LllitmcherMMtung. Nr. 177. Pr» »!l,!! crat io!! sprcis: Im Eonivtoir ganzl. fi. ll, H.Ubj. fl. 5,5>U. Vür die Zustellung ins Ha»« halbj. 5U lr. Mlt der Post ganzj. f!. 15, halbj. f>. ?.s>«. Samstag, tt. August Insertionsgevilhr bi« K> Zeilen: lmalU0lr., 2!>!.8Ulr., 3m. 1st.; lonstpl.Zeile im.Nlv., üm. »lr., »in. 10 lr. U. s. w. Insertionsstempcl ftdcsm. ZU lr. 1870. Amtlicher Theil. 3e. k. und f. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließ»,,« von, 17. I»li d. I. die von dem Sectionschcf Im genicinsamen Finanzministe-riiün Vincenz W c » ingc r angcsnchte Dienstesresigna-t>o>, uuler Bezeigung der Allerhöchste,, Zufriedenheit mil seiner vorzüglichen Dienstleistung allergnädigst zu gcneh-w'gcu geruht. Se. l. »i,d k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung uom 27. Juli d. I. dem pfarrdcchant zn Hals, Consistorialrath Ferdinand Ubl °us N»laß scilicö am 7. August d. I, bevorstehenden -pncjwjnbilüums in Anerkennung seiner rastlosen, hinge-buogöoollcn n»d verdienstlichen Wiltsamkeit in der Secl-Mgc und auf dem Fcldc des Volt^schnlwescns, sowie emcr opferwilligen, erfolgreichen hnmauiläreu Bestre« l>Ul>«eu das goldcuc Verdienstkreuz mit der Krone aller-^'ädigst zu verleihen gciuht. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 10. Juli d. I. den Wi rcr von Grisignau.,, Ehrcudoulhcrru Johann Dlllic ^ Pfarrer und Erzpricstcr nm Collegiatcapitel zn ^-'ltanuova allergnädigst zu crucnnen geruht. Stremayr in.,». Se. k und l. Apostolische Majestät haben ,ni< ^'llnhöchstcr Enlschliefnlng vom 28 Juli d. I. dem Di. Franz Kransc in Linz taxfrei den T.lcl »»d Rm,g ciucs Finauzrathcs aller-Ll'adigst zu verleihen geruht. Der Minister für CultoS uud U»t.rricht hat im Grunde des Gesetzes vom 2 dcr Kricg. Wir haben bereits gestern über die diplomatischen ^erhandlnngcn vor der Kriegserklärung nach dem englischen Blaubuch rcfcrirt und dabei speciell hervorge- hoben, daß Graf Beust unermüdlich als Friedensver-mittlcr thätig war. So erkälte unter Andcrm bekanntlich unser Reichskanzler dem englischen Botschafter, daß auf die Neutralität der Sndstaalcn nicht zn rechnen sei. Diese Unterredung zwischen dem Reichskanzler und Lord Bloomficld fand am 13. Juli statt. Heute wolleu wir die übrigen, die Haltung Oesterreichs betreffenden Depeschen des englischen Blaubuches mittheilen. Ein Acten stück, am 9. Juli von Wien abgeschickt und am Ittlcn in dem auswärtigen Amte eingetroffen, berichtet über eine andere Unterredung Lord Gloomfields mit dem Grafen Beust: „Ich stattete heule dem Grafen Beust einen Besuch ab und fand Se. Excellenz sehr besorgt bezüglich des Resultats, welches die Mittheilung aus Paris hinsichtlich der Candidatnr des Prinzen Leopold von Hohenzollcrn für den spanischen Thron bei der preußischen Regierung hervorgebracht haben wird. Er sagte, die Sprache, in welcher die Vorstellungen der französischen Regierung übermittelt worden seien, dürfte nicht dazn angethan sein, eine Beilegung'zn erleichtern, aber er wolle noch immer das Beste hoffen, und er habe Herrn von Münch, den österreichischen Geschäftsträger iu Berlin, inslruirl. Alles zu thun, um die Aussichttu einer friedlichen Lösxng dcr zwischen Frankreich und Preußen bestehenden Schwierigkeiten zn fördern. Er fügtc hinzu, cr habe eine Abschrift dieser Inslrmlion an den Grafen Apponyi (österreichischer Botschafter in London) geschickt nnd ihn vollstän-dig über die Frage informirt, er habe von diesem noch nichts gehört, hoffe aber, daß in dem Interesse der Er« Haltung des Friedens die englische Regierung nicht abgeneigt sein werde, als Pcrmittlerin zwischen Frankreich nnd Preußen zu handeln. Ich sagte Sr. Excellenz ... ich hege leinen Zweifel, daß Sie (Lord Granuille) geneigt scin würden, Alles in Ihren Kräften liegende zn thun, um die ernstlichen Verwicklungen von Europa abzuwenden zu suchen, von welchen dieses bedroht zu sein fchcine; dah al>cr. ehe eine Vermittlung begonnen, oder selbst vorgeschlagen werden könne, zuerst eine Basis für dieselbe festgestellt werden müsse. Wir unterhielten nns darauf im Allgemeinen über diese Angelegenheit, bei welcher Gelegenheit Graf Veust seine Mißbilligung und sein Bedauern ausdrückte über die ubcrciltc Art und Weise, in der die französische Regierung in der Kammer gesprochen habe; dieselbe diene dazu, die Schwierigkeiten nnd Gefahren dcr Si-tnation bedeutend zu vermehren und eine freundschaftliche ^'ösnng um fo schwieriger zn machen." Zwei Tage daranf hielt Vloomficlo abermals eine Unterredung mit Graf Bcust, deren Wesenheit in Nr. 79 niedergelegt ist, uud in welcher der österreichische Reichs' kanzlcr seine Ucbcrzengnng nussprach, daß England nnter den Umständen nicht mehr hätte thun können, als was es gethan. Er sagte: „Von Paris sei ihm nickt ein crmllthigcndcS Wort zu Ohren gekommen; von Berlin wisse er einfach nichts; die Verzögerung und offenkundige Ironie, mit welcher die preußische Presse die Angelegenheit behandle, habe nur dazu gedient, die Gereiztheit in Paris zu steigern; Fürst Mettcrnich scheine das Schlimmste zu besorgen, nnd er könne mir nicht verheimlichen, daß, wenn der König von Preußen sich weigern sollte, die Candidatur des Erbprinzen von Hohenzollern zu des» avouiren, cr keine Möglichteil sehe, einen Eompromiß zwischen den beiden Mächten zuwege zu bringen. Im gegenwärtigen Augenblicke sehe Alles dunkel und hoff» nungslos ans. Es thue ihm leid, sagen zu müssen, daß trotz allen lobcnswerlhen Bestrebungen der Mächte e« gegenwärtig nicht wahrscheinlich sei, daß diese von Erfolg gekrönt würden." Die beiden vorstehenden Unterredungen hatten, wie aus Datum und Inhalt hervorgeht, stattgefunden, als Prinz Leopold noch dcr Eandidat für den spanischen Königsthron war. Inzwischen kündigte der Fürst von Hohcnzollern den Rucktritt seines Sohnes an, und in Nr. 80 berichtet Lord Bloomfield abermals über eine Unterreduug, welche er am 13. mit dem Grafen Geusj gehabt: „Se. Excellenz schien durch den Rücktritt des Prinzen Leopold etwas beruhigt, aber cr schien nicht überzeugt zu sein, daß diese Erklärung hinreichen werde, die Forderungen (rtMiwmsutkj) der französischen Regie» ruug zufrieden zu stclleu. Er wiederholte, was er schon bei anderen Gelegenheiten gesagt hatte, daß er alles Mögliche gethan habe, um Fraulreich davon abzubrin« gen, die Angelegenheiten zum Aeußersten zn treiben, aber er schien nicht viel Vertrauen auf seine Macht zu setzen, viel zuwege zu bringen, und sein Eindruck ist der, daß nichts im Stande sein wird, den Fortgang der Ereignisse zn hindern. Se. Excellenz sügt hinzu, daß vielleicht Niemand besser im Stande sti, die Stimmung in den süddeutschen Staaten zu beurtheilen, als er selber, und daß cr überzeugt sei, Frankreich mache einen großen Fehler, wenn es auf die Spmpathien die» ser Staaten für seine Sache rechne. In der Absicht da» her, uni Fransrrich in etwaigen Erwartungen uuf Unterstützung von dieser Seite zu entlnnlhigcn, habe er es im Interesse des Friedens fiir gut erachtet, diese seine Ueberzeugung zur Kenntniß der französischen Regierung zn bringen." Anch diese letztere Depesche traf am 18. im englischen Ministerium des Auswärtigen ein nnd Tags da» rauf schickte Earl Granville in Erwiderung zwei Depe-schcn (Nr. 100 und 101) an Lord Bloomfield. In der ersteren berichtete Earl Granville über eine Unterredung mit dem Grafen Apponyi, welche die Bemühungen der österrcichisch-nngarischen Regierung in Berlin zur Er. Haltung des Friedens zum Gegenstände hatte. Diese Un» terrcdung fand am 15. statt und Graf Apponyi verlas eine Depesche des Grafen Vcust an den österreichischen Oolschafler in Berlin, welche das vorliegende Actcnslück folgendermaßen im Auszuge wiedergibt: „Graf Beust 'llmMlml. Auo dem fralyösischen Heerlager. Metz, 29. Juli. Ich begegne gleich beim Beginne meines Briefes dem Vorwurf, daß ich Ihnen bis nun noch gar nichts über die tattische Ordnung und über die Dislocation des Heeres berichte, inmitten dessen ich mich befinde. In jeder Lage wärc dieser Vorwurf ein gerechtfertigter, nur in der meinen nicht. Man sagt mir, daß jetzt sämmtliche Briefe, die in °as Auslaud gchcn, geöffnet werden uud jene, welche -"achrichteu über die strategische Enlwicklnng der Trnp-pen bringen, ohne Ansehung der sonstigen Stimmung ocs Briefes rücksichtslos vertilgt werden. Der General-po'lmcister Vandal soll in dieser Beziehung die strengsten Wcisnngcn erlassen haben. Die Stellung eines Mcmdcn hier in Metz nnd von hier bis zu den Ostgrcn-^" >st eine höchst prekäre, selbst wenn man sich der bc. '!"' Legitimationen und dcr Frankreich frcuudlichstcu Ge-Nnnungen erfreut. s,...,Dvtt, wo das Martialgcsetz regiert, verfährt man N'clstchtslos. Gestern erst sah ich in Nancy nicht ohne Mimne Schadenfreude, ich gestehe es mit Errathen, wie ^"" Neftorler englischer Journale, denen man die 016 ^t5llk1mwi! auf Distanz ansah, von Gendarmen nnd f^.'" Polizcibcamlcn ans die Bahn geführt nnd wahr-'"mnlich in westlicher Richtung abgeschoben wurden. Ich trachte sonach so viel als möglich meine Unbedeutenheit zu erhalten, um nicht AchnlichcS zn befahren. Sie werden erstaunt sciu. n einen Brief aus Metz datirt zu finden. Ich erfuhr gestern noch, daß der Kaiser sich in Nancy nicht aufhalten werde, daß dcr kaiserliche Stab schon nach Metz gegangen sei, so versuchte auch ich, um die güustigc Gelegenheit, den Kaiser persönlich zu sehen, nicht vorüber gehen zn lassen, nach dieser Festung zu lommcn. Es war leichter, als ich mir vorstellte. Ich vermied in meinem Aeußcru als Reisender hier zu erscheinen, Ueß mein kleines Handgepäck auf dcr lilir<> nnd habe bis zum Augenblick noch keine Fatalitäten gehabt. Im Laufe des Nachmittags nach Metz gekommen, crfnhr ich, daß der kaiserliche Train gegen 7 Uhr Abends hier eintreffen werde. ^ . Schon gegen (M0lnv Posto zn fassen nnd, was noch mehr, meinen Posten zu behaupte,,. Ich konnte von hier anS nicht in das Innere des Bahnhofes blicken, wohl aber sah ich dic Pferde des Kaisers und dcr kaiserlichen Suite, die, von eleganten Reitknechten gchallcn, den Boden mit ihren Hufcu scharrten nnd schlugen. So weit das Angc blicken konnte, war Kopf an Kopf gereiht. Meistens Bürger der Stadt, in den vordersten Reihen dcr Gasse viel Soldaten, die ge^ lommcn waren, den .Kaiser und seinen i'ttUot,, wie sie den kaiserlichen Prinzen nannten, zn sehen. Verdeckt durch diese Menge, sah ich die blinkenden Helme der (^6ut ^räs» schimmern, die in Reih und Glied vor der Gahnhofsta» tion aufmarschirt waren. ! Da ertönt plötzlich der gelle Pfiff der Locomotive und von rechts saust ein Zug heran. Eine »narheure Geiucgung bemächtigt sich dcr Masse »no die Musik, welche I^i'tlmt, i>m,r w tt)'!'w spielt, wird von einem nicht enden wollenden donnerähnlichcn Brausen: „Viv« I'llmpsi-mir! Vivo 16 I'rmo« Imperial!" übeltönt. Es dauert nicht lange, die Zeit, welche der Maire der Stadt Metz zubringt, um seinen Monarchen zu begrüßen, und der Kaiser und seine ganze Suite sitzt zu Pferde. Ein Zug Osnt ^3,rä«3 eröffnet den Zug. Nie sah ich ein» schönere Truppe! Hellglänzende Helme, Stahlpanzer, hellblaue, verbrämte Wasfenröckc, eng anliegende weiß-lederne Hosen und hohe Reiterstiefcl, bewaffnet mit einem langen Neitersäbel und einem Hinlerladnngstll' rabiner, aus wclchcn der blanke, gerade Neitersäbel gepflanzt ist. Der Kolben des Karabiners ruht aus dem rechten Schenkel, die rechte Hand hält den Karabiner auf- und vorwärts. Dazu die colossale Gestalt dcr Reiter, die männliche Schönheit fast eines Jeden, und Pferde, die jedes für sich in der Reitallcc des Praters an Maiabenden ihren, Reiter keine Schande machen würden. Es ist da mit vielem Gelde waS Ordentliches geschaffen worden. Sie begreifen, daß ich die l^i»t ^,r<^ nicht halb su lange anschaute, als Sie Zeit brauchen, dicS zu lesen. Meine Aufmerksamkeit conc'cnlrirte sich auf den Kaiser, den ich zur Zeit der Ausstellung z»m lstzsi, Male Gelegenheit hatte zu sehen, dcr seit der Zeit d»lch sei« 1254 bemerkte, als die österreichisch-ungarische Regierung vor einiger Zeit hörte, daß der spanische Thron möglicherweise dem Prinzen Leopold von Hohenzollern angeboten werden dürfte, habe sie es nicht für angezeigt gehalten, eine Ansicht über den Gegenstand abzugeben, nachdem sie aber jetzt vernommen habe, daß die Candidatur eine feststehende Thatsache sei, habe sie sich verpflichtet gefühlt, ihre Ansichten und bis zu einem gewissen Grade ihre Befürchtungen auszudrücken.....Die französische Nation, welche ihre durch die Vergrößerung Preußens aufgestachelte Empfindlichkeit bisher unterdrückt hatte, würde durch jeden Versuch Preußens, Einfluß über Spanien zu gewinnen, indem es einen mit der preußischen Königsfamilie kollateral verwandten Prinzen auf den Thron setzte, ernstlich beunruhigt werden. Angesichts dieser Eventualitäten drückte Graf Beust seine besondere Genugthuung über die ihm gewordene Mittheilung aus, daß der Kaiser Napoleon auf die freundlichste Weise dem Könige von Preußen Vorstellungen über den Gegenstand machen ließ, mit einem Ausdrucke der Ueberzeugung, daß es der Weisheit Sr. Majestät und seinem Einflüsse als Haupt des Hauses Hohen-zollern vorbehalten sei, einer so ernstlichen Verwicklung vorzubeugen. So start war das Verlangen der österreichisch-ungarischen Regierung nach Frieden, und so tief ihre Furcht vor den Folgen einer Annahme des Thrones Seitens des Prinzen von Hohenzollern, daß sie sich verpflichtet fühlte, sich in ähnlichem Sinne zu bemühen. Baron Münch wurde deshalb instruirt, auf der einen Seite den preußischen Staatsmännern die Ansicht der österreichisch ungarischen Regierung, daß die Candidatur des Prinzen Leopold mit großer Gefahr verbunden sei, nicht zu verhehlen, und anderseits das feste Vertrauen auszudrücken, daß die Friedensliebe und das gefunde Urtheil des Königs von Preußen der Verwirrung der europäischen Politik durch ein neues und gewaltiges Element der Zwietracht vorbeugen . . . Graf Apponyi versicherte mich, daß von Seiten der österreichischen Regierung keine Mühe gespart werden solle, um den Frieden Europa's zu wahren." Die folgende, vom nämlichen Datum herrührende Depesche berichtet über eine vom Grafen Apftonyi in der nämlichen Unterredung verlesene Note des Grafen Beust an den Fürsten Mclternich in Paris. ..... In seiner Note an den Fürsten Metternich saglc Graf Beust, sobald er von dem Wunsche des Herzogs von Gramont, daß er im Interesse der Versöhnung in Berlin wirken solle, Kenntniß erhalten, habe er Instructionen in diesem Sinne an den Baron Münch geschickt und zu gleicher Zeit die spanische Negierung auf die Gefahr des von ihr verfolgten Weges aufmerksam gemacht. . . . Die Stimme Europa's werde sich zweifelsohne für den Frieden erheben, und es erfcheine klar, daß die einfache Lösung der Frage in dem Zurückziehen der Candidatur des Prinzen Leopold liege, welche in Spanien nicht mit Begeisterung aufgenommen worden sei und leine von den Haupterfordernissen der Nation befriedige. Die österreichisch-ungarische Regierung setze hinreichendes Vertrauen auf die Weisheit der preußischen Regierung, um zu glauben, daß diese nicht zögern werde, einen enogiltigen Beweis von ihrer friedlichen Stimmung zu geben, indem sie nicht allein ihre Unlenntniß der Vorgänge in Spanien erkläre, sondern auch allen ihren Einfluß benutze, um die Zurückziehung einer Canoidatur zu bewirten, welche in einer ebenso unerwarteten, wie ungelegenen Weise in Madrid aufgestellt worden sei. Auf der andern Seite fei die österreichisch - ungarische Regierung überzeugt, daß Frankreich, während es feine eigene Würde eifersüchtig schützen werde, es vermeiden werde, die Gefahren der Situation zu vermehren. . ." Politische Uebersicht? Laibach, 5. August. „Zur Berichtigung" bringt die „Oesterr. Corr/' folgende Note: Die Meltnmg eines Journals, d.'r Reichskanzler Graf Beust l^ibc an Se. l. Hoheit den in Prag weilenden Kurfürsten von Hessen ein Schreiben gerichtet, des Inhalts, der Kurfürst möge der von Oester« reich beobachteten Neutralität eingedenk sein und daher nichts unternehmen, was die von dcr Regierung sich auferlegte Reserve zu alterirc» im Slande wäre, löimen wir als eben so erfunden bezeichnen, wie die vor cinia.cn Tagen bereits von uns in Abrede gestellte Nachricht von dcr Entdeckung eines Bureau zur Anwerbung von Frei' willigen für eine hannoucr'schc Legion nnd einer in Folge desfen an Sc. Majestät den König Georg gerichteten Drohnote. Die preußische „Provinzial-Correspondenz" consta-tirt in ihrer neuesten Nummer, daß sämmtliche fremde Mächte fich neutral verhalten. Der „N. Fr. Pr." wird aus dem preußischen Lager Folgendes geschrieben: „Alle Bedenken, welche man am Berliner Hofe über die Haltung Oesterreichs dem deutsch-französischen Conflicte gegenüber bis vor Kurzem noch hegen mochte, sind jctzt völlig beseitigt. Zu dcr Milche,'« lung dcr ..N. Fr. Pr.," daß in den letzten Tagen zwi< schen dem Vertreter des norddeutschen Bundes in Wien und der Regierung, bei welcher er beglaubigt ist, dic bisherige Zurückhaltung aufgegeben und an ihre Stelle ein vertrauensvoller Oedankcuallstausch getreten sei woraus mit Recht geschlossen wurde, daß man dem etwas unbestimmten und dehnbaren Begriffe „Neutralität" in Berlin eine der deutscheu Sache günstige Deutung gegeben habe — zu dieser Mittheilung gestatten Sie mir ein neues, thatsächliches und durchschlagendes Argument hinzuzufügen: Ganz Schlcfien wird von Truppe» entblößt. Die sämmtliche«, dort noch stationircnden Trupftenmasseu werden nach dem Rhein geworfen. Die betreffenden Bahnvcrwaltunge» hliben bereits die officielle Anzeige erhallen, daß in den nächsten Tagen noch über hundert Truppen-Transporlzngc zu erwarten sind. Es bedarf nicht dcr Bemerkung, daß man die Oesterreich benachbarte Provinz nicht ohne Schutz und Wehr lassen würde, wenn man in die Absichten des mächtigen Nach« bars, eine ehrliche Neutralität aufrecht zu erhalten, den geringsten Zweifel zu setzen die Veranlassung hatte." Da« Pariser „Journal officiel" veröffentlicht eine Depesche GramontS, w.lche die Worte Bismarcks cilirt, mit welchen ei dem Prinzen Napoleon sagte, daß es fi!r Frankreich unmöglich sei, die Rhein-Provinzen zu nehmen, die deutsch feie», indcm er den Rath rr-theillc, Belgien zu nehmen. Graf v. d. Goltz wiederholte dieselben Worte dem französischen Hofe. Gra« mont fordert Aismaicl auf z»> Unterstützung seiner Insinuationen, irgend cine Thats»chc beizubringen, und cr-llärt: Wir haben weder über Belgien, noch über einen anderen Gegenstand mit Bismurck iigcnd wclchc Unier Handlung eröffnet. Er erinnert darai», daß wir, anstatt den Krieg suchen, die Entwaffnung gewollt hoben, und beruft sich auf die die Entwaffnung betreffenden Schreiben des Grafen Daru vom 1. und l3. Februar. Bis. marck, indem er die Entwaffnung verweigerte, schützte Furcht vor einer eventuellen Allianz Oesterreichs mit den süddeutschen Staaten und Vcrgrößcrungsvtlleitätcn Frankreichs vor; hauptsächlich aber stellte er die Besorgniß in den Vordergrund, die ihm, wie er sagte, die P°^' Rußlands einflößt. Bismarck flocht in dicsc Eröllermlg Plivalbclr^ tungcn über den Petersburger Hof cin, die ich lic^l mit Stillschweigen übergehen will, da ich mich >M entschließen kann, diese verletzenden Insinnatioxell >^ dcrzugebcn. Wcnn demnach Europa bewaffnet bM wenn eine Million Menschen daran ist, auf den SäM' feldern zusammenzustoßen, so ist Preußen dafür oe>a^ wörtlich, Welches immer die Verleumdungen Vismalu fein mögen, so sind wir oh»c ssnrchl, Bismarck h°l das Recht auf Glaubcu verloren. Die Londoner Tages- und Wochenblätter »^ W. Juli, cbenfo die an diesem Taqc in dcr cnglis^ Hauptstadt eingetroffencn Provmzbläller sprechen l^ sämmtlich für Einhaltung bewaffneter Neutralität; " fordern die Regierung auf, ihre Regimenter zu vclv^ ständigen nnd eine starte Flotte für alle möglichen 6t>^ tualitäten bereit zu hallen; außerdem wird auch ^ die Ansicht ausgesprochen, daß die Veröffentlichung ^ geheimen Vertragsentwurfes bisher das greifbare ^ fultal gehabt, die Neutralität Belgiens sicherer zu ^, len, als sie bisher war. Der „Economist" begnügt I" mit dieser Schlußfolgerung, welche gleichzeitig die ^ tralität Englands auf die Dauer verbürge, wiitM „Saturday Review" und „Spectator" weiter g^ und dringend zu den nöthigen Rüstungen mahnen. Auch die Frage dcr Kohlcnansfuhr wird von bl" Blättern berührt. Iu dcr „Times" kommt dcr bcla"»' „Historicns" nach einer anderthalb Spalten langen '^' üchen Anscinandcrsctznng zu dcm Schlusfe, daß Del»' land sich üvcr Englands Hallung in diesem Kriege >'^ beklagen könne. Möglicher Weise lönnlcu die kriegt rendcn Mächte Kohlen für Contrcbande erklären, ^ darum habe England noch nicht die Pflicht, ja n><" einmal das Recht, die Kohlcnausfuhr zu verbiß Man habe eö nie für die Pflicht eines neutralen S^ tcs gehalten, den Handel scincr Unterthanen in iiri^, contrcbandc zu unterdrücken, und das einzige HcilM'l", für die Kriegführenden liege in ihrer Macht, "die ^ Contrebande befrachteten neutralen Schiffe wcgznnch»^ In ähnlichem Sinne spricht sich cin Eingcsa^ im ..Daily Telegraph" aus, welches nach A»M>^ einer ganzen Anzahl von Autoritäten das Vcibol ' Kohlcnausfuhr schon deshalb für unmöglich hält, " sonst - nach Vyntershocl — die AuSfnhr vo» ^ Gegenständen verboten werden müßte, aus denen irs" etwas zum Kriegsbedarf fabricirt werden tonne. "" dicfc Liste würde fast geradezu unendlich, sie sci v°" ständig gleichbedeutend mit einer gänzlichen Einstellt des Handelsverkehres. Im „Morning Advertiser" dagegen vertritt <>" Anonymus die Ansicht, daß die Kohlcnausfnhr cben > , wohl verboten werden müßte, wie die von Waffen ^ Munition. In Florenz war am 1. d.M. das Gerüchts breitet, daß eine 5)00 Mann starke Garibaldiancr-M'' nach der päpstlichen Grenze gezogen sei; die Nach^ wird aufs entschiedenste mit dem Bemerken dcmc"t'l' daß die in dcr genannten Richtung stattfindende 6»", ccntrirung von Truppen zum Entstehen dc« Ocriic^ Anlaß gegeben haben dürfte. In gleicher Weise wn'd anderes Gerücht, dcm zufolge England an Italien " Anerbieten gerichtet habe, ihm zn Schutze feiner -'',« tralität cin Geschwader zur Verfügung zu stellen, ^ geradezu lächerlich bezeichnet. Von dcr erwähnten ^, sctzunss der römifchcn Grenze fagcn die officiöscn ionischen Blätter, daß die Maßregel sowohl vom P^' körperliches Leiden Europa so oft erschreckt und von dessen Befinden ich erst kürzlich nur Nachtheiliges vernommen hatte. Ein Blick überzeugte mich, daß ich falfch berichtet wurde. Nie halte ich den Kaiser, selbst vor drei Jahren zur Zeit des Triumphes, als er dem Kaiser von Rußland und dem König von Preußen bei seinen Schöpfungen in Paris persönlich die Honneurs machte, so wohl aussehend gefunden. Er war in der Uniform eines Dioisionsgenerals und grüßte freundlich, indem er von Zeit zu Zeit seinen dreieckigen mit weißen Schwanen verbrämten Hut lüftete, die ihn frenetisch anrufende Menge. Er ritt ein edles englisches Thier, einen Fuchsen, wenn ich ordentlich berichtet bin, den „Sol-ferino." Ihm zur Seite tänzelte auf einem kleinen Braunen der kaiserliche Prinz in der Uniform eines Lieutenants der Garde-Grenadiere, doch ohne Epaulettes, die er sich, wie man sagt. erst jetzt verdienen soll. Er hat ein freundliches, liebes Knabengesicht, frische und gesunde Farbe, hellglänzende, bewegliche Augen uud soll seiner Mutter, der schönen Eugenie, leibhaftiges Porträt sein. Die Kaiserin sah ich leider nicht. Sie hatte den Gatten und den Sohn nur bis zur Station Chateau-Thierry begleitet. Man erzählt, sie habe den Feldtoffer ihres Sohnes, so wie jede Mutter es gethan haben würde, selbst gepackt und heiße Thränen mögen aus den schönsten Augen Frankreichs dabci und beim Abschied geflossen sein, denn wunderbar ist das Schicksal und launisch Fortuna und der Schlachtcngott. AuS den Gesprächen meiner Nachbarn entnahm ich, daß der kleine Prinz wegen seiner Liebenswürdigkeit und einfachen Kindlichkeit sehr beliebt ist. Der günstige Erziehungserfolg, der cs herbeiführte, daß in dem Prinzen dcr Knabe nicht aufgegangen ist, soll seinem Erzieher, dcm Ecuyer Mr. Aachon, dcr hinler ihm ritt, zu danken scin. Bachon und scin Vater, der unter dcm crslcn Kaiserreiche gedient hat, war im Unglück schon cin warmer Anhänger der Naftoleonioen. An dem Hose des dritten Napoleon angestellt, sah er mit Bitterkeit, daß viele derjenigen Diener des Kaiserreichs, deren Ergeben« heit erst mit dem Aufsteigen dcr Dynastie begonnen, reichlich belohnt wurden, und daß nur er unberücksichtigt blieb. Im Jahre 1856, knapp nach der Geburt dcS Kronprinzen, ließ ihn der Kaiser rufen und redete ihn ungefähr folgendermaßen an: „Mein Freund, ich weiß, daß ich Ihnen schon seit Jahren den Beweis schulde, Ihre treue Anhänglichkeit erkannt zu haben. Heute erst komme ich, Sie um einen Dienst zu bitten, welcher Ihnen beweisen soll, wie schr ich auf Sie vertraue, und wie tief ich Ihnen immer verpflichtet sein will. Ich komme Sie zu bitten, die Erziehung meines Sohnes zu übernehmen." Der Prinz war zwei Wochen alt, als Äachou ihn in seine Obhut übernahm, heule, nach vierzehn Jahren, soll er ihn noch keine Minute aus deu Augen verloren haben. Der Neffe scheint die Kunst von seinem großen Onkel geerbt zu haben, sich treue, ergebene Diener zu schaffen. Man sagt mir, er sei gegen seine Umgebung von einer Güte, Aufmerksamkeit nnd freundlichen Herab' lassung, die ihm die Herzen seiner Umgebnng auf immer gewinnt Außer seineu Adjutanten, die Generalsrang haben, sind 12 Hauptleute sämmtlicher Waffen der Armee als <,l'l!<-,i<>i^ ä'oräs)imlui0« dem Hofstaate zugetheilt, ^ nach der Tour monatlich den Dienst bcim Monal^ ucrschcn. Mcm sagt mir, daß nach dcm zwei' ^ dreijährigen Aufenthalt oiesc Officierc, anf ewig ^ saiscrlichcn Hause cng verbunden, den Hofstaat verl^, und als treuc Anhänger dcr Dynastie in der ^l'" wirken. . ^ Zum allgemeinen Erstaunen sah man den P".''^ ^ Napoleon ncbcn dem Kaiser reiten. Alle Uncingcwm >! hatten den Prinzen Plon Plon an den Ufern des ^ La Manche vermuthet, wo er das Commando dtt ^ schiffungslruppen für die Ostscestotte hätte übernch" sollen. .^, Man sagt, Admirale und Generale dcr ii^'^l fllngstruppen hätten sich einstimmig geweigert, "« dcm Commando dcS Prinzen zu kämpfen. M Hätte er nebst dcr frappanten Achnlichlc't ^ seinem Onkel, dcm großen Kaiser, auch dessen >'"» ^ schcs Genie nnd dessen Kaltblütigkeit im Gefechte el es hätte sich Keiner geweigert, deß bin ich übcrzcl'g ^ Als die markanteste Persönlichkeit im Ocfolg^ Kaisers siel mir der Oberstjägermcistcr l^mcl ""'^i Prince dc la Moskwa auf. Seine Erscheinung c>'l>p ^l vollkommen dcr Idee. dic wir Knaben uns am ^, Schule vom strengen Tilly gemacht hatten, E>" '"^l steif wcgstehender Schnur-, cin ebcu folchcr K'^ ,^ theilt das fahle, ernste Gesicht in beinahe math""" M Formen. .^M Er saß auf feinem Pferde nnl spanischer Or"",^ic und leine Miene seines Gesichtes verrieth, daß cr D, Mauern jener Stadt einritl, in welcher sein 9^'Ml , das Licht des Tages zuerst gesehen und wo fra"z « l255 schen als vom militärischen Standpunkte aus geboten erscheine. Ans dem klciucu Ollc Eolignola in der Provinz Navcuua liesst die (bcrcils telegraphisch sigualisirte) Mel-dung von der mcuchlcrischeu Erniordung des dortigen Bürgermeisters vor. I'cr Ermordete, Namens Giovanni Vcmm, halte namentlich zur Zcit des gleichfalls durch Meuchelmord gefallenen Mililärgouvcrneurs von Ra-vcima, Generals Escofficr, der Regierung im Interesse der Ordnung und Ruhe hervorraqcude Dienste geleistet. Die „Turquic" vom 20. ^uli rcMrirt die theil» wc,ft bcrcil^ bekannten N^lirichlen, daß die Pforte an-»rsichlö dessen, was l.m Rhein vorgeht, einige mili^ tarischc M aßrcgc! n gclroffcu H.U. Die Gouverneure der veischiedeocu Puschalits sind angewiesen wor^ den, die Rcdiss zn vcrstäudigcn, daß sie sich für alle ^"rolualilätrn bereit zn hallen halten. Das türkische Pnnzeracschwlldrl weide wahrscheinlich cine Excursion "ach dem Millelmecrc machen, und das Lager in Schumla Mar keine neuen Znzi!qc r>hallen, w^l,l aber Weiler ili Pcimancuz lirl^u bleibe,,. „Alle diese Maßregeln," III«! die ,.Tu,quic" hinzu, „habe», selbstverständlich kc«. "tu ag^rcssivcn Zwick; die Psorte thut jedoch sehr gut, Nch vorzubereiten, um später nicht von den Erciunisseu überrascht zu werden." ZUM Kriege. Heule liegen weitere Nachrichten über das Gefecht und die Bcsetzuug^von Saarbrücken durch die Franzosen am 2. d. vor. l^chm, T.lgs vorher lief prcnßischcrscits du telegraphische Meldnng ein. daß die Franzosen auf den Hügeln am linken Ufer der Saar, Saarbrücken und St. Johann gegenüber, mit starken In-santcriccolonncu anrückten, die sich in die Wälder von ^rnual und Gersweiler zögen. Die beiden letztgenannten Orte liegen östlich »nd Mlich von Saarbrücken in dem scharf martirtcu Saar-^al, ungefähr drei Vicrtclmcilcn weit von einander kl>tfcrnt. Eine andere preußische Meldung, vom 2, d. "vrmiltags und wohl unmittelbar vor dem Gefecht ab ^gangen, sagt: „Größere französische Truppcnmassen Nlcken auf Saarbrücken an; es scheint, daß das vor-Widene Bataillon Saarbrücken unter Gefecht verlassen will." Diamelral entgegengesetzt laulcu die biidcrscitigcu Äer.chtc üder die bei dicscm Gefecht cngagirtcn Truppen» !"tte- Während französischcrscils gesagt wird: „die Divchon Frossard war allein gegen drei preußische Di^ vchonen engagirt." sagt der Berliner offizielle Bericht vom 3. d. M.: ..Am 2. August Vormittags 10 Uhr wurde das kleine Dclachcmcnt in Saarbiückcu von drei feindlichen Diuisioucu angegriffen uud die Stadt mit 23 Geschützen beschossen. Um 12 Uhr wurde die Höhe dca Excrcicrftlatzcs, um 2 Uhr die Stadt von dem Detachcment geränmt nnd der Rückzug zum nächsten Soutien angetreten. Die Verluste waren ucr hältuißmäßig gering." Auch französischerscits werden die Vcrlnstc aus nnr 11 Todte angegeben, was in: Verhältniß die ungefähre Anzahl von mindestens 50 bis W Verwundeten ergeben würde. Solche flciuc Vcrlusianga-bcn stehen in grellem Kontrast mit den französischen Strcitträftcn, die am Gefecht Theil nahmen, unterstützt von 23 Geschützen. Was vollends die ..niederschmetternde Wirkung" der im Gefecht bei Saarbrücken zum ersten Mal während des Krieges in Verwendung gekommenen Aiitrailleusen betrifft, so slimmcu auch hier die durch Kugeln vor beiläufig 55 Iahrcu dem Lebcn dcs großen Capitäns. dcS einzigen NitterS in der großen Armee, ein Ende machen sollten. Anf wcißmarmorncm Sockel winkt ihm von der Esplanade die riesengroße Bronzc-statuc seiucS Vaters entgegen. Ein einziges Wort ist in dem Marmor cingegraben: „Ncy." Nicht minder interessant ist der Adjutant des Kaisers, Divisionsgcneral Castcluau, ein Mann, der das ganze Vertrauen des Kaisers besitzen soll, den man im Sommer nach dein Tode Niels als einen der Eandi-baten für das verwaiste Portefeuille dcS Krieges nannte. ^ ist als ein Beweis großer Ergebenheit an die Pcrson des Kaisers zn betrachten, daß Eastclnau noch nicht auf em actives Eommando gedrungen hat, denn in der Suilc °es Kaisers kaun er sich dem Gesetze nach den Mar-ichallsstab. das Schlußziel jedes französischen Eoldalen, nicht verdienen. Die echt militärische Erscheinung des in letzter Zcit "st genannten Generals Mvclin de Mvillc will ich nicht vergessen. Er ist Chef des topographischen EabinclS des Elfers nud als solcher dürfte er über die strategischen '"Mhten nnd über die etwa bestehenden Pläne des Kai-Urs Nachrichten habe», die leider dem sehr unwissenden Gehirn Ihres Berichterstatters zum Schaden der Wiß-uegierde Ihrer Leser mangeln, ^nm Schluß noch eine '""kwürdigc Thatsache. Einer der Ordouuauz-Officiere dc^ Kaisers ist der Mlüe-Hculptmann dc Drcysu. Alan versichert mich von ""läßlicher Seite, daß dieser Officicr ein Neffe des Er nudcrö heg Zündnadclgcwchrs Drcysc isl. Verwandte ' ^)cn souach auch hier im Kampfe, wie su oft im Feld-ö"»e 1866. (N. Frdbl.) letztere herbeigeführt sein sollcittcn Vcrlusle keineswegs mit den vorerwähnten preußischen Angaben. „Da der Kaiser befohlen hat," sagt das Parifer Telegramm vom 3. d., „mit den Mitrailleuse»! nur dann zu schießen, wenn es nothwendig ist. fcucrlen die Franzosen in der Entfernung von 100 Metern aus eine fcind liche Abtheilung, die auf der rechtscitigen Eisenbahnlinie aufmarschirtc. Die Ablhc,lung wurde niwerzügl'ch gesprengt^ indem sie die Halste ihrer Leute verlor. Eine andere Abtheilung erlitt dasselbe Schicksal . , ." Hoffentlich werden prcußischerscits recht bald nähere Angaben über die Wirkung der Mitraillcuscn erfolgen, da ja die eine Hälfte der von ihrem Feuer hcimgcsuchlcn Abtheilungen am Leben blieb. Die ferneren Details über dicfc Affaire müssen zeigen, wen man mit solchen Angaben täuschen will, sich oder den Gegner. Um so wahrscheinlicher lautet die Nachricht, daß Saarbrücken lheilwcise nicde,gebrannt sei. in Folgc des zerstörenden Feuers von 23 französischen Geschützen. Während des Feldzuges 1W4 lag es iu der Aufgabe deS österreichischen 0. Eorps sich in den Besitz des von den Dänen besetzten Städtchens Beile zu setzen. Veilc liegt ebcnfall in einer thalarligcn Tiefe und wird von zwei Seiten aus von den angelegenen Hügeln beherrscht. Ohne allcn V^llust halle die zahlreiche und gul poslirtc Artillerie des »i. EorpS die Düne» nöthigen lönuc», die Stadt sofort zu räume,,; uan unterließ es aus Humanilälsrücksichtcn, nm nicht die Stadt dem Ruin preiszugeben, und nahm dieselbe durch Sturm mit der Infanterie. Feststehend ist, daß die Franzosen im Besitz von Saaibiüäcu gebliebcu swd, dic Saar < Linie aber nnd die hinter dieser laufende Eisenbahn (von der französi scheu Grenze über Saarbrückcu nach Saarlouis und Trier) ist noch heule in deu Händen der Preußen, welche im Besitz von St. Johann"(Saarbrücken gegen« über) und der gesummten Höhcnzügc am rechten Saar-Ufer sich befinden. Letztere beherrschen dic Saar - Lime cbc'., so sehr als die Höhcnzüge am linkeu Ufer und will mau prcußischerscits von der Artillerie rücksichtslosen Gebrauch gegen Saarbrückeu mache», so würde sich die französische Vesatznng nichl ein paar Stunden da halten tomien. Dic preußische Besatzung von Saar> brücken war nicht mehr und nicht weniger als ein vor» geschobener Posten am linken Suul-Ufc»', in einer soac nannten Brückcutopfstclluua,; sciu Besitz, gleichviel in welcher Hand, dielet weder strategische, noch latlischc Folgen von Belang; diese hängen lediglich von dem Besitz der Höhcn am rechten Saar-User nnd der Festung Saarlomö ab. Die französische Angabc, wonach dic sür die Prcußcu allerdings wichtige Saarbrücken.Trierer Bahn seil dem 2. Angus! von dem dmch dic Flauzoscn eingenommenen Tcriaiu beherrscht weide, grü„dct sich anf die enorme Tranwcitc des gezogenen Gcscl'ützrS und inag zum Theil begründet scin. Imn,sr aber kann sich solche Ächcirschung doch nnr a»f cincu Theil dieser Bahn bcziehm und solllc dirs>,ll'l' .ülz» stöicud anf dir Eommunicaliou der Preußen wirken, so weiden die Rachnchtc» von nencn größten Gefechten an dc> <^aar-Vinic nicht lange anf sich wailcn lassen. Fii.nzösischc!-seits wenigstens vc»sichert man, „daß zwischc» Saa>l"uis und Gamvrücken 250 000 Pl'cu'ßc» stehcu." Zutresftn. dcr würde dirse Aunahmc scho» scin, wein! man sie anf daö Operationsfeld zwifchc,, dcr Mosel, Saar, dem Rhein und der Lauter ausdehnen wolllc, in welchem Falle sogar die Zuhl von 300.000 Mmm dermalen nicht zu hoch gegriffen scin windc. Insoweit die bisher gebrachten Nachrichten die Affaire bei Saarbrücken bctrcsfcn, bedürfen dieselben wohl noch wesentlicher Richtigstellungen, besonders was die beiderseitigen Trupftcnstälten anbelangt. Wo nämlich die Angaben über Truppenstärke und Vcrlusle im Gefechte so schnnrstrals von einander abweichen, wo man fast zu der Annahme gezwungen wird, in beiden Lagern leite mehr dcr Geist Münchhauscus als newissenhaflcrl Wiedergabe der Diugc bei Abfassung dcr hiuausgcscndclcn Nachrichten, da verlieren „ur allzu leicht die ferneren Berichle all und jeden Glauben und öffnen dem Miß-tränen Thor und Thür. Ueber dic Saarbrück er Affaire liegen folgende neuere Nachrichten vor: Berlin, 4. Augnst, Mittags. Offiziell wird gemeldet: Die in dcr letzten Nacht von dcr Armee eingegangenen Details über das Gefecht bci Saarbrücken lauten: Ungeachtet dcS Feuers cincr bedeutenden Artillerie verblieben uuscrc Vorposten in ihrer Stellung bis zur vollen Entwicklung des Gcg ucrö. Erst als dicscr drei Divisionen formirt hatte nnd vorging, räumte dic schwache prcnßischc Vorpostcnabthci lnng die Stadt nud nahm dicht nördlich derselben cmc nenc Vcobachtuugöstcll'.ing. Der diesseitige Verlust bc. trägt in diesem Vorposteugcfccht 2 Offiziere uud 70 Mann, trotz Ehasscpots, Mitrail'lcnscn uud zahlreicher Artillerie. Dcr Fciud scheint bcocntcudc Verluste zu haben. An dcmsclbcn Tage (2. August) ging dcr Fcmd bci Rhcinhcim östlich r>ou Saargcmünd mit cincr starkc» Eolounc übcr dic Grcnzc, cröffnelc auf dic kleinsten oics scitigen Patronillcn cin heftiges Tiraillcurfcucr ganzer EüMpagnicn, wobei uus ciu Pferd gestreift wurde. Vor Anbruch der Nacht ging dcr Fciud wieder zurück. Unsere Truppen waren in allen diesen tlciueu Gefechten herrlich. Dcr Correspondent dcr „Iudepcndance" in Metz ist der Meinung, daß Frankreich den Feldzug mit 3- bis 400.000 Mann eröffnen werde; diesen Ziffern fehlt > freilich jede sichere Unterlage. Er sagt weiter: „Die ! Vorbereitungen werden langsam uud kühl betrieben uud ^die Lager sehen nicht anders aus wie dic jährlichen Ucbuugslagcr von Chalons. Die Esplanade iu Metz ist gedrängt voll durch 400 requirirle, mit Hafer beladene Wägen. Es sind gewöhnliche Erutewägeu, welche die Eigenthümer und Pächter liefern, sie sind mit zwei Pferden bespannt und werden von Banern jeden Alters geführt, die als Kennzeichen einen Zettel an der Mütze tragen mit der Inschrift: 3. ^oi-ps, ti-M auxiiikiro. Sie folgten dcr Armee und wcnn die Pferde fallen, werden die Wägen zerstört; die Fuhrleute läßt man dann gchcn, wohin sie wollen, uud sic vermehren die Schnuren dcr Marodeurs, dic unvermeidlich sind im Gefolge der Armeen. Die Uebungen mit der Mitrailleuse haben aufgehört. Seit vierzehn Tagen wnrdcn dic durchziehenden Truppen Morgens und Nachmittags damit geübt. Es sind nur noch die Mitrailleuse»! für die Gardc hier, welche dieselben bei ihrem Durchzuge mitnehmen wird. Anch von Sprcngkugcln weiß dcr Eorrcspondent. die für jcdcs Kaliber passend zu Mcudon in dcr großartigen Fabrik dcs Herrn Gevclot seit lange schon tmrch ihren Erfinder Pcrtuisct fabricirl werden, der dabei von einem Verwandten dcs Hcrrn Eassagnac, Herrn Ereuze de La-tauchc, früherem Rcdaktioussctrctär des „Pays," unterstützt wird." (Mau wird sich erinnern, daß 186h in Petersburg cin Vertrag geschlossen wurde, um die Anwendung von Sprcugtugcln allgemein zu verbieten, und daß Frankreich noch ganz neulich Baden veranlaßt hat, sich dieser Eonvcntiou anzuschließen.) Vom Kriegsschauplätze. Strategische Studien. Von ÜilNttnanl I. i.'emsöic, V. Neuerdings meldete gestern der Tclegrah aus B e r-lin cin Gefecht bei Wcißcnburg, u. z, einen Sieg der Preußen. Wir gestchen es offcn, daß das Telegramm uns fchr vcrdächlig erscheint, trotzdem es viele Details anführt; denn so unklar wic dieses, so zweideutig — noch» mats trotz seiner scheinbaren Offenheit — ist uns nicht so bald erschienen. Aber auf was wir unsere Zweifel gründen, soll gleich gesagt wlrden. Das Telegramm ist von Berlin 4. August, ii Uhr Abends datirt. Angeblich wurde aus Nicderrottervach der Sieg am 3. August. Nachmittags 0 Uhr durch Wolffs Bureau gemeldet. Einen Sieg verschweigt man nicht so lauge uud Picnßcu schon gar nicht, dasselbe Preußen, daß die Gefangennahme eines jeden betrunkenen stranzo-scn der Welt bclanut gab, umsowenigcr nach erlittener Schlappe, wic jcnc bei Saarvrück; außerdem ist es eine noch nicht officicll bcslaliglc Nachricht, die also umso-mchr zum Zweifel herausfordert. DaS Gefecht liegt nicht außer dem Gereiche dcr Möglichkeit, hat sogar vicl Wahrscheinlichkeit für sich, uur scheint das beharrliche officicllc Schweigen auf eine nachhcrigc Pcm'llisiruug des ursprünglichen Siears hinzudeuten. UcbrigcnS wird dcr Sicg auch mehr ein „blutiger" als „glänzender" gewesen sein, da die drei prcn-ßischcn Corps gegen einc französische Division in eincr solchen Ucbcrmacht waren, daß man sich billig wundern muß, wic sic uicht mehr als ciue Kauonc iu die Hände bekommen konnten, da die Franzosen überrascht worden sein müssen, wie es auS dem Verluste ihres Zeltlagers hervorgeht. Wcißcnbura, früher befestigt gewesen, beim Ausbruche dcS Krieges wieder durch provisorische Werke haltbarer gemacht, licat a:n Flusse Lauter, ctwaS über 2 Meilen vom Rhein entfernt. Die Eisenbahn von Straßburg nach Laudan führt an dcr Sladt vorbei, ferner noch dic Straßen: von Hageuau nach Weißenburg, von hier eine nach Lauterburg, eine über Bergzabern nach Landau, cine gegen Pirmafenz und eine nach Bitfche. Der Hauptaugriff erfolgle wahrscheinlich in, Rhein» lh Uhr 5)5) Min. Mimzcndtr aber blutiger Sieg der lronprinzlichc» Armee unter des Kronprinzen Äugen bei Erstürmung von Weißcnburg und des dahinter liegenden Geisbergcs durch Ncgimcxtcr uou dem 5>. und II. preußischen und 2. bairischen Armcccorps. Die französische Division Douay vom Corps Mac Mahon wurde unter Zurücklassung ihres Zelllagers in Auslösung zurückgeworfen. General Douay ist todt. Nrlier 5l)0 un-vcrwllndcte Gefangene, danmttr viele Turcos, und cin Geschütz iu unseren Händen. Unsererseits General Kilch-bach lcichtcn Streifschuß. Das Künigögreliadierregimenl und das 5,0. Linienregiment erlitten starke Verluste. Das „Journal osficiel" veröffentlicht einen Bencht des Generals Frossard über das am Dienstag stattge^ fundene Gefecht. Der Gericht constalirt, daß die französischen Truppen in diesem Gefechte «i Todte und 07 Ver' wuudete hatten. Die Journale erwähnen des Gerüchtcs von der Einnahme Saarburgs. Die Nachricht ist uoch nicht bestätigt. Bei einem Vorftosleugefechte bei Lauterburg wurden 150 preußische Cavalerislen von 25 französischen Jägern in die Flucht gejagt. Die „Agence Havas" meldet von der römischen Grenze: Die Stadt Viterbo ist von den französischen Truppen geräumt. Schiffe werden erwartet, um den Rcst der Division zu befördern. Ucbcrball herrfcht Ruhe. Das „Journal dc St. Pclersbourg" bespricht erneut die Lügenhaftigkeit dcs Gerüchtes, wonach Rußland eine Invasion Rumäniens beabsichtige. Das Eabiuet wünsche eine friedliche und gedeihliche Entwicklung Rnmänicnö unter Fürst Karl; sollte sich wider Erwarten diese Ansicht nicht rcalisireu, so werde Rußland nie zu eiuer iso-lirten Intervention schreiten, die allen Mächten durch die bestehenden Verträge verboten ist. — Bisher haben keinerlei Truppenansammlungen, weder in Süd-Rußland, noch anderwärts stattgefunden und wurde an dem Militäretat nichts geändert. Athen, 3. August. Im Golfe von Corinth fand ein Erdbeben statt. Die Städte Amphissa und Galaxidi und mehrere Dörfer sind zerstört! mehrere Personen wurden theils getödtet, theils verwundet. In Kertich und Charkof ist die Cholera auögcbrochen. In Constantinopcl wurden Quarantainc-maßregclu angeordnet, desgleichen ordnete die Central secbehördc Obscrvatiouömaßregeln an. Telegraphischer Wechselcours vom 5», August. , 5perc. Nülalliauc» 52.70 - 5p^v, Melalliqucs mil M und November-Hiuscu 52.70, — 5perr, Naüoual-Aulehcu 6!'?"' 1860er Staat«-Aulcheu 86. ... Baulactieu 656 - 2«^ Acticn 218. — . London 130.25», Sillier 129.50. - M? lrond'orS I0.i>3. Handel und GolkswirtljschastlW MonattzanSweis der österr. Nationalbank p" Juli. Activa Mrtnllschcch il^'^.WO sl , >>' W« zahlbare Wechsel 32,661.67? sl., eNl-ouiptirtc Lffrcleu >>' ^ , 61.351241 ft., bei deu Filiale» 15..336.594 fl.. Darlehen B Haudpfaud iu Wieu 26.609.50«) fl., bei dcu Filiall.ihni's>a.''"' 19,194.900 fl., Slaalsuole», welche der Bcmt grhürm 1,016.4^" Darlehen au deu Slaal filr die Dauer des BaiispriuilcfM «0.000 000 ft,. Hypothekar-Darlehen 6 »,232.016 fl,. bärsennM augelaufte Pfandbriefe der Natioualbaul 9.552.960 sl.. Effcclcn'" Re'servcfoudS. uach demLour«wcrthcv.30. Iuui 1870.15,,349/7^ Effecten drS Peusionssoud«, uach dem Eourswcrche vom 5«'. Iuui 1870, 1.^84.180 fl , Echuloue,schleibu»ge!! der,', privil. galiyschcu Karl Ludwigbahu 2,?'>>>»6!i0 fl,,' Obligat»""' des l. l. Steucraulehcus vom I. 1861, nach den« Courslve^ vom 30. Iuui I«70, 172.480 fl.. Gebäude iu Wicu. Pest "° Trieft, dau» gesammlcr l>'m,(!,i» m^'ml,!', Z,!<>2.446 st,, z»!, men 478,289.82) ft. Passiv a, Baulsoxd 90.000.1 ft., ^anluoleuumlnus 301.389.240 !>' uubchobeiic Capitals Nllctzahluugeu ^37.600 ft., eiuzuloscude««^ anweisuugrn 3/155.830 fl,, Girogulhabeu 79,1X4 ft., uudch«^, Dividende» 577.254fl., Psaudbricfe im Umlauf 58.920,985 ft.. >'"', behobene Pfaudbricfziüseu 140.222 ft.. Ptusiousfoud 1.884.23^' Saldi laufender Ncchuuugeu 3.2^5.516 si., züsamun'U 476 M 289,820 fl. ____________ _____________ Verstorbene. Den 30, Juli. Dem Herrn Iatub Zabulovic, l. l. Vea«"" sein Kiud Ialobiue, alt 1 Jahr und 3 Muuate, iu dcr M° j ziueruorstadt Nr, 73 an («ehaulähmuuq iu ssulsse zufällig el» ^ lener Verlrl^unss und wurde gerichtlich beschaut. ,„ Den 3!. Juli Dem Herrn Nudulf (iudlicher, f. t. Bezw' secretär, sein Sohu Nobert, MealsMler, alt 12 Jahre und ii»< uate, in der jtmlauvDrstadt ?ir, 66 au Oehirulä'hmuusl, "^ Nenluaun, .'Mugling. alt 48 Jahre, im Zivaugsärbeitsh^ ^Itr, 47 an Marasmus. — Elisabeth .Kosameruit, Uahuwächt«" lochter, alt 11 Jahre, im lHUsabethtinderspital iu der Polaw uurstadt ^lir. 6/ au der Bauchfelleutzilnduilss Dem Io^ Merluzzi, ''.uclrrbäcker, seiue Gattin Mosa, alt 35 Jahre, in ^ Kapuziuervurstadt ^lir. 63 an der ^uuqentuberculose, .. Deu 1. August Theresia Wißial,' Arbeiterin, alt 44 M^ in der Sl, Pctersvurstadt Nr. 144 ail der ^uugentubcrculuse ^> Alois Kagerer, Zwaugliuq, alt 30 Jahre, im ZwaugsarbeiH^! !l1ir. 47 au der i,'uugculähmuug. - Dem Iohauu Prterca, S^ macher, sein Kiud Iosesa, alt 1'/, Jahre, in der Itadt Nl ' am Lungenödem. ,,,, Den 2. August. Dem Alois Eberle, Glockeugleßergeh''!z seiu Kiud Augusta, alt 1 Jahr i.nd 7 Tage, iu der Stadt D,'^ au Fraisen, Anton Torobosco, Bettler, alt 13 Jahre, im <^ spital au dcu Folgen zufällig erlittener Verletzung. ^ V ff ' ^33 ' t: !; "" «'"" ?il Nebel ! ^ 5. 2 ,, N, 324.1« -l"19., ^ wiubstill iz.Hälfle bew. a" jll,„ Ab. 324.2,.» ,-j-15..e N'iudslill !f. q, bewöltt ., Viorgennebel. Tagilber wechselnde Vewölluug, Wc'lteN^ aus SO, Nach 10 Uhr Abeuds Wettcrleuchteu m SO. ^ Tagesmittcl der Wärme l 15,6", um 0 2" uuter dem N^- iUclaulnwrllicher »irdUlleu, : >;«.««< v. il l r > u ui a Y l^. Schützrnftcunde! Achtung! ^ d e r Schutzen - Gapell ^ heute Samstass iu der Anfang « Uhr. Eintritt U> lll.^> llllnrlnttlo'l'i^t HUien, 4. August. Dic heutige Börse llberbot die gestrige au Äegsamleit des Verkehr« Ware» gestern Reute, Pfandbriefe und vcrwaudte Effecten mit besonderer A^clf».«»!mlU/!» begehrt, so wcudete sich heute das Hausitaugeumerl cms Actieu. WaO uo» diesru der Sfteculatioussphäre augehorl, stieg beträchtlich, so Auglo bis 187, Credit bis 224, 3''^ l bi« 81. Uuiou bis 170. Äauluereiu biö 162, Earl-i!udwig bis 213. Lombarde» bis 183.75, Tramway bis 150. Aber auch AulastSpapiere au« der Brauche der Vaülcu uud Eiseubahueu ss^F, l fast ausnahmslos einen mituuter bedeutenden Vorspruug. Dahiu gchürcu iu erster Reihe Nationalbaut. Damvffchiff. (^lifabeth-, Pardubil)er, Thciß-Bahu, l'loyd u, A. Prioritälc» warcu lhcils ge>" > theils ofierirt, Devise» wenig verändert, Napoleons zwischen 10 fl. 52 lr. und 10 fl. 44 lr. sHwaulend. Schlußcursc: /^. Allaemeine Staatsschuld. ssilr 100 fi. Geld Waar,' Einheitliche Staatsschuld zu 5 pEt.: in Noten verziusl. Mai-November 53.40 53.60 „ „ „ Februar-August 53,40 53.60 „ Silber „ Jänner-Juli . «2,40 62.60 „ „ „ April-October. 62.40 62.60 Stcueraulehe» rllllzahlbar (i) —.— —.-- tose v,I. 1839 ..... 206.-208.— „ „ 1854 (4''/.,) ,u 250 fl. 77.- - 78.— „ ., 1860 zu 500 si. . . 86.— 86.25 „ „ 1860 zu 100 fl. . . 96 50 97.50 „ „ 1864 ,u 100 si. . 101.— 101.50 StaatslDomäuen-Pfliudbriefe zu 180 ft. ü.W. iu Silber . . 115,— 117.- ». Grunoentlastunsts-Vbligationen. Fur 100 ft. Geld Waare Oühmeu .... zu 5 pCt —.— - .— Galizien .... « b „ 65. 66.— Nieder-Oesierreich. . „ 5 „ -^ —.— Ober-Oesterreich . . „ 5 „ .— Siebenbilrgen ... „ 5 „ 6650 67.50 Stelcrmatl ... ^ 5 ^ ^ . ^ - .— Ungarn .... D <> ^ 71.— 73. Q'. Actien von Bankinstituten. Geld Waare Auglo-üsterr. Banl abgest. . . 190— 191 — Auglo-ungar. Banl .... 71.— 73.— Bllntvcrciu.......>«1.- l62.- Nodcu-Ercditanstlllt .... 230 - 240.— Ereditanstalt f, Handel n. Gew, . 223,5.0 224.-Crcditanstall, allgcm. ungar. . . 6 Franz-Ioleph«t Geld Waare nerlaabar ^i 5 p. Emiss.) —.— ------ Ferdilillnds-Nordb. iu Silb, verz. 100.50 101.— Franz-Iosephs-Bahn .... 88. 88.50 G.Carl.'Xudw.». i. <3. verz.I, <3m. 97.— 100 -Oesten-. Nordweftbal,» .... 93.50 84.- Sicbcnb. Bahu iu Silber verz. . 84.^' .??'^! Staatsb. G. 3°/« ii 5.sX)Fr...!. Lm. 140. - »M Slldb.G.3"/„i.500Frc.....108^^ Si!db.-Bous 6 "/„ (,«?(, 74) ^a" i. 500Frcs ...... 236.^ ^ Uug. Ostbahu......«0. ')0 ' «. Privatlose iper Stltck.) ^./l Eredilanstalt s.Haudrl u. Gew. Geld ^l ,u 100 fl. ü W......144-^ ^j Rudolf-Stiftung zu 10 fl. . . 13,^ ' ^l Wechsel (3Mo») Geld ^ AugSbur« fllr 100 sl sildd. W. 110.^ ^z,b"l Fraulfurl a.M. 100 sl. bttlo 111.5^ ^.^« Hamburg, fiir 100 Mail Ba>:co —-^ ,zg^> l,'oud°u, fttr 10 Psuud Sterling 129.50 '^> Pari«, für »00 Francs ... 51.^ « (ssouvs der Geldsprten ^gl' ! K. Mlillz-Ducalel. . 6 st. 5 l'. 6 si ^ - Napolcousd'ur . . 10 » 47 .. W " g< ' Vcrcinsthaler . . , 1 .. 93 ^ « ß<^ l Gilber . . 129 „ - ., l2!> " ^ Krainische Grundentlastungs - Obligalioltt l^» i vatnotlrmlg: —.-- Geld, ^ 2v" ^>