„/niheit, Wßhlftttb, Vildn» str Alle." «r I»S Krettag »S. «»tober t8«S. Jahrgang Sonntag, Miitwoch und Areitog. Preise — für Marburg: ganzjährig 6 fl., holbjiihrig Äfi., viertelmhria Ist. 50 kr', für üustelluna m. Hau. monMch Ivtr. ganMhrig 8fl halbjährig 4fl vierteliäh.ig 2 fl." ^^'cin M!l'gespalt«.e''sarm'°nd,eile wir^^ bei einmalige! ___mit 10, be, zweimaliger mit Ib, bei dreiMüger mit 20 kr. berechnet, wozu für iede.malige Einschaltung SV kr. Inseraten-Stempelgebühr kommen. Zllr ^jeschichte iie>; TnUs. In der letzten Sitznnst. welche der B erfassung sau» schuß de» Abgeordneten Haus es gehaltrn, um über das Ausnahmegesetz ju verl»andeln. übrrraicdte Schindler die Mit^li der mit dem Borschlastt. sogltich ein Urthcil über die Belfaffung»mäßi„kcit der jn Frigtn Herrn von Iugu»d aus gekannt und ihm in mancherlei GeslhästSbesorgnns^en gedient habe, auf ihn übergegangen. Bi» zu Aufong diese» IahrcS hätte Niemand gelvußt. daß Doktor Bona noch irgend tvelche Berivandlschaft habe, die sei plötzUch ivie vom Himtnel heral»gesallen erschienen Päpstlicher Geschälte tvillen sei nämlich der Doktor »n Bologna auf die Dauer von ein paar Monaten geivesen und al» er nach Rom zurückgekehrt, habe er eine schöne junge Richte mit deren Dnenna mitgebracht. Da» sei denn die reizende Signora. in die der sreigebige Hcrr sich so sterblich ver-liebt habe. Doktor Bona halte ile von allein Umgänge mit Fremden entserul, sie führe ein Leben «vie im Kloster, nur daß sie nicht von engen Mauern umschlossen sei, wie in einem solchen. Uebrigen» sühle diese junge reizende Signora sehr tief die Last der Einsamkeit, zu der sie ver-dämmt sei. denn lvenn er. Pietro. hinauskäme, eilte sie ihm jederzeit, sobald sie ihn reden höre, entgegen und plaudere mit ihm. „Ich schwör » dem gnädigen Herrn zu. daß ich manchmal mich schwer geärgert habe, gerade nnr ein so blutarmer Teufel zu sein, wie ich bin." versicherte Pietro; „denn ttiäre ich nicht ein so großer Lump von Geburt, tvahrlich. diese süße schöne Signora jagte ich meinem sehr ehrwürdigen Herrn ab." „Ihr Mlint doch nicht. Pietro. daß der Doktor Absichten auf seine schöne Richte habe?" sragte der Gras. Pietro lachte herzlich und sagte: „Ach da» nicht, so meine ich» nicht... Gott soll mich behüten, daß ich dein sehr ehrwürdigen Herrn derlei zutraue... nein, nein» da» ist unmöglich und er denkt auch an so etivas Mit keiner Silbe. Der ist in seine großen Folianten in Schwein»haut und in seine Aktenstöße zu sehr verliebt, al» daß er an irgend eine Liebelei Mit einem Frauenzimmer, und wäre e» noch zehnmal reizender al» seine schöne Nichte, denken möchte. Uebrigen» ist der sehr ehrwürdige Herr nahe an die Siebenzig und ich wollte meinen, da hörte die Flatterhastigkeit aus. wenn er jetnals in seinem Leben davon besessen gewesen wäre, waS übrigen» wohl zu keiner Zeit der Fall gewesen sein mag." „Ich verstand Euch falsch, guter Freund." erklärte der Traf. . . . „ich wußte ja nicht, daß der Doklor ein so alter Mann sei. Aber wa-rnm sperrt er denn seine schöne Richte so sehr von aller Berührung mit der Wtlt ab? Wenn Jemand Anspruch auf die Freuden de» Leben» hat, so ist sie ohne gweisel durch ihre wunderbare Schönheit vollkommen dazu berechtigt. Er behandelt sie toch nicht unfreundlich?" „Ei, wa» denkt der gnädige Herr von dem Doklor l der ist die Her. zen»güte selber." vertheidigte Pietro;.....nein. nein, von Unfreundlich. keit ist da gar keine Rede, im Gegentheil. »ver ihn mit ihr sprechen sieht, sollte dettken, er sei eine viel t efer stehende Person und sie sehr vornehm. Uebrigen» kann der Teufel nicht klug anS der Berlvandtschaft zwischen ihm und ihr werden Sie redet unsere italienische Sprache sehr schlecht, und ist sie mit ihrer Duenna nlleiu oder sagt ihr diese etwas, so geschieht da» stet» in fremder Mundart, die ich in tneinem Leben noch nicht ge» hört habe. Auch der sehr ehrwürdige Herr redet mit >hr meist in anderer Sprache. Woher sie ist und dergleichen, dation ijt noch nie die Rede ge-ivesen Nun. man muß zniricden sein, daß sie da ist. Ich srage auch nicht darnach auS guten Gründen. Einmal that ich e» gegen den Doktor, aber ich kam schlecht an. ^Wa» kümmert Dich meine Nichte?" fragte er. ... „der Esel hat kein Recht zu fragen, ivoher die Sonne kommt!" Der Graf zog auS einer seiner Ttischrn eine grünseidene Börse, durch deren Maschen Goldstücke blinkten. „Pietro l" sagte er vertraulich, ... „mau lernt sich oft in einer Viertelstunde besser kennen, al» da» zuweilen ln Iahren erst der Fall ist. Ich glaube in Dir einen klugen Kopf ge- In den Kreisen der italienischen Regierung ist man über die Haltung der spanischen Armee nicht wenig verstimmt und die halb.imtlichen Schreiber' silvrcn einen überaus luftigen Eiertanz auf. da ste nun einmal tommandilt sind, den Fall der Vourbonen als ver-dient zu bezrichuen. die Treulosigkeit der Armee jedoch aus'S härteste zu verdammen. Die Leute fürchten die Wirkung dcS bösen Beispiel» und müssen »vlsstu. daß auch bei il)nen zu Luude in dieser Richtung etlvaS sau! ist. Waren e» doch nicht wenig Offiziere, die stch neulich an der begeisterten Kundgebung zu Gunsten Spaniens in einem Theater Bo-lognaS bttheilin»en. Mau brachte nämlich quf die „Rrpubllt in Spa. nien" wiederholt ein stürmisches Hoch auS. waS die Regierung ivalir. scheiniich auf die Bermuthung führte, daß zum wenigsten dtiS gedachte Theaterpublikum in Bol0t,na die Monarchie nicht für die alleinselig' machende Regierungsform halte. Der Kölnischen Ztg. wird auS Paris geschrielien: „Für welche Krontandidatur dcr Kaise» sich jetzt inlercssirt. weiß nian nicht genau; nur ist eS sicher, daß er der deS Prinzen Napoleon ein höchst trockenes „Nein" entgegenstellte. Gegen die Republik hat sich der Kaiser ebenfalls ganz bestimmt erklkrt ; als man dieses Wort vor ihm ausgesprochen, soll er stch mit tvahrem Abscheu aligeivandt haben. Was Montpensier anbelangt. so erregt derselbe beim Kaiser ungefähr die nämlichen Gefühle." Die K. 3. druckt diese Meldungen, ohne eine Bemerkung dazu zu machen, ab. Daß dem Kaiser Napoleon eln orleanistischer Tdron in Madrid ebenso verhaßt ist. wie die Republik, ha» er hinlänglich in Frankreich selbst gezeitU DaS beweist aber ebensowenig gegen die eine oder die andere Lösung, als daS bonapartistische Kalserrcich die beste aller Re-publiken ist. Den guten Rath, welchen die deutschen Republikaner in Zürich d e n Spaniern ertheilt. daS stehende Heer durch eine Bolkswehr zu ersetzen, gibt nun auch die „L'berte" — und die Spanier thät.die aufsteigenden Höhen, theilS der gesünderen Lust »vegen. theilS der schöiteren llmgebungen der hier in frischerem Glänze sich zeigenden Natur. Das Landl'aus deS päpstlichen Notars Doktor Bona, an und sür sich ein sehr kleines Besitzthum, das «»lenig Aiispruch auf Schönheit machen kostttte. lag ohngefttlzr starke drei Stunden von Rom entfernt und schickte sich vortrefflich zu einem Versteck sür Leute, für welche nur Ein» samkeit und Abgezogenheit von der großen Welt einen Reiz hat. Getviß stellte die ganze Sache in Abrede, der Papst verfügte eine Untersuchung, die denn freilich sehr ungeistliche Dinge ans Licht brachte. Daraus hob dtr Papst sofort daß Kloster aus. entband die Nonnen von ihrem Ge-lübde und schickte sie M ihren Familirn zurück. (Aus der Petersburger Tesellschast.) Uebk? die PlteiSbulger Wahrsagerinnen bringt die St. Petersburger Ztitung eine Mittheilung, der wir rntlehnen, daß sich in Pklersburg ungefähr tausend Frauenzimmer mit Bertündnng der Zukunft beschäftig,«,, von denen viele stch ein sehr bequemes Leben durch ibre Kunst zu verschaffen ver« stehen. Es erschrinen brj ihnen sehr oft Frauen aus din höheren und höchsten Eesellschastskreisen; nicht selten auch tverten sie in schönen Wagen abgeholt. Allerdings verbergen viele unter ihrer Wahrsagerei auch noch andere, verwerfliche Beschäftigungen. Es ivirst diese Mltthci-lung ein eigenthümliches Licht auf die sittlichen Zustände der russischen Hauptstadt, wenn ungefähr auf je fünfhundert vohner eine Wahrsagerin gerechnet »Verden kann. (Mosko »vitische Schlauheit.) Die russische Regierung hat gute Einfalle. Um der noch immer mehr überhand nehmenden Trunksucht zu steuern, erließ der Polizeiminister den Befehl, aus allen Kneipen Tifche. Ltühle und Bänke zu entfernen, in der Hoffnung, dadurch weide das Urbcl verringert. Fehlgeschosstn. Als ob man nicht stehend trinken könnte, dachten die pfiffigen Leute und so gab der Herr Ober-polizeimttster fein nach und jept dürfen die „Männer drS Nordens'' ruhig wieder stpend ihrer Lieblingsbefchäfligung nachgehen. Darauf hat der Minister des Innern an die Gouverneure ein Ruuds.hreiben erlasse», in welchem er die Frage stellt, welche Mittel wohl die geeignetsten, um dem Trinken Halt zu gebieten. Wir wissen keines, lautete die Antwort. Ein Wort thäte es. aber die Moskowiten kennen dnSselbe nicht; eS heißt: Volksbildung. (Lehrermange l.) In d»r Provinz Preußen macht ein solcher Lehrermangel stch geltend, daß nun beschlossen worden, geprüfte Lehrerinnen anzustellen. Eine Erhöhung der kärglichen Besoldung wäre wohl eher am Platze. (Boranschlag der Staatseinnahmen Ungarns für das Jahr 16S9.) Reinertrag der unmittelbaren Steuern ö3.S78.V0V ft, der Berzehrungssteuer l1.1üö.000 fl. der Geftlle 18 7V8,2l)0 fl.. der Orbühren 10.574.800 fl.. vom SlaatSeigenthum I.Ä0b.k00 fl, der eigenen Einnahmen der Ministerien de^ Innern, des Handels und des Unterrichts 112.000 fl. — zusammen S7.700 000 fl. (Auerspergs Entlassung.) Uel»er die Gründe, rvelch? den Fürsten Auersperg zur Niederlegung seines Miulsterpräsidiulns veran-laßten. finden »vir im „Nürnberger Anz«ig»r" eitie neue Aufklärung; der« selbe erzählt; Der Fürst soll bei seiner Rückkehr vom Prager Landtag dem Kaiser einen ausführlichen Bericht über die Zustände Böiimens erstattet und am Schluffe desselben bemerkt haben, daß. insolange man Nicht den Muth habe, die Unruhslister in d,n bischöfliäien Palästen auf-znsuchen das Land nicht znr Ruhe komtnen werde. Den Kaiser verseKte diese Aeußerung des Ministerpläfidenten in große Aufregung. Ist dies Ihr Ernst? fragte der Kaiser; ja. Majestät! ertviderte Auereperg; wenn man das Unglück Hot. mit diesen Herren in Konflikt zu gerathen. darf man keine Glacehandschuhe anziehin; auch Ew. Majestät kennen das be-kannte Wort von Mirabeau: „Der römisch«' Stuhl fürchtet nur Die. tvelche ihn niibt fürchten." In düsterer Stimmung verabschiedete der Kaiser seinen Minister. Wenige Tage nach dieser Unterredung bat Auers« perg um die Entlassung vou seiner Stelle. war es für jeden Fremden, welcher von der nach Tivoli und Subiaeo führenden Straße abschweifte, um die merkwürdige, von Trümmern der Prachtgebäude vergangener Jahrhunderte angefüllte und die wilde zer-klüstete und Spuren des Todes tragende Umhegend genauer kennen zu lernen, eine große Ueberraschung, plötzlich aus der niederen Hügelkuppe eines stch terrassenartig hebenden Berges ein von Kastanienbäumen hoch überragtes und deßhalb unflchtbar bleibendes i.^andhaus zu finden. Der Besuch von Fremden war übrigens eine Seltenheit, da die meisten die Hauptstraße nach Tivoli ziehen und eben die versteckte Lage deö kleinen Landhauses nicht einmal den Reiz einer schönen Fernsicht bot, was alS Lockung hätte gelten können. An einem Nachmittag befand sich der Besitzer dieser nnansrhnlichen Villa in derselben, er hatte einen Begleiter mitgebracht, dessen Aeußeres den geistlichen Stand verrieth. Beide Herren. Doktor Bona und der Geistliche, tvelcher päpstlicher Kapellan war und sich Pater Allodini nannte, spazierten nebeneinander ans dem Grasplatze vor der Villa hin und hkr. dann und wann einige Worte mit einander wechselnd, ivie gerade der Gedankenfluß des Einen oder des Andern einer Mittheilung oder einrS Ideenanstnusches bedurfte. Der Gegenstand ihres DentenS lnußte ein sehr ernster sein, denn die Stirn de» kleinen fetten Notars, der trotz seiner hohen Jahre noch ziemlich rüstig war. wies sich so sehr gefaltet, daß sie dem Rücken eines vorläufig in Bogeniage gehefteten Büches glich, während Pater Allodini, eine lange hohe Gestalt, das vergelbte Gesicht sinnend auf die Brust gesenkt und tiefen Ernst in den gefurchten Zügen, die Grashalme zu zählen schien, die sein Fuß bei diesem Aus- und Nieder-wandeln niedertrat. Nach einer langen Weile tiefen Schweige,ts hielt der Notar, seinen Stock in den Boden stoßend, seinen Spaziergang ein und sagte zu seinem Begleiter, der gleichfalls stehen blieb: „Ich versichere Euch. Kter. daß mir disß Geheimniß schwer auf der Seele liegt. Nie in meinem Leben, und es ist eine lauge Reihe von Jahreu her. daß ich denken kann, habe ich solchen K>««er empfunden, als eben jeßt. wo ich. der kiuderlose Greis, zu einem Kinde gekommen bin. daS ich wahrhaftig sehr liebe. alS wäre ich deffe« Vater. Ich «veib tvohl, daß Se. Heiligkeit der Papst wünscht, hieß Geheimniß beivahrt zu sehen, wie den Apfel im Auge, ich Marbnrger Berichte. Gerechte.) Am 2. August d. 3. tvurde in Marburg e,n Schriftstück verfaßt. daS außer drei wenig bekannten Grundbesitzern auch die Herren: Ferdinand Graf Brandis, Arthur Graf Mensdorf. Baron Kettenburg und Dr. Prelol^ unterzeichneten. Wie der „Tagespost'' ans W. Graz gemeldet wird, hat am letzten Sonntag der Prediger in der dorti.ien Pfarrkirche gegen die neue Zeit geeifert, die reif sei für deu .Mtichrist"; es tl,ue nur wohl, daß in dieser Zeit der Berdcrbniß sieben Mäirnee in der Diözese einen Aufruf an ihre GlaubenKgenoffen gerichtet zur Unterzeichnung eincr Adresse, in ivelcher sie erklären: ..daß sie in Be-rückstchtigitng der maßlosen Angriffe, denen die Autorität deS von Gott eingelegten Oberhauptes der katholischen Kirche in Zeitungen und öffent-ltchen Versammlungen auSjjksetzt ist. den festen Borsak haben, in dem unverbrüchlichen Gehorsam, den der katholische Glaube vorschreibt, gegen den Statthalter Christi auszuharren bis an ihr Lebensende" Uese ist das Schristsiück vom 2. Auaust. Die Pfarrgenoffen von W. Graz ließen ,ich weder durch den Aufruf noch durch die Prediat rühren und bleiben verstockte Sünder. ^ ^ ^ Schleinitz.) Am Dienstag rvurde in Schleinij^ die Leiche deS erschlagenn, Mathias Sorko gerichtsärztlich nntersucht. Am Scheitel nach vorne und am Hinterhaupte links sand man Wuttden von der Länge eineS Zolls — an der Höhe des Scheitels «n» von dcr Länge «int» halben ZsII«. Da« T.jich, »ijgk sthk Hautablchürfuu^cn «nd eine mit vlut »»««rlakfene Stelle vsn der Sröße ««es Thaler»^ Da« Genick >var stark „eschwollen und mit Blut «»ttr-und stall es solche Slclien auch an dtn Schultern und «m recht«» Oi»erame> Da» Aulachte« sagt: die Schläge auf den Xopf unl> in da« Scnick i'ien «nbtdiuAl tSdlIich „ewesen^ weil dadurch ei« nicht zu h-mmend-r Austritt de« Bluie» in die Schädel- und Rückenmartthöhle «folgte Mathias Sorko sei demnach eines jähen und gewaltsamen Todes gestorben. ° ' (S ch a u b ü h n e.) Supps's Operette „Die Freigeister" enthält keinen besond»ren Melodienschatz, dafür aber gar manche lLrrinnerunaen an bekannte Tonwerke. Der Text ist nngemein schaal und leer. Durchs Eintludiren der Chöre und Solovorträge hat der Kapellmeister Herr Albert ipohl. durch prächtige AuSstnttiin., der Direktor. Herr von Bertalan große ^^^erdienste sich erivorben. Die Operette wurde von dem leider nicht z^^hlrrich besuchten Hause mit Beifall aufgenommen; den melsten Erfolg hatten: das Ständchen deS FräuleinS Wingard (Gotthard), das Terzett der Fräulein Wingard, Engel (Grettchen) und der Frau Pod-^rsky'Keller (Wallarich). der komische t^hor der Freigeister und das Duett des Herr,, Urban d. j. (Zwickl) mit Fräul. Pig (Susanne), einer Marburgertn. die zum ersten Male in einer solchen Rolle vor das Publikum trat und großen Beifall erntete. Anch Fräulein Engel lernten wir gestern als eine ivohlgeübte Sängerin kennen. Den Freigeistern tvare bei ihrer Abjtitnmnng ettvas Mäßigung zu empfehlen. Letzte Post. Di- hollAudisch, Regier«us hat der englische« a»f ei«e «»-frage erklärt, daß ei« Aoll- oder MtlitSrvertrag «it Kra«?reich weder abgefchlosse« sei, «vch beabsichtigt werde. Der volesa«ssch«ß in Vtadrid hat bei der «egiernng die Aufhebnng der Todesstrafe «nd die Errichtang von Gtrafkolonie» beantragt. habe keinen andern Wunsch. Gott weiß es; aber ... bin ich es denn auch im Ltanve? Seht mich doch an, Pater, ich bin ein Greis, dem der Tod heute, morgen oder übermorgen, wie eS dem Herrn aller Herren ae-fällt, die Augen zudrücken kann, was dann?" „Sorgt nicht für das, waS künftig geschehen wird, das ist stets vom Uebel." entgegnete Jener mit Salbung. „Das ist eine Rede, die weniger als nichts gilt." versetzte der Notar hcflig. „Wer sich nicht sorgt um Bewahrung eineS solch wichtigen Ge-heilnniffes. ist schon halb auf dem Wege dcS Berrathes. sage ich, und behüte mich der Himmel, daß Jemand von mir dergleichen denken könae." „Hm... Ihr könnt nicht mehr thun. als Ihr thut. Doktor, der Trost ist sür Euch der beste und einzige. Wo wäre Euere Schutzbefoh« lene besser beivahrt, als gerade hier? Wäre es nicht gerade Euer Lefitz-thum. ich wollte sagen, eS sei eine heimliche Spelunke für Leute, die auf der Straße ihr guteS Gewissen verloren haben. Darum eben wünscht Se. Heiligkeit, daß sie hier bleibe. UebrigenS muh ich Euch nur sagen, daß Wik es gar wohl wissen, wie Seitens der russischen Gesandschast im Geheim nach dieser Prinzeß gespürt wird. Gestern erst empfing Kardinal R,eeUo ein Schreiben von unbekannter Hand zugeschickt, dos zur größten Borsicht in Bezug aus die Prinzeß mahnt, mit dem Bemerken, daß nur solche vor dem UniernehmungS^jeiste der russischen Spione sichern könne." „Heiliger Voll!" rief der kleine sette Notar . . . „welche Gefahren umschiveben daS Haupt dieser Aermften!" „Ich brauche Euch nicht zu sagen. Doktor, daß eS sür Se. Heilig-keit von größtem Interesse ist. die Prinzeß nach Kräften von ihren Feinden geschützt zu ivissen. Bedenkt, »venn sie auf den Thron Rußlands käme dürste ihre Dankbarkeit unserer tzeiligen römischen Kirche freien Eingang in diesem großen Reiche deS Nordens verschaffen. Welche Hoffnungen lassen sich an diesen Gedanken kiiüpsen! Bedenkt daS. Doktor ... das ist ein Interesse, daS »vir nicht auS den Augen verlieren dürsea. Denkt Euch diese Möglichkeit. Ach heiliger Vater itn Himmel, wer diesen Triumph erlebte l Bedenkt iveiter die Rechte der Gastfreundschaft, ivelche das Kind aus dem Norden hier beanspruchen kann!" (Fortsetzung folgt.) Da« (öSe v»w«l vookiou»«! a«»oiM Vurgplatz Rr. 7, empfiehlt sein großes sortirtes Lager iu Paletots Jacken Corsu-Hemden von fl. 11 bis fl. 45. von fl. 2.50 bis fl. 20. von fl. 1.20 bis fl 4. Crinolineu Ninder-Jacken Geschloffeue Jacken von fl. 2.50 bis fl. 6. von fl. 1.20 bis fl. 6. von fl. 2.50 bis fl. 9. Auch werden Mt Arbttit», wclche in diesen Artikeln vorkommtn, billig und schnellstens besorgt. Um gesälligen Zuspruch bittet hochachtungsvoll E. Aolger. Gti»gesa»dt. Pit lt. l». pri». SAtN. HMtheltn-Aiilt i» Wie» (Wipplingerftraße Nr. 30). welche ihren geschäftlichen Wirkungstreis nur auf die im ReichSrathe der-tretenen Königreiche und Länder ausdehnt, belehnt Häuser und Grundstücke mit Ausschluß industrieller Etablissements. Darlehenswerber wollen ihre gehörig belegten Gesuche, die einer raschen Erledigung zugeführt »Verden, in den Bureaus der Anstalt einbringen, woselbst auch auf briefliche und mündliche Anfragen die nöthigen Auskünfte ertheilt, und auf Verlangen die Statuten auSgefolgt werden. ^533 Alle Gattungen litArdv, besonders braunlackirte Holzkörbe, find bei V'»«»» VIkIn» i» der Kärntnergasse Nr. 215 stetS billig zu haben. (gis >M- Kaffeehaus-Eröffnung. "MI Der Unterzeichnete macht hilMit dem geehrten Publikum die erge. benste Anzeige, daß er das Casv Tegetthoff in der Grazer-Vorstadt kiiuflich an sich gebracht habe und dasselbe SamStag den 24. Oktober Früh eröffnet wird. Mit der Bitte um geneigten Zuspruch empfiehlt sich Paul Kleewetn Marburg, 21. Oktober 1868. (62Z D vkuorlläo LMo xelken «sxnvUe LodvRods! ^ Dio Oriein»!äo> in W. orsekiellvooll, M.kväorm>!iv nütLUvkvu Luvks: M V vki' p«r!j»nljellv 8e!iiit/ i ^ Lin öau6 vou 282 Loiteu mit 60 auat. .^l»bil6uvß^on. In W venivesit. 110 8xr. ---- tl. 2 86 xr., ist äurvk Alloöuvd-M Md»»6!uvxvv, in IVten vou «erolil M W M bviisdea. (5SS M ^ ^ut>a»en l Dies« Iiodo ^ikkor maodt ^vvrviiuuss ^ W Ädertlüssix. «loavs Lxswplar 6or ()rissio»!»u»e»o« von M Ml^aursntius mu88mit boi^vZruolctsm 3temz>e! vvr»»essvlt W vorAuL 2u »odtvu. ^ Ein Keller für circa lv—L0 Startin in Halbgebinden wird zu miethen gesucht. Nähere Auskunft im Comptoir dieses Blattes. U « N I v N für eine /tNtl-, Hagel- und Lebtniverfichernngt-Aesellschast in den Bezir. ken LibiSVüld, Zt. Ltsnhard, Nadkerzbarg, dann im Bezirke Marburg werden gesucht. Reflektirende wollen ihre Offerte an die Haupt-Agentur in Mar-bürg, Domplatz Nr. 179. im Hause deS Herrn Johann Wibmer, ein-senden. (621 Z. 82z°8. Offert-Ansschreibung für die kaufliche oder pachtweise Ueberlassung einer Realität bei Mtirburg zur Errichtuug einer LaildeS-Weinbauschule. In AnSführnng des h. Landtags-BeschlnsseS vom September d. I. ist zum Zwecke der zu errichtenden Landes - Weinbauschule in oder bei Marbnrg eine geeignete Liegenschaft bei Marbnrg anS Landesmitteln entweder zu kaufen oder zu pachten. Von den, zu taufende» oder zn pachtenden Gesammt-GrnndtomplkLe sollen mit RüSstcht aus den zu ertheitenden praktischen Unterricht circa 10 Joche für den Schul- nnd VerstichS-Weingarten, 3 Joche für die Reb-lschule, 5 Joche für die Obstbaumschnle, 6 Joche für den Obst- und SortimentS-Garten geeignet sein und lli—20 Joche für Aecker, Wiesen und Wald entfallen, ohne jedoch anf diese Eintheilnng bei der Auswahl der Realität gebunden zu seilt. Die zu offerirende Realität hat somit anS eirea 40 bis 44 Jochen, ferner anS zur Unterbringung deS LehrpersonaleS, der Dienerschaft und der Zöglinge, deren Zahl auf 30 bestimmt ist, genügenden Wohngebäuden und aliS einem zntn Betriebe einer rationellen Kellerwirthschast geeigneten Keller samtnt WirthschastS-Ränmlichkeiten zu befteheu. Jen, Offerenten, welche ihre zur Errichtung einer Landes >Wetn^ bauschnle bei Marburg geeigueteu Realitäten zn verkaufen oder zu verpachten gesonnen find, haben ihre diesfSuigen, mit den TrundanSmas-bögen, Beschreibung der Realität mit Angabe der Knltnren, ferner mit dem Nachweise der Beschaffenheit und des BauzuftandeS der Gebäude mit Vorlage einer Plan-Skizze und mit genauer Angabe deS Verkaufs- oder PachtprelseS und der dieSfälligen Bedingungen lielegten Gesuche hiS 30. November !868 an den steieem. LandeSanSfchnK zu überreiehen. (622 Vom steierm. LandeSanSfchnffe. Graz am 8. Oktober !8KS. Zahl 10704. (6Z5 Einberufung unbekannter Erben. Von dem k. k. Bezirksgerichte Marburg wird bekannt gemacht, daß am 23. August 1868 Maria Kotzbek. Realitätenbestherin in Marburg,- in Gleichenberg ohne Hinterlassung einer letztwillig,n Anordnung gestorben sei. Da diesem Gerichte unbekannt ist, ob und welchen Personen ans ihre Gcrlassenschüft ein Erbrecht znstehe, so werden alle Diejenigen, welche hierauf aus waS immer für -inem RechlSgTunde Anspruch zu machen gedenken, aufgefordert, ihr Erbrecht binnen Einem Jahre von dem unten-gesehten Tage gerechnet, bei diesem Gerichte anzumelden, und unter Ausweisung ihres Erbrechtes ihre Erbserklärung anznbringen. widrigenfalls die Verlaffenschaft, für welche inzwischen der Herr k. k. Notar Ritter von Bitterl als Berlaßknrator bestellt worden ist, mit jenen, die stch werden erbSerklärt und ihre ErbrechtStitel ausgewiesen haben, verhandelt, nnd ihnen eingeail^wortet, der nicht angetretene Theil der Verlaffenschaft aber, oder wenn sich Niemand erbSerklärt hätte die ganze Verlaffenschaft vom Staate als erbloS eingezogen wilrde. K. k. Bezirksgericht Marburg am 9. September l8K8. Zahl l0704. (626 Ginbeeufttng de» Ve»laUe«fchaft0gla«bigai» die Pfandrealitat bei der ersten nnd zweiten Feilbietung nur um oder über deu SchätzuugSlverth, bei der dritten aber auch unter demselben hintan,^egrben werden wird. Die LizitationSbedlngnisse, wornach insbesondere jeder Lizitant vor gemachtktn Anbote ein Vadium von 900 fl. in Banknoten oder in Skaatspapieren zu Händen der LizitationSkommission zu erlegen hat, sowie das Schatzungsprotokoll und der GrundbuchS.Extrakt könne» in der dieSgerichtlichcn Registratur eingesehen werden. Für den unbekannt wo befindlichen Tabulargläubiger Karl Keberl wurde Herr Dr. Johann Koß-muth in Marburg zum Kurator bestellt. Marburg am 9. September 1868. Z. 8022. (609 Exekutive Realitüten-Versteigerung. Vom k. k. Bezirksgerichte Marburg wird bekannt gemacht: ES sei über Ansuchen der Margaretha Frangcsch die exekutive Versteigerung der der AgneS Wabl gehörigen, gerichtlich auf 4929 fl. geschätzten Realität, bestehend aus Wohn» und WirtlischaftSgebäuden, Aecker, Wcidrn. Wiesen. Hochwald. Gärten, im Geiammtflächenmahe von 34 Joch 497 Q.'Kft. bewilligt und hiczu drei FeilbiltungS-Tagsatzungen, u. z. die erste auf den 10. November, die zweite auf den 12. Dezember 1868, die dritte auf den 11. Aänner 1869, jedesmal Vormittags von 11 bis 12 Ul»r, die erste und zweite bei Gericht, die dritte an Ort und Stelle in Frau» heim mit dem Anhange angeordnet worden, daß die Pfandrealitat bei der ersten und zweiten Feilbietung nur um oder über den SchätzungS' Werth, bei der dritten aber auch unter demselben hintangeyeben werden wird. Die LizitationSbedingnisse. wornach insbesondere jeder Lizitant vor gemachtem Anbote ein 10"/^ Vadium zu Händen der LizitationSkommis-sion zu erlegen hat. sowie das Schätzungsprotokoll und der Grundbuchs' Extrakt können in der dieSgerichtl. Registratur eingesehen werden. K. t. Bezirksgericht Marburg am 14. September 1868. Eisenbahn-Fahrordnung fllr Marburg. Nach Wie«: Ttnch Trieft: Abfuhrt: 6 Ulir 2b Miu Früh. Abfahrt: V Uhr 14 Min. Krüh. 7 Nhr it Min Abend«. 8 Uhr 48 Min. Abends. Nach Villach: Abfahrt: 9 Nhr Krich. Die Eilzüge verkehren täglich zwischen Wieu und Trieft. Nach Wien: Aach Trieft: Abfahrt: 2 Uhr 46 Min. Mittag». Abfahrt: 1 Nhr öS Min. Mittag». Verantwortlicher Redakteur: Kranz Wieöthaler. «. «. «t. G. Druck unft «erlag von Eduard Ianschitz in Marburg.