URN_NBN_SI_doc-LPXSV552
464 Šolska kronika • 3 • 2013 durch einen liebevollen und freundlichen Umgang für sich gewinnen und für sie ein Vorbild sein. Wir versuchten, die unliterarische bzw. reale Figur des Lehrers zwischen 1855 und 1914 in gewissem Umfang mit Hilfe der pädagogischen Zeitschriften, vor allem Lehrerkamerad und in gewissem Maße auch Wanderer, zu veranschaulichen. Der Lehrer war arbeitsam bzw. beruf lich aktiv, wohltätig und gebildet. Da er für seine Arbeit ein niedriges Gehalt bekam, das zum Überleben nicht genügte, lebte er in Armut und verrichtete deshalb etliche Nebentätigkeiten. Die Lage der Lehrerinnen war anders als die ihrer männlichen Kollegen, für sie galten nämlich andere gesetzliche Bestimmungen als für die Lehrer. Außerdem verlief die Ausbildung der Frauen im Laufe der Geschichte anders als die Ausbildung der Männer, was lange Zeit seitens des Staates nicht geregelt war. Im Einklang mit anderen gesetzlichen Bestimmungen (für ihre Arbeit erhielten sie nur 80 Prozent des Lehrergehaltes, sie waren auch verpflichtet, im Zö libat zu leben) war auch ihre Lage. Die Lehrerinnen mussten sich mit der Diskriminierung bei der Beschäftigung auseinandersetzen, was zusätzlich ihre Lage beeinflusste. Die unliterarische Figur der Lehrerin in den analysierten Beiträgen der pädagogischen Zeitschriften weist darauf hin, dass die Lehrerin artig, fleißig, aktiv und dazu noch wohltätig war. Das sie wenig verdiente, lebte sie in schlechten ökonomischen bzw. materiellen Verhältnissen.
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