Pränumeration» - Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . . 8 fl. 40 fr. Halbjährig . . . 4 „ 20 „ vierteljährig. . 2 „ 10 „ Monatlich . . . — „ 70 „ M i t der Post: Ganzjährig . . . 11 fl. - kr. Halbjährig . . . 5 „ 50 „ vierteljährig. . . ü „ 75 „ 86t Zustellung in« HauS eierteU jährig 25 tr., monatlich 9 kr. einzelne Nummern 6 ft. Lai li ach er Ätbaklion Bahnhofgasie $Zr. isx. Tagblatt. ttnonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. •iptbilion und 3nftratro-finrtnn: Kongreßplay Nr. 81 (Buchbaud lun^ von 3. v.Kleinmayr & F. Bawberq> Snftrlioneprtift: ijiit die einsPaltige Petitzeile 3 ft dei zweimaliger Einschaltung i ;»ft dreimal i 7 fr. ZnfertionSsteniPel jetcim.it so fr. Bei größeren Inseraten und öftere* Einschaltung entsprechender Rabatt. Nr. 233. Mittwoch, 11. Oftober 1871. — Morgen: Maximilian. 4. Jahrgang. Die Prager Vorschläge und die Regierung. An den von dem Prager Landtage der Regierung unterbreiteten Vorschlägen zum Umstürze der Verfassung weitere Kritik zu üben, kann uns nicht beifallen; richten sie sich doch selbst sattsam in ihrer kolossalen Rücksichtslosigkeit gegen die zu Recht bestehende Verfassung. Uns kann cs sich gegenwärtig nur darum handeln, zu ermitteln, wie es die Regierung zu Stande bringe» wird, die geplanten Zustände in Oesterreich zu den herrschenden zn machen. Denn daß die czechischen Fundamentalgesetzc, mit allem was drnm und dran hängt, die neue Landes-wahlordnung sammt dem Nationalitätengesetz das Ergebnis? eines Kompromisses zwischen der Regierung und den Wortführern der Czechen sind, das gilt als ausgemacht. Damit ist aber auch gesagt, daß Graf Hohenwart sich verpflichtet hat, ihnen in Oesterreich Gesetzeskraft zu verschaffen. Wir haben wiederholt anseiuandergesetzt, mit welch' schlauer Berechnung die Zweidrittelmajorität im Reichsrath hiesür vorbereitet worden. Run verlautet auch, daß inan daran geht, dnrch einen tüchtigen Pairöschub — man sagt bis zn vierzig Mitgliedern — im Herrenhanse sich der erforderliche» Majorität zn versichern. Der neue StaatSrechtfinder für Oesterreich, der Hochlory Clam-Martinitz, eröffnet natürlich den Reigen. Daß die Erzbischöfe und Bischöfe ihr Schmolle» nunmehr aufgebcn und vollzählig i» der Pairskammer erscheinen werden, um der Verfassung ihr „de profundis“ zu singe», ist selbstverständlich. Aber ob man die Sache so ganz genau auf „verfassungsmäßigem Boden," wie sie abgekartet, wird durchführen können, daß ist die große Frage. Erstlich kennt der „treu gehorsamste Landtag des Königreichs Böhmen" keine Verfassung, er kennt kein Abgeordnetenhaus, kein Herrenhaus; er kennt nur „landtägliche Deputationen, Kongresse von Delegir-teu und Delegationen" und erklärt sich bereit, in diesen erst nach Umsturz der Verfassung zu schaffen» deu Körperschaften zur czechisch-seudalen Neugesta(-tung des Reiches kräftigst mitzuwirken. Wenn nun die üzechenversammlung in Prag Adresse und „Fun-damentalgesetz" zum Beschlüsse erhoben, die Regierung mit einem zweiten königlichen Reskript geantwortet und ihre Zustimmung zum Versassungsent-wurf der Czechen erklärt hat, wird sie als Gegenleistung die Beschickung dcö Reichsrathes von Seite der Czechen fordern; denn dieser muß ja, um auf verfassungsmäßigem Boden zu bleiben, die czechischen Fundameiitalgesetze als neue Rechtsgrundlage anerkenne». Unter Protest, wie es heißt, unter Rechtsverwahrung werde» sich die Czechen dies einemal dazu herbeilassen, in einem Reichsrathe ad hoc vor dem Schotteuthore zu erscheine», um die gegenwärtige Verfassung zu vernichten. Für alles das ist aufs peinlichste vorgesorgt; drnn, heißt eö in dem der Adresse und dem „Fundamentalgesetz" angehäng-le» „Motivenbericht," wenn man sich einmal über das Ziel verständigt haben wird, dürfte eine Ber-ständiguug über die Wege leicht zu erreichen fein, wie man zu diesem Ziele gelangen soll. Das heißt, man braucht den Czechen nur alle ihre Forderungen zu bewillige», für die Durchführung derselben ist ihnen nicht bange. Der kleine Umstand, daß ein mit Vorbehalt, mit Protest oder bloS mit einer „landtägliche» Deputation" beschickter Reichstag keine gesetzliche Basis mehr hat, also scho» ein vollständiger PersassuugSbruch wäre, macht ihnen natürlich keinen Kummer. Skrupel kennen die böhmischen StaatSschriste» überhaupt nicht; wo immer die Sache nicht ganz glatt am „verfassungsmäßigen" Schnürchen ablaufen könnte, wird ganz unverholen die absolute Machtvollkommenheit der Krone angerufen. So z.B. weil die gegenwärtig in Prag tagende Versammlung keine Verfassung anerkennt, sich also auch nicht als deu rechtmäßigen Landtag des Königreichs Böhme» betrachtet, folglich auch kein neues Wahlgesetz beschließen kann, wird die Krone crngc-rnsen, eines zn oktroyiren. Fcrner, im Falle über das samose Qnotensystem kein Uebereinkomme» zwischen den Delegationen der einzelnen Königreiche und Länder zu Stande kommen sollte, nun dann soll die Krone in absoluter Machtvollkommenheit die von den einzelnen Ländern zu tragenden Quoten so , lange bestimmen, bis ein Uebereinkommen ge troffen ist; das heißt ganz einfach, das wichtigste konstitutionelle Recht der Staatsbürger, das der Steuerbewilliguiig, ist aufgehoben, die absolute Ge-bahrung mit dem Staatshaushalte besteht wieder zu Recht; denn niemand gebe sich der Täuschung hin, daß die 17 Landtagsdelegationen sich je über ein czechisches Qnotensystem einigen werden. So klerikal verdummt ist selbst der Tiroler, der Pole, der Krainer oder Morlake nicht, daß deren Abgeordnete es wagen dürsten, mit den Czechen Abmachungen cinzugeheu, die das Land höher belasten, die jährlichen Zuschüsse aus dem Staatssäckel zum Stocken bringen oder gar die Ordnung des Staats haushalteö neuerdings dem absoluten Belieben überantworten. Eine Durchführung der czechischen Projekte dürste also weit eher, als die verfassungstreue Haltung der Deutschen in Wien, Brunn und Linz einen , Appell an die gewissen „verläßliche» kroatischen und Ieuilleton. » Zur Geschichte des Jesuitenordens. Wir entnehmen folgenden Abschnitt aus einer Flugschrift des rühmlichst bekannten Priesters Julius Pederzani, die vor kurzem im Verlag von Gustav H e ck e n a st in Pest unter dem Titel: „Ans den Fesseln Roms" erschienen ist. Sie wird nicht verfehlen, in katholischen Kreise» Aussehen hervorzu-ruse». Qn warmer, von wahrer Begeisterung getragener Sprache, wie sie nur die innere Ueberzeu-gung. diklirt, thut der Verfasser an der Hand der Geschichte dar, wie sich Rom und mit Rom fast das ganze katholische Pricsterthum vom Geiste des Urchristentums entfernt hat, um an die Stelle der welterlöseuden sittlichen Grundsätze Christi die Verleugnung dessen zu setzen, was Christus gelehrt hat. Nach der Schilderung der ursprünglichen, volkstümlichen^ Kirchenverfassung geht der Verfasser über zur Geschichte der Irrwege, auf welche die Päpste die Kirche geführt, bis endlich aus der Religio» des Geistes die materielle Kirche wurde, die sich heute vor unsere» Augen erhebt. Nur in der Lossagung von einem „ins Gold der Welt gehüllten Papst, der zum Kamps für ein irdisches Königthum ruft," erwartet der Verfasser eine Läuterung der Kirche. Als Probe von der lebendige» Darstellnugsweise des Verfassers, lassen wir hier den Abschnitt folgen, der von den Jesuiten handelt. „Im Kampfe um die Feste Pampellona wurde der Ritter Do» Juigo de Lopez de Recolde, auch Loyola genannt, an beiden Fußen verwundet. Lange, schmerzvolle Tage mußte er im Siechthum durch, leiden. Einst träumte er einen stolzen Traum. Im Minnedienst der Frauen, im wilden Schlachtensturm wollte er süße und herrliche Ehren erringen. Sein Traum ward zerstöret. In de» öden Stunden seines Krankenlagers las JgnatiuS ein Sagenbuch der heiligen Glaubensstreiter. Da durchzog eine Welt von Gedanken seine kranke Seele. Vor seinem geistigen Auge erschien das Bild der herrlichsten der Frauen, der Weltbeherrscherin: Das Bild der Kirche. Ihr wollte er sich weihen, ganz und zum treuen Kampfe. Sie lohnt treue Ritterdienste nicht mit dem welkenden Lorbeer, sondern mit der ewigen Gloriole der Heiligkeit, die sie dem Gotteskrieger ums tobte Haupt windet. Ignatius legte zu Montserrat seinen Degen zu den Füßen der Jungfrau Maria und in der Felsenhöhle von Manrefa begann er das asketische Leben der heil. Büßer aus der Wüste Thebais. Dort feierte feine irre Seele die Orgien der Mystik. Ihm einten sich Peter gäbet und Franziskus aus dem Hause der Lavier, beide fanatisch und thatenlustig. Eines TageS schwuren die drei Ritter, gehüllt in Mönchsgewand, dem Papste zu Rom den Eid des blinden, unbedingten Gehorsams. Sie theil-ten unter sich die Länder der christlichen Welt und warben Genossen. So ward die Gesellschaft Jesu. Die Mönche des Abendlandes bauten ihre Asyle des Gottesfriedens auf einsame Bergeshöhen oder in die tiefe waldumschattete Stille der Thäler. Der Orden Jesu, die Streiter des Papismus, wählten die volkreichen Städte, die Höfe der Könige, die Burgen des Adels zu deu Stätten ihrer geistigen Arbeit. Wenige Jahre und sie füllten die Beichtstühle der Kirchen, wo sie Geheimnisse hoher Frauen erlauschten, sie leiteten als Rathgeber der Könige deren Gewissen — oder saßen in den Kabineten der Staaten* (enter. Paul IV., der die Resormideen seines heiligen Vorgängers verdammte — athmete auf. Und dieses Athmen war ein Ruf nach der Inquisition (1542), czechischen Regimenter," womit uns unlängst das „Vaterland" bedroht hat, nothwendig erscheinen lassen. Wenn man auch von dem „treugehorsamsten czechi-schen Landtag," der ja kein Oesterreich kennt, keine Ahnung von dem lebendigen Staatsrechte dieses Reiches zu haben scheint, nicht erwarten darf, daß er solche Eventualitäten in Rechnung zieht, so können wir uns doch überhaupt keine österreichische Regierung denken, die sich nicht die Tragweite der czechischen Ausgleichsprojekte klar machte. Angesichts dieser tollen Projekte, die zu wiederholten malen de» offenen Berfassnngsbrnch verlangen, was wird der Gras Hohenwart, der in die Hände des Monarchen den Eid auf die Verfassung abgelegt, dem Monarchen empfehlen'? Wird der Graf, der so oft feine „Verfassungstreue" laut nnd vernehmlich aller Welt verkündete, die böhmische Adresse mit der Aufforderung, den Reichsralh zu beschicken, beantworten? Wird er die „landtägliche Deputation," womit die Czechcn aufzuwarten gedenken, zurückweisen, den Landtag anslösen und Renwahlen ausschreiben? Wir erwarten es, denn Graf Hohenwart ist ja verfassungstreu! Wird es die Regierung so ohne weiters hinnehmen, daß die Aufforderung des königlichen Reskriptes, die Verfassung und die berechtigten Ansprüche der anderen Königreiche und Länder zu achten, von der czechischen Adresse und den sic begleitenden Staatsschriften damit beantwortet wird, daß man den Reichsrath sprengt, die Armee-Einheit zerstört, den nackten Föderalismus eingeführt wissen will? Oder ist Graf Hohcmvart noch immer nicht davon überzeugt, daß die königliche Botschaft an den böhmischen Landtag vom 12. September und die feierliche Anerkennung des böhmischen Staatörechtes eine 'ernste Gefahr für das Reich in sich barg und daß die deutschen Abgeordneten Grund hatten, Verwahrung dagegen einzulegeu? Ob die Regierung wirklich verfassungstreu, werden ihre nächsten Schritte zeigen. Die Zeit der Fräsen von „strenger Versassungö-mätzigkeit" ist angesichts der Prager Dokumente für immer dahin; nun heißt cs allen Ernstes Farbe bekennen! _______________________________________ Politische Rundschau. Laibach, II. Oktober. Inland. Rach dem gestern mitgetheilten Te-gramme hat also die Regierung den czechischen Aus--gleichsdokumenten bereits zugestimmt und die „Abendpost" findet darin „zum erstenmale ein diskutirbares Substrat für die Verständigung der staatsrechtlichen Opposition mit dem Reiche und den einzelnen Kii-nigreichen und Ländern." Also diskutirbar findet die ..Abendpost" die czechischen Vorschläge! Ja was wäre nicht diskutirbar? Dann fügt sie mit Seelen BurgoS und Carasfa, die grausamste» der Großinquisitoren, schrieben über ihre Betstühle die Worte: „Keine Toleranz gegen die Ketzer" und die That bewies, wie wahr diese Worte aus ihren Gott fernen Seelen kamen. In wenig Jahren fielen 70.000 Menschen durch des Henkers Hand. Unter Torque-mada wurden 105.000 Personen wegen Ketzerei aiv geklagt, bestraft und 8000 verbrannt. In Andalusien verbrannten die Diener der christlichen Liebe 2000 Juden und 17.000 wurden aufs grausamste bestraft! Im Jahre 1551 zogen die ersten Jesuiten nach Deutschland unter Pater Le Iah. In Ingolstadt, Wien und Köln gründeten sie ihre Kollegien. Ihr erstes Werk war, die Schule zu erobern, denn sie ist die Wiege der Intelligenz. Ein Katechismus, vou P. Canisius verfaßt, wurde das Religionöbnch aller christlichen Schulen. Auch in dieses Heiligthum drang der Geist Roms. Ein Geist, der vom Geiste der Liebe und Wahrheit so unendlich entfernt, wie die Erde dem Himmel ferne liegt, wie die dunklen Schatten der Rächt dem seligen Lichte der Soime. 1562 kamen die Jesuiten nach Frankreich. Sie fanatisirten die Königin Katharina von Medici zu dem Gelöbuiß: „Keine Religion als die katholische Religion in Frankreich zu dulden." Die Mordnacht ruhe hinzu: „Die Form der Verständigung kann naturgemäß nur eine konstitutionelle, die verfassungsmäßige sein." Wir beneiden das Amtsblatt um seine ruhige Stimmung, doch können wir es uns nicht verhehlen, daß es einen wahren Köhlerglauben vor-anssetzen heißt, wenn sie hente noch von berechtigten Forderungen deS Königreiches Böhmen spricht, denen vom Standpunkte der Verfassung Rechnung getragen werden müsse. Wenn diese Forderungen an Kaiser nnd Reich noch berechtigt sind, wenn diese dem kim. Reskripte entsprechen, was kann dann noch unbillig und ungerecht befunden werden? Das andere ministerielle Organ, das sich durch seine krasse Unkcimtniß österreichischer Zustände aus-zeichnet, hat auch schon den Rauten gefunden für Neuösterreich. Es erklärt unumwnnden, es sei von Prag her eine nene Verfassung für den „Bundesstaat" Oesterreich entworfen worden, uitd durch denselben sei der Ausgleich mit Ungarn angeblich in voller Rechtskraft geblieben; dieser Bundesstaat werde kein Defizit mehr haben, weil er dasselbe auf die Einzelländer qnotisirt (ein in 18 Landtagen anfgetheilteö Defizit ist ihm also kein Defizit mehr!) und dergleichen hirnverbranntes Zeug mehr, so daß man bei der Lektüre der ministeriellen Organe wirklich schon glaubt, man befinde sich in einem Tollhauö. Allerdings wird Oesterreich bald kein Defizit mehr haben, aber nicht weil dasselbe quo-tifirt wird, sondern weil Oesterreich selbst aufhören müßte zu bestehen, wenn es den böhmischen Groß-nmchtschiuindlern auf Gnade und Ungnade auögc-licfert wird. Nicht so ruhig und sicher ist daS itcuaiigefaufte Organ der Regierungspartei „Der Wanderer." Er schreibt: „Die Vorlagen, welche im böhmischen Landtage zur Berathung kommen, haben hier, wie leicht zu erklären, eine sehr schlechte Aufnahme gefunden. Selbst jene Kreise, die nicht sofort prinzipiell das Ganze verurtheilen, können sich dein Gedanken nicht verschließen, daß hier eine Grenze überschritten worden, die ein Einlenken nothwendig macht, soll eben die Anögleichs-Jdec überhaupt nicht illusorisch werden. In Prag scheint matt die Dinge sehr sanguinisch aufzufaffen und hält die Aufregung, welche die Veröffentlichung 6er Fundamental-Artikel bei den Deutschen hcmorgmifcit, für eine vorübergehende. Man bedenkt eben nicht, daß die Wirkung dieser Artikel darauf berechnet ist, Verhältnisse, die Jahrhunderte gefestigt, plötzlich umzustürzen." Sollten die Proteh tovcn des „Wanderer" einfeheit, daß ihr ferneres Zusammengehen mit den Ezechen unmöglich sei? Von besonderem Interesse ist es, die Stimme des „Volksfreund" über die gegenwärtige Situation zu hören. Seinen katholischen Standpunkt wahrend, vor dem St. Bartholomäusfeste war die blutige Frucht dieser Jesniten-Saat. Der Geist, der die weltumspannende Maschine des Jesuitismus belebt, ist der des blinden Gehorsams. Da« Geheimnisvolle, jenes mystische Dunkel, in das eine romantische Welt sie hüllte, der Sagenkreis von nngeinefsenen Reichthümern, von nacht-schwarzen Verbrechen und dämonischer Gewalt — schufen den Jesniten-Orden zu einem Schreckbild, das die große abergläubige Menge mit Schauder erfüllt. Der Ordeu der Jesuiten birgt in seinem Schooße gewöhnliche Menschen, nicht_ besser oder-schlechter denn andere Sterbliche. Einige, die leitenden Geister, begabt uitd vielgebildet, die meisten unwissend und beschränkt, daher leicht lenkbar. Was den Orden bedeutend macht und einst weltbeherrschend schuf: ist die außerordentliche Disziplin, der Geist des einen starken Willens, der den ganzen Körper belebt nnd vorzüglich leitet; ist das wunderbare Talent der Administration, jedes Mitglied, bedeutend oder unbedeutend, in den Kreis, in jene Sphäre zu stellen, den es ansfüllen kann, in die das individuelle Sein und Können sich vollkommen einrahmen läßt. (Schluß folgt.) sagt das Organ Rauscher's: „Wir erblicke» keine Möglichkeit, den nun bergabrollenden StaatSwagen zum Siehen zu bringen. Die föderalistische Politik, die so feierlich inangurirt wurde, wird ihren Lauf durchführen. Wir haben kaum einen Rath mehr, nur den Wunsch, daß der Staatswagen auch diese Probe bestehen und, wenn schon mit gebrochenen Rädern und zerrissenem Geschirr, doch ohne völligen Zusammenbruch uuten anlange, wo dann die ehrlichen Freunde der Monarchie die Arbeit des Hin-anffchiebens wieder beginnen mögen. Glücklich jeder, der die Verantwortung für die Dinge, die nun kommen dürfte», nicht zu tragen hat. Wir haben die katholisch konservative Partei nicht umsonst gewarnt. Wir setzen einen Preis darauf, in den lang-athmigen Prager Aktenstücken den Satz z» finden, der von streng monarchischem und katholischem Geiste diktirt wäre. Ist eö etwa der, wo die dem monarchischen Prinzip durchaus widersprechende Minister-Verantwortlichkeit als böhmischer Fundaiueittal-Ar-tikel akzeptirt wird? Bon kirchlichen Angelegenheiten ist einfach gar nicht die Rede. Gesprochen wird von Wiederherstellung des Friedens, der erschütterten Autorität und dynastischen Trene. Wer hat denn aber zumeist de« Frieden gestört und die Autorität und Treue erschüttert, als eben jene nationalen Agitatoren, die heute den „Ausgleich" beratheu?" Man kann sagen, daß Jedermann, der ein sachliche«, geistiges nnd materielles Interesse in Oesterreich zu wahren hat, entsetzt sich abwendet von den Dingen, welche nun über diesen Staat her» einbrechen; daher es auch gar nicht unerwartet kommt, daß die Gerüchte von dem Rücktritt der Minister der Finanzen nnd der Justiz wieder mit aller Bestimmtheit sich geltend machen. Wo gäbe es auch einen Finanzminister, der es über sich brächte, daß unter seiner Aegide die Axt an den österreichischen Staatskredit gelegt werde, um ihn vollends zu stürzen, wo einen Justizminister, der zur Vernichtung jeglichen Rechtszustandes die Hand böte! Hatten sich doch schon beide, Freiherr v. Holzgethan und Dr. Habietinek, seit längerer Zeit von dem reifenden Auögleichsplane ferngehalten, ja wurden sogar aus Angst, sie könnten mit ihren beschränkten Einwürfen vom Standpunkte armseliger Ressortminister störend in das große Werk eingreifeu, beiseite geschoben. — Es ist Thatfache, daß in den letzten entscheidenden Wochen der ganze Ministerrath nur aus Hohenwart und Schaeffle, Schaeffle und Hohenwart bestand. Jirekek wurde nach Prag geschickt, Scholl war auf Inspektion, Habietinek in Gmunden, GrocholSki in Galizien. In der Generaldebatte über den Adreßentwurf am 9. d.M. im Prager Landtag sprach Rieger und sagte unter anderem: „Wenn jemand Böhmen wieder in die Rfthett der Provinzen drängen sollte, wäre kein E;eL)e geneigt, Gut und Blut für Oesterreich zu opfern; der Patriotismus des EzechenvolkeS wäre begraben. Die Anerkennung der durch den Dualismus bedingten Lasten sei wohl die schmerzlichste Entsagung des EzechenvolkeS; die Zukunft jedoch werde hoffentlich manches ändern." Bei Besprechung über das Erforderniß der Anzahl von Dreiviertel der Abgeordneten bei einer VerfafsungS-Aendernng ruft der Redner: „Das kleine Para- grafensteinchen soll uns auf dem großen Wege nicht auf halten." Rieger erklärte leidenschaftlich : „An jene Deutsche, welche alles Ezechische schmähen, richte ich kein Wort." (Zustimmungsgejohle auf der Galerie.) Der Oberstlandinarschall drohte mit der Räumung der Galerie. Ausland. In Dresden erfolgte, wie wir gestern gemeldet, die erste großartige öffentliche Kundgebung aus dem deutschen Reiche zu Gunsten der Deutsch-Oesterreichcr. Eine Versammlung der vereinigten Liberalen faßte unter Vorsitz des Advokaten Siegel folgende Resolution, welche vou Badewitz vorgetragen, von Dähit und Krause befürwortet wurde: „Angesichts des in Oesterreich Ungarn vom Ministerium Hohenwart unternommenen Versuches, die verfassungsmäßig und kulturgeschichtlich von dem Deutfchthum eingenommene Stellung zu verletzen, und eingedenk des regen Mitgefühls, welches noch jüngst Dentsch-Oesterrcichs Bevölkerung für des deutschen Reiches Ehre und Macht bekundet hat, erklärt die am 7. Oktober zu Dresden tagende Bevölkerung deutscher Männer, daß sie dem von den deutsch-österreichische» Brüdern eingeleiteten Widerstande die gleiche innige Theilnahme widme; sic erklärt ferner, daß es Pflicht der Deutschen im Reiche ist, durch ähnliche Theilnahmsbezeigungen zu beweisen, wie ihnen die Bedeutung der alten deutschen Ostmark auch nach ihrer politisch nothwendig gewordenen Trennung vom deutschen Reichskörper unvergessen geblieben." Aus dem neuen deutsche» Reichslande Elsaß-Lothringen wird berichtet: Obgleich »ach der französischen Gesetzgebung die Ernennung der Maires und Adjunkten ausschließlich in der Hand der Regierung liegt, die jedoch bei der Auswahl an die Mitglieder des Gemeinderathes gebunden ist, hat die deutsch: Berwaltung doch geduldet, daß in den größeren Orten die neugewählten Gemeinderäthe zu-lammeugetreten sind und die Gemeinde-Beamten aus ihrer Mitte gewählt habe». Während dieser Modus manchen lokalnnknndigen Beamten aus der Verle geuheii hilft, hat er gleichzeitig die gute Wirkung, daß die Elsässer bereits ein Stück guter Gemeinde-freiheit in seinen Segnungen kennen lernen. Es ist daher auch natürlich, daß sich die Stimmung im Elsaß bessert. So schreibt man ans Zabern: Am beste» etfeimt man die herrschende Stimmung aus dem Umstande, daß acht dort thätig gewesene Advokaten u»d A»wälte sich bereit erklärt haben, Len Eid auf die deutsche Bersassnng leisten und i» ihrer frühere» Stellung verbleiben zu wollen. Während in Böhmen und Mähren die Schule» slavisirt werde», wurde am 2. d. in Konstant!-uopel der Grundstein zu einer großartigen deutschen Schule gelegt. Nicht bloö für Deutsche; die Türke» sehen die Nothwendigkcit ein, mit der deutschen Kultur sich bekannt zn machen. Zur Tagesgeschichte. — Studenten - Demonstration in Wi cDie Inauguration des Rector magnificus, die nr.t 9. b. Abends in der Aula der Wiener Uni-i'erfiiäl unter dem üblichen Zeremoniel stattsand, gab der zahlreich anwesenden Studentenschaft Anlaß zu einer bisher beispiellose» politischen Demonstration. Schon das Erscheinen des Unterrichtsministers Dr. JircM rief lebhafte Zeichen des Mißfallens hervor. Das ganz unzweideutige Zischen brachte den Minister in sichtliche Verlegenheit. Als darauf der bisherige Rektor, Dr. tlieol. Seback, seinen Bericht über die Erlebnisse und Bewegungen des abgelaufenen Studienjahres erstattete und bei Besprechung der Veränderungen im Lehrkörper der Universität auch anführte, daß die Professoren Habietinek und Schaessle Minister wurden, da brach der Sturm los. Nicht enden wollende Pereats ertönten. Auf den anwesenden Reichskanzler Grafen Beust wurden stürmische Hofrufe ausgebracht, dazwischen rief es in den verschiedensten Tonarten: „Pereat Ji-recef!" Der Sturm legte sich nicht früher, bis Minister Iirecek unter Borantritt des Pedells, der ihm mit seinem Stabe eine Gasse machte, den Saal verließ. Graf Beust, der in der erste» Bestürzung Miene machte,_ den Saal zu verlassen, wurde durch erneuerte Hochrufe und „Bravo Beust!" zum Bleiben veranlaßt. Auch der Statthalter Baron Weber blieb. Nun erst konnte Dr. Seback wieder zn Worte kommen und feinen Bericht beenden. Die erregte Stimmung blieb aber für den Abend die vorherrschende und machte sich bei der folgenden Einführungsrede des Dr. Josef Kopp, der a!g Dekan deö juridischen Doktoren-Kollegiums nach altern Brauche eine Skizze von dem i'eben und Wirken des neugewählten Rektors Anton Hye Frei-herrn v. Glmiek gab, ebenso wie bei der Antrittsrede des neuen Rektors in demonstrativer Weise gellend. Die Feier währte volle drei Stunden. Am Schlüsse derselben brachte die Studentenschaft Hofrufe auf Beust, Dr. Joses Kopp und den neugewählten Rektor, PereatS auf — Karsten aus. — Zur Stimmung in Wien. Die feit lange gereizte Stimmung in Wien über die Politik des Miuifteriams ist seit Sonntag Morgens, als die Abmachungen desselben mit den Czechen bekannt wurden, geradezu eine erbitterte geworden. In allen öffentlichen Lokalen bildeten die Ezechischen Forderungen das Gespräch, und überall konnte man von Personen der verschiedensten Stände verurtheilende Arnßernngen hören, die sich eben nicht wiedergeben lassen, so scharf und vernichtend lauten dieselben. In der Strauchgasse war Mittags ei» so gewaltiger Andrang von Menschen, daß die Sicherheitsbehörde, um die Passage zu erhalten, einschreiten mußte. Wie wir hören, haben die Vertreter mehrerer großer englischer und deutscher Häuser, welche im Begriffe stauden, bedeutende Liese-rungSgeschafte mit Wiener Firmen abzuschließen, sich telegrafisch an ihre Häuser gewendet und angesichts der drohenden politischen Lage vor jedem übereilten Abschluß gewarnt. — Weltausstellung 1873. Die Ausstellungsgegenstände werden in' folgende 26 Gruppen vertheilt: Bergbau und Hüttenwesen, Land- und Forst-wirthschast, chemische Industrie, Nahrungs- und Genußmittel als Produkte der Industrie, Textil- und Bekleidungs-Industrie, Leder- und Kautschuk-Industrie, Metall-Industrie, Holz-Industrie, Stein-, Thon- und Glas-Judustrie, Kurzwaaren-Jndustrie, Papier-Jn-dustrie, grafische Künste und gewerbliches Zeichnen, Maschinenwesen und Transportmittel, wissenschaftliche Instrumente, musikalische Instrumente, Heereswesen, Marinewesen, Bau- und Zivil-Jngenieurwescn, das bürgerliche Wohnhaus, seine innere Einrichtung und Ausschmückuug, das Bauernhaus mit seinen Geräthen und Einrichtungen, die nationale Hausindustrie, Darstellung der Wirksamkeit der Kunstgewerbe-Museen, die kirchliche Kunst, Objekte der Kunst und Kunstge-werbe früherer Zeiten, ausgestellt von Kunstliebhabern und Sammlern (Exposition des Amateurs,) die bildende Kunst der Gegenwart, Erziehungs-, Unter-richte- und Bildnngswesen. Lokal- und Provluzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. Zur Finanzlage der Stadt Laibach. Es ist eine allgemein bekannte Thatsache, daß die Ansprüche, welche heutezutage in größeren Städten in Bezug auf Unterstützungsanstalten, Kommunikationen, Pflasterung, Kanalisirung, Sanitätspflege, Verschönerung und noch in vielen ändern Richtungen gestellt werden, so gesteigerte sind, daß es nirgends möglich ist, denselben aus den gewöhnlichen Einnahrns-quellen auch nur annähernd zu genügen. Um solchen berechtigten Anforderungen, wie sie in Folge des geistigen und materiellen Aufschwunges unserer Zeit an das Gemeinwesen eines bedeutenden Ortes gemacht werden, Rechnung zu tragen, war man daher überall bemüßigt, zu außerordentlichen finanziellen Maßregeln seine Zuflucht zu nehmen, und es war naturgemäß meist ein Anlehen in irgend einer Form, womit man sich, wie z. B. in Wien, Graz Innsbruck und anderwärts die Mittel zur Bestreitung jener unvorherge-sehnen und kostspieligen Ausgaben zu verschaffen suchte. In einer ähnlichen Lage, wie die eben geschilderte, befindet sich auch unsere Landeshauptstadt. Obwohl deren Finanzen im Entgegenhalte zu jenen der meisten ändern Städte, deren Bewohner schon längst unter horrenden städtischen Zuschlägen aller Art seufzen, noch sehr günstige genannt werden können, so ist dieses Moment doch nur für die gewöhnlichen laufenden Ausgaben, und auch nur bann, wenn diese in ihrer gegenwärtigen Höhe bleiben, von Bedeutung. Dafür ließe sich allenfalls ein Austangen finden, allein für die zahlreichen außerordentlichen Leistungen, wie sie namentlich zu UnterrichiSzwecken an unsere Kommune mit unabweisbarer Dringlichkeit herüortreteu, muß auch bei uns und zwar in möglichst kurzer Zeit, durch eine entsprechende Geldbeschaffung anberwärttg Sorge getragen werden. Der Gemeinderath hat daher über diesen Gegen« stand schon vor längerer Zeit eingehende Berathungen gepflogen, und da bekanntermaßen eine Finanzoperation über 10.000 fl. K. M. eines Landesgesetzes bedarf, schließlich iu_der Sitzung vom 11. Juli l. I. übet Antrag Dr. Snppans, als Referenten feiner Finanzsektion, einstimmig den Beschluß gefaßt, sich an den hohen krainischen Landtag mit der Bitte zu wenden: Ein Landesgesetz zu (reimt, welches die Stadtgemeinde Laibach ermächtigt, ein Lotterieanlehen bis zum Betrage von 1 Million Gulden nach dem Nennwerthe der An» theilfcheine aufzunehmen und die hiezu nöthigen Schritte einzuleiten. Da dieses Ansuchen der Stadtgemeiude schon morgen im Landtage in Verhandlung kommen soll, so dürsten eben jetzt einige Bemerkungen über die Finanzlage unserer Landeshauptstadt, über die großen und kostspieligen Aufgaben, welche die Gemeinde theils sofort, theils in naher Zukunft zn lösen hat, sowie über die Art und Weise, wie die Kosten hiezu durch da« projektirte Lotterieanlehen aufgebracht werden sollen, die in dem früher erwähnten Referate in ausführlicher Weise beleuchtet und begründet waren, von allgemeinstem Interesse sein. Berücksichtiget man die Einnahmen, welche der Stadtkasse zu Gebote stehen und die Auslagen, welche daraus bestritten werden müssen, nämlich nur jene Auslagen, welche sich konstant bleiben und Jahr für Jahr wiederholen und welche durchaus keine Herab-ininderung gestatten, sondern nur eine sukzessive Steigerung voraus sehen lassen, so zeigt sich daraus unwiderleglich, daß die Stadtvertretung mit dem geringen verbleibenden Überschüsse den vielfältigen an sie herantretenden Anforderungen nicht einmal im bescheidensten Maße und selbst dann nicht zu genügen vermöge, wenn einmal die gegenwärtig bestehenden, sehr bedeutenden und aus den Jahren 1866, 1867 und 1868 sich herschreibenden Passivrückstände an Spitals-verpflegskosten gedeckt sein werden, welche sich aus zirka 15.000 fl. beziffern. Es betragen nämlich die gefammteu Einnahmen an Gefällen, Taxen, Beiträgen und Vergütungen, Realitäteiierträgniffe» rc. 105.978 fl., bei denen durchaus cittc neiinenswerthe Erhöhung nicht zu erwarten steht, sondern rücksichtlich deren man vollkommen zufrieden sein muß, wenn nicht, insbesondere wegen der sehr möglichen Abnahme des VerzehrnngSstener-Aver-sums, eine Verminderung um zirka 10.000 ff. Eintritt, die man mit Grund besorgen muß. Die Gesammtsumme der konstanten Auslagen für Stenern, Stiftungen, Schulen, Besoldungen, Pensionen, Funklionszulagen, Kanzleierfordernisse, Sanitätskosten, Spitalsverpstegskosten, Baureparaturen und Konser-valionen, Straßenreiniguuz, Stadtbeleuchtung, Einquartierung, Armenfond, Zinsen rc., in denen schlechterdings eine Herabminderung unmöglich ist, ergeben sich aber mit 99.044 fl. und in deren Entgegenhalt zu dem unter günstigen Verhältnissen anzuhoffenden, aber durchaus nicht gesicherten, früher ermähnten Einkommen zeigt sich der geringe Ueberfchuß per 6934 ff., welcher der Kommune jedoch erst nach Deckung aller Passivrückstände für Neubauten erübrigen würde. Es ist demnach klar, daß mit einem fo geringe» Überschüsse nicht einmal die kleineren, allerdringend-ften Neubuten, wie sich deren alljährlich als nothwendig Herausstellen, z. B. Ncupslafternngen der Straßen, Anlage eines neuen Kanals oder Trottoirs u. dgl. bestritten werden können. Wäre die Kommune daher auch in der glücklichen Lage, bereits alle Passivrückstände getilgt zu haben, fo würde es noch immer der äußersten Sparsamkeit bedürfen, um nur derlei kleinere Bauten mit ihrem jetzigen Einkommen und vorausgesetzt, daß dieses keine Verminderung erfahre, ausführen zu können, nie aber vermag sie damit jenen Ansprüchen zu genügen, welche gegenwärtig an eine Landeshauptstadt gestellt werden und nie wäre sie in der Lage, damit auch nur die Kosten für jenes eine Schulhaus aufjubringen, zu dessen Baue sie gegenwärtig genöthiget ist. Daß hier eine Vorsorge getroffen werden muß, ist daher wohl klar, desgleichen, daß hier mit einem bloS für die nächste Zukunft berechneten AuökunftS» mittel nichts geholfen sei, sondern daß eine gründliche Abhilfe dringend noth thue. Schon aus diesem Grunde wiirde die Einführung einer Umlage auf die direkten Steuern nicht genügen ; denn wollte man auch eine solche mit 15 Perzent einführen, die gewiß bei der gegenwärtigen Höhe der Steuern schon äußerst drückend empfunden würde, so könnte man damit erst nach Verlauf von 2 Jahren die Kosten für das erste Schulgebäude decken und während dieser Zeit müßte zweifelsohne auch schon an den Bau eines zweiten gedacht werden und außerdem wären noch fo manche andere dringende Bauten zu führen, bie nicht an die Reihe kommen könnten, weil es selbst bei einet derartigen Umlage an den Mitteln hiezu fehlen würde. Uebrigens scheint cs gcrathen zu sein, eine derartige neue Abgabe oder einen Zuschlag zu den direkten Steuern sich für den Fall zu referviren, wenn das jetzige Einkommen der Stadt aus den obangeführten Gründen irgend eine beträchtlichere Herabminderung erfahren und die Herbeischaffung neuer Mittel zur Dek-kung des gewöhnlichen Aufwandes nöthig machen sollte. (Fortsetzung folgt.) — (Höchster Besuch in Adelsberg.) Der Kaiser Dom Pedro von Brasilien traf am 9. d. Abends mit dem Schnellzuge in AvelSberg ein. Am Bahnhofe, der mit bengalischen Flammen beleuchtet war, harrte eittc große Menschenmenge des erlauchten Gastes, und Musik ertönte, als der Zug in die Station rinfuhr. Se. Majestät besichtigte die in Folge Bemühungen des k. brasilianischen Konsuls in Triest Herrn Morpurgo mit elektrischem Lichte beleuchtete Grotte. — (Betrug durch falsches Gold.) Vor tintgen Tagen schlich sich ein routiuirler Strolch in daS Hau» des als, wohlhabend bekannten Bauers Josef Osredker in Cerniverch unter dem Vorwande ein, daß er von einem im Haufe versteckten Geldschatze gehört habe. Er bat um die Erlaubnis} zur Aufsuchung dieses Schatzes. Die Bitte wurde gewährt und der unbekannte schlaue Gauner, fand richtig ein Säckel-chen vor, worin 57 Stück Goldmünzen enthalten waren. Der Strolch hatte nun nichts eiligeres zu thun, als den aufgefundenen Schatz dem Hausherrn Osredker zum Kaufe anzubieten. Letzterer ging in die Falle und löste die 57 Münzstücke um 400 fl. ö. W. in Banknoten ein, die vermeintlichen Goldstücke entpuppten sich später aber wieder als gewöhnliche Messing-Spielmarken. Der Betrüger hatte sich nach glücklich anSgesührlcm Streiche rechtzeitig aus dem Staube gemacht. — (Diebstahl.) Der LokomotivfÜhrerswitwe Theresia Gorez in der Polana Nr. 9 wurden Klei- • der und Effekten gestohlen. — (Aus dem Amtsblatte der „Laib. Z t g.") Zur Sicherftellung der Verfrachtung von Mili-tär-Äerarialgütern, im ganzen Umfange der Monarchie, wird seitens des Reichskriegsministeriums eine Offertverhandlnng aus den 30. d. M. ausgeschrieben. — Kundmachung wegen Verkaufes einer Schnupftabak-sorte in einzelnen Bezirken Krains. •— Ein Studieu-fondsstipendinm von 252 fl. ist an Hörer der medizinisch-chirurgischen Facultät in Graz für das Studienjahr 1871/72 zu vergeben. Bewerbungen bis 15. November. — An der neuen Volksschule in Hötic, Bezirk Littai, ist die Lehrerstelle zu vergebe». Gesuche bis 15. d. M. an den Bez.-Schulrath. — Der pen-sionirte OberlandeSgerichtSrath B r o l i ch ist in die Advokatenliste eingetragen und nimmt feinen Wohnsitz in Laibach. — (Betrug im Spiele.) Johann Skieber aus Niedermösel wurde wegen verbotenen und betrügerischen Glückspieles (vulgo „Mariandel") beanständet und zur Strasarntshandlung angezeigt. — (Irrsinnige entwichen.) Eine sichere Maria Rogaö aus Sagrac bei Seisenberg, 50 Jahre alt, sollte dieser Tage zur Heilung in das hiesige Kran> kenhaus abgegeben werden; dieselbe entwich aber ihrem mit der Uebergabe betrauten Bruder unv konnte noch nicht wieder aufgefunden werden. Witterung. Laibach, 11. Oktober. MorgcnS tviibc, später gelockerte Wolkendecke. Südostwind mäßig. Empfindlich kalt. Wärme: Morgens 6 Uhr f 3.7“, yiacbm. z Utjt + 9.8" C. (1870 + 9.1"; 18159 -j- 12.5"). Barometer im raschen fallen 741.13 Milli meter. Das gestrige Tagesnnttel der Wärme + 7.6“, nm 4.5" unter dem Normale. Der gestrige Niederschlag 160 Millimeter. Angckommene Fremde. Am 10. Oktober. Elelimt. Fröhlich, Pfarrer, Laschitz. — Tantscher, Private, Littai. — Paolic, Pfarrer, Ratschach. — Damiani, Palmannova. — Deutsch n»d Brosch, itnustellte, Waras> diu. — Nobler, Littai. — Giorgnli, Triest. — Koroßag, Fiume. — Praschniker, Bauunternehmer, Miinkendors. — Lewitschnig, k. k. Bezirksvorsteher, Lacf. Stailt U ieu. Pogacnig und Aukemius, Oberkrain. Steuer, Kaufm., Gottscliee. — Fabiani, Kauf m., Wien. — Totzaiier, k. k. Oberlieutenant, und Baron Scholley, Prevoje. — Betschare, itanfm., Wien. — Komovc, Ingenieur, St. Peter. ISnlevlaeliev Hoi". Sniderschitsch, Wien. -- Ma chaler, k. k. Steuereinnehmer, Wildon. - Veeb, Lloyd Beamte, und Menzel, Triest JVlolirvi*. GentiUe, Haudelsm., St. Daniele. ----- Engel, Professor, Slemene. New Bork, 10. Oktober. Die Stadt Chicago brennt seit gestern. Bis Mitternacht waren zwei Drittel de: Stadt abgebrannt. Wiener Börse vom 10. Oktober. Staatsfonds. »efb Blote | dto. dto. öft.in Silb. n».40 68 60 'oje Bon 1864 . . . aa.tb 89.7Ö ‘oje von 1860, ganze »7 so »8 — ■iofe t)o:l 1860, Füllst, no 60 111. • litämienf*. B. 1864 . 134.76 lä». - Ornndentl.-OM. Steiermark )U 5 pit tarnten, Ärain u. Küstenland 6 1 ®eI6 I «Bitte iperc.Rente^üft.Pav. 57.75 57 85 Oest. Hyp»th.-Ba»r. —I »5 5» Friorlt&ts-Ofcllg. ©ilbb.-@e|. p600Fr. 10S 75 HO.— dto. Bon« e pCt. —— 237____________ Nsrdb. (100 fl. EM.) 104 76 105.S6 3#.50 131.— 8tUbOlf6b.(300st.Ö.8ß.) 8H.S0 89.40 Franz-gos. 8.80 fl. ö. $6com»te«@e|. 935.-i».i8. iliiglo-ostert. Bank . >49.60; *49 äo Oeft. Bobencreb.-A. . S64 — Oeft Hypoth.-Bauk . -Steier. E»comPt.-Bk. 240 — Franko - Austria . . 118.40 >18 60 »eil. Ferb.-ittordb. . tc9)l ZI 10 Sübbahn-Gcselllch. |1P8 20 »oif. Elisabeth.y:i!) »5 23».76 Karl-Lubwig-Babn ; 860.751168. Siebenb. Eisenbahn . 172.S5'172 75 EtaalSbahn. . . . 3S2.6u,383. 71 50,172 - -Asöld-Fium. Bahn . I81.76>182 26 Pfandbriefe. Ration. ö.SB. »erlöst. 89.10 89.25 Ing. Bob.-Crebitanft. —88 60 iMg.öst.Bob.-Etedir. bto. in 33 u. rack». . CSrebit 100 fl. ö. w. .,182.25,162.7» Don. DamPfsL.-Bes.! *u 100 fl. CM. . .j — I 98 — Irieftet 100 fl. CM. .1120 50j 111 60 bto. 50 fl. ö.IB. 59.—! BO.— Ofener . 40 fl. ö.W. 32.—1 33— Salm . „ 40 Palff» . „ 40 &laxt) . „ 40 6t. @enoie„ 40 Mndilchgrätz 20 Waldflein . 20 «eglevich . 10 41 75 42 6» 27.—1 89.— 16.-; 38.— 29.60! 30.— 23.— 86.— 19.50 81.— 14.—i IB.— RudolsSstift. lOö.ro: Id.- 15.50 Wechsel (3Mon.) «ugSb.lOOfl.sübb.w. ffranlf. 100 fl. , „ London 10 Pf. (Steel. Paris 100 Franc« . Münzen. Kais. Münz-Dncaten. 20-FrancSstüik ms.- , 105.5018etein«t$alet 86 - 86.6(>|gi!bet . . 100 25 101. -100.80 101.— ll».S'>jll0.40 45.70 46 83 5 71 5 73 9.4a ! 9.481 .! 1.78sj 1 79 .118 251118.76 Berstvrbcnc. D e n P. Oktober. Dem Franz Anbei, Schneider, sein Kind Amalia, alt ü Monate, iit der Gradischavorstadt i)ir. 32 an der Gehirnlähmung. D c u 10. Oktober. Der Frau Maria Keller, k. k. SöcamtcuSiöitivv, ihr Kind Henriette, ait 4 Monate, in der Stadt ytv. 187 an Fraijen. Gedenktafel über die am l 3. Oktober 18 71 stattfindcndkn Lizitationen. 2. Feilb., Zorn'sche Real., Razor, BG. Oberlaibach. — 2. Feilb., «Suigtj’lche Real., Beznlak, BG. Planina. — Ü. Feilb., Poväe'jche Real., ad HaaSberg, BG. Planina. — 2. Feilb., Eetidiit’fche Real., ail HaaSberg, BG. Planina. — o. Feilb., Gaju'jche Real., JurSii, BG Feistriz. — 2. Feilb., Kobelic'jche Real., Tauzblichel, BG. Tscheruembl. - 2. Feilb., Millavc'sche Real., Zirknitz, BlÄ. Planina. — 1. Feilb., MiLka'sche Real., t'iiegg, BG. Senojelsch. — 2. Feilb., Klemenc'sche Real., Jakobovic, BG. Planina. — 1. Feilb, Hitti'sche Real., Zala, BG. Laas. — 1. Feilb , Tvmazii'jche Real., Slapp, BG. Wippach. — 1. Feilb., Grahek'sche Real., Vokme, BG. Tscheruembl. Theater. Heute: £cv Psurrcr von Mrchfcld. Bolkssliick mit Gesang in 4 Sitten. Morgen: Tk» Frelschütz. Oper in 4 Akten. Telegramme. Prag, 10. Oktober. Der Landtag nahm in zweiter Lesung den diationalitätengesctzentwurf und die Wahlordnung an. Auch die Adresse stimmt Beilagen wurde in der dritten Lesung bei Namens-abstimmung einstimmig angenommen. liemUcrfl, 10. Oktober. Der Landtag nahm in zweiter und dritter Lesung die Schnlausschuß-anträge, die Polonisirung des deutschen Gymnasiums in Lemberg und Brody, die Rnthenisirung des aka-dcmischen Gymnasiums in Lemberg an. Paris, 10. Oktober. Die Generalrathswahlen sind, so weit bekannt, im allgemeinen konservativliberal ausgefallen. Telegrafischer Wechselkurs vom II. Oktober, bperz. Rente österr. Papier 57.40. — 5perz. Rente bflerr. Silber 68.—. — 1860er Staatsanlehen 97.— — Bankaktien 764. — Kreditaktien 287.--. — London 118.75. - Silber 117 50. - K. k. Münz-Dukaten 5 65. — Na-poleonsd'or 9.42'/,. Künstliche Zähne und ganze Gebisse werden^ ohne die vorhandenen Wurzeln zu entfernen, schmerzlos eingesetzt, hohle Zahne dauernd plombirt und alle Zahnopera-tionen mit und ohne Narkose vorgenommen in dem zahnärztlichen Etablissement des Zahnarzt (436 -9) A. Paichel. Cfbiimtioncit von 9 bis 5 Uhr im Cetinovich'schen Hause, Tternallee Nr. 37, 1. Stock. Anscntlialt noch '.»Wochen. für 2 Pferde ist sogleich zu vergeben. (474) ' Anfrage am Hauptplatz Nr. 10 beim Hausmeister. EiN (472-1) Schreiber, routiiiirt und verläßlich, findet in der Notariats-Kanzlei zu Littai sogleich Ausnahme. ri 4 J liierll in von liier (hl- hat blos feine Wohnung geändert und ist sorwährend Herrngasse Nr. 213 im Dr. Pongratz'schen Hause ersten Stock, gegenüber der Burg, zu treffen, wo er in allen Mund- und Zahnkrankheiteit ordinirt, zahnärztliche Operationen mit größter Schonung vollzieht, Kunstzähne und Gebisse ans dem besten Material nach den bewährtesten Methode« anfertigt und zweckentsprechend schmerzlos einsetzt. Die illustrirte Welt reu zwanzigsten Jahrgang. Aufs prächtig I. Ilacklfiiitlcr’st „Ein Schloss in den „In den Red Rivcr-Sürnpfen“ von Fried r. g s t e illustrirt, bringt derselbe unter vielem ändern die neueste Ardennen;“ ferner „Eine grosse Dame,“ Novelle von GevHtäelter. — Sttililstich-tiratls-PWlmic: „Die schönen beginnt soeben ihren Erzählung F. U, VH 11 I»« « «II S . Tage von Aranjuez.“ . r, Preis per Quartal nur 15 Sgr. oder 54 kr. rh. 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