Ailiacher Mimg. !>tr. Z?9. «länumel»ti°n»ple!».' Im «omptoir «anzj. ft. l l, halbj. fi. k> 50. Nüt dlt Zustellung in« Han» halbj, k<» ss, >»«!! d?r Post «a»,!- ft- lb, hnll'j, 7 fi„. Mittwoch, 4. Dezember. Inl«ltlon«geb2l! Fttf lleiue ^n<«ate bl» »n » »i«i>«n « k., groß«« p«. gelle S l»., b,l «f««ren Wiüderholnnzen pr. Hell« « l». 1»?«. Nichtamtlicher Theil. k Der Fraueuverein in Stein hat dem A'wrsftvcisidmm den Betrag vvn 2!^ fl. als das ^M'nis ^iii^ ^,,, 24. November d. I. veranstalteten . ^dllntnhallnn^ nnd der in den Monaten Sep-zu i m und Oktober d. I. eingeleiteten Saminlnngen ^ festen verwllndeter Krieger zukommen lassen, t. ^udsln dieser Betrag nnter rinein seiner Ve^ Vw?"l1 zugeführt wird, wird fiir diese patriotische ^»de der loärniste Dank ausgesprochen, ^ibach ain .!. Dezember 1.^78. Vom t. k. Landesprüsidium. Das Expuft des Grafen Audrassy. II. ch.»"^'l koinilie ich znr zweiten Frage, nämlich, ^^lnöglich lvar, nnler den gegebenen Verhältnissen H ^iipatwn ausznweichcu, ohlie die vitalen Iutcr-^ u der Monarchie preiszilgebeu? Die gegebene Situa-Tii f^" ö" Friede von San Stcfano. Die Lage der H,," war eine ganz nene geworden. Ein großes iv^Mm bis an das Acgäische Meer war entstanden, „F^ die Türkei voll allen ihren übrigen Aesitznngen, ^, "nr von Bosnien nnd der Herzegowina, sondern ^,>" Albanien, Thessalien nno Epirns trennte.— ^m war vergrößert, Montenegro verdoppelt; die «"^' zwischen beiden nahezn gesperrt; der Besitz ^'s smen für die Pforte militärisch nnhaltbar, ad-^Mntiv »utter dein Einflüsse dieser Neugestaltungen ^liiidrnlwr geworden. Allerdings hätte der Kou-A/di> linkische Herrschaft über Bosnien und die K,/Howina nominell bestehen lassen und, wie es im e»^ n von San Stcfano bedingt war, den Versuch ^> Auwnumic machen können. Wie wäre nbcr ^tr versuch in den zwei Provinzen ausgefallen, ^>l besitzende Klasse ansschließlich ans Muhame. ^ttll besteht, während die Mehrzahl der Einwohner hMrn sind? Elue luuhamedauisch zugespitzte Antone hätten die Cristen nicht geduldet, eine christlich spitzte aber die Muhanledauer nicht. H „Manche glauben nun, es wäre bei einem solchen fluche höchstens ein Nassenkampf entstanden, den hw> "l)ig Hütten gewähren lasseil tonnen, ohne uns >h ^uznniengen, und daß wir uns blos auf die Vcr-U lluug Ulljercr Provillzen hätten beschränken können. H '"ill nicht all das ausführen, was sich gegen eine houn. ^"lltit sagen läßt. Ich beschränke mich über-«lll,,s ^"^nf, zu erwidern, daß diejenigen, dle dies ldj^u, die Konsequenzen einer solchen Gestaltung der zieb, ""f ""scre Nachbarprovinzen in Rechnung zu i^ergessen. ze^"U'sn Seeland Dalmazieu, ist ein schmaler, aus-Ii>„. "tn Erdstreif, einer Pallisade vergleichbar. So >o»>,t ^^' unbewegtes Erdreich als Hiuterhalt diente, '>W s >^ stehen und uns als Schutz dieuen. Die ^t ^ H^nschnft, so lange sie sich behaupten konnte, ^!!,?" H"lt. Tritt aber an ihre Stelle eine nene ^ ll""", die schon in ihrer Entstehnng die Idee ^!w!^l)nuilg nach ethnographischer Stamnwer-?A< ^ in ' sich schließt, so wird die schwache ^fch, "d nnhaltbar, nnd ich darf es heute, da die ^zie « ^'"ber ist, offen fagcn, der Verlust Dal- , ^i,../'^' k'ne Frage der Zeit. Nun habe ich "üN die Ueberzeugung, daß die usterreichlsch-Md? Monarchie keine Quadratiueilc uiehr au ! ? m> ^ ^^nchl verlieren darf, wenn sie den Glau-A «;/,?"" bestaub nicht selbst in Frage ziehen M <^," dies aber im allgemeinen, so g'lt es in ste. ^e „lit Aezllg anf Dalmazien und die See->. u^"!' wenn auch darüber discutiert werden > ^. ""r europäische Äiacht ohne Seelüfte be->. d. s' ^ ^ läßt sich doch darüber uicht dism-^re>> „"ue M^cht, die ciuc solche gehabt ilnd ste lol. "T)H !'' "ufg'hm't hat. eine Macht zu sein. » G,?/"ud i,^„ ,„i,. hi^rgm einwenden, e,ne !5'^n M wäre die Monarchie, die über eine ^"' Ich nm"^'"lilgl, zu hindern im stm'de ge- O "Ulf/-/"'ll dn'ö dnrchanZ nicht ,n Zweifel ziehen, ?5u!n?.?U' Frage stellen: Mit welchen Opfern? v°.^hl d! "'"ö ^l'sitzes hängt nicht immer von dc >'r ^> ^sngbare» Truppeli ab, sondern auch I l»lz ^ifst^e der bttrrff.ndeil Länder. Wir haben ! "l in k>" ^"s'mn in tiirzerer Zeit bewältigt, ^ "er Nrlvoocije. Iederniann weiß, welchen Einfluß Mouteuegro auf einen Theil unserer dalmatinischen Besitzungen ausüben kann; ich zeihe weder den Fürsten noch das Land der Mitschuld an den Ereignissen in den Aocche, es wäre dies eine ungerechtfertigte Anklage. Daß aber der Einfluß Montenegro's auf die Bevölkerung der Nachbarprovinzen durch seine geographische Lage ein dominierender war, wird niemand in Zweifel ziehen. Jeder Militär wird es zugestehen, nnd jeder Laie kann es begreifen, daß, wollte Montenegro nnsere Seeküstc bedrohen, die Vertheidigung derselben aus dem Orunde unverhältnls-mäßige Opfer tosten müßte, weil die Masse der Truppen in diesen Gegenden eher eine Verlegenheit als ein Vortheil ist. Daß unfere Befestigungen dort von gar keinem Werthe waren, kann ich hente, da wir in Bosnien Fuß gefaßt habcu, offeu heraussageu. Eutgegeit dcu Behauptungen derjenigen, die die Re-gieiungspolitik angegriffen haben, hat fowol der Fürst vou Moutcuegro als der Fürst von Serbieu unserer Action gegenüber, wie es auch ihrem Interesse ent-jpricht, eine dnrchaus euirecte nnd loyale Haltung bewahrt. Wir tonnen jedoch die Politik der Monarchie nicht ans die persönlichen Dispositionen der Nachbarfürsten basieren. Andere Fürsteu töuuen anderen Sinnes sein, und es ist gut, weuu ein Nachbar nicht schaden will, aber noch besser, wenn er nicht schaden kann. „Von Bosnien uud der Herzegowina aus ist uuserc Stellung eine ganz veränderte. Vou dort aus tonnen wir Mlt den Nachbarländern in guter Frennd-fchaft leben, ohne Mißguust und Feindfeligteit gegen ihre ualürllchc Entwicklung. Wir haben aber auch die Möglichkeit, etwaigeu Gefahren, die uus vou dort tommeu köllnteu, mit Erfolg entgegenzutreten. Von dort aus dominieren wir. Aber nicht nur unfrre militärischen und politischen, auch unsere kommerziellen Interessen halten uns bei jcdei anderen Löfnng in fortwährende (^gcnsätze mit unferen Nachbarländern gebracht. Ulljere Verkehrswege mil dem Orient wären von Serbien und Montenegro abhängig gewesen; nicht ilnr keine Elfcnbahn, cmch keine 'einfache Ehaussee hatten wir ohue Erlaubnis »licht eines, sondern beider diefer Länder zu stände bringen können. Alles aber, was wir zu stände gebracht hätten, wäre im Momente einer Eollision dem Machtbereiche dieser Länder verfallen gewesen. Ich frage: War das eine Stellung, die eine Großmacht annehmen tonnte? Ich glaube — nein. „Ich will mm auch beleuchte,!, welche Folgen die Nichtanuahme des Mandates vom Gesichtspunkte der europäischen Lage, vom Gesichtspunkte der Oriem-Frage überhaupt uäch sich gezogen hätte. Daß die Pforte in Bosnien und der Herzegowina auch vor der neuen Gestaltung des Orients Ordnnng nnd Autorität aufrecht zu erhalten uufähig war, ist eine Thatsache, die uiemand bezweifeln kaun. Sie hat zur Basis der einstimmigen Beschlüsse des Berliner Kongresses gedient. War nnn die Pforte in Bosnien ohne Autorität uud hätten wir die Herstellung der Ordnung nicht übernommen, was wäre geschehen? Die Pöbel-Herrschaft hat schon vor dem Befchlussc des Kongresses existiert. Sie hätte, wie sie es schon vor unserem Ein» marsche gethan hat, die Pfortenautoritäten verjagt, uud die Fauatitcr hätteu ihren Terrorismus gegen die Besitzenden nnd gegen die Ehristen uugestört ins Werk gesetzt. Montenegro und Serbien hätten den Christen nothgcdrnngen znhilfc eilen müssen. Daß es uns gelungen wäre, unsere Grenzprovinzen von einer Theilnahme zurückzuhaltcu, will ich uicht in Frage ziehen; jedenfalls hätten wir dann aber eiueu Theil der Truppe,!, die jetzt iu Bosnien stehen, dort brauchen müssru. Ich frage: Hätte sich Bulgarien auch uuter sulchcu Verhältnissen die Aeschränknng seiner Ausdehnung gefallen lassen? Hätte mail dann, wenn das Schicksal der Christen in diesen Provinzen kritischer als je geworden wäre, vou der russifcher Regieruug verlangen können daß sie die Balkan-Halbinsel ränme und an den Condilioncn eines Vertrages festhalte, den fönst niemand eingehalten hätte? Doch, wenn ich anch das Gegentheil von allem annehme, was wahrscheinlich, ja sicher geschehen wäre, könnte ich darin noch gar keine Bernhigung sinden. Denn noch im Lause dieses Jahres muhl'e die Pforte an die Ausführung des Berliner Friedens gegenüber Serbien uud Montenegro schreiten. ^ .., „ , Dann alfo — weuu nicht früher — ware der Funke in das Pulverfaß gefalleu, und die Orientfrage wäre in ihrer ganzen Ausdehnung wieder ausgebrochen -nach so vielen blutige», Ereignissen wäre Europa genau dort gewesen, wo vor drei Jahren; aber es wäre nicht mehr die Frage an der Tagesordnung gewesen, ob die Türkei Bosnien, sondern ob sie den Bosporus behalten könne? Wie stand dann die Sache für uns? Wir hätten, nachdem sich alle uns friedlichen Elemente in Bosnien uud der Herzegowina couceulricrt und festgesetzt hätten, ohue ein europäisches Maudat, ohne Wiederherstelln,!«, des europäischen Friedens, vielleicht bei Beginn eines europäischen Krieges — wenn das in unserer Geschichte nicht unbekannte „zu spät" nicht dazwischen gekommen wäre das Land denjenigen entreißen müssen, die sich darin festgesetzt hätten. Ob dies nicht zehnfach mehr Opfer an Blut und Geld getostet hätte — wenn diese Aufgabe überhaupt zu lösen gewesen wäre, — als die Oecupatiou: dies zu beurtheileu, muß ich denen überlassen, die mtt Recht die gebrachten Opfer fchwer sinden. Wen aber hätte die Verantwortung für all dies in erster Linie getroffen? Den Minister Oesterreich-Ungarns, der den Mnth gehabt hätte, das Mandat nicht anzunehmen oder uicht auszuführen. „Null komme ich zur dritteu Frage, nämlich ob, wenn auch der Occupation uicht auszuweichen war, es nicht möglich gewefeu wäre, dieselbe unter politifch günstigeren Modalitäten früher oder später durchzuführen? Meine Antwort hierauf ist emfach folgende: Wir haben ciuen Schritt, der, wenn auch im Interesse Europa's gelegen, doch in erster Linie den Schutz unserer eigenen Interessen bezweckte, auf Grund eiues europäischen Maudates unternommen. Dieses Mandat war ein einstimmiges. Keme Macht, auch nicht diejenige, dereu Gebiet wir occupieren mußten, hat sich diefem Mandat widersetzt. Wenn England, welches dle Erhaltnng der Lebensfähigkeit der Türkei innerhalb ihrer ncnen Grenzen vor allem im Auge hatte, das Maudat beantragte und Rußland nichts dagegen einzuwenden hatte, wenn Deutschland diesen Antrag iu erster Linie unterstützte und Frankreich sih damil einverstanden erklärt hat, wenn Italien die Nothwendigkeit einer solchen Maßregel aus Interesse des europäischen Friedens zugab, uud die Türkei — im Gefühle, daß eine solche Maßregel auch in ihrem wohlverstandenen Interesse liege — sich derselben nicht widersetzt hat: so ist eS klar, daß sich die europäische Einstimmigkeit in keiner Frage so eclatant constatiert hat, als in dieser. Und lch glaube, ohne unbescheiden zu seiu, sage» zu köunen, daß gegen die politische Einleitung des Schrittes wohl kaum eine triftige Einwendung erhoben werden kann. „Es gibt auch Meimmgen, nach denen wir die Occupation früher, und andere, nach denen wir sie später hätten vornehmen sollen. Ich glaube diesen A». schauuugeu gegeuüber, deren Berechtigung durch nichts crwiescu wurde, leicht nachweisen zu köuuen, daß wir die Occupation weder früher noch fpäter, als sie geschehen, vollbringen tonnten. Wir konnten sie nicht früher ausführen, weil sie ohne ein europäisches Mandat uns Complicationcn mit der Türkei, mit den Nachbarländern und möglicherweise europäische Complica-tioueu hätte zuziehe» tö'uueu, — die Occupation aber selbst aus eiucui Acte, der bestimmt war, die Türkei iuuerhalb ihrer ueueu Greuzeu lebensfähig zn machen, gerade das Gegentheil gewordeu wäre, nämlich: das Signal zu ihrer Zerstöruug. Wir tonnten es nicht später, weil der Widerstand von, Anfange au nicht weniger gegen die Pforte als gegen nns gerichtet war, weil der Pforte alle Mittel zur Hcrstelluug der Ordnung fehlten, der Widerstand also durch ihr Einschreiten nicht abgenommen, durch unser Zuwarten aber Zeit gewonnen hätte, zu einem wohlorganisierten Kriege anzuwachsen. „Ist es nach alldem klar, daß wir bestrebt waren, der Nothwendigkeit der Occupation anszuweichen, so lange es möglich war; daß das Mandat vom euro-pälscheu wie vom österreichisch,ungarischcn Standpunkte eine Nothwendigkeit war; daß dasselbe nicht abgelchu« werden konnte, ohne uns viel größeren Opfem ""d Gefahren anszusetzcn; daß die Durchführung deSfelben unter besseren politischeu Constrllalionen und zu einem anderen Zeitpunkte uicht möglich war: so kann die Frage der s i nanzie l l en Opfer, die es gekoste hat nicht aus reiu ökonomischem Standpunkte benrtheilt werden. Ich gestehe, die 3 Punkt ist der schwierigste Ich leugne es nicht, die Regierung hatte gehofst. daß die Lüsten geringer ausfallen werden. Ich lann es nur 2322 tief bedauern, daß diese Hoffnung getäuscht Hal. Meine Collegen und ich haben alles mögliche gethan, um diese Lasten nicht zu groß werden zu lassen. Wenn speziell ich von vielen Organen der öffentlichen Meinung wegen Unzulänglichkeit der ersten Vorbereitung zur Occupation angeklagt worden bin und in dieser Richtung die alleraosmdesteu Erfindungen circuliert haben, so sind sie auf den Umstand zurückzuführen, daß ich alles versuchen wollte, um wo möglich nicht über die von den Delegationen bewilligten Summen Hinanszugehen. Nun, ich habe mich getäuscht. Ich stehe aber nicht an, zu erklären, daß ich auch in dem Falle, als ich die ganze Größe der Opfer im voraus hätte richtig ermesseu können, nichts anderes hätte rathen, nichts anderes thun können, als die Regierung gethan hat. „Ich will unsere finanziellen und militärischen Opfer nicht mit denen Rußlauds vergleichen. Ich frage aber: hat England, haben kleinere Staaten in unserer Nähe, hat Serbien, hat Rumäuien, hat Griechenland weniger Opfer gebracht, um bei der Lösung der Orientfrage mitzuredeu, als wir? Es ist wahr, meine Herren, die Lasten, die uns treffen, betragen das Doppelte von dem, was die Delegationen zum Falle der Entwicklung der Wehrkraft bewilligt haben; aber ich muß bitten, nicht außeracht zu lassen, daß sie nicht die Hälfte der Summe betragen, welche eine einfache Mobilisierung der Armee gekostet hätte. Und ich frage: Wer hätte den Muth gehabt, zu widerspreche», wenn die Regierung zu einer Zeit, wo der ganze Balkan in Krieg entflammte und alle uusere Nachbar^ staateu dabei betheiligt waren, von der damals allgemeinen Unruhe erfaßt und im Gefühle ihrer Verantwortung, die ihr durch einen großen Theil der heimischen Presse nicht eben leicht gemacht war, — die Mobilisierung der Armee verlangt hätte? Ein solches Vorgehen hätte die Negierung momentan von manchen Vorwürfen befreit, aber cs wäre politisch und finanziell vor unserem Gewissen nicht zu verantworten gewesen Es hätte ein solches Vorgehen, wenn es bei der Auf-stellung geblieben wäre, uns finanziell wenigstens das Dreifache getostet, wenn sich aber dieses Vorgehen zu einem Kriege zugespitzt Hütte, uns finanziell jedenfalls völlig ruiniet, volitifch aber im besten Falle zu keinem günstigeren Resultate geführt als das, welches wir auf dem Kongresse erreicht haben, uns die Occupation der beiden Provinzen aber auf keinen Fall ersparen tonnen." Der Abschied des FZM. Baron Philippovich von Serajenw. Anläßlich seines Scheidens vom Schauplatze seines ruhmvollen Wirkens erließ der FZM. Baron Philippovich am 1. d. M. einen Armeebefehl, womit er sich von der bisher von ihm geführten zweiten Aruie.' verabschiedet und das Kommando dem Herzug uon Württemberg übergibt, sowie den Generalen, Stabsund Oberoffizieren, Militärbeamten und Soldaten die vollste Anerkennung zollt. A- dankt für ihre Pflicht« treue lc., Selbstverleugnung, Ruhe, Seelengröße ill der Behandlung und im Auftrete« gegen die verirrte Bevölkerung. Der Armeebefehl sagt weiter, daß die Erinnerung an errungene Erfolge das Soldatengefühl gehoben und veredelt hat, anerkennt dankend, daß auch die bereits früher heimgekehrteu Waffengenossen mit enthusiastischer Liebe vom Vaterlande empfangen worden seien, und wünscht dem vorzüglichen Armeegeiste Krönuug durch neue Erfolge und neue Lorbeeren. Die Umwandlung des Armeekommandos der zweiten Armcc in ein Generalkommando wird nach deren Durchführung publiciert werden. Dem Vernehmen nach hat der Feldzcugmeister vor seiner am 2. d. M. erfolgten Abreise ans Sera-jewo der Stadt noch ein großherziges Geschenk hinten lassen, indem er zur Erbauung einer katholischen Bischofsresidenz die namhafte Summe von 40(10 fl. spendete. Sonntag vormittags verabschiedete sich der Kommandierende von der gesummten Generalität und dem Offizierscorps der Garnison von Serajewo mit schwungvollen Dankesworten für die Leistur.geu ' der Truppen der zweiten Armee und mit der Mahnung, die errungenen Erfolge nicht blos mit Stolz, sondern auch als Ansporn zu weiterer rastloser Friedensthätig-keit behufs Sicherung neuer Erfolge zn betrachten. Herzog Wilhelm von Württemberg erwiderte Philip-povichs Abschiedsworte mit begeisternder Ansprache und nannte Philippouich den Eroberer Bosniens, ec sagte, was Radetzky bei der italienischen Armee gewesen, sei Philippuvich in jüngster Zeit. Philippuvich dankte wiederholt und verabschiedete sich fast uon jedem Offizier einzeln. Am Abende brachten, nach einem Berichte der „Deutsch. Ztg.", die Bürgerschaft Serajewo's aller ConfesNonen sowie die Garnison dem scheidenden Feld-zengmelster c'lne großartige Abschiedsovation. Um sechs Uhr zogen an 10,000 Menschen mit Lampions unter den Klängen des Phlllppuuich-Marsches vor den Residenz-Konak. Eme vierziggliedrige Deputation begab sich in die Appartements Philippuvichs. Weißgekleidete Jungfrauen übergaben ihm einen Lorbeerkranz; der Führer der Deputation hielt eine ergreifende Anfprache. Die Volksmenge unten rief endlose don- nernde „Zivios", welche die Klänge der Volkshymne übertönten. Philippovich, aufs tiefste ergriffen nno bis zu Thränen gerührt, erwiderte müh,'am nach Worten ringend; er dankte der Bevölkerung mit dem Hinweis auf die Allerhöchste Gnade des Kaisers für das Volk Bosniens. Er verabschiedete sich von den Deputationen sowol als von der Vertretung Scrajewo's und Bosniens. Darauf verließ Feldzcugmeistcr Philippovich den Konak und durchschritt dankend die Reihen der Bürgerschaft unter brausenden „Zivius", unter den Klängen der Voltshymne nnd unbeschreiblichem Enthusiasmus der anschwellenden Volksinassen, welche die Stadt begeistert durchzogen, woran Christen uud Muhamedaner, Männer und Frauen, theilnahmen. Eine Stunde später fand sodann, von zahllosen Soldaten aller Grade geleitet, ein großer Zapfenstreich mit drei Musitbaudeu statt, der, begleitet von Hunderten von Lampions- und Transparententrägern, die vor den Konat zogen und ebenfalls unter den Klängen des Philippovich-Marsches und Vortrag der Kaiser-Ouvertüre und „Hoch Oesterreich !" dem Feldzeugmeister ihre Ovationen darbrachten. Philippovich versnchte neuerdings dem versammelten^Offizicrscorps zn danken, konnte aber, von Vivat- und Zivio'Rnfen unterbrochen, nicht zu Worte kommen. Erst als der Zapfenstreich unter den Klängen des Radetzky-Marsches defiliert war, vermochte derselbe einige Dankes- nnd Abschiedsworte an das Offizierscorps zn richten. In unbeschreiblicher Begeisterung erwiderte das Offizierscorps neuerdings dieselben nut Vivats, bis sich Philippovich, tief ergriffen, zurückzog. Der russische uud dänische Militärbevollmächtigte nnd das Konsnlarcorvs hatten sich behufs Abschieds ebenfalls eingefunden. Die Stadt nno das Kastell waren festlich beleuchtet, verschiedene Orte erglänzten in bengalischer Beleuchtung. Die Ovation wurde unter Regen und Schnee dargebracht, dennoch war ganz Serajewo auf deu Beinen. Der „kleine Belagerungszustand" in Berlin. Infolge des auf Grund des Socialistengesetzes verhängten sogenannten „kleinen Belageruugszuslaudes" sind bereits über 50 in Berlin lebenden Mitgliedern der Socialdemokratie durch das Polizeipräsidinm Aus-weisungsordrcs zugefertigt worden. Unter den Ans-gewiesenen befinden sich zunächst die Reichstags-Abgeordneten Fritzsche und Hasselmann; ferner der ehemalige Reichstags-Abgeordnetc Aucr, drei Beamte der Genosfenschaftsdrnckerei: Rackow, Baumaun und Schnabel, der social-demokratische Versammlungsleiter Schriftsetzer Greiffenbcrg, der Agitator Zimmerer Finn, der ehemalige Inhaber des polizeilich geschlossenen Arbeiter - Vlldungslnstituts, Körner, der Uhrmacher Thierstcin, der sich mit Vorliebe mit „Erfindungen" beschäftigte und schon eine Flugmaschine, eine Höllenmaschine u 1a Thomas und eine Verbesserung des Telegrafenapparates erfunden haben will; die Mitglieder der social-demokratischen Wahlcomites, nnter ihnen der Wahlorganisator des Fritzsche'schen Wahlkreises, Zigarrenfabrikant Ecks, der Führer der ehemaligen, noch jüngst im Reichstage zur Sprache gekommenen schlesischen Wcberdeputation, Florian Panl; endlich fast sämmtliche aus social-demokratischen Versammlungen als Redner bekannte Personen, darunter auch die drei Frauen: Hahn, Stägemauu uud Eantius. Die Ausweisungsdekrete sind völlig gleichlautend und metallogruphiert. Das dem ehemaligen Rcichstags-Abgeordneten Auer zugestellte Formular lautet: „Berlin, den 29. November IH7A. Verfügung. Auf Gruud der nach § 28 des Reichsgcsetzcs gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Socialdemokratie vom 2Isten Oktober 187« mit Genehmignng des Bnndesrathes von dem tuni glichen Staatsministerium für den die Stadt Berlin, die Stadtkreise Potsdam nnd Eharlotten-bnrg, sowie die Kreise Teltow, Nieder-Äarnim und Ost-Havelland umfassenden Bezirk unter dem 2^. November 1878 getroffenen Anordnung wird dem Hierselbst wohn-haften Sattler Ignaz Auer, als einer Person, von welcher eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnnug zn besorgen ist, der Anfenthalt innerhalb des ganzen vorerwähnten Bezirkes von der nnter-zeichneten Landes-Polizeibehörde hierdurch versagt. Königliches Polizeipräsidium: v. Madai." Das Behändignngsschreiben ist gleichfalls metal-lografthiert nnd hat folgenden Wortlallt,: „Berlin, den -^). November 1878. Ünler Zustellung der beiliegendeil Verfügung vom heutigen Tage eröffnet das Polizeipräsidium Euer Wohlgeboren, daß mit deren zwangsweiser Durchführung uuuachsichtlich vorgegangen werden wird, sofern Sie nicht innerhalb drei Tagen, voll Behäiidiguug dieser Verfügung an gerechnet, den die Stadt Berlin, die Staatslreise Potsdam uud Charlottenburg, sowie die Kreise Teltow, Nieder-Varnim und Osthavelland nmfassenden Bezirk verlassen haben wer-den. Zugleich werden Sie darauf hiugewiesen, daß Zuwiderhandlungen gegen die erlassene Verfügung wit Geldstrafe b'ls zn Eiutauscud Mark oder mit Haft oder mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft werden. Köuigli'ches Polizeipräsidium: v. Madai." Die den Betreffenden bewilligten Fristeil sind verschieden. Während zum Beispiel Fritzsche uud Rackow vier Tage Zeit haben, um ihre Angelegenheiten Z" ordnen, sind Auer nur drei Tage, anderen zwei ^U uud vielen nur 21 Stuuden bewilligt worden, W Beispiel den Herren Baumann uud Schnabel. ^ Mehrzahl der Allsgewiesellen sind Fami'.ieiwater i '" besitze,! zum Theil selbständige Geschäfte. Wie M'lal"". stehen noch weitere Ausweisungen bevor. Vom englisch-afghanischen Kriegsschauplatze. Die wichtigsten, vom englisch-afghanischen Krieg' schauplatze eintreffenden Nachrichten bezichcn sich "! die kritische Lage, ill welcher das Hauptcorps " gegen Afghanistan gerichteten englischen ^M^um dem Kheiberpasse sich momentan befinden soll. ^ Eorps, das in der Stärke von nahezu 10.500 M"! worunter uicht ganz 800'> englische Soldaten, "' dem Oberbefehl des Generals Browne in MM Vorrücken und, unterstützt von den scheinbar s^'^ ^« ^ lich gesinnten Bergstämmen jener Gegenden, die 6 > Ali-Mnsjid genommen und bis Dalka gclai'gt'^ hatte wol, uneiugedcnk der furchtbaren KatW^ Anfangs 1842, da ein englisches Heer """ "'>'^, gleicher Stärke in demselben' Paß bis auf den up^ Mann aufgerieben wnrde, sich im Rückeil ^!. ^ gesichert, um die Verbindung mit Peschawer M) I^' offen zn erhalten. Denn, nachdem bereits ain ^! ,^.,i einzelne beuurnhigeude Meldungen von verdacy " Bewegungen in dem ominösen Passe eingelaufen^ ^ folgte' die unheimliche Botschaft, daß ein T^'U ,i-Vergstämme, die bisher de». Vorrücken dcr ^>!!,^ der nnr Vorschub geleistet, mit einem male cun' > ^, liche Haltung angenommen und den Paß zwW) ^ von den Engländern besetzten Fort Ali - '^H lpt' sie, obgleich in geringer Entfernung von dc ^ heü colonne, in paralleler Richtung vorrückend, "^ vel> dazwischenliegenden nnübcrsteiglichen Sesid ^ ^inig^' hindert ist, sich mit dieser Hauptcolouuc zn ". jhlc'" Wenn es den Engländern gelingt, den ' iyiB Rücken gesperrten Paß zu forcieren, ?s"stcl 2>^ dies eine heilfame Lehre fein, nur mit an^ > ^ s^ sicht in das gefährliche Hochland cillzuonl'!^ ^^tlN'g für dieses Jahr mit der Befestigung/wd M zu bl" ihrer Stellnngcn in dem Kheilier P"ß 1^ gnügen. HagesneuiBeilen. ^, Hanse in Trieft km» es, wie oic „Tr, ^tg ^ ^ A^ Samstng abends »ach 0 Uhr zn einer"" ^^. ° Der k. t. Lime»schiffZlie»te»a»t K, "äl"l'ly' ^^^ v selbst in Gesellschaft bei eine»: Tische " ',. ^,, < cmem gewisse» L„ ehemaligen l. k, Sch'N- ^^.f de"'^ plausible» Grund insultiert. K. vmcht' ' ^ ^v mit dem Säbel ci»e» Hiel, ülier dr» ^, .^ ^. „ay ih» schwer. L. w»rde. »achdem '""" N)'" ^ ^le'^ Pre»di»i'sche» Apotheke, de» "sw' ^ ^ M ^ »ach dem Spitale trcmspurtiert. N- "", ^ ^ "^ lizcidireetio», »m de» Vorfall ""ä"^!'.,,. gcgc» a»s de» Zcite» sei»er Marmedie'M'l," ^ ^roll heae». „ Oa'e. - (Schloß des Kön.gs "' s,l p Der Küilig vc>» Äaier» läßt Ehiemsee »ach dem Versailler V" '^ " ^ldct '^, Wie der „Südd. Post" a..s ,^1'"^ ^rwärts ^,,. schreitet der Ban abtheil»»gsM,sc HaenDiw'<,,, Umsa»g der Ba»lichkeite» wird uo» 3 "I ,„z ^c'f> sein' ...id dürfte dem der ^l"'^'"^'" rchg^' ,,... me», we»» der Va»pla» "^sta» 'g ^ g,»M f, Als Vanzeit si»d fm'fzeh» Jahre ^ ^^.„. ^ Die, Koste» si»d auf -50 M.llw» n ^^^,,n> - . lZ » mU »tcrga » gc der „ ^ ^^ ,^ ^, Bezüglich des traurig» Zusammc st '^ ^,,sclN ^l melauia" gehe» dic Aussage» seh " dicht" >t Währe»d ei»zel»c Zc.lge» l'chulptc ' ^ ^ d. ^ Herr chtc, sagt ci'i epische. M«tros « .^ dc ^,, mcht »eblig war^ i»dcm er W ^"y'^ ^^,,s ^,, gesehe» habe. A»ch beha»ptct defU"'' ^^n „Pum'ncrauia" hätten sich vor den P«" 2323 b^« «aedräugt. Thatsache ist, daß von 111 Matrosen "2 6 fehlen, während von 109 Passagieren 57 unter- s, ^ (Der Orden des italienischen Mini- ../^lidenten.) Bezüglich der Verleihung der ^ ?" Taftferteitsmcdaillc an den Viinisterpräsidenten lii.^ ""läßlich seines entschlossenen und nmthvollcn ' Ueitcns beim Attentat in Neapel wird folgende «rung veröffentlicht. Herr Cairoli hat für seine ^'Mansche" That in der ihm von dein Könige vcr- Men goldenen Tapferkeitsmedaille die höchste Vc-^ «ung erhalten, die in Italien für „militärisches" ^oiriist ertheilt wird. nnd obschon mit de>n Militär- eit von Savuyen ein Titel nnd eine höhere Pension Tai, ^" '^' ^ ^ngiert er doch hinter der goloencn ^^itsmcdaille, loie das anch schon daraus hcrvor-^. daß man in dem militärischen Jahrbuche Hunderte Ml^ ^"'^ sn^oY'schcn Militärordcn Ausgezeichneten ^"'Während anßcr dem Könige nnd dessen Bruder. ' -Prinzen Alnadeus. nnd dann de,n alten Garibaldi .l ""ch z^^f Besitzer der goldenen Tapferkcitsmeoaille demselben vorkomme,!. Al'"" (Promotion eines Japanese n.) In Mngcn erfolgte unter dem Dekanate des Professors y^l'felo, des bewährten Kenners der arabischen Sprache ^ "teratur, eine Promotion, wie sie anf der Ncor^m ^,3u^ dis dahin noch nicht vorgekommen war. Herr ^ Kita» nus Mazzäi in Japan erlangte dicscrtagc ^ ph'loZuphische Dottorwiirde. nachdem er eine Disser- °"- „Zur Farbenlehre", eingeliefert hatte. H "- (Das grüßte Gasthaus der Welt.) 2 " bu^'l" in San Francisco ist das größte Hotel, i^bauö bedeckt einen Raum von 9481 Qnadrlwuetcr, >>t <>^ Meter breit. 89 Meter lang und 38 Meter hoch. ^/ Stückwerke unter nnd 7 über der Erde. Es nm-üii/^l »tit Glas bedeckte Höfe. in denen sich Gärten viel? ""l ""d Spriiigbrunncn befinden. Außer den ^» '.'Billard-. Eiupfaugs- nn'o Speisezimmern enthält j^ ^l!l)äude 750 Fremden- und 377 Badezimmer. In jih'" Stockwerke befinden sich Löschapparate, nnd zwi-1^ ^ zwei Frostern und von diesen ans erreichbar zö?" Wnss,'rschlanch aus einem an der Wand an-ti,"^u Vursprung. Iu jeden, Zimmer ist aufterdcnl l!tk< ""chtuug wodurch sich eine außergewöhnliche K""g desselben durch Läuten einer Glocke, beim ^" limdgibt. Das Erdgeschoß wird beinahe nnr von ^ eingenommen, die ciucn Eingang vom Hotel ans ! K »9i Kilometer Kupscrdraht für Klingeln durch- ^t>aö Hotel, und die a,.s,icgcudc» Teppiche haben ^esmiimtlängc von 45,0^^ Meter, ly, ^ ( Einc „ cnc Vnrtl) ul um äuöna ch t.) Der /e Courier auS Mcxito hat die Nachricht von rinrm .^hörten Attentat gebracht, dein eine sehr große An-M von Protestanten iu der Ortschaft Atzala (Staat .^la) zum Opfer gefalle» ist. Die Wicdererwählnug ^ Protestanten, des Herrn Triuidad Ccrtcs, zum ?drn von Atzala hatte die Katholileu dieses Ortes b°der Nachbarschaft wüthend gemacht. Eine Gruppe l" 3anatite,ru hatte sich bei Hcrru Soza versanuuclt. i 'rs erschien die bewaffnete Macht nnd führte mele h ^efä„g„is. Nuu ergriffen alle Katholiken d.e Waffeu, z/>l die Gefangenen nnd begannen die, Metzeleien. H als 200 mit Hacken. Dolchen uud Gewehren bc-H"' -Menschen stürzten mit dem Rufe: „Es lebe d,e z>, ^°n! Tod deu Protestauteu!" auf das Stadthatt, hl/" Ältade u.id die Muuicipalräthe warcu dle ersten !d,"' 'hre Leichen wurden in tausend Stücke zerrissen, ^^oer theilten sich setzt in mehrere Banden, "ö ""' die Hä.lser der Protestanten nud ulassakriertcu ^ !""s nicht e,üfliehe.i touute. Der Tempel wurde »>?''^t. die Bibeln uud Eiur'.chtuugsstücke verbrannt ^, """. nachdem diese. Blut- nnd Zcrstöruugswerk zS'"' kehrten die Katholiken rnhig in chrc Wohiumg ^ ^chrere Protestailten wurdeu in die Berge als <^e abgeführt. _____________________^ fokales. Aus dem Gemetnderathe. Laib ach. 3. Dezember. liihs ^sitzender: Büraermeister Laschan; Schrift- G. Mhalic; anwesend ^>l>, '"'^""the. 'ju Venfkatoren des heutlgeu ^ Vwwlolls umnitticrt der Bürgermeister die ^Ns?" ^'"" Gariboldi und Dr. Suppau- ^" ^,"n Einqchen in die Erledigung drrTagesord-l'Ntt ^'N der Bürgermeister das Wort uud be-°'e er .,'""' in der letzten Sitzuug Ausdrücke gefallen, ^ Ü"t,he k ""pmlamentansch ziinickgewicse» habe uud ^"dttw ^"-'"kweise, er ersilche dahcr die Herren Oe-t^W 1)' sich mit Objectiuität, Nuhe uud Mcu-^li^^Uwrtommcuheit au dcu Dcdatteu zu lie- ^Am3" e'ste Geqenstaud der Tagrsurdmma. ist ^hv,,,^ des GR. Neqali auf Verleihuu^ des ^>Nn '"^rechtes au deu t. t. FZM. Josef ^ "ster Reduer z» de.u Autrage ist GR. Dr. ^ ^ " ltrl> egg«r vorgemerkt, welcher sol' geude motivierte Annahme de3 Regali'schen Antrages^ beantragt: „In voller ehrender Anerkennung der hoheu Ver-dieuste Sr. Excellenz des k. k. Feldzeugmeisters Herrn Josef Freiherru v. Philiftpovich als ö'sterreichisch-uugarischeu Heerführers iu der jüugsteu kriegenschcu Actiou der Mouarchie, und besonders der hervorrageudeu Talrute, Thatkraft uud Tapferkeit, Umsicht und Fürsorglichkeit, womit es Sr. Excelleuz gelang, den altbewährteu Nuhm der östcrreichischeu Fa'hucu uuter deu schwierigsten Vcrhältuisseu zu schleuuig erkämpften Erfolgeu zu führcu, — iu patriotischer Erhebung unseres Gefühles, womit wir als Theil des Gesammwaterlaudes iu deu Erfolgeu uusercr Armee die kraftvolle Eiuheit des Staates uach außeu verkörpelt seheu — uud iu solch' gerechtem Stolze des österreichischeu Vewußtseius auf deu Führer uud mit ihm anf die ausgezeichnete Bra-vour uud Aufopferungsfähigkeit sowie die Ausdauer des Heeres — uud daruuter wahrlich nicht iu letzter Reihe auf die kaiserliche» Truvveu aus Main blicken, womit oicselbeu uuter erprobter Leitnug ein ucues Ehrenblalt der au ruhmvolleu Eriuueruugeu reicheu Geschichte des Landes Kraiu eiufügteu. um mit der Ordnung des Gefetzes dem Frieden, mit dem Friede» dem Segen bürgerlichen Schafseus uud Gedeiheus die Wege zu ebueu, - - verleiht der Gemciuderath von Laibach Sr. Exeelkuz dem k. l. FZM. Herru Josef Frciherru von Philippooich das Ehrcubülgeriecht dieser Laudes» Hauptstadt." GN. Regali beantragt, das Ehrcubürgerdiplom iu slovcuischer Sprache auszufertigeu. GR. Dr. Ritter v. Kalteüeggcr ist der An-chauuug, es möge diesbezüglich bei dem bisher üblicheu Vorgauge verblcibru. Bei der Abstilumuug wird der Kalteueggcr'sche Autrag eiustimmig augenommcu, dagcgeu der Autrag Regall's auf Ausfertiguug des Diploms iu sloveuischer Sprache abgelehut. , II. Berichte der Fiuauzsection. lr) GN. Dr. Suppau referiert über das Prä-limiuare der Stadtkasse pro 1^79. Zum Vortrage gelaugt die ordentliche Vedeckuug. Post 1: „Gefalle' 105.5,34 st.", wird ohue Debatte geuehmigt. Zu Pust 2: „Taxeu 2400 fl.", spricht GR. Regal i, welcher seiuer Verwundcruug Ausdruck gibt, daß die Taxeu für die erlangte Zuständigkeit uud die Verleihuug des Aürgervechtes iu das Prälimiuare uoch uicht aufgcuommeu seicu, da doch, so viel ihm betauut sei, zahlreiche Gewerbsleute sich um die Verleihung des Äürgeirechies beworben hätten. Der Ä ii r g e r m e i st e r gibt die Aufklärung dahin, daß, einem unter allen früheren Bürgermeistern ac-üliteu Vorgänge eutfprecheud, auch jetzt solche Gesuche gesammelt uud sooauu gemciusam im Gemeinderathe zum Vortrage gebracht werdeu, was iu Kinze geschehe» dürfte. Bei Post 3: „Beiträge uud VeraMmge» 1700 fl.", rügt GR. Dr. Ahazhizh deu Umstaud, daß dir zu den Schotterfuhrcn verweudeteu ärarifcheu Wageu schlecht verkleidet siud, so daß ganze Klumpcu von Steiueu aus ihueu herausfallen, uud frägt, ob die ärarischen Scholtcrwageu die Pflastermauth bezahlcu? Refereut GR. Dr. Suppau erwidert, der dies-fällige Betrag sei im ganzru pauschaliert. Bei Post 4: „Nealitäteuertrag 4487 fl.". be-mäugelt GR. Regali deu geringcu Ertrag der am Kaiser-Iosefs-Platze befindliche» städtischen 'Verkaufsgewölbe, iusbesoudere jener, welche vou der Witlve Gasperöic qemiethet siud, u»d beautragt, oeu Ma» gistrat zu beauftragen, darauf zu seheu, daß der Zius iu dicseu Lokalitäteu erhöht werde. — Die Rcsolutiou Regali's wird augcnomme». Zu Post 5:'.,Tivoligut 4535 fl.", bemerkt GR. Regali, daß das Erträguis der Wuhuuugeu eiu zu geringes sei, da mau es versäume, dieselbeu zur rcchteu Zeit zu ver»liethe». Redner kritisiert a»ch die u»e»t-geltliche Woh»»»g des Stadtöko»omcu im Schlosse, sowie die angebliche Drvasticruua, des Tivoliwaldes. GR. Laßuik cutgcguet. daß, wcuu man dem städtischen Oekouomeu durch die vom Reduer gewünschte Peusiouieruug die Wohuuug eutziehe, so werde es »othweuditt seiu, im Schlosse Tivoli eiueu Hausmeister zll bestelle», denl mau ciuc freie Wohuuug »lud eineu Gehalt mit l20 fl. werde bezahle» müsse». Daß der Wald ruiniert werde, wie der Vorredner bemerkt, sei allerdings richtig, alleiu es sei gerade jeuer Theil der Bevölkerung, dereu Armuth ^GR. Reqali so oft be-loute, der auf der erlaubten ^uche uach dürrem Holze auch das gesunde »icht schone. We»u mau die arme» Leute durch deu bestellteu Waldhüter aus dem Walde vertreiben wolle, oau» erwidern sie. mau werde sie doch iu dein Walde, welcher der Stadt gehöre, das bischeu .Holz sammelu lasseu. Im nllqemei»eu aber leiden die privatcu Besitzer nächst Tivoli, loie Reduer aus eigener Erfahrung wisfe, uoch weit mehr, deuu »icht allem,' daß ihucu ihre Walda»theile, Obstbämuc u. s. w. ruiniert werdeu, stehle mau ihueu mehr als eiu Zehntel des Ertrages jeder Fr»cht. Die Poste»: 6 ..Erlös für Materials», Requisiten uud soustige Objekte 400 fl."; 7: „Interessen vou Aetibkapitalien 00 fl."; 8: „Militärbequartie-ruua.3eutschadia.uug 702A fl.", uud 9: „Sonstige ver-schiede»e Zuflüssr 1030 fl.", sowie die Summe der ordentliche« Bedeckuug im Betrage per 130.234 fl., werde» hierauf ohue Debatte geuehmigt. (Fortjehung folgt) — (Aus der Gemeinberathssitzung.) Im weiteren Verlaufe der gestrigen Gemeinderathssitzung, mit deren detailliertem Berichte wir an erster Stelle des lokalen Theiles beginnen und welche von 5 bis '/^9 Uhr abends dauerte, wurde uach eingehender Debatte das Prällminarc pro 1879 der Stadttasse erlediget. Ferner wurden der Voranschlag des Bürgersvitalsfondes und der allgemeinen Stiftungsfondc pro 1879 ohne Debatte genehmiget. In der hierauf gefolgten geheimen Sitzung wurde über Gesuche um Darlehen, Gehaltsvorschüsse und Remunerationen entschieden. — (Seinen Wunden erlegen.) Der im Gefechte bei Iajcc am 7. August d. I. verwundete Hauptmann Heinrich Kuprziva des Infanterieregiments Freiherr von Kuhu Nr. 17 ist, wie die „Tagespost" mittheilt, vorgestern im Grazer Lazarethe verschieden und wird heute nachmittags in Graz beerdigt. — (Personalv eränderun gen inderLai -bach er Diözese.) Herr Josef Lanric. Pfarrer in ! Saplana bei Obcrlaibach. wurde in dcu definitiven Ruhr? staud versetzt. — Die Herren Mathias Laurii und Josef Zalotar erhielte» dir kanonische Investitur, ersterer auf die Pfarre Neuoßliz bei Lack, letzterer auf die Pfarre. Elieuthal bei Gottschee, — Versetzt wurde» die Herreu: Ludwig Vodopivec, Expositus in Präwald, als solcher nach Ubelstu. Josef Lautizar. Pfarreoopcrator uud Schul-tntechct in Neumarltl, als Pfarrcooperator nach Pulland bei Lack, und Jakob SuSuik. Pfarrcoopcrator iu Pülland. als Eoopcrator und Schultatcchct nach Neumarttl, —ä. (Zur vorgestrigen Thenteraffairc.) Wie weit die Arroganz einzelner Bühnenkräfte gehen kann, und in welch' tadelnswerther Form sie sich zu äußern vermag, beweist der vorgestrige unliebsame Vorfall im hiesigen Theater, welcher in der an Ausschreitungen aller Art reichen Coulissenchronit kaum je überboten worden sein dürste. — Wegen plötzlicher Erkrankung des Frl. SolveU und des Herrn Waldburgrr mußte am Montag die bereits angekündigte Vorstellung des Schweitzer'schen Lustspieles „Epidemisch" abgesagt werden, und glaubte die Direction in der beliebten und sehr gut einstudierten Operette „Die Prinzessin von Trapezunt" einen passenden Ersatz zu finden. Allein Frl. Ulrich versagte hiezu ihre Uiitwirluug und weigerte sich hartnäckig, ihrer contractlichen Verpflichtung nachzukommen, so daß Herr Direktor Ludwig die sofortige Eutlassuug der genannten Dame verfügte uud in letzter Stunde, ohne weitere Vurbereitnng, die Aufführung der Operette „Schönröschen" einleiten mnhtr. weshalb er vor Beginn der Vorstellung dem erschienenen Pnblitnm dcu ganzen hier geschilderten Sachuerhnlt mit der gleichzeitigen Bitte um Nachsicht vorbrachte. Lebhafter Applaus folgte seinen Worten und versicherte ihn der Sympathie des Publikums. Da erhob sich ganz uiwer-mttthrt in der sogenannten Theatcrloge Herr Becher nnd versuchte es, von diesem ganz ungewöhnlichen Standpunkte aus an das Publikum eiuc Ansprache, vermuthlich eine Rechtfertigung der entlassenen Lolalsängerin, welche zu urrtrctcu er sich berufen fühlte, zu halteu, wurde aber sofort durch cineu wahren Sturm der un« zweideutigsten Mißfallsbezcuguugeu unterbrochen nnd genöthigt, sich nach den ersten Worten zurückzuziehen. Jedenfalls dürfte die Polizeibehörde bereits die erforderlichen Schritte gethan haben, um diese ebrnso taktlose als uugebürliche Präpotenz verdienlermaßeu zu ahudeu; wir können jedoch nicht nmhin. den Vorfall auch an dieser Stelle zur allgemeinen Kenntnis zu bringe» uud ihu mit aller Entschiedenheit zu rügen. — (Valvasor.) Von der Valuasor'schen Chronik gelangte gestern die 40. Liesernng zur Ausgabe. Dieselbe enthält das zweite Heft des siebenten Buches nnd behandelt die Fortschritte der Reformation sowie religiöse Voltsgebränche in Krain. —(i. (Theater.) In nencrer Zeit hat sich eine gewisse Gattung vou Posseu ausgebildet und schablon-nrtig fixiert, welche namentlich von Wiener Dichtern mit mehr oder minder Glück, jedenfalls aber sehr aus» gibig kultiviert wird. Diese Bühnenwerte führen den Titel „Volksstückc" und treffen auch meistrntheils den nachgerade beliebt gewordenen lokalen Voltston; sie sind von moralischer, patriotischer, häufig von liberal-tenden» ziöser Haltung uud bringen humoristische Vollscharattrre erfolgreich zur Auschnnung. leisten überhaupt für ihr eigenthümliches Publikum viel Nützliches und Gutes, allein sie leiden an dem Hauptfehler, daß sie nicht fiir die Gesammtheit, sondern nur für gewisse, minder »r-thrilssähige Klasseu der Bevölkerung geschrieben si»d und diese Meinung offen znr Schau tragen. Derbe, mit den Regeln der Aesthetik im Widerspruch stchcnde. aber möglichst auffallende nud cfsecthnschendc Form. Mangel an innerer charakteristischer ^otimerung der Handlnug. dafür reiche Abwechsln»« der Szenen uno Personen, zahlreiche, wenn auch a«„z ""d gar mcht m die Situation passende boshafte Conplets. em wemg Cancan und Ballett, viel Gruppierung. Tableau und 2324 bengalisches Feuer, und, damit die Kritik einigermaßen beschwichtigt werde, viel Moral im Dialoge bei häufiger Lascivität der Handlung: das ist in kurzen Worten das Rezept zu einem modernen populären Volksstücke, und das letzte seiner Gattung: „Das Weib des Buchbinders", von Anton Langer, weicht hicvon nur in unwesentlichen Punkten ab. Der „Dichter" des „Hans Iürgel" ist nämlich kein Humorist, sondern ein ernsthafter Volksverbesserer, und bestrebt sich, dies auch in seinen Dramen darzuthun, indem er die Wirkung zumeist mit tragischen Mitteln zu erzielen sucht, so daß seine Vulksstücke mit anderen Possen nur die äußere Form gemein haben. Für diese Hintansetzung des komischen Elementes aber weiß er sein Publikum durch den größtmöglichen Aufwand von rührenden Tableaux und demonstrativen Szenen zu entschädigen, und e3 findet trotz dem fehlenden Cancan seine volle Befriedigung. Ilade-ant 8ua t'iNk. Die Aufführung ging recht gerundet vonstatten und rief am Samstag-, noch mehr am Sonntagabende stürmischen Beifall hervor. Besonders ausgezeichnet wurden die wirtlich guteu Leistungen des Frl. Wilhelmi (Frau Körner) und der Herren Direktor Ludwig (Körner), Friedmann (Lorenz) und Ehrlich (Naßwalder), dann aber auch des kleinen Brandt (Poloi), welcher seine Partie mit kaum glaublicher Aravuur zum Ausdrucke brachte und alle Herzen gewann. Der Sturm auf Bihac oder Livno hätte beinahe wiederholt werden müssen, was bei dem schrecklichen Blutvergießen denn doch zu viel verlangt war. Die Ansstattnng ließ nichts zu wün-scheu übrig. Pas Theater war beidemal außerordentlich gut besucht. — (DieHaftpflicht der Post beiWerth-sendungcn.) Vor kurzem ist die Behauptung aufgestellt wurden, daß die volle Declaration dez Werthes einer Postsendung den Absender, respective Empfänger, nicht immer vor Verlust schütze, da z. B. die PostVerwaltung sür keinerlei Schaden anftommc, der durch höhere Gewalt (vitj m^jor). unabwendbare Naturereignisse ic. :c. (Wultenbruch, Ucberschwemmung), den Pustsendun-gen zustößt, wcöwegen der Absender eigentlich gezwungen wäre, jetzt alle Werthpostscndungen doppelt, das hecht auch noch bei einer Transport-Versicherungsgesellschaft gegen letztere Ereignisse zu versichern. Zur Richtigstellung dieser Behauptung, welche geeignet erscheint, bei dem die Postaustalt benutzenden Publikum ungerechtfertigte Besorgnisse zn erregen, bemerkt die „Wiener Zeitung" daß nach den bestehenden Postuurschriften die t. t. Post-anstalt im inländischen Verkehre bei der Fahrpost die Haftung, beziehungsweise Ersatzleistung für die ihr zum Transporte anvertrauteu Werthsendungeu gegen Entrichtung der tarifmäßigen Portugebüreu innerhalb der gesetzlichen Reclamationsfrist in der Ausdehnung übernimmt, daß sie sich verpflichtet, für Verluste, Ab« gange oder Beschädigungcu, welche die Sendungen ill der zwischeu der Aufgabe und Abgabe gelegenen Zeit treffen können, volle Entschädigung nach dem bei der Aufgabe angegebenen Werthe zu leisten, der Verlust ooer Abgang oder die Vescyäoiguug möge durch Verschulden oder Vcrscheu der Bediensteten der Postanstalt oder durch verübte Gewalt oder durch ein zufälliges Ereignis herbeigeführt worden sein. — (Cumpaß.) Das vom Sekretär der österrei-chisch^uilgarischen Bank, Gustav Leonharot, unter dem Titel „Compaß" begründete finanzielle Jahrbuch für Oesterreich-Ungarn (Wien, bei Alfred Holder) betritt mit der vor einigen Wochen erfchienenen Ausgabe pro 187i1 bereits seinen 12. Jahrgang. Die Vurtrefflichteit dieses mit wahrhaft bewulldcruswerth^ill Fleiße zusammengestellten Handbuches, das über alle, was immer für Namen habenden wirthschaftlichcn Individualitäten beider Reichshälften die neuesten und verläßlichsten Auskünfte bietet, ist zu anerkannt, als daß sie noch einer besonderen Hervorhebung bedürfte. Wir beschränken uns daher darauf, indem wir uuter einem das Erfchcincn des neuen Jahrganges anzeigen, auf Grund einer Durch- sicht desselben zu constatieren, daß die Redaction den reichen Inhalt früherer Jahrgänge in dem vorliegenden noch wesentlich vermehrt und das mühevolle Werk hie-durch zu einem das gesummte finanzielle Leben Oesterreich-Ungarns in klarer Uebersichtlichkeit znr Darstellung bringenden Jahrbuche gestaltet hat. Außer den offiziellen Daten uud den im letzten Jahre auf dem Gebiete des Kredit- und Finanzwefens in beiden Neichshälften erfchienenen Gesetzen und Verordnungen gibt der „Com-paß" in Oesterreich über 917, in Ungarn über 679, zusammen daher über 1596 wirthschaftliche Individualitäten genaue Auskunft, womit auch das Anwachsen des Werkes bis zu nahezu 1000 Druckseiten seine Erklärung findet. Neueste Post. (Original.Telegrammeder„2aib.Zeituug.") Wien, 4. Dezember. Die heutige „Wiener Zeitung" veröffentlicht ein kaiserliches Handschreiben an den Ministerpräsidenten Fürsten Aucrsperg, womit der Reichsrath auf den 10. Dezember einberufen wird. Budapest, 3. Dezember. Die Reichsraths-Dele-gation hielt beim Mariueblldget gegenüber den von der ungarischen Delegation meistens hoher bewilligten Titeln ihre niedrigeren Positionen aufrecht. - - Die ungarische Delegation erledigte das gesammte Heeres-budget uud nahm die Beritteiimachung der Hauptlnüc und die Umgestaltung der Weriidl-Oewchre an. Petersburg, 3. Dezember. Vei der Ansprache im Kreml-Palais sprach der Kaiser die Huffmmg auf baldige Unterzeichnung eines endgiltigell Friedens mit der Türkei aus; er dankte für die Ergebmheitsgefühlc anläßlich der traurigen Ercignifse ill Petersburg und an anderen Orten. Der Kaiser verläßt sich auf aller Mitwirkung, um die Jugend auf dem gefährlichen Wege aufzuhalten; nur im geschlichen Wege liegc die Garantie für die künftige Machl Rußlands. Konstantinopel, 3. Dezember. Das Kriegsgericht fällte das Urtheil im Prozesse Suleimans. Dasselbe soll auf fünfzehnjährige Einschließung m eine Festung und auf Degradation lauten. Prag, 2. Dezember. Anläßlich des dreißigsten Jahrestages der kaiserlichen Thronbesteigung fand heute in der hiesigen Oarnisoustirche cine solenne Kirchenparade statt, welcher Se. k. Hoheit Kronprinz Rudolf, die Generalität, der Statthalter und das Offizierscorps beiwohnten. — Wegen dcr vorgestrigen Demonstrationen beim Karlsmonumente wurden siebell Studenten mit achtzchnstündigem Arreste bestraft. Prag, 2. Dezember. (Frdbl.) Anstatt des zurück> getretenen Bürgermeisters Skramlit soll der wiederholt nicht bestätigte Herr Zeithammev wieder zum Bürgermeister gewählt werden. Hndapest, 2. Dezember. Die ungarische Delegation votierte die Budgets des Finanzministeriums und der Marine und bewilligte hiebei die angesprochene Summe für den Bau eines Citadellschiffes. Agram, 2. Dezember. Se. Majestät der Kaiscr spendeten 10,000 fl. für die durch den Anstritt der Save überschwemmten Ölte. Der Landeskomman-dierende Freiherr von Philippovich ist nach Brod abgereist, um das überschwemmte Gebiet zu besichtigen und dle Vertheilung anzuordnen. A gra m, 2. Dezember. (N. fr. Pr.) Fünf mnha-medamsche Mitglieder der bosnischen Deputation sind bereits hier angekommen und erwarten die übrigen. Agram ist der Versammlnilgsort der Deputation. Von hier wird die Reise gemeinschaftlich nach Wien und Pest fortgesetzt. Paris, 2. Dezcmber. (Frdbl.) Es findet gegenwärtig ein diplomatischer Gedankenaustausch zwishcu den einzelnen Höfen über die internationale Verschwörung statt, die gegen das Leben der europäischen Monarchen gerichtet sein soll. Lahore, 2. Dezember. Cavagnari ist nnt M Kanonen zur Züchtigung des Stammes der AM abmarschiert, welcher die Provianlcoloime augeM hatte. Ein Theil des Stammes unterwarf M " Rest wnrde zersprengt. Die Befestigungen aus °l Höhen des Schadibag'i-Passes wurden rasiert uB " selbst starte Wachen postiert, Der Khcibcrpaß lst M Dakka hinans jetzt sichergestellt. Telrgrnslscher Wechselkurs vom 3. Dezember. ,z.yH' Papier-Rente 61'15. - Silber-Rente 62 35. ^ "^, Rente 71-90. — 1860er Staats-Anlehen U270.-Witt^ ^ 78«. -~ Kredit-Actien 229 85. — London 116 30. - ^ 100'-. __ K. k. Münz. Dukaten 5 56. - 20.Franscn^ 930V,. ^ 100 Reichsmarl 5745. Wien. 3. Dezember, 3 Uhr nachmittags, (ffchl"^ ssreditactien 229-20. 1860er Lose 112 80, 18" ^Acs^ trcffermit 2<)<) sl. auf Scric 28? Nr. 93, drr z>^".-,,. „„! mit 2<>,0<)<) fl. au, Scric 1457 Nr. 9, der drittc ^> " . B 15,,() jc 500 fl.: Serie 287 Nr. 44 uud Nr. 60, Scri? H q?^ uud Nr. 85, Scric 57^ ^l l ""> Nr. 100, Scric 521 Nr.3ll, 44 n. Nr. «!2, Scric .'^'^< B Nr. 10, Serie 57« Nr. 95, Scric 1221 Nr. 25 ^ ^! Nr. 98, Serie 1297 Nr. 50, Serie 1457 Nr. 7!», ^Hs Nr. 81, Serie 2098 Nr. 70, Scric 2738 Nr. M ,»,:'''>!' Nr. 53 nnd Nr. 72 nnd endlich Trrie 3436 Nr,4 w'^A — Äuf alle übrigen, ill dcn obcn angcsiihrtcn l'crlo!'^/! ^ Scricn cnlhaltcnen und hier nicht besonders ^crzs'^ O<>" Gcwinnnnlulcrll dcr Prämicnschcinc snllt der gcr>^ voll jc 200 sl. ö. W. ____^"^ Anftetommeue Fre«»^ Am 3, Dszlmbcr. ^ 5"^ Hotel Etadt Wien. Cental sammt (Yemalin. F"2B"i,.l, bannler, Alberth; Wellisch, Kfm., Vcrgcr, Nc'sc'l^^M Licbmaun, Fabritaut, Stuttgart. — v. Nebc>lb»w l^raz. ,. M>, -" Hotel Elefant. Icglii, Auchhalter, Görz. — Nc>l'< ^. — SuctliNc, P.arrer, Oodoliit. , - ^- ^„, «aiser von Oestcricich. Icrouschct, Reservist, eu^, ^ mauu, Oaslhausbcs., Arnoldstciu. - Zdarcl, 6° Mohren. Mouctli, Vahnbcamter, Nabresina. ^^^^^ Theater. .^ i»"'" Hclltc (nngcradcr Tag): Epidculis ch. ^W Acten von Dr. I. V.V. Schwcit.'"'. ^^---^ ------------------------------- -^T^MbB' Meteorologische Beobachtungen '"^<^ I 'Z W ßZ » 5^ :k 7 u. Mg. 729-22 > 1-6 O. schwach .s,i)s B"" 3. 2 „ N. 728 97 ^36 O. schwach ^,M ,F' 9 „ Ab. 728 69 j- 28 O. sch»uach , ^. Och»^ Kcill Sonneilblick. sehr trübe. Nachts g"",,»^. hM Das Tagcsmittel der Wär»le ->- 2 7", um ^ ^^^ male. .^.—-^ ,f>cls^ Verantwortlicher Redacteur: O l tl'ma^^^-^ <)l)!.'^lll)d^u)l. H^lell. 2. Dezember. (1 Uhr.) Die Vörsc war sehr scst gestimmt uud bcwahrlc diese Tcndeuz bl'6 zunl Schluss.!. «elb wnr« Papierrente........61 15 6125 Silbcrrcnte........62 35 62 45 Goldrente.........7185 7195 Los«, 183»........—-- - " . 1854........10675 10725 . I860........112 75 113- » I860 Mnstel) .... 12250 123 - « 1864........139 50 140 50 Ung. Prämien.Unl.....82— 82 25 z,redit°L..........1tj2 75 163 25 ^"dolss-L.........147°. 15 25 Pramicuanl. der Stadt Wien 90 60 90 80 Nonlln^tegulicrutta.s.koje . . 104 75 10490 Domäne».Psnnddriesc . . . 140 50 14150 Ocslerreichischc Schatzscheinc . 97 75 98- Uug. 6perz. Goldrente . . . «^ 70 83 85 Ung. Eiscubahn.Änl.....98^0 98 75 Ung. Schazjbons vom I. 1874 11325 N550 Attlehcn ocr Htaotgcmeinde Wlcn in Ä. V......94 75 35 — Gru«l»entlaftungK'vbligatisnen. Noamen.........^"2 ^5 102 75 Niederösterreich ......^"^ bU 105 > ««ld Wa« Oalizien......... 83 75 84 25 Siebenbürgen....... 73 50 74 Temcser Vanat...... 74 75 75 50 Ungarn.......... 7850 7!)50 «ctien vs» Vaule». Velb Ware Anglo'öslerr. Aant..... 97 75 98 - Kreditanstalt ....... 229- 229 25 Depositenbank....... 160 162 - Kreditanstalt, nngar..... 21150 2l2 — Nationalbar.t....... 787 - 739 - Uniunbanl ........ 67'50 67 75 Vcrtehrsbanl....... 100— 100 50 Wiener Bankverein..... 104 75 105 25 Vctlen von TranKportUnternch mungcn. Geld War« Alföld.Nahn .......11475 11525 Donau.Dan^fschisf..Gesellschaft 430— 492 — Elisabeth.Wcstbahn.....159 25 159 75 Ferdinands-Nordbahn . . 2012-2017 — Iranz.Ioseph'Ällhn .... 12375 12925 Geld war« Galizischc Karl'Ludwig. Vahn 235 50 235 75 Kaschnu-Oderberger Nabn . . 10050 10i) 75 Lembcrg l5zrrnowil)er Bahn . 123 50 124 — Lloyd. Gesellschaft.....578 - 580 - Oesterr. Nordwestbahn . . . 109 50 109 75 Rudolfs'Aahn.......115 50'11ucst^ » 5"/» - - ' . -^ Südbahn. Vons . - ' Devisen. 5^ 560" ^!)b" Auf deutsche Plätze - - - ' ' U^ llÜZ London, lurze S'cht - ' ll"^" 4^ London, lange 2'^ ' ' . "^ Paris ...-''' Geldsorten. ^^ ^ «" 5st'K,- Dukaten . - - - ^' 31 " ,, NapolconSd'or . ^ " ,7 "" , Deutsche Reichs- 5». '^"<>5 banlnotcu. - - ^ ., ^ „ 1^ " Silbergnldcu . - 1"" " ^lilist^ ^ Kraillische Orundc>MsttM^ O«^^ Prwatnoiiccu»^: Mlo ^g. . Uachtra«' Um 1 Nhr 1ü Minuten notieren: Papierrcntc 61 10 bis 61 25 Tilberrente 62 25 Ki5 62 45 («oldrente 71 85 dis 71 95. Kredit ?29 — bis 229 2^ London 116 40 bl» N6 20. Napoleülls 3 31 bis 9 2^,,. Silber 109- bis 10010 ^