher bei dem t. und k. Gcncralconsulatc in Bukarest zu ernennen befunden. (Wiederholt wegen unvollständigen Abdruckes aus der letzten Nummer.) Mhtamtlichcr Theil. NothstandsMcr aus Mmcn. Die böhmischen oppositionellen Journale lieben es, sehr viel in Schilderungen über den furchtbaren Nothstand in Böhmen zu arbeiten und zu Phrasen, als: „der letzte Rock," „der blutige Groschen," „der furchtbare Steuerdruck," „aussaugcndc Reptilien" :c., als letzte Agitationsmittel ihre Zuflucht zu nehmen. Ein gelungenes Relief zu diesen Nolhstaudsbildern liefert die..Präger Zeitung" in ihrem jüngsten Abcndblattc, indem sie schreibt: „Die Geldbewcgung der 142 böhmisch-mährischen Vorschnßcassen bctrug im abgelaufenen Jahre 30,751.000 st. 64 kr,, eine Summe, die nie zuvor erreicht worden war; ist das nicht ein schlagendes Argument für den ..materiellen Verfall" im Landc? Die Einlagen in sämmtliche böhmische Sparcasscn erreichten im selben Jahre die gleichfalls nie dagewesene Snmmc von 30,963.785 fl. 25 kr. und überstiegen die Rückzahlnngcn um mehr als 10 Millionen Gulden; ist das nicht auch ein vollgiltiger Beweis für den herrschenden „Nothstand?" Oder sollte sich das Capital blos aus Mißtrauen nnd weil Handel, Industrie und Verkehr stocken, in die Easscn zurückziehen? Wo bleiben dann all' die zahlreichen Acticn-Unternehmungen, dic im Vaufc des letzten Jahres in Böhmen entstanden sind nnd so zn sagen täglich noch entstehen? Wo bleiben die böhmisch-mährische Gewerbe bank, die lanowirthschaftlichc Creditdank für Böhmen, die Versichcrungsbankcn ..Praha" und „Slavia," die Actiengroßhandlungcn in Kolin, Turnau, Ncnbydzov, Iungbunzlan, die zahlreichen Acticnzuckcrfabrikcn nnd Actienbraucreieii, die in letzter Zeit begründet wurden? Wo bleiben die Vicinalciscnbahnen, welche, wie wir soeben in den Blättern lesen, die ^andwirthc aus dem Bezirke Mäcno mit eigenem Capitale bauen werden? Sollten das vielleicht lauter Nolhstandsbantcn sein? Sehen wir aber von all' dem ab und betrachten wir einmal, wie das Volt bei uns lebt. Ein kleines Kalendarinm der letzten vier Wochen wird uns dies am besten veranschaulichen: 9. Mai. Großes Sokol-Fcst am Nzip mit Mörscrtnall und Fcstlclcgrammcn ; 10. Mai: Großes Nationalfcst mit Feuerwerk und lebenden Bildern; Gründungsfest des „Oul," Meeting am Belve- dere; 23. Mai: Tabor am Belvedere mitDecorationcn und Dctailverschleiß von Resolutionen; 30. Mai: Prunkvolle Fahnenweihe des FleischcrgcseUcmmtcrslützunqsucr-eincö mit Bandcricn, Fcstcostüincn, nationalen Auszügen i und Feierlichkeiten. Hiebci wurden von einigen Red-! ucrn sämmtliche ..Feinde und Vcrräthcr der Nation" widerholt massacrirt, glücklicher Weise aber nur in der Redeblume; reines Arbcitcrmceting auf der Rohanschen Insel; 6. Juni: Tabor am Swiciner Berg mit Scpa ratzügcn und diversen Festlichkeiten inclusive Resolution; große Fahnenweihe des „Sokol" in Rokycan und des „Oul" in Acrkowic, Enthüllung des Nemcoua - Denkmals u. s. w. u. s. w. Auf dem Programm der näckstcn Woche stehen wieder ein Dutzend Meetings und Aus-singe, die große Huß-Feier, die Grundsteinlegung zum Hizta-Monuinente :c. :c. Und wer feiert alle diese kostspieligen Feste? Etwa die böhmische Inmw jimlmn, der Großgrundbesitz, die wohlhabenden Großindustriellen und Großkauflcutc? O nein, schlichte öandwirthc, Handwerlsgchilfcn, Ttudireude, A,beiler, dann Frau>n und Kinder sind es, welche auf diese Weise ihre Nothlagc docuiucntircn; und da wollte man noch zweifeln? Die Eiscnbahüvcrwaltungcn, Dcco-ratcure, Schneider, Bicrwirth? nnd ähnliche Fattorcn, welche bei derlei Meetings, Ansflügcn und Festlichkeiten eine hervorragende Rolle spielen, crcditircn zwar nichts, aber Noth bricht bekanntlich Eisen und so kommen diese Feste trotz des fürchterlichen Elendes in Böhmen dennoch zu Stande, Wo giebt es — so fragen wir — anßcr unseren Laudslcuten noch ein zweites Voll in Oesterreich, ja in Europa, das so viel Geld und so viel Zeit - und Zeit ist ja nach dem Sftrnche jenes praktischen Juscluolkes bekanntlich auch Geld — zu einer fast ununterbrochenen Kette von Festlichkeiten zn verwenden hättc? Ein Nothstand existirt aber factisch in Böl'mcn, der alles andere an Intensität übertrifft, der leider auch wirklich zur Folge haben kann, daß das Volk corrum-pirt und dessen Wohlstand untergraben wird. Dieser Nothstand heißt — hetzerische Agitation!" Der Mchof von Linj. ^inz, 8. Juni. Vor seiner Abführung formn-lirle Bischof Rudigicr den folgenden Protest, den derselbe unterschrieb und von zwei Zeugen mitfertigen ließ: „Ich erkläre hicmit mit Bezug auf meine bereits ab-gcgcbcnenen früheren Proteste, daß ich die Kompetenz des t. k. Laudcsgcrichteö in Sachen meines Hirtenbriefes (welcher die i^ivll - Ehe als unsittliche Handlung erklärt nnd daher reu: NrchNchcr Natnr ist) umsowcnigcr anerkennen kann, als der Artikel XIV. des noch vor Gott und meinem Gewissen bestehenden Concordats festsetzt, vor welchem Gerichte Bischöfe sich zu verantworten haben. Ich kann sohin vor dem k. k. ^andcsgcrichtc nicht nur diescrwegen, sondern auch einer päpstlichen Anordnung willen freiwillig nicht erscheinen, werde aber der physischen Gewalt weichen, vrolestirc dagegen und mache diejenigen, welche dic Anwendung derselben angeordnet, sowie Jene, welche gekommen sind, um dieselbe auszuführen, für die Folgen veranlwonlich." Das für Obcrösterrcich uud selbst über dessen Grcn^ zen hinaus so interessante Ereigniß der zwangswciscn Vorführung Franz Joseph Rudigicr's zittert hier, auf dem Schauplätze desselben, noch bedeutend nach, nnd eine kleine Nachlese der damit verbundenen Thatsachen ist wohl der Mühe werth. Die Nachricht, daß daS hiesige Domcapitel, die Michaels-Bruderschaft, zu welcher Sprossen altadeligcr werden nnn bald sehen, ob Neptnn sich bestimmen läßt, den Schatz wieder herauszugeben, den er hundert und siebcnundscchszig Jahre in seinem Reich auf dem Grunde des Meeres zurückgehalten hat. Ein zweites uutcrsecischcs Uutcrnchmcn der Gegenwart lenkt unsere Aufmerksamkeit auf sich. Hier ist der versunkene Schatz von geringerem Betrage nnd daS Ereigniß, das ihn zn Grunde gehen ließ, hat etwa ein Jahrhundert spater gespielt. Die Thatsachen sind bald erzählt. Im Jahre 1799, als Holland mit Frankreich im Kriege war und England die holländische Regierung mit Menschen und Geld unterstützte, ging eine große Geldsumme mit Sr. Majestät Schiff „^utinc" ab. Allein das gemünzte Gold und die Silberbarren der Negierung sollen anderthalb Millionen Werth gehabt haben, und außerdem waren die Kronjnwclcn des Prinzen von Oranicn, denen Rnndcl und Bridge eben eine neue Fassung gcgcbcn hatten, an Bord. Durch Silberbarren von Privaten und durch eine große Menge von Waaren wurde der Gcsammtwerth des Schiffs und seines Inhalts auf eine ungeheure Summe gebracht. In der That sprechen mehrere Angaben von drei Millionen Pfund Sterling. Die „Vutinc" war nach dem Zuyder Zee bestimmt, aber an der Küste von Holland gcrieth sie in einen furchtbaren Stnrm. der sie zwischen den Inseln Vielcmd und Terschclling auf eine Sandbank trieb und dort scheitern ließ. Die Umstände waren allen Nettungsversnchen so ungünstig, daß fast die gesammtc Mannschaft von zweihundert Per-soncn ertrank. So fank denn der Schatz auf den Grund des Meeres, und was wurde aus ihm? In den beiden ersten Jahren nach dem Schiffliruche scheint kein He» bungsuersuch gemacht worden zu sein, aber später bildete sich zu diesem Zweck ciuc englische Gesellschaft und schloß mit der holländischen Regierung einen Vertrag, nach welchem die letztere die Hälfte alles zu Tage geförderten Geldes erhalten follte. Im Laufe mehrerer Jahre wurde mit Hilfe der damals bekannten Mittel, als insbesondere der Taucherglocke, wirklich ciue Summe von hnndcrlfünfzigtausend Psund gehoben und zwischen der holländischen Regierung und der Gesellschaft zn gleichen Theilen gelheilt. Die englische Ncgicrnng, der ein großer Theil des Geldes gehört hatte, erhob keinen Anspruch, aber die englischen Versicherungsgesellschaften, die dnrch den Schiffbrnch fchwcrcn Schaden gelitten hatten, forderten einen Theil des Geborgenen. Holland weigerte sich lange, diese Ansprüche anzucrkcuncn, endlich ließ es sich aber zn einem Zugcstäudniß hcrbci nnd zahlte dem Lloyd, der als Vertreter der englischen Gesellschaften auftrat, zwauzigtauscnd Pfund. Dicfe Summe wnrde anf Interessen gelegt und zu einem ncucn Hebungsver-snchc bestimmt. Jetzt sind nun die Zinsen so hoch angewachsen, daß man ans Werk gehen kann. Der Ansschuß dcS Lloyd hat die Leitung übernommcu und wahrscheinlich auch mit der holländischen Regierung vertragsmäßig festgestellt, wie cs mit den zn Tage kommenden Werthen gehalten wcrdeu soll. Dieser Sommer ist für das Unternehmen bestimmt, und wie wir hören, wird man außer der Taucherglocke auch den weit wirksameren Taucher-Anzug, von dem wir vorhin sprachen, anwenden. Das Publikum ist zu keinen Acticnzcichnungcn aufgefordert worden und wird die Rolle des thcilnehmcnden Zuschauers spielen. (Dcb.) Familien zählen. und die Spitzen anderer katholischer Genossenschaften sich geeinigt haben, eine Deputation an Sc. Majestät den Kaiser abzusenden, welche dem Monarchen in Form einer Adresse den feierlichen Protest gegen das Vorgehen der hiesigen Behörden überreichen soll, ist richtig. Doch schcncn sich dieselben über den wahrscheinlichen Erfolg dieses Schrittes selbst nicht zu täuschen, da aufs vorsichtigste in Wien gccignctenorts angefragt worden ist, ob Sc. Majestät dieser Dcpnta« lion auch Audienz zu geben geneigt sein würde. Bis zur Stuude läßt eine Antwort anf diese Frage noch auf sich zu warten. Indessen ist die Deputation heute unter Führung dcS Domherrn Schidcrmcycr von hier abgegangen, und für den hcutigcu Abend ist beim „Schwarzen Bock," dessen ultlllmontanc Besitzerin ihre Räume gastlich dem „KatholischenCasino" geöffnet, sincVcrsammlnng sämmtlicher katholischen Vereine, welche nur auswärtige Brüderschaften beschickt haben, anberaumt. Graf Brandis und Buchhüudlcr Danner werden sich an die Spitze der Laien stellen, welche gleichfalls eine Deputation an Se, Majestät beabsichtigen. Die Bischöfe von Passau, Sal> bürg. München u. s. w.. welchen von den Ereignissen des 5. Juni telegraphische Mittheilung gemacht wurde, werden heute oder morgen zu einer Coufcrcuz hier er-wartet. Wird die Strafe des hiesigen Bischofs (daS Urtheil dürfte nicht lange auf sich warten lassen, nnd da Inculftat vom Rechte der Vertheidigung abstand, nun ohne weiteres Zuwarten gefällt werden) in eine Geldstrafe verwandelt, fo foll die ganze Partei cs als Ehrensache ansehen, durch eine Eollecte für die Summ' aufzukommen. Nachträglich stellt sich mehr und mehr heraus, d^ cs uur der Energie der Ezccntiv-Bchördc zu daukcn ist, wenn das Vorschrciten gcgcn den Bischof ohnc cin kleines Straßcnfpcctakcl abging. Namentlich war cs fehl vorsichtig, daß man die Thore des bischöflichen Palais sofort schließen und dieses durch Polizeiposten gegc» außen absperren ließ. Mehrere in der Hcrrengasse etal'' lirte GcwerbSlcnte, welche größtcnthcilö vom bischöfliche" Ordinariate leben, haben mit lautem Appell an die Umstehe!'' den, „diesen Unfng nicht zu dulden," an die Thore geklopft. Einlaß verlangt n. s. w Doch wurden sie durch das Erscheinen einiger in einem nahen Kaffechanfc postirtc» Wachmänner augenblicklich eingeschüchtert. So kam ^ auch, daß nur die verwahrlosten Mädchen vom ,,a'.'/"' Hirten," welche ganz in der Nähe des Palais gcl"!j^ werden, in dcr E,le aufgctricbcu und als zilancwcldcl vclwcndct werden konnten. A lift N^cusdura trafen heute l'ier nchlbatt O^ währiünänncr cm, welche mir den Eindruck, dc>, ^" Nachricht des Vorganges gegen Rudiaier dort gc,""^ als ganz außerordentlich schildern. Man seln't sick do^ nach der Winzer Polizei mit ihrer raschen HandlM^ weise. Den dortigen Bischof foll man thatsächlich v°" Ort zu Ort suchen, ohnc seiner habhaft zu werden. ____________________________________(N. Fr. P^ Oesterreich. Linz, 9. Juni. (Katholiken Versammlung Die Staatspolizei löstc hcutc dic hicsige Katholiken^ summlung anf wegen Ucbcrschrcitung der Statuten. 3^ die nächste Woche ist ein Kalholikcumccting am Irenibtt^ angesagt. Agram, 9. Juni. (Baron Gablcnz) ^ Befinden Sr. Excellenz dcs commandircndcn Gcmr^ ist dic Bcssernng so weit vorgeschritten, daß dic Ue^ sicdlnng desselben nach Maximir beim Eintritt bcsst'^ Witlerung unbedenklich stattfinden kann. Prof. Dl»"' reicher, welcher gestern anf der Durchreife hier ciütl^ besuchte im Vcrlanfc dcs Abends dcn General, ">'" sprach sich sehr befriedigt über ocfscn Bcfindcn aliS- Unsland. Florenz, 8. Juni. (D e m c n t i.) In der hel'nA Sitzung dcr Dcpulirtcukammcr erklärte der Finanzm""! .^ in Beantwortung einer Anfrage R,cciardi's das Ocii>« über eine Vertagung dcs Parlaments für unbeg'""" ,, Paris, 8. Juni. (Wahlen.) Es wurden wc'^ gewählt: In Priuas der Rcgicruugscandidat Da"") ville (15.008) gegen de la Guistimc (12.186), '" T<>" nen dcr Rcaiernugscandidat Thourcttc (I8.!)93) ^ Herold (12.W3), in Grenoble dcr Reniernugscaüd , Babouin (16.942) gcgcn R«al (12.089). im Dcp^, mcnt Manche Daru (10.086) gcgcn dcn Rsgicn'"^ candidate» Tocqncvillc (15.809), im Departements ,^, Ordinaire (18.288) gegen den Regicrnn^cai'dl^ Eoncgliano (17.825) und Latonr-Duinoulin (^',„>cr gegen dcn Rcgicrungscandioattn Marquis dc ^^HH' (13.524), in Bordeaux dcr Rcaicruugöcandidat ^^,, ston (16.073) gegen Lavcrtujou (15.011) ""d ^ ricu (15.281) gcgcn dcn Regierunascandidatcu ^ «, (13.322), im Departement Vauclusc dcr NeM" ,„ candidat Pamard (17.189) gegen Delord (!2'^H»c der Vcnd<>e dcr Regicrnngscanoidat Saint - V^ (11.419) geacn Alquicr (10.159). im Departement ^^ Loire dcr Oppositionscandidat Montpayronx (l - ^ argen Romcnf (12.841), im Departement Or" .» Oppositionscandidat Grvclot (17.813) geacn " ^. (12.078). in Pau Fould (16.073) gegen den " rungscandidaten Laoielle (13.723). 975 — 8. Juni. (Wahlc n.) Folgende Negiernngs-candidalen wurden gewählt: Gaudin, PerraS, Gou," die, Talabot, Gcnton, Vul-quet, Eharlronsl', Nolizin, Danlheuille, Thourcttc, Badonin, Sizcrlinlic, Golir» «and, Kcrj^gu, Drin, Coste, Vignat, Lcbrctou, Pierre, Chaipin, Pamard, Alillct, Johnston, Mathicn nnd Her-minc, somit im Ganzm 25. — Nichtoff'eicllc Candid daten wurden gewählt: Esqniros, Gambetla, Äoduin, Dcsscaur, Leccsnc, Ealcy, Ellanccliu, Barame, Bastidc, Nampon, Dommartin, Wilson, Hesecqucs, Barth^lciny, Ponlali, Picard, ^)voire, Tassin, Dain, Iouuencel, Choiseul, Coä)eris, Oiraud, Ordinaire, Latonr-Dnmon' lin, Montpaliionr, Gevelo!, Larrien und Fould, somit im Ganzen 33 mit Einschluß der in Paris gewühlten vier Opposilionscandidaten. — 8. Iuili. (Unrnhcu.) Gestern Abends gad sich in Paris auf den Vonleoards eine gew,ssc Alifre-gnng knnd; namentlich ans dem Bonlevaid Aionimar-trc wnrdc dcr Vcrt.hr schwierig nnd die Ausammlnng von Menschen danerle bis ^i Uhr Morgens. ES wni-den aufln'l)ter,schc Rufe vernommen nnd öffentliche Agenten mißhandelt. Ein Polizcicommissür wlirde am Kopfe verwundet. Gcgcn die Siadtscigcanlcn wurden Sleinwinsc angewendet. Eine Kaffecschänkc ans dem Äonlevard Äiontinallrc, dcr Äiiitcluunkt der Ruhcslü' rung, wnrdc glschlosscn und Vcrhl'slnngen vorgenommen, Anf dem Bonlcvaro St. M,chcl ging es eben so zu, aber nirgends kam es zn etwas Ernstem, mit Ansilahme einiger Vcilctzungcn. — Anö Nautco vom 7. Aluudö wird gcwcldcl, daß vor der Piäfcctnr eine den gewählten Eandidalen fcindfeligc Kundgcbnng stattfand. Gegen die Gendarmerie wurden Steine geworfen, jcdoch daueile die Aufregung nicht lange und legte sich. ohne daß man nothwendig halle, zur Gewalt seine Znflncht zn nehmen. — Ans Bordeaux uom 7. Abends wird ebenfalls über lumnltnarischc Auftritte gemeldet. Dcr Ccntralcommifsär, sowie mehrere Agenten Wurden schwer verwundet. Die Gendarmerie mnßtc einschreiten urid gegen 50 Perhafinugcn vornehmen. Heute um 2 Uhr Morgens war die Stadt vollständig ruhig. Eine Depesche des Minisicis des Innern an die Präfcctcn vom hcntigcn setzt dieselben von dem Er-gebnissc dcr stallgcfnudeucn engeren Wahlen in Kenntniß, die sich folgcndcrmcißcu vcithcilen: 30 Eandidaten wurden gewählt, welche von dcr Ncgicllma. unterstützt wurden, oder bci welchen dieselbe Neutralität beobachtete; dann wurden 28 anderweitige Personen gewählt, Das Ergebniß ans dem zweiten Wahlbezirk im Dc» Varlcmcnt Finistmc wild noch erwartet,—Der..Temps" sagt, daß gestern Abends in Paris gegen 200 Verhaftungen vorgenommen wurden. — Dcr „Pnblic" bezeichnet hingegen die Zuhl dcr Verhaftungen mit 70, von n'clchc» wal>> schel»lich t'ic Hälfte in: Ll,»fc dcgscl-den Abends noch frciaclasscn wcn'dcu sciil dniftr. — 9. Juni. (U i, r n h c „.) Anf dem Bolilcvard Montmartre fanden Demonstrationen für Nockcfort statt. Eine andere Bande zertrümmerte m Aclleoille die Straßenlalcrncn, Scheiben nnd Auslagciästcn und zog gcgcn den Bastilleplatz, wnrde aber von Sergeanten zerstreut. Dreizehn Verhaftungen kamen vor. In Nan. tcs brachen ernstliche Unrnhcn wegen dcr Wahl Gmi-dms ans. Die Waffcngcwölbc wurden gcplnudctt, die Garnison trat nnter die Waffen nnd Verstärkungen wurden rcqnirilt, cinigc Verwundungen kamen vor. Madrid, 8. Iun,. (Die Rege ntsch afts -Frage.) Der „Impartial" versichert, daß in dcr Nc» genlschaftsfragc Schwierigkeiten anfgctanchl sind; diescl-bcn sollen van Seite ocr liberalen Union erhoben wor« den sein. Gestern Abcndö hatte Scrrai'o eine Eonfcrcnz Niit den Dcpulirtcn Armijo, Ulloa, Santa Ernz und Nios Nosaö; an einer weiteren Eonfcrcnz nahmen anch 'llrim, Niuero, Martos nnd Acccrra Thcil. Hagesneuiglieiten. — Zu Ehren dcr Anwesenheit dcs Mcrbauminisiers trafen Alfred Potocki in Krakan veranstaltete Graf ^ldant Potocki ein Vankctt, zn wclcheul die Spitzen der Behörden, die Repräseutautc» aller Institute nnd Vereine l'"d eine große Anzahl Bürger Einladungen erhielten. Sonntag verließ der Ackerbauminister Krakan, um sich nach "'Mbcrg zn begeben. - (Der Vicckönig von EgYPtcn) kehrt Ende ^s Cumniere! iibcr Eonsta'nünopcl nach Egyptcn znriick. ^e. Hoheit spricht mit der höchsten Befriedigung von Wien ''"d von dcr dort gefnndenen Aufnahme. Nach dem „N. s^gbl." hat der Vicckönig von Egyptcn fnr die Hofdicucr-'^ft :w.0<)0 Francs in Gold gegeben. Diese Summe !?U'd im Verhältniß zwischen Obcrsthofmcisteramt nnd Oberst-'"llmeisteramt getheilt. ^. — (Unsere Scheidemünzen in Vaicrn.) ^le im vorigen Jahre ausgegebenen 2(>Krcnzer- nnd U> ,^ttzcrstückc wnrdcn in jüngster Zeit in größeren Mengen ^Nchihrt und zn dem Werthe von 12 und tt baicrischcn ^^>zern in Unllauf zll bringen versucht. Das k. baierische ^taalönünisterinm des Handels hat mm darauf hingewiesen, />ß diese Miinzsvrten keinen geschlichen Eonrö in Vaicrn ^'en, von keiner Staatöcasse an Zahlnngöstatt angenom- ^u werden dürfen und Private zu ihrer Annahme nicht ^pflichtet sind. Dcr Werth eines 20-Ncukreuzerstiickcö be-v ^ 6"/^ Kreuzer nud jener eines 10-Krenzerstückcö 4^/^ ""'5er süddeutscher Währung. -- (Spät, aber doch!, Im Jahre 181? stand, wie dcr „Tgb. a. M." erzählt, in Karthans (bei Brunn) ein Iägermtterofficier in Garnison. Bei dem Abmärsche des Bataillons war derselbe einem dortigen Wirlhc den Betrag von ft fl. 50 kr. W. W. schuldig geblieben. Nach mehr als zwanzig Jahren erhält dcr Wirth, welcher diesen Schuldposten längst für verloren gegeben hatte, vor zwei ^agen ein Schreiben, welchem 4 fl. ö. W. beilagen, die sein alter Schuldner ihm sendete nnd um Nachsicht für die so fpäte Begleichung seiner Schuld ersuchte, da bisher seine Verhältnisse derart gewesen, daß er dcn bezüglichen Betrag nicht zn erschwingen vermochte. Ucbrigcns werden die Ver> hältnissc desselben anch jetzt keine glänzenden sein, da er den bescheidenen Posten eines Diurnisten bei einem Bezirks' amlc einnimmt; um so ehrenhafter für ihn ist es daher, wenn er trotzdem bemüht war, endlich seiner Verpflichtung gcgcn seinen Gläubiger nachzukommen. — (Erplosion in Wintcrberg,) Ans Prag wird einem Wiener Blatte geschrieben: Uebcr die bekannte Erplosion der Halorylinfabrik in Wintcrbcrg sind nun ! weitere Details bekannt geworden. Es sind nämlich einige l Arbeiter, welche in den Magazinen beschäftigt waren, ver^ schont geblieben; auch blieb das große Pulvermagazin, worin sich I.'w Eentncr Schießpulvcr befanden, unversehrt; ein Umstand, dcr als ein wahres Glück betrachtet werden mnß, da sonst, wenn auch diese Masse cxplodm wäre, das Unglück unabsehbar gewesen wäre. Die acht bei der Ka^ tastrophc getödteleu Arbeiter waren furchtbar verstümmelt, ihre Glicdmaßcn lagen weit nnd breit unter den Trümmern nmhcr. Ueber die Ursachen dcr Explosion ist noch immer nichts genaues bekannt. Der einzige Arbeiter, der sich noch unmittelbar in der Fabrik befand und mit dem Leben davonkam, weiß nur so viel, daß er plötzlich mit fnrchlbarer Gewalt zn Boden geschleudert wurde und das Bcwnßttein verlor. Was weiter mit ihm uud um ihn geschah, weiß er nicht. — (Erwiderung.) Aus Merau hat Graf Mau-zano auf eine Berichtigung des Pfarrers Blicm eine Er-widening au den „Tiroler Boten" eingesendet, in welcher er seine Behauptung, daß er bei dem bekannten Scandal in Echlanders einen Stoß auf die Brust erhalten uud daß Pfarrer Bliem uuter anderem zu ihm sagte: „Ihr Leben ist in Gefahr", ausdrücklich aufrecht erhält. — (Ungarisches Münzwcsen.) Die Mitglieder des ungarischen Reichstages versammelten sich Samstag in den Sectioncu zur Besprechung der neuesten Gesetzvorlage dcr Negiernng über das Münz- und Heerwesen. Wie mau erfährt, ist bezüglich der ersteren Gcsctzesvorlage in den meisten Ecctionen angenommen worden, daß von den neu zn prägenden Münzen die zwei Buchstaben I. X. (I8t0n 11, ans Gottes Gnaden) wegbleiben sollen. Meh-vcre Sectioucu tragen anstatt der Aufschrift „kaiserliche kö^ mglichc" dlo einfachem „löüigliche" an. Auf Autrag dcr 3lba>'ovducllM Siedcubiirgcns wk'd cmpfohlcu, das Wappon dicscs Vandcö wegzulassen. Man wird vom Fincmzmiuister ciu dctailirtcs Expose verlangen. — (Bekenntnisse einer schönen Seele.) Iu Pest wurden vor einigeu Tagen zwei dcr gefährlichsten und berüchtigtste» Einbrecher nnd Diebe, Lndwig Wulf nnd Karl Balinth, gefaugeu und ersterer zn <», letzterer zn !1 Monaten Arbeitshaus verurtheilt. Wolf, der so robust und verwegen ist, daß er mit leichler Mühe 4 bis (! Trabau ten zu Boden schleudert, sagte bei Auhörung seines Urtheils ganz ruhig: „Sie wissen, Herr Stadthanptmanu, daß mich, wenn ich uicht ins Arbeitshaus gehcu will, alle Trabanten nicht hinbringen köuneu; diesmal will ich aber keinen Wider-staud leisten nnd möchte ich für mein Geld iu einem Wagen hinfahren." Diefcr Wunsch des Wolf wurde auch er^ füllt uud er sammt Balinth zn Wagen nud in Begleitung einer tüchtige« Wachmannschaft ins Arbeitshaus gebracht. Dcu Tag früher äußcrle er sich, er werde nur eine Nacht im Arbeilshausc bleiben, da mau ihn nach dieser Zeit gerne fortschicken werde. Und er bewies, daß er lein „Mann der leeren Worte" sei; am anderen Morgen standen er nud Baliuth auf, schlichen sich iu dcn Arbeltssaal nnd zcrschuit ten daselbst ^0 Paar Beinkleider. In Folge dieser boshaften nud verbrecherischen Haudluug wurden beide Gauucr dem Stadthauptmanuamtc retonruirt, welches sie nun dem Eriminalgerichtc übergeben muß. Dort hoffcu die beiden Unverbesserlichen mit einem Monat Arrest durchzukommen; diesmal dursten aber die erfahrenen und gcsetzknudigcn Diebe die Rcchnnug »hue den Wirth gemacht habeu, deuu die Stadchauptmauuschaft wird sie, sobald sie die ihucu vom Eriminalgcrichtc zugcmcsscue Arrcststrafe überstanden haben werden, reclamiren nnd dann zur längeren Arbcilshansstrafc anhalten. Als dies dem Wolf mitgetheilt wurde, antwortete er: „Herr Stadthauptmanu! Ich werde jedenfalls, wenn ich eingesperrt werde, jemanden erstcchcn. Ein Meusch wie ich, dcr 46 Jahre alt ist, bereits 2,^00 Stockstrciche erhielt, eine 18jährige Kcrkerstrafe überstand und wcgcu Raubes schou uutcr dem Galgen stand, ein solcher Mensch ist frci, dcr läßt sich nicht inchr ciuspcrrcu." — (Wie man Räuber fängt.) Ein Pester Blatt erzählt folgcudcu ergötzlichen Vorgang. Vor ctwa zwei Wochen machte sich dcr provisorische Sichcrhcitscommissär iu T.-Kauizsa mit sieben berittenen Pcrsccntorcn auf dcn Weg, um die im Torontalcr Eomitalc ihr Uuwefcu trei-beudctt Räuber aufzusuchen. Zwischen Szanad und (Ma stießen sie in dcr That auf drei bewaffnete Strolche, die anch eiu Mädchcu bei sich hatten. Slatt aber deu Räubern auf dcu Veib zn riickcu, beguügteu sich die tapfcreu Pandnren damit, aus gehöriger Entfernung ein Feuer auf sie zu eröffne», nnd nachdem das Gcwchrgcplänkel durch eine Viertelstunde von beiden Scitcu erfolglos fortgesetzt worden war, Kehrtuut zu inachen, worauf uun die Räuber selbst die tapferen Augrcifer iu Verfolgung uahmcn, die es uur ihre» guteu Pferde» zu verdanken hatten, daß sie nicht voll de» Räuber» gefcmgcn wnrden. Tags darauf brach dcr Eommiffär mit einer größeren Auzahl Leute wieder i» jene Gegend auf, natürlich fand er aber uur mehr das leere Nest. Tic Herreu Räuber hatten Besseres zu thun, als einen ucuen Besuch abzuwarteu, denn soeben trifft die Nach^ richt eiu, daß sic iu Desk dem dortigen Rentmeister Wagen und Pferde bei hellem Tage weggeführt haben. — (Seidenbau in Siebe u bürgen, befördert durch die Eisenbahu.) Italiener, welche zum Baue der siebeubnrgischeu Eisenbahn ins Laud kamen, haben, schreibt man der „Arad. Ztg.," hcrausgefunoeu, daß der Seidenbau hier sehr lohueud wäre. Probcu, die voriges Jahr gemacht wurdcu, habeu derartig günstige Resultate ergeben, daß dieses Jahr von Arad bis Karlsburg sammt-» liehe Maulbeerbäume entlang de» Bahuortschaften verpachtet sind. Es werden die Blätter fleißig gesammelt und auf dcr Vahu befördert. — (Die Gräfin von Flandern.) Die Entbin« duug dcr Gräfiu vou Flandern war sehr schwierig. Die Köuigiu befand sich stets bei ihrer Schwägerin und ließ es uicht cm deu zärtlichste»: Worten nnd liebreichen Hilfelei< stungen fehlen. Gleich nach der Geburt des Kiudcs eilte die Köuigiu i» das Gemach, iu dem sich ihr Genial !b> faud, lind machte ihm die Mittheilung: Es ist ciu starker Knabe. Nnn begab sich auch dcr König zu der Wöchuerin. Der Leibarzt Dr. Chautraiu empfahl für sie die größte Ruhe; alles zog sich znrück; nach einer Weile trat dcr Arzt wieder ein uud fand, daß die Ruhe, deren fich die Kraute attschcincnd erfreute, nicht gefahrlos sei; die Kraule war von einer Verblutuug bedroht. Durch die Geschicklichtcit des Arztes wurde dieser Gefahr begegnet, und der Zustand der Gräfiu ist seitdem ganz befriedigend. Oin Hrxcttprucesf in Verlin. Vor dcr zweite» Deputation der Eriminalabcheilung des Berliner Stadtgerichts wnrde am 1. Juni ein Criminal-proceß verhandelt, dessen Thatbestand gerade uicht für die uielgerühmte „Intelligenz" in Berli» spricht. Die Angeklagten, die Schöuewert'scheu Eheleute, wohneu seit 5 Iahreu bei Fräulein Kaplick, eiuer alteu Dame, die iu ihrem Aberglauben Gespcuster sieht, Verzauberung uud dergleicheu für möglich hielt. Die Angeklagte Schöuewert redete ihr ciu, daß sie mit irgend einem uicht c^istircndcu Ober-Staatsamvalt verhext sel; emc Entzauberung könnte uur erfolgen, wenn sie (die Schmmverk) verschiedene Kleidungsstücke nud Wäsche der Kaplick verbrenne uud em Bett ins Nasser werfe. Die Kaplick übergab der Echöucwerk die geforderten Sacheu, die darauf uuter Beihilfe des Mannes der Schwindlerin sofort »ach dem Leihhause wanderten. Mit Hclfe ähnlicher Hcreugcschichten wurde der Kaplick auch Geld abgcborgt. Noch schlimmer wurde eine jüngere Person, die verehelichte Arbeitcrsfrau Ossig, von der'Schöucwerk ausgebeutet. Diese erzählte dcr Abergläubische», daß sie gauz besoudcrs gcscit sci, verhexte Leute zu erlösen. Su scicu ein Obcrrcgicrnngsrall) uud dessen Töchter i» spunde verwandelt worden, die nuu Tag nud Nacht im Thier-garte» umherliefe» und sehnsüchtig auf ihre Eutzauberuug harrte». Frau Ossig, bis zn Thränen gerührt, gab mehrere Kleidungsstücke, die sie auf ihren: gefeiten Leibe getragen, hcr, um die armen Hündchen darauf zu betten und sie so zu cntzauberu. Dergleichen wnrdc öfter wiederholt. Frau Ossig opferte Alles willig, was von ihr vcrlaugt wurde. Außcr dcr Kaplick und der Ossig wurdeu auch noch andere Fraueu, denen mit Hercngcschichtcn uicht beiznkonnucn war, von der Augcklagten schmählich betrogen. Bei dcr Gcrichts-vcrhaudluug räumte die Augeklagte, die de» Eiudruck ciuer verschmitzten Betrügerin machte, drn größten Thcil - der gaunerische» Vorspiegelungen ein, während ihr Gatte, welcher beschuldigt ist, sie nuterstützt und die Sacheu der Kaplick nnd Össig versetzt zu haben, behauptete, daß er von dem Allen nichts gewußt habe. Der Gerichtshof crkauntc gegen Frau Schöncwcrk auf 1 Jahr 6 Monate Gefängniß, :!<)<) Thlr. Geldbuße oder noch encralversamm^ lung ab. — (Der österreichische Alpenverein) hat in einer seiner letzten Anöschnßsitznngcn beschlossen, um das Vereinsintercsse zn heben, respective die Provinzen mit dem Centralc in regeren Verkehr zu setzen und fester zn verbinden, Ausstell ungen von Alpenansichten aus den verschiedenen österreichischen Gebirgöländcrn zn veranstalten und vorderhand die drei Filialen Steyr, Graz uud Laibach zu Ausstellungen von den rühmlichst bekannten Ender-schen Öriginal-Alpenaufnahmen in Ausficht genommen, — die erste Äusstellnng wird in Steyr stattfinden uud werden 40 Ender'schc Aquarelle zur Besichtigung kommen. Das Ccntrale des österreichischen Alpcnvcreins hat sich bereits über die Bedingungen, Art nnd Weise u. s. f. der Infcenesetzung einer derartigen Ausstellung in Laibach mit dem hiesigen Bevollmächtigten Prof. Dr. Alois Valenta in Unterhandlung gesetzt, über deren Endresnltat wir seinerzeit Näheres berichten werden, dermalen nnr den Wunsch auösprechend, es möge sich dieser schöne Plan im Interesse unserer Stadt chemöglichst verwirklichen. —- (Mörderischer Nebcrfall.) Aus Planina wird uns nachstehender, säst unglaublicher Burfall mitgetheilt, der, wenn er sich in allen scineu Einzelheiten bestätigen sollte, ein trauriger Beleg der fürchterlichen Roheit mancher Menschennatnr sein würde: Ein dortiger Hausbesitzer kam spät Abends nach Hause, weckte seinen Knecht und verlangte eine Hacke von ihm. Der Knecht sah, daß sein Herr betrunken war, und weigerte sich daher, die Hacke herbeizuschaffen, meinte vielmehr, es sei besser zn Bette zu gehen nnd den Nansch ansznschlafen. Der Betrunkene war jedoch dadnrch von seinem Borhaben nicht abgebracht, fand nach einigem Snchen selbst die Hacke und stürzte mit derselben in das Zimmer einer in seinem Hause wohnenden Miethpartei, wo er der im Bette liegenden Fran mehrere Hiebe über beide Arme uud einen in die Brust beibrachte uud dem zu Hilfe herbeispriugcudcu Manne ebenfalls zwei Hiebe in die Hand versetzte. Die Wnnden der Frau sollcu lebeusgefährlich sein. Was die Ursache dieser unmenschlichen That gewesen wäre, ist noch nicht bekannt. — (Fcuersbrunst.) Am 30. Mai 7 Uhr Nachmittags brach im Wirtschaftsgebäude des Ive (5imas von Eile Consc.-Nr. 4, Bezirk Tscherncmbl, auf bisher uubc-kannte Weise Feuer aus und eö wnrde dieses Wirtschaftsgebäude fammt einigen Fnttervorräthen, 3 Lämmern, Klei-dungsstückeu und Ackergeräthschafteu von den Flammen verzehrt. Die thätige Hilfe der Ortsbewohner verhinderte das Weitcrgreifeu des Feuers. Der Beschädigte war nicht assecurirt. —> (S tndienreise.) Professor Schcidtenbcrger von der technischen Hochschule in Graz h.u am 1. d. M. mit einer größeren Anzahl von Ingenieuren eine Etndicnrcife angetreten, welche das Studinm der Karst- und St. Pe-t c r - F i n m c - B ah n, fowie der Hafen- und Schiffswerften von Trieft und Fiume znm Zwecke hat. Professor Scheid-tenbergcr gedenkt die bei dieser Gelegenheit gesammelten Erfahrungen in einer eigenen Schrift zu verwerthen. — (Zum Grüttdttllgöfcste der Klagenfnr-ter Feuerwehr) sind daselbst schon so viele Gäste angemeldet, daß die Gasthäuser der Stadt dieselben nicht mehr fasfen können und die Commandantschaft sich gezwungen sah, an die Gefälligkeit von Privaten zn appclliren, um alle Fremdelt mit Quartieren zn versorgen. So kommen ans Obersteicr (Leoben, Iudcndurg und Brück) allein circa 60 Feuerwehrmänner mit eigener Musik und die vollzählige Viktringer Feuerwehr (70 Mann), welche auch eiue cigeue Musit besitzt. Nrntstc Pos. Wien, 10. Juni. Die Äcrufung des HcrzogS von Gcnna. Thomas, ans den spanischen Thron unter Regentschaft Serrano's ist schr wahrscheinlich. — Eine yicr angekommene Deputation aus Linz (in der Angela gcnhcit dcs Bischofs) wurde vcschiedcli, sich bcttcffö der Audienz bcim Kaiser an dic LandcSbehöroe vorschrifts-gcmäß zu wenden. Dic Oencralucrsammlnng des Linzcr Kall)olikmcasiuoS wurdc wcgcn Nichtanmcldung von dcr Behörde aufgelöst. Brunn, l). Juni. (N. Fr. Pr.) Heute haben Arbeitseinstellungen in größcrcr Ausdehnung, so in der Tuchfabrik von Offermmn, und in dcr Spinnfabrik von Tender, stattgefunden. Trieft, 9. Juni. (N. Fr. Pr.) Hcutc hat dic Escadrc Pola verlassen. Dieselbe begibt sich nach der Leuante. In dcr gestrigen Stadtralhssitzung wnrdc con-statirt, daß mehrere Haifische sich im Hafen aufhalten. Es wurdc beschlossen, von dcr Regierung die Ausschreibung von Prämicli für dic Tödtnng dcr Haifische zu vcgchrcu. Berlin, i). Im,'. Dcr Biccköüig V0i> Egyplen empfing gestern Nachmittags dcn Grafen Bismaick, worauf dcr Vicckönig dcn Letzteren besuchte. Dic Ab-rcisc dcs Vicctonigö nach Paris erfolgt Frcilag. München, 9. Juni, Official wird gemeldet, daß dcr angezeigte Zaselinmcuste>ß z>u,schen cii'.cm Äi^ lcrzugc und einem gemischten Zngc crfolgt ist. Nur zwei Fahrlicdieiistcte sind uenmMckt, tcin Passagier wurdc ucrl^t. fünfzehn Wägen wardcn dcschäüigt. Dic Bahn ist wieder licrgcstcUt. Paris, i), I,uii. Ocstcln gegcn halb zwölf Uhr Abends crfulglcn beträchtliche Mscmiinllingcil auf dcm Boulcvald Molttmai'ttc, dic Äilnscillaise wurde geslin-gen nnd „Es lcuc Rochcfolt", „Eö levc dic Lal>lni,c" gernfcn, die Menge wnrdc drohend, doch gelang cs den Zladlsergeantcn, dic Ordnung wieder licljustcllc», oh»c dic Hilfe dcr um Mitternacht angelangten Pariser Gcivdc in Anspruch llchnicu zn müssen. Gcgcn 1 Uhr zclslreutc sich die Menge. An dcmscllicu Abend zog cinc zahlreiche Vandc von Äcllcuillc, alNvo Straßenlaternen, Fcnslcr' schcibcn und Auslagclästcu erschlagen wurden, anf den Boulevard Tcmple. Dic Gewölbe, welche dic Baude passillc, wurdcu geschlossen und dic Spaziergänger cut-fcrutcn sich. Ein vorülicrfahrcndcr Zcllcuwagen wurdc angcgriffcn, dcr Wächter und der Kutscher erlitten Ver» wnndungcn. Dic Bande nahm sodann ihic Richtung gegen die Bastille, wnrdc jedoch von Sta?tscrgeantcn zum Stehen gebracht ln>d zcrstrcut. Es wurden dreizehn Personen verhaftet. Um 2 Uhr Morgens war die niicdcr hergestellt. Paris, 9. Juni. Das ..Journal Officicl" veröffentlicht folgendes Decrct: In Erwäguug, daß cö nothwendig sci, dcn gesetzgebenden Körper zur Vcnfici-iling dcr Mandate zusammcntrctcn zu lassen, wird dcr gcsctzgcbcndc Körper zu eincr außerordentlichen Session für dcn ^^. Im,i cinbcrnfcn. Ein Artikel des „Pcuvlc" von Elciiicut Duvcrnois anläßlich dcr Wahlen sagt' Es ist nothwendig, dcr Strömung der öffcntlichcn Meinung Rechnung zu tragen. Deshalb mnssc man zuerst das Programm dcs linken Eenti-nins als einen Theil dcv Institutioncn acscptiicn, und zwcitcns dic Majorität ai, dic gvoßc Initiative binden und dcrsclbcn in dcn Augcu dcs Landes Anschcll vcrlcihcn. Paris, 9. Juni. (Wr. Tgbl.) Dic mit der Königin Isabella geführten Verhandlungen zu Gunstcn dcr Berufung des Prinzen von Asturicn nuf dcn spanischen Thron habcn sich zerschlagen lind dic Königiu wird nun ihre Badereise cmtrclcn. Die schon früher wcgcn dcv Berufung dcs Herzogs von Gcnna cingclcitcten Berhand-lnngcn sind von Madrid ans wieder aufgenommen worden uud wcrdcn mit Eifer verfolgt. Nantes, 9. Inm. Gestern Abcnds uüd hcntc Nachts kamen ziemlich crnstc Ruhest«!ungcn vor. Gegen ') Uhr Morgens schien dic Ruhc wicdcr hc^cstcllt. Es fielen nur lcichtc Verwundungen oor. N^anlcS, 9. Juni. Gestern Abends crncnerlcn sich dic Unruhen, weil die Stadtarbeitcr die von den ^andwählci-n dcm Eandidateu Galidin gc^cbcnc Hlaju ii!üt nicht aneitcimeii wollen. Die ^ädeu dcr W,>ffeN' Händler wlirdci! geplündert. Die Truppen bewies.n cinc grc>s;c Mäßigung. Es kamen wenige Vcrwundlln ^cn vor. Von Tours wniden mittelst Eisenbahn Per-slä^küngcn hichcr geschickt, da dic hiesige Gcunison schon scil 48 Slundcu unter Waffcn steht. Telegrclpliische Mrcb^lcvln.sc uoiil I(^ Iiiüi. 5)ftcrc, MetallicilN's 62.!l0. - 5)porc. Äi.tlilliqucs mii Mai- »md 1>i0Ui,'mbcr.'Zi!!seu(!^.^<), — swrrc^ialiollal-Aulchc-n 7(>.l5>.— !«<;>>,'! Stallli... Kunkel und Wolliswirthschastliches. Vetvicboerqebnisse des Htaatötele^raphel». Bei don dn'6sl,'it!!^!i T^legvaPh^i'Arnttcl!! nnirdc» i»! Mär; 18W INI Gaii^'ü l^l».7^7 Privat- n„d 10.K23 Sttiatttdchesch,,'!! aiiflirsselieii; rinqrlllii^t sind uoli ttstcrcu !)1.<1ll3, uuii Irtzlcrcil ^!l, Dcr Gc-sainilitunlclir belnigt somit 171,734 Depesche», die Eiliiiahlin' Ilicfür belauft sich auf 144.765 fl imd stellt sich im Vrrglcich ,!,i! dein Monat Mär,; 186« um 21,«0? fl, höher. Die erste Vicinnlbahn i» Vcsterveich. Die Vicinal-blihii-Acl!nil^s^lisch(ift gib! surdcil das crsle ^cbcu^^'ichcii uoil fi^-Sie hat nämlich, wie daö „Wr. T " hott, dl>» Van dcr H"hi' Cilly-Bnchbcrq, einer vor;iissliche» Kohlenbahü. ilbcrnunnill'u-Hosfe!,t!ich n.!l'rdl'ii dirsmi ersten (^eschäsle dcr uoin Pnblid»» 'U't se, rnclein Vertrauen begrüßten Vicinalbahngescllschasl auch ai'^'U' rasch nachfolgen. 3lttstekonl,«teue fremde. Aiu ^>. In»!, Hladt 2Uie». Dio Hcrrcn: Rmtz und Schwär;, Klinfll,, uo" Vie», - Pogorel;, Handel^!»,; Welsche mid Iallilsch. Hiriw"> uon Gottschec, - u. Schiuitzhofen. t. l. Ve,irl«hlinptniaun,""' Sleiil. — Writz, Kaiifin., von Pose». - Plcsche, Kanfli,., vo" Prng, — Dorado, Handelij,,,., nnd u. Oroßdaiiouic, Privnti"'' von Triesl. ^ Sillig, I»s;rniciir, uon Gnrlseld. — Dr. ÄM-brozic, Mrdiciiier, von Graz. — Frau Pertz, Kailfln.-Gatti»' aiw Nugarn, (Elefant. Die Herren - Nibmlar, uon i'listthal. - Shega^'i»l' uon Verona. — Frey nnd Moutkr. Änlianarienhändler, lwü Wien. Kegk'uic, Kanfin., von St, Peter. — Kcmlschit!")' Privatier, von Präwald, - Miillcr. ^ippizer, Thurn und Frci» Icqre, von Tries!. Baiser von Oesterrcich. Dir Herren: Franz Pctcr. Mnsil^'' nnd Souerl^nicar. Cassicr, voil Trieft, -M«ll!urlilulNsche ^uOachluil^^ll ill Luibach. ^ « ^ 5 Ä 3 ^ " " ^ >S-^H 2 - ^ ! Z ,t: ^ 53 ,^ ^ » -^^ Z e> ,5 I -1I.,! windstill Nrgrn «5... 10. 2 ,. N. 324.Ü. ^-12^ windstill Negcn ^>i 10 „ M. 825i,0!> !'«).,! windstill , N^cn , Seit Morgenö n. Nachmittag «"^ l>'/, Uhr starte Giissr mil einnn heftigen Griuilter in SO dM"> rine Stnndc dalirrnd. Nnhigo ^'nst, Woltrn^ng aus SW, " SO. Da<< Tngciünitlel der'Wärm,.' -<- 11'U". nm 30" nil!" dem Normale Vcranlworilicher Nedaelcnr: Igna; v. K l >,> i n m a H r. M^<»l^«l,n«'i<'l»^ Wie», !). Juni. An der Vorburse nnd Anfangs der Mittagöboisc war rin sturles Auögcbot vorherrschend, welches von Sildbahnaetirn aufgehend, auch andere Efst^" Dl>l!lNUlIlUfI. drilcktr. — Im Verlaufe dcö Geschäftes schlug diese Stiinmnns, in ihr Gegentheil nni. Aei lebhaflcm Uiiifat; erreichten Vank' nnd Viscnt'ahnpapicle dic nnlcn notirtr» CoiM°' Staalbuaftiere waren mit Ausnahme der Lose uon l»:l'.1, welche leine» Maßstab dcr Borsensli,nmn»g abgeben, sehr gesucht und fand namentlich Silberreitte lmllic)e Nehmcr. Von Pnurilälen bcss«n sich jcnc der Südbahu nm ', P(^t. — Devisen anf Paris, London und Hamvnrg war.cn start offcrirt, Comptanlen und drsonderi« Dneaten etwa« billiger. Silber und Wechsel cms süddeutsche P>^ zrigteu keine VerändNliuff. _______________________________________^ ____ __________________^_______________________________^ ^. ^ugemelne Ttaars,cy,»lv. Fnr 100 si. Geld Waare Einheitliche Staatsschuld zu 5 pCt.: i» Notru verzins!, Mai-^louemlier »52-ttl» 02.70 „ Fcbrnar-Angust <;2..W .- 24!».5O ,. ,. 185)4(4«/,) zn 250 ft. 95.50 9«.- „ .. 18,^0 zn 5,00 fl. . .104.50 104,70 „ ,. 1800 zu 100 fl. . . M5.25 106.50 „ „ 18tt4 zu 100 fl. . . 124.K0 124.80 Staats-Domäncn'Pfandbricfc zu 120 sl. ü W. in Silber . . N«.25 N850 N. Wrilndentlast,,nas-Vbligatione». Für 100 si. Gclli Waare Böhmen .... „ 5pEt. 9250 9.'«.— Galizim .... „ 5 „ 72.70 73.— Niedcr-Ocsterreich. . „ 5> „ l>4.~- 94.50 Ober-Oesterreich . . „ 5 „ 93.- 94,- Siebenbürgen . . . ,. 5> „ 7« 90 77.20 Stelcrmllrl ... „ 5 „ 92. - 92.50 Ungarn......, 5„ 8,. 81.50, ^. Actien vou Baukinstituten. l Geld Waare Anglo-ijstcrr. Vant.....33(!.75 337.25 Anglo-nngar. Vanl . . . . 1U> 50 117.50 Voden-Creditanstalt .... 280.— 2^4.— Crcditnnslalt f, Handel u. Gew. . 304. - 304.20 Kreditanstalt, allgrm. nngar. . . 1l'0 75 101.25 Eöcomptc-Gesellschaft. n, ö. . . 832.- 835,--Franco-üstcrr. Banl .... 125.— 125.5.0 Geiuralvan!.......73.- 74.— ^iaüouüldllul.......752 — 754 — Bcrcinl>baut . .... 11925 119.75 Bertehrbbant.......139,- 139.50 «. Actieu von Tr.75 187.25 Franz-IosevlMBahn .... 187.25 187.75 Lembrrg-Czcrn.-Iassycr-Vahn . 192.— 192.50 > i!loyd, österr........32«.— 328,— ^ Veld Waare > Omnibus (erste Emission). . . 2«ft.— 271,— ' N»dolf«-Vahn......I««.-. Ki<;.50 Siebcnbitrgcr Bahn .... 100.75 107.75 SlaatSbahn.......375.— 375.50 Südbnhn........254.80 255.— Süd nordd. Verbind. Vahn . . 107.25 107.50 Theiß Bahn.......200 — 207. Tramway........212.50 213,- «5. Pfandbriefe (silr 100 sl,) Mg. äst, Bodm-Errdit>>'lnstal< Geld Waare uerlüclbar zu 5 pLt. in Lilbl>r 107.75 108,— bto.iil33I.riiclz.zu5pCt,ino.W. 91.25 91,75 National!,, anf ü. W. vcrloSb. zu 5 pCt........ 94,90 95,10 Ocst. Hypd. zu 5'/, PCt. rückz, 1878 98.50 99. - Ung. Bod.-Ered.-'Aust. zu57, M. 92.— 92.50 »'. Prioritcitsobliaatiouen. ü 10) fl. ü. W. Ol,'ld Waare Elis.-Hvestb, in S. vcrz. (I. Emiss.) 91,25 91 50 sscrdiucmdt^iordb, iu Silb, verz. 108.50 109.— Franz-Iosephö-Bahn .... 91.80 92.-G.Earl-Ludw. V. i. S. ucrz. I. Cm. 100.— 100.50 Geld W^ Ocstcrr. Norowestbahn , . . . 91.20 9l>^ Sicbeud. Nah» in Silber verz. . 88,25 b^ Staatsb. G. 3"/« -> 500 Fr. „l, Em. 135 50 1^'^ Südb.G.3'/..-. 500Frc. „ . . 116.75 U^^' Siidb.'Äonö 0 "/„ (1870-74) „, ^. i. 500Frcö .....241.-2^- «. Privatlose (ver SlüÄ.) ^ Crcditanstalt s. Haudcl n. Gew. Geld W^ zu 100 fl, u W......1«9 - l'. '^ Nudolf-Stifinng zn 10 fl. . . 15.-" '"' N;echsc!(3Mon) Geld W". Augsburq filr 100 fl, siidd. W. 10^, ^'.^ Frantfnri a.M. U)0 fl. detto 103.- lw ^ Hamburg, für 100 Marl Am:c° 91 30 ."^,. London, für 10 Pfnnd Sterling l24 30 '"^ Parie, für 100 Francs . . . 49.40 '>' Vuur« der lijeldsortcn Geld M'°^ K. Müuz-Ducatei! . 5 st. 80 lr. 5fl. ^, .. NavolconSd'or . . 9 ,. 91; « 9 ,. >^ ^ VerciniNhalcr . . . 1 » «iii,' 1 " "^ .. Silber . . 122 „ - ,, 122 „ ^'' Kramischc GruubcullaNungS-Obliaalloncu, P vawotivunll: 80,50 Geld, 90 Wac,"